Protest gegen Assad Aufstand in Syrien erreicht Vororte von Damaskus

Bis ins Zentrum der Metropole waren die Kämpfe zu hören: Rebellen haben einige Gebiete unter ihre Kontrolle gebracht, Regierungsvertreter verhandeln mit ihnen.

Soldaten des Regimes im Umland von Damaskus

Soldaten des Regimes im Umland von Damaskus

Der Volksaufstand in Syrien hat nach fast einem Jahr den Rand der Hauptstadt Damaskus erreicht. In mehreren Vororten waren in der Nacht und tagsüber Kämpfe im Gange, deren Lärm nach Angaben von Bewohnern auch im acht Kilometer entfernten Zentrum der Metropole zu hören war.

Seit den Morgenstunden waren im Vorort Duma Kämpfe im Gange, wie ein Armeeoffizier sagte. Die Einsatzkräfte suchten in den Lagern der Regierungsgegner nach Waffen und steckbrieflich gesuchten Personen. Die in London ansässige Organisation Syrian Observatory for Human Rights sprach von 200 Festgenommenen. Kämpfe wurden auch aus den Vororten Harasta und Irbin gemeldet.

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Aus Sicht der Opposition sind die Kämpfe Ausdruck wachsender Stärke der Aufständischen. "Die Freie Syrische Armee hat Teile von Damaskus-Land fast vollständig unter ihrer Kontrolle und kontrolliert Duma und Harasta teilweise", sagte ein Aktivist.

Vertreter der Regierung nahmen unterdessen Waffenstillstandsverhandlungen mit den Aufständischen auf. "Viele sind fehlgeleitet", sagte der Gouverneur von Damaskus-Land, Hussein Machluf, den Beobachtern der Arabischen Liga an einem Kontrollpunkt vor Irbin. Die Behörden stünden im Gespräch mit den Rebellen, "die letztlich auf den rechten Weg zurückfinden werden".

Liga will der UN ihren Plan präsentieren

Die arabischen Beobachter kehrten unverrichteter Dinge an dem Kontrollpunkt um. Sie zeigten sich zudem verunsichert über den Sinn ihres um einen Monat verlängerten Einsatzes. Oppositionsgruppen werfen ihnen vor, das gewaltsame Vorgehen der Regierung diplomatisch zu bemänteln.

In scharfen Worten forderte Liga-Chef Nabil Elarabi den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad auf, den Militäreinsatzes gegen Zivilisten zu beenden. Die Staatengruppe sei über das anhaltende Töten und die Gewalt in Syrien besorgt. Seit Beginn des Aufstandes gegen den seit mehr als 40 Jahren herrschenden Assad-Clan sind nach Schätzungen der UN mehr als 5.000 Menschen ums Leben gekommen. Die Regierung spricht von 2.000 Toten, bei denen es sich überwiegend um Angehörige der Sicherheitskräfte handeln soll.

Elarabi kündigte für kommenden Montag eine Reise zu den UN nach New York an, um der Weltorganisation den auf den Rücktritt Assads zielenden Syrien-Plan der Arabischen Liga zu erläutern. Die USA wollen die Initiative möglichst bald in den Sicherheitsrat einbringen, wo sie jedoch auf den Widerspruch der Vetomächte Russland und China stoßen dürften.

Das russische Außenministerium erklärte derweil, es werde seine eigene Syrien-Resolution im Sicherheitsrat vorantreiben. Die Regierung in Moskau hat bisher eine Verurteilung der Gewalt in dem Nahost-Staat verhindert.

 
Leser-Kommentare
    • colca
    • 26.01.2012 um 18:22 Uhr

    Zum Glück konnten die Regierungstruppen inzwischen die Banditen wieder aus Duma vertreiben und die Ordnung wieder herstellen.
    Die syrische Regierung darf auf gar keinen Fall die Bildung rechtsfreier Räume dulden, sonst konzentrieren sich dort die bewaffneten Verbrecher, Deserteure und Söldner. Außerdem dienen solche Bereiche als Einfallstor für NATO-Instrukteure und anderes finsteres Gelichter.
    Wohin so etwas letztlich führt, sieht man am gewalttätigen Chaos, welches die Putschisten in Libyen angerichtet haben.

    Assad muss diese Banden mit aller Härte zerschlagen wenn sie nicht endlich auf eines der vielen Friedensangebote eingehen. Nur so ist dem Land die libysche Höllenfahrt zu ersparen.

