Arabische Liga Golfstaaten ziehen Beobachter aus Syrien ab

Nach Saudi-Arabien beenden auch die anderen Golfstaaten ihre Beobachtermission in Syrien. Angesichts des Abzugs will die Arabische Liga erneut über die Mission beraten.

Demonstranten protestieren in der Nähe von Homs gegen Syriens Präsidenten Assad.

Demonstranten protestieren in der Nähe von Homs gegen Syriens Präsidenten Assad.

Nach Saudi-Arabien haben nun auch die anderen arabischen Golfstaaten beschlossen, ihre Beobachter aus Syrien abzuziehen. Das sagte ein Mitarbeiter des Generalsekretariats des Golfkooperationsrates. Saudi-Arabien hatte den Schritt am Wochenende mit der Begründung angekündigt, dass sich das Regime von Baschar al-Assad nicht an den Plan der Arabischen Liga für eine Beilegung der Krise halte. Dieser Sichtweise schlossen sich die anderen Staaten an. 

Die sechs Golfstaaten forderten zudem den UN-Sicherheitsrat auf, den Druck auf die syrische Führung zu erhöhen und dafür "alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen". Die Beobachtermission war am Sonntag verlängert worden, steht aber in der Kritik, weil die Gewalt in Syrien trotz der Präsenz der Arabischen Liga unvermindert anhält. Zum Golfkooperationsrat gehören neben Saudi-Arabien die Länder Bahrain, Katar, Kuwait, Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate. Nach Angaben von Al Jazeera kommen 52 der arabischen Beobachter aus Staaten des Golfkooperationsrates. Angesichts des Abzug will demnach auch die Arabische Liga noch einmal über die Mission in Syrien beraten.

Anzeige

Das Staatenbündnis hatte seit Dezember schrittweise rund 160 Beobachter nach Syrien geschickt, um die Freilassung politischer Gefangener und den Abzug des Militärs aus Proteststädten wie Homs, Hama, Idlib, Daraa und Deir as-Saur zu überwachen. Am Montag hatte die Organisation Syriens Präsidenten Assad zum Machtverzicht aufgefordert und innerhalb von zwei Monaten die Bildung einer Regierung der Nationalen Einheit zu ermöglichen. Assad hatte diese Forderung umgehend zurückweisen lassen.

Nach Angaben der Protestbewegung begann die syrische Armee am Dienstag eine Offensive in der Stadt Hama. Am Montag seien 34 Menschen von den Truppen Assads getötet worden, am Dienstag seien fünf Menschen gestorben. Der Aufstand gegen Assad, der vor allem die ländlichen Gebiete erfasst hat, hatte im März 2011 begonnen. Seither sollen nach Schätzungen der Vereinten Nationen mehr als 5.500 Menschen getötet worden sein.

 
Leser-Kommentare
    • ohopp
    • 24.01.2012 um 13:34 Uhr

    Diktatorischen Golfstaaten kann der Anblick einer Vielzahl unverschleierter Frauen nicht zugemutet werden.

  1. ich habe in saudi arabien in jiddeh gearbeitet, da habe ich erfahrungen gemacht, in saudi arabien gibt es absolut keine demokratie.
    in saudi arabien wird man eingesperrt wenn man seine identität preisgibt z.b. als alawit oder schiit
    aber in syrien dürfen alle sunniten ihre identität preisgeben ohne dafür eingesperrt zu werden.

  2. Immer noch kein Artikel über den Zwischenbericht der Beobachtermission? Passt nicht so gut ins Konzept, wenn die Beobachter den Großteil der Verantwortung für die Gewalt bei den militanten Oppositionellen sehen, oder?

    Ich frage mich, was das ganze Tara eigentlich soll. Jetzt greift doch Syrien einfach an und hört auf mit der Desinformationspolitik. Der Einsatz ist doch schon längst beschlossen. Inzwischen hat auch jeder begriffen, dass das Imperium Syrien unbedingt haben will.

    Eine Leser-Empfehlung
  3. klarer kann man diesen taktischen Misserfolg nicht eingestehen.

    Wie werden wohl jetzt die nächsten Simultationen auf dem geostrategischen Reissbrett aussehen?

    Unterstellung von Massenvernichtungswaffen, Massenvergewaltigungen, Babymord, Genozid, Vertreibungen...

    Hab ich noch was vergessen?

  4. Geruechte gehen dass der BND (deutscher Geheimdienst) beteiligt sei an der Destabilisierung von Syrien+Iran,die von USA+UK mit allen Mitteln ausgefuehrt wird.Sollten die Geruechte stimmen,dann ist der BND in Iran mitverantwortlich an kaltbluetige Morde und in Syrien mitverantwortlich an viele Tausende Tote und Verwundete.Hoffentlich ist Merkel nicht zu weit gegangen in ihrer Hoerigkeit an die USA und hat sie sich von diesen Terroraktivitaeten ferngehalten.Ist das die neue NatoPolitik die in Nov. 2010 in Lissabon entschieden wurde,neue unauffaellige,aber nicht weniger blutige Kriege??Wenn naemlich diese Geruechte sich bewahrheiten und in die Publizitaet kommen,kann man sich vorstellen welchen enormen Schaden+Imageverlust das fuer ein Exportland wie Deutschland waere.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Und wo befindet sich ihre Quelle?

    LG
    A.G.

