Europäische Union Tschechiens Präsident Klaus will Fiskalpakt nicht unterzeichnen

Die EU-Staaten schienen sich schnell auf eine Haushaltsunion zu einigen, doch nun mehrt sich Kritik. Tschechiens Präsident hat angekündigt, dem Vertrag nicht zuzustimmen.

Der tschechische Präsident Václav Klaus

Der tschechische Präsident Václav Klaus

Die Verhandlungen zu dem neu geplanten Fiskalpakt der Europäischen Union gestalten sich schwieriger als in der vergangenen Woche angenommen. Nun hat Tschechiens Präsident Václav Klaus angekündigt, den Fiskalpakt nicht unterzeichnen zu wollen. Einen Vertrag über eine Haushaltsunion werde er auf keinen Fall unterschreiben, sagte Klaus laut tschechischen Medien in einem Schreiben an Ministerpräsident Petr Nečas.

Der Fiskalpakt soll die Teilnehmerstaaten strenger zur Einhaltung von Defizit- und Schuldenobergrenzen verpflichten. Aktuell beraten Vertreter der 27 EU-Regierungen über den Vertrag. Der Vertrag soll im März unterzeichnet werden und für Vertrauen der Finanzmärkte sorgen.

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Der konservative Regierungschef Nečas hat sich bisher nicht eindeutig festgelegt, in welcher Form sein Land an dem geplanten Pakt teilnehmen will. "Ich beobachte mit hochgezogenen Augenbrauen sowohl diejenigen, die automatisch Nein sagen, als auch diejenigen, die beitreten wollen, obwohl nicht mehr als ein unbeschriebenes Blatt Papier auf dem Tisch liegt", sagte Nečas nach der gestrigen Kabinettssitzung.

Außenminister Karel Schwarzenberg drohte indes bereits mit seinem Rücktritt, falls sich Tschechien nicht an den verschärften Haushaltsregeln beteiligen sollte. "Ich werde nicht in einer Regierung sitzen, die die Tschechische Republik aus dem Hauptstrom der europäischen Integration hinausführt." Es liege im grundlegenden Interesse Tschechiens, mit am Tisch zu sitzen und sich an wesentlichen Entscheidungen beteiligen zu können, sagte Schwarzenberg.

Der aktuelle Vertragsentwurf sei "nicht hinnehmbar"

Auch aus der EU kommen Befürchtungen, dass der Fiskalpakt die Union spalten könnte. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat vor einer solchen Entwicklung gewarnt: "Das wäre sehr schädlich für unser gemeinsames Ziel." Barroso sagte: "Wir brauchen mehr Koordinierung in der Eurozone. Aber wir können das tun, ohne die grundlegenden Prinzipien von Einheit und Solidarität aller Mitgliedstaaten zu untergraben."

Der Europaabgeordnete Elmar Brok (CDU) kritisierte im Deutschlandfunk den aktuellen Vertragsentwurf als ein Rückfall gegenüber der in der Vorwoche diskutierten Version. Der derzeitige Vertragsentwurf sei "nicht hinnehmbar". Klare Zusagen für eine Beteiligung des Europaparlaments und der nationalen Parlamente seien nicht mehr vorhanden. Brook habe den Eindruck, "dass hier eine Grundsatzauseinandersetzung stattfindet", bei der es um die Frage geht, ob sich ein Teil der EU-Regierungen außerhalb der EU zusammenschließt. "Man muss dafür Sorge tragen: Dies darf kein paralleler Vertrag werden, dies darf nur eine vorübergehende Angelegenheit sein."

Da Großbritannien zwar an den Verhandlungen teilnimmt, den Vertrag aber nicht unterzeichnen wird, wird der Fiskalpakt außerhalb der EU geschlossen. Er soll von allen Euro-Staaten und den allermeisten Nicht-Euro-Staaten unterschrieben werden. Sozialdemokraten und Grüne im Europaparlament haben den Vertragsentwurf ebenfalls kritisiert.

 
Leser-Kommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt da grob beleidigend. Die Redaktion/mak

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  2. Entfernt. Bitte argumentieren Sie den Artikel. Danke, die Redaktion/se

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  3. ... schauen auf das brennende Haus;
    nur Klaus, der schaut hinaus.

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    • Otto2
    • 12.01.2012 um 17:44 Uhr

    und ein sprachlich gelungenes Bild.

    • Otto2
    • 12.01.2012 um 17:44 Uhr

    und ein sprachlich gelungenes Bild.

    • Chali
    • 12.01.2012 um 12:59 Uhr

    "Der Pakt soll die Teilnehmerstaaten strenger zur Einhaltung von Defizit- und Schuldenobergrenzen verpflichten."

    Der Pakt segelt vor allem unter falschem Namen:
    "EU-Fiskalpakt" - da kann ich doch nur hohl auflachen.

    Es geht einseitig um die Ausgabe-Seite der staatlichen Haushalte - was soll das?
    Und aus neo-liberaler Sicht geht es darum, alle staatlichen Ausgaben zu kürzen, die vielen Menschen zu Gute kommen - Schuldenbremse, nicht wahr.

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  4. dieser Mann ist schneller Geschichte, als Griechenland gerettet.

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    • WiKa
    • 12.01.2012 um 15:32 Uhr

    Leider vertritt er nur die Menschen, spricht diesen vermutlich sogar aus der Seele weil sie das Elend und dicke Ende des Systems kommen sehen. Aber was stört es den Geldadel, da werden wir bestimmt bald eine weitere Affäre haben über die dieser Mann fallen wird, damit sein gewogener Nachfolger schnellstens wieder mit in den Chor EU-Jubel-Chor einstimmen kann … eine Politik die seit geraumer Zeit nicht mehr den Menschen dient sondern nur noch recht speziellen Interessen … (°!°)

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    Klaus vertritt die Menschen? - das waere mal was ganz Neues! Klaus vertritt nur EINEN Menschen, naemlich Klaus. Es stehen uebrigens bald Praesidentschaftswahlen an.
    Und nicht vergessen: Klaus ist ein extremer Vertreter der wirtschaftsliberalen Fraktion, der, das nur nebenbei, laut tschechicher Verfassung politisch gar nicht sagen hat.
    Und die Regierungskoalition Necas wackelt sich von einer Krise zur naechsten...

    Klaus vertritt die Menschen? - das waere mal was ganz Neues! Klaus vertritt nur EINEN Menschen, naemlich Klaus. Es stehen uebrigens bald Praesidentschaftswahlen an.
    Und nicht vergessen: Klaus ist ein extremer Vertreter der wirtschaftsliberalen Fraktion, der, das nur nebenbei, laut tschechicher Verfassung politisch gar nicht sagen hat.
    Und die Regierungskoalition Necas wackelt sich von einer Krise zur naechsten...

  5. wohl kaum werden. Die Frage ist, warum das Land der EU
    beitrat.

  6. Klaus vertritt die Menschen? - das waere mal was ganz Neues! Klaus vertritt nur EINEN Menschen, naemlich Klaus. Es stehen uebrigens bald Praesidentschaftswahlen an.
    Und nicht vergessen: Klaus ist ein extremer Vertreter der wirtschaftsliberalen Fraktion, der, das nur nebenbei, laut tschechicher Verfassung politisch gar nicht sagen hat.
    Und die Regierungskoalition Necas wackelt sich von einer Krise zur naechsten...

    Antwort auf "Der nächste?"

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