VerteidigungsstrategieUSA wollen Tausende Soldaten aus Europa abziehen

Von den Kürzungen im US-Militäretat ist auch Europa betroffen: Zwei der vier stationierten Brigaden sollen abgezogen werden. Davon wird auch Deutschland betroffen sein. von afp und dpa

Eine Herkules hebt vom US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein bei Landstuhl ab.

Eine Herkules hebt vom US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein bei Landstuhl ab.  |  © Oliver Stratmann/dpa

Die USA wollen im Zuge der Kürzungen im Militär-Etat und der Neuausrichtung der Verteidigungsstrategie Tausende Soldaten aus Europa abziehen. US-Verteidigungsminister Leon Panetta sagte, zwei der vier Kampfbrigaden würden Europa verlassen. Es werde in der Region jedoch eine starke Präsenz durch rotierende Einheiten beibehalten, sagte der Pentagonchef .

Den Standort der betroffenen Einheiten nannte Panetta nicht. Der größte Teil der 41.000 Mann umfassenden US-Bodenstreitkräfte in Europa ist in Deutschland stationiert: Drei Kampfbrigaden der US Army haben ihre Basen in Deutschland, eine vierte in Italien .

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Der Abzug sei Teil des Sparprogramms des Pentagons in Höhe von 487 Milliarden Dollar für die nächsten zehn Jahre, teilte das Verteidigungsministerium mit. Die Armee soll von bisher 560.000 Soldaten auf etwa 490.000 verkleinert werden, berichtete die Washington Post .

Präsident Barack Obama hatte seine neue Verteidigungsstrategie Anfang des Jahres vorgestellt . Der Schwerpunkt soll künftig auf dem asiatisch-pazifischen Raum liegen, die Bodentruppen im Irak und Afghanistan will Obama verkleinern. Strategisch soll der Fokus künftig unter anderem auf dem Einsatz von Spezialkommandos, unbemannten Drohnen und auch auf der Abwehr von Cyber-Angriffen liegen.
 

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Leserkommentare
  1. Sehr schön, am beste alle abziehen! Die Zeit des kalten Krieges ist lange vorbei und die BRD ist seit über zwei Jahrzehnen nicht mehr unter US-Verwaltung, offiziell.
    Die Basen hier werden benutzt um völkerrechtswidrige Kriege zu führen (Irak z. B.) also: RAUS!

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    • GDH
    • 13. Januar 2012 15:27 Uhr

    Schade eigentlich, dass die USA bloß Soldaten abziehen. Besser wäre es, die deutsche Regierung würde etwas am Status der US-Stützpunkte ändern. Derzeit dürfen US-Militäreinheiten ohne Grenzkontrollen in Deutschland abheben und sonstwohin fliegen. Das ist vor dem Hintergrund, dass in den USA niemand für rechtswidrige Entführungen deutscher Staatsbürger (z.B. Herr Kurnaz) oder Verbrechen gegen die Privaphäre von Millionen von Europäern (siehe Swift) auch nur bestraft wurde, völlig unangebracht.

    Wirtschaftlich ist es zwar schade, dass die Nachfrage (nach ganz normalen Gütern des täglichen Bedarfs) durch die US-Truppen sinkt aber da Deutschland einen Überschuss und die USA ein Defizit in der Handelsbilanz aufweisen trägt dieser Schritt wohl eher zum Abbau von Ungleichgewichten bei.

    Insgesamt: gut, dass sie gehen, schade, dass wir dadurch nicht sicherer vor US-Behörden werden.

    • joG
    • 13. Januar 2012 13:46 Uhr

    ....die unter erheblichen fiskalischen Restriktionen den Erhalt internationaler Sicherheit ihre Mittel allokieren müssen. Europa ist wohlhabend und sollte seine eigenen Ausgaben auf diesem Gebiet entsprechend anpassen. Deutschland gibt als Beispiel weit weniger aus, als seine völlige Abhängigkeit von verlässlichen Handelswegen erfordern würde. Man muss sich mit den Realitäten beschäftigen und sein Verhalten adaptieren. Die heutige Entscheidung der Amerikaner ist bereits vor vielen Jahren absehbar und wurde entsprechend angekündigt. Man hat sich aber nicht vorbereitet und hielt an seiner Strategie als schlimmstes Beispiel Trittbrettfahrerei fest.

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    • lagara
    • 13. Januar 2012 14:18 Uhr

    Wo kann man sehen, wie viel Deutschland für internationale Sicherheit ausgibt?

    LG

    Erster Satz hat mich schwer beindruckt und:

    "Europa ist wohlhabend und sollte seine eigenen Ausgaben auf diesem Gebiet entsprechend anpassen. Deutschland gibt als Beispiel weit weniger aus"

    ...ist hochgeschickt verklausiert, alle Achtung, aber vielleicht "müssen" WIR uns hier in Europa "leider" auch einfach mit friedlichen Zeiten abfinden.

    Andererseits, wo konkret möchten Sie eine "auf diesem Gebiet entsprechend angepasste" deutsche Armee denn überall eingesetzt haben?

  2. vielleicht ist ja unser untermotorisierter transatlantischer bruder dann endlich wieder in der lage zwei kriege gleichzeitig zu führen.

    laut nachdenken tut er ja darüber.

    mehr dazu hier:

    http://bettercentury.blog...

    4 Leserempfehlungen
    • lagara
    • 13. Januar 2012 14:18 Uhr

    Wo kann man sehen, wie viel Deutschland für internationale Sicherheit ausgibt?

    LG

    Eine Leserempfehlung
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    • joG