    Unter diesem Begriff verharmlost und verklausuliert man diese Aktionen. früher hiess das(Low Intensity Warfare)

    "Unterschiedliche Aspekte von „Low Intensity Warfare“ sind:
    - Counterinsurgency: Aufstandsbekämpfung, das Abwenden drohender Revolutionen,
    Bürgerkriege oder anderer (para-)militärischer Konflikte, v.a. in Entwicklungsländern
    - Contra-Operationen: das Herbeiführen von Umstürzen
    - Counterterrorism: offensive Terrorismusbekämpfung
    - Eng begrenzte „chirurgische“ Militäroperationen konventioneller Art, wie etwa das Ausschalten
    von Ausbildungslagern oder Atomreaktoren
    - sonstige Operationen, wie etwa Bekämpfung von Drogenanbau und –handel,
    Rettungsoperationen oder die Teilnahme an Peacekeeping-Missionen"

    http://evakreisky.at/2003...

    Das wird stets natürlich alles rein humanitär begründet.
    Wie es in der Realität dann aussieht, kann man hier sehen:

    http://www.youtube.com/wa...

    dass der BND involviert war.

    "Seit Wochen schon war dem Bundesnachrichtendienst (BND) nach SPIEGEL-Informationen bekannt, wo genau sich der libysche Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi in seiner Heimatstadt Sirt aufhielt."

    "So war es auch beim Irak-Krieg 2003: Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder lehnte eine Teilnahme vehement ab; deutsche Agenten versorgten die USA allerdings mit Informationen aus Bagdad."

    http://www.spiegel.de/pol...

    Und wo befindet sich ihre Quelle?

    LG
    A.G.

    Unter diesem Begriff verharmlost und verklausuliert man diese Aktionen. früher hiess das(Low Intensity Warfare)

    "Unterschiedliche Aspekte von „Low Intensity Warfare“ sind:
    - Counterinsurgency: Aufstandsbekämpfung, das Abwenden drohender Revolutionen,
    Bürgerkriege oder anderer (para-)militärischer Konflikte, v.a. in Entwicklungsländern
    - Contra-Operationen: das Herbeiführen von Umstürzen
    - Counterterrorism: offensive Terrorismusbekämpfung
    - Eng begrenzte „chirurgische“ Militäroperationen konventioneller Art, wie etwa das Ausschalten
    von Ausbildungslagern oder Atomreaktoren
    - sonstige Operationen, wie etwa Bekämpfung von Drogenanbau und –handel,
    Rettungsoperationen oder die Teilnahme an Peacekeeping-Missionen"

    http://evakreisky.at/2003...

    Das wird stets natürlich alles rein humanitär begründet.
    Wie es in der Realität dann aussieht, kann man hier sehen:

    http://www.youtube.com/wa...

    dass der BND involviert war.

    "Seit Wochen schon war dem Bundesnachrichtendienst (BND) nach SPIEGEL-Informationen bekannt, wo genau sich der libysche Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi in seiner Heimatstadt Sirt aufhielt."

    "So war es auch beim Irak-Krieg 2003: Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder lehnte eine Teilnahme vehement ab; deutsche Agenten versorgten die USA allerdings mit Informationen aus Bagdad."

    http://www.spiegel.de/pol...

  5. Der Kernsatz

    "Die sechs Golfstaaten forderten zudem den UN-Sicherheitsrat auf, den Druck auf die syrische Führung zu erhöhen und dafür `alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen´"

    findet sich ebenfalls wortwörtl. bzw. mit geringfügigen Änderungen (z.B Damaskus<->Syrien) in folgenden Quellen:

    http://orf.at/stories/210...

    http://www.spiegel.de/pol...

    http://www.volksblatt.li/...

    http://www.swr.de/swrinfo...

    http://www.tagesschau.de/...

    http://diepresse.com/home...

    http://infokrieg.tv/wordp...

    http://www.sueddeutsche.d...

    http://www.radioerft.de/e...

    http://www.pr-inside.com/...

    http://www.nzz.ch/nachric...

    http://derstandard.at/132...

    http://www.blick.ch/news/...

    http://www.20min.ch/news/...

    http://mobil.donaukurier....

    Eine Leser-Empfehlung
  6. 7. Quelle

    Und wo befindet sich ihre Quelle?

    LG
    A.G.

  7. Unter diesem Begriff verharmlost und verklausuliert man diese Aktionen. früher hiess das(Low Intensity Warfare)

    "Unterschiedliche Aspekte von „Low Intensity Warfare“ sind:
    - Counterinsurgency: Aufstandsbekämpfung, das Abwenden drohender Revolutionen,
    Bürgerkriege oder anderer (para-)militärischer Konflikte, v.a. in Entwicklungsländern
    - Contra-Operationen: das Herbeiführen von Umstürzen
    - Counterterrorism: offensive Terrorismusbekämpfung
    - Eng begrenzte „chirurgische“ Militäroperationen konventioneller Art, wie etwa das Ausschalten
    von Ausbildungslagern oder Atomreaktoren
    - sonstige Operationen, wie etwa Bekämpfung von Drogenanbau und –handel,
    Rettungsoperationen oder die Teilnahme an Peacekeeping-Missionen"

    http://evakreisky.at/2003...

    Das wird stets natürlich alles rein humanitär begründet.
    Wie es in der Realität dann aussieht, kann man hier sehen:

    http://www.youtube.com/wa...

    Eine Leser-Empfehlung

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service