Syriens Präsident Baschar al-Assad hat den Aufstand gegen sein Regime als Verschwörung ausländischer Kräfte bezeichnet und sich siegesgewiss gegeben. Mit Sabotage und Zerstörung würde der friedliche Protest ausgenutzt und Angst verbreitet, sagte Assad bei einer im Staatsfernsehen übertragenen Ansprache in der Universität von Damaskus. Syrien drohe der Verlust der Souveränität, doch der Sieg sei nah.

Assad bestritt nach Angaben des arabischen Fernsehsender Al-Dschasira erneut, dass er Befehl gegeben habe, auf Zivilisten zu schießen. Der Präsident räumte aber ein, dass Fehler gemacht worden seien. "Einige Leute" würden deshalb zur Rechenschaft gezogen werden.

Die Rede an der Universität war der erste öffentliche Auftritt seit Juni vergangenen Jahres und die erste Ansprache seit Beginn der Beobachtermission der Arabischen Liga in Syrien. Assad kritisierte die Organisation scharf, unter anderem für den Ausschluss Syriens . Damit habe sich die Organisation ihrer arabischen Seele beraubt. Ihr Versagen verwundere ihn aber nicht. "Die Arabische Liga hat seit sechs Jahrzehenten dabei versagt, die arabischen Interessen zu vertreten", sagte Assad.

Die Liga spiegele die erbärmliche Situation der arabischen Welt wieder. Wie sollten Länder, die selbst immense Probleme hätten, Syrien Demokratie lehren, fragte er. Die Beobachter ins Land zu holen , sei zudem seine eigene Idee gewesen.

Referendum über neue Verfassung

Assad sagte, er werde sich arabischen Lösungen nicht verschließen, solange sie Syriens Souveränität respektierten. Er werde aber nicht abtreten, das syrische Volk stehe weiter hinter ihm. Seine Vision für das Land werde sich nicht ändern. Nun gehe es darum, Reformen umzusetzen und den Terrorismus "mit eiserner Faust" zu bekämpfen. Er kündigte für Anfang März eine Volksabstimmung über eine neue Verfassung an.

Gegen Assad gibt es seit zehn Monaten Proteste in Syrien. Immer wieder kommt es zu Kämpfen zwischen Oppositionellen und den Sicherheitskräften, die den Aufstand versuchen niederzuschlagen. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen kamen bislang mehr als 5.000 Menschen ums Leben. Assad macht ausländische Terroristen für den Konflikt verantwortlich.