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    Nicht leichter als das. Dazu braucht Assad nur zurück treten, und sich der Gerichtsbarkeit stellen. Ob er dazu den Mumm hat, die Verantwortwortung für seine Verbrechen und die seiner ganzen Clique zu übernehmen? Ich bezweifele es.

    das Vokabular von colca ist propagandistisch. Es sind also Banditen, die was rauben? Deserteure können auch Helden sein. Hätte es im Dritten Reich mehr Deserteure gegeben, wäre das Blutvergießen früher geendet.

    Im Übrigen ist es ganz einfach für Assad: Er organisiert freie Wahlen und Syrien bekommt die Regierung mit Legitimation.

    ein Problem ist dass die Berichterstattung sehr eingeschränkt ist. Deutsche Journalisten haben kaum Möglichkeiten in diesem Land frei zu berichten, das Assad Regime bestimmt genau wo und wann was gedreht oder wer gefragt werden darf. Also woher nehmen Sie die Informationen dass das alles Räuberbanden sind und das syrische Militär nie mit großer Gewalt gegen Demonstranten vorgegangen ist ? Aus den objektiven russischen oder chinesischen Medien ? Sind Sie sich sicher ?

    Ich lehne gewaltsame Revolutionen ebenfalls ab. Ich denke es ist ein großes Problem dass Demokratie für viele erst langrfristig ihren unschätzbaren Wert entfaltet bzw. auch Auswirkungen auf den schwierigen Alltag hat(Bis auf diejenigen die viel darauf geben ihre Meinung öffentlich äußern zu können). Eine Evolution wäre für das syrische Volk "besser" als ein Bürgerkrieg. Trotzdem ist Demokratie erstrebenswert.

    Ihre Propaganda für dieses Diktator ist dementsprechend eklig. Sie beschimpfen die NATO als "finstere Gelichter" und Stellen einen Diktator der durchaus eine Wahl hat als moralisch korrekt handelnd da. Absurd.

    Nicht leichter als das. Dazu braucht Assad nur zurück treten, und sich der Gerichtsbarkeit stellen. Ob er dazu den Mumm hat, die Verantwortwortung für seine Verbrechen und die seiner ganzen Clique zu übernehmen? Ich bezweifele es.

    das Vokabular von colca ist propagandistisch. Es sind also Banditen, die was rauben? Deserteure können auch Helden sein. Hätte es im Dritten Reich mehr Deserteure gegeben, wäre das Blutvergießen früher geendet.

    Im Übrigen ist es ganz einfach für Assad: Er organisiert freie Wahlen und Syrien bekommt die Regierung mit Legitimation.

    ein Problem ist dass die Berichterstattung sehr eingeschränkt ist. Deutsche Journalisten haben kaum Möglichkeiten in diesem Land frei zu berichten, das Assad Regime bestimmt genau wo und wann was gedreht oder wer gefragt werden darf. Also woher nehmen Sie die Informationen dass das alles Räuberbanden sind und das syrische Militär nie mit großer Gewalt gegen Demonstranten vorgegangen ist ? Aus den objektiven russischen oder chinesischen Medien ? Sind Sie sich sicher ?

    Ich lehne gewaltsame Revolutionen ebenfalls ab. Ich denke es ist ein großes Problem dass Demokratie für viele erst langrfristig ihren unschätzbaren Wert entfaltet bzw. auch Auswirkungen auf den schwierigen Alltag hat(Bis auf diejenigen die viel darauf geben ihre Meinung öffentlich äußern zu können). Eine Evolution wäre für das syrische Volk "besser" als ein Bürgerkrieg. Trotzdem ist Demokratie erstrebenswert.

    Ihre Propaganda für dieses Diktator ist dementsprechend eklig. Sie beschimpfen die NATO als "finstere Gelichter" und Stellen einen Diktator der durchaus eine Wahl hat als moralisch korrekt handelnd da. Absurd.

  1. "den Militäreinsatzes gegen Zivilisten zu beenden"

    Man hört also die Kämpfe schon bis zum Zentrum von Damaskus und es wird noch von dem Töten von Zivillisten geredet?

    Ein soveräner Staat hat das Privileg gegen Bewaffnete Gruppen vorzugehen, aber das Völkerrecht scheint ja heutzutage bedeutungslos zu sein.

    LG
    A.G.

  2. Nicht leichter als das. Dazu braucht Assad nur zurück treten, und sich der Gerichtsbarkeit stellen. Ob er dazu den Mumm hat, die Verantwortwortung für seine Verbrechen und die seiner ganzen Clique zu übernehmen? Ich bezweifele es.

