Arabische LigaDie Beobachtermission in Syrien droht zu scheitern

Ein Beratergremium der Arabischen Liga fordert wegen anhaltender Gewalt den sofortigen Abzug der Beobachter. Unterdessen bekämpfen sich Soldaten und Deserteure.

Ein Beratergremium der Arabischen Liga hat den sofortigen Abzug von deren Beobachtern aus Syrien gefordert. Der Präsident des Arabischen Parlaments, Salem al-Dikbassi, forderte den Chef der Arabischen Liga auf, "angesichts der andauernden Tötung unschuldiger Zivilisten in Syrien umgehend die arabischen Beobachter abzuziehen". Wenn vor den Augen der Beobachter weiter Gewalttaten geschähen, werde die Regierung von Präsident Baschar al-Assad indirekt gedeckt, sagte Dikbassi.

Die syrische Regierung verstoße klar gegen das Protokoll der Arabischen Liga zum Schutz der syrischen Bevölkerung. Das Arabische Parlament besteht aus 88 Mitgliedern aus jedem der Mitgliedsstaaten der Arabischen Liga und gilt als einflussreiches Beratergremium.

Anzeige

Für Donnerstag ist die Entsendung weiterer Beobachter der Arabischen Liga nach Syrien vorgesehen. Insgesamt sollen 20 weitere Beobachter aus Saudi-Arabien, Bahrain und Tunesien nach Damaskus geschickt werden. Seit Montag vergangener Woche befindet sich eine erste Gruppe von 50 Beobachtern in Syrien, die auf 150 bis 200 Kontrolleure aufgestockt werden soll. Ihre Entsendung ist Teil eines Plans, die Angriffe von Assads Truppen auf die Opposition und die Zivilbevölkerung zu stoppen. Damaskus hatte dem Protokoll erst nach langem Zögern zugestimmt. Neben der Beobachtermission sieht der Plan einen Rückzug der Armee aus syrischen Städten und die Freilassung von Gefangenen vor. Trotz der Anwesenheit der Beobachter sind die Truppen von Assad unvermindert hart gegen Demonstranten vorgegangen.

Kämpfe zwischen Deserteuren und Soldaten

Auch in der Neujahrsnacht kam es in der Nähe der syrischen Hauptstadt Damaskus zu Massenprotesten. Regimegegner wünschten Assad ein "trostloses neues Jahr", wie Aktivisten berichteten.

Zudem sind nahe der Stadt nach Angaben von Oppositionellen Gefechte zwischen Regierungstruppen und Deserteuren aus der Armee ausgebrochen. Laut Aktivisten kam es zu den Kämpfen, als das Militär die Gegend nach den abtrünnigen Soldaten absuchte. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht. Die "Freie Syrische Armee" der Deserteure hatte erst vor wenigen Tagen versprochen, die Angriffe auf die Regierung einzustellen, um den arabischen Beobachtern die Mission zu erleichtern.

Leserkommentare
  1. Fast zwei dutzend Artikel sind seit Weihnachten über Syrien erschienen.
    Und nur einer über Bahrain; im Dezember.
    Obwohl die Lage dort nicht viel besser ist.

    Ich resigniere vor der Presse und schreibe: Okay, Assad muss weg, die Demonstranten sind Märtyrer/ Helden/ Freiheitskämpfer.

    12 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • joG
    • 01.01.2012 um 16:08 Uhr

    ....weshalb man den Aussagen der arabischen Inspektoren cum Granis Salis nehmen sollte.

    • joG
    • 01.01.2012 um 16:08 Uhr

    ....weshalb man den Aussagen der arabischen Inspektoren cum Granis Salis nehmen sollte.

  2. Die Propagandamaschine rollt wieder, wie vor Afghanistan, wie vor dem ersten und zweiten Irakkrieg.

    Die Bösen, dies sind immer die anderen. Über Recht und Unrecht soll hier nicht gestritten werden, aber unsere Bomben, die brauchen die Menschen dort nicht.

    6 Leserempfehlungen
  3. ...hier quasi wie am Fließband "produziert" - allerdings immer etwas "zeitversetzt" zu SPON.

    Man hat fast den Verdacht das hier nach dem Motto "steter Tropfen höhlt den Stein" verfahren wird!?
    Das wird nicht gelingen - die "libyschen Erfahrungen" sind noch zu "frisch".
    Wie steht es denn dort mit Frieden, Freiheit, Wohlstand und Demokratie? Diesbezüglich hüllen sich unsere Medien in "beredtes Schweigen"....