    Antwort auf "Verbrechensbekämpfung"
  3. das Vokabular von colca ist propagandistisch. Es sind also Banditen, die was rauben? Deserteure können auch Helden sein. Hätte es im Dritten Reich mehr Deserteure gegeben, wäre das Blutvergießen früher geendet.

    Im Übrigen ist es ganz einfach für Assad: Er organisiert freie Wahlen und Syrien bekommt die Regierung mit Legitimation.

    Antwort auf "Verbrechensbekämpfung"
  4. Bisher "Friedliche Demonstranten", jetzt "Rebellen" und die "Freie syrische Armee", die "einige Gebiete unter ihre Kontrolle gebracht" haben. Wie das? Hat sich die Vereinte Presse jetzt doch zu einer ehrlicheren Berichterstattung entschlossen? Womöglich lesen wir demnächst gar noch von "islamistischen Extremisten, die das Regime stürzen wollen, um einen Gottesstaat zu errichten" ...

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    Auf Bayern2 wurde ein Nahost-Kenner zur Lage in Syrien befragt.

    Erstaunlich, was man da hört...

    http://www.youtube.com/wa...

    Auf Bayern2 wurde ein Nahost-Kenner zur Lage in Syrien befragt.

    Erstaunlich, was man da hört...

    http://www.youtube.com/wa...

  5. ...sollte schnellstens die Generalmobilmachung angeordnet werden!

    Colca hat Recht - hier muß durchgegriffen werden.

    P.S. Es hat den Anschein, daß man mit der "böse_schergen_schießen_auf_friedliche_demonstranten_schiene* endlich aufhört - das "verleiht" den "Qualitätsmedien" einen Hauch von Ehrlichkeit!

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    Assad der geliebte Führer ruft zur Generalmobilmachung auf und das Volk eilt herbei. Was sich alte Männer von gestern wie breschnew so alles vorstellen können.

    Assad der geliebte Führer ruft zur Generalmobilmachung auf und das Volk eilt herbei. Was sich alte Männer von gestern wie breschnew so alles vorstellen können.

  6. Mit Erstaunen nehme ich zur Kenntnis, dass aus friedlichen Demonstranten plötzlich eine "freie syrische Armee" wird.

    Gibt es denn wirklich keine unabhängigen und investigativen Journalisten und entsprechende Printmedien mehr, die von Anfang an ein richtiges Bild der Lage darstellen?

    Natürlich hat eine Armee das Recht den Staat zu schützen, der sie zu diesem Zweck geschaffen hat.

    Ich stelle nicht in Abrede, dass ein Volk die Möglichkeit hat, gesellschaftliche Änderungen durchzusetzen - auch mit Gewalt. Allein mir fehlt seit längerem der Glaube, dass das syrische Volk das wirklich will.

    Danke colca, Sie bringen es auf den Punkt.

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    Die Militärpräfektur Tripolis wird vom Anführer der Kaida in Libyen geleitet und jede Nachricht wird vorher gefiltert. In Syrien ist es nicht anders. Die Manipulation der öffentlichen Meinung ist eklatant und für eine freiheitliche Gesellschaft die Ankündigung des Niederganges. Möglicherweise wird man einst nach Ausreden suchen und vorbringen, dass man doch nichts dafür könne, weil es angeordnet wurde. Mitläufertum und mangelnde Verpflichtung gegenüber der Demokratie schaffen im Informationszeitalter eine Welt der Desinformation.

    Die Militärpräfektur Tripolis wird vom Anführer der Kaida in Libyen geleitet und jede Nachricht wird vorher gefiltert. In Syrien ist es nicht anders. Die Manipulation der öffentlichen Meinung ist eklatant und für eine freiheitliche Gesellschaft die Ankündigung des Niederganges. Möglicherweise wird man einst nach Ausreden suchen und vorbringen, dass man doch nichts dafür könne, weil es angeordnet wurde. Mitläufertum und mangelnde Verpflichtung gegenüber der Demokratie schaffen im Informationszeitalter eine Welt der Desinformation.

  7. Was für ein Paradigmenwechsel, bis gestern noch Al Kaida, heute freiheitsliebende Rebellen. Wie geht der deutsche Staat eigentlich mit bewaffeten Aufständischen um und weiss die freie Presse davon?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
  • Kommentare 18
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  • Schlagworte Syrien | Arabische Liga | Bürgerkrieg | Protest | Gewalt
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