    Es ist - wie schon angemerkt - äußerst traurig, daß man nicht mit der selben "Inbrunst" über Bahrein schreibt.
    Gibt es etwa einen Grund warum hier "geschwiegen" wird?

    Auf jeden Fall habe ich eins gelernt:
    Islamistische Kämpfer, libysche Söldner, ElKaida-Kämpfer, und "westliche Diversanten" sind Freiheitskämpfer - dies gilt aber nur für die "Causa Syrien"!

    12 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • joG
    • 01.01.2012 um 16:12 Uhr

    ....Revolution auch recht schaurig und schauen Sie, was daraus wurde. Seien Sie also nicht so hart und hastig. Haben Sie Geduld. Es läuft besser, als es könnte.

    • joG
    • 01.01.2012 um 16:12 Uhr

    ....Revolution auch recht schaurig und schauen Sie, was daraus wurde. Seien Sie also nicht so hart und hastig. Haben Sie Geduld. Es läuft besser, als es könnte.

  4. Bahrain ist "uninteressant", weil dort der Iran die Opposition unterstützt und seinen Einfluss auf den Bahrain ausweiten will. Das kann nicht im Interesse der westlichen Welt sein, ebenso wenig wie für die Länder von Marokko über Ägypten und den Golfstaaten. Man sieht ja momentan wie die USA die Golfstaaten militärisch aufrüsten. Syrien ist strategisch "wertvoller", allerdings wird dort die syrische Regierung vom Iran unterstützt, ebenso unterstützt Syrien die Hisbollah - einen Israel-Feind. Insofern dürfte die Interessenlage eindeutig sein.

    3 Leserempfehlungen
  5. in den die oben lebenden Floristen schreiben könnten doch in den guten Iran auswandern?

    Wäre das nicht mal ein guter Vorschlag!

    4 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...Kommentar nicht?

    Wo liegt der Zusammenhang zwischen einer "Berichterstattung" aus Syrien, und der Auswanderung in den Iran?!

    Klären sie mich auf - bringen Sie Licht ins Dunkel!

    ...Kommentar nicht?

    Wo liegt der Zusammenhang zwischen einer "Berichterstattung" aus Syrien, und der Auswanderung in den Iran?!

    Klären sie mich auf - bringen Sie Licht ins Dunkel!

    • joG
    • 01.01.2012 um 16:08 Uhr

    ....weshalb man den Aussagen der arabischen Inspektoren cum Granis Salis nehmen sollte.

    Antwort auf "Zwei Dutzend Artikel"
  6. Die Beobachter der Arabischen Liga in Syrien haben bestimmt eine Blindenschule besucht. Anders sind die Kommentare derer nicht zu deuten.

    • joG
    • 01.01.2012 um 16:12 Uhr

    ....Revolution auch recht schaurig und schauen Sie, was daraus wurde. Seien Sie also nicht so hart und hastig. Haben Sie Geduld. Es läuft besser, als es könnte.

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Aber klar, schauen wir nach Frankreich: Das Land nutzt Afrika als Hinterhof, und hat dort Truppen verteilt. Frankreich braucht das dreifache der eigenen Ressourcen. 2011 hat in Libyen maßgeblich einen Regimechange herbeigeführt. Im Zuge der Kampfhandlungen wurde radioaktive Munition eingesetzt, und es kamen mindestens 30000 Menschen ums Leben. Wollen wir es mal mit Kant versuchen: Was wäre, wenn sich jedes Land der Welt Frankreich zum Vorbild nehmen würde? Antwort: Weltkrieg.

    Bitte belegen Sie Ihre Behauptungen mit Quellen und bitte bleiben Sie beim Artikelthema. Danke, die Redaktion/jz

    Aber klar, schauen wir nach Frankreich: Das Land nutzt Afrika als Hinterhof, und hat dort Truppen verteilt. Frankreich braucht das dreifache der eigenen Ressourcen. 2011 hat in Libyen maßgeblich einen Regimechange herbeigeführt. Im Zuge der Kampfhandlungen wurde radioaktive Munition eingesetzt, und es kamen mindestens 30000 Menschen ums Leben. Wollen wir es mal mit Kant versuchen: Was wäre, wenn sich jedes Land der Welt Frankreich zum Vorbild nehmen würde? Antwort: Weltkrieg.

    Bitte belegen Sie Ihre Behauptungen mit Quellen und bitte bleiben Sie beim Artikelthema. Danke, die Redaktion/jz

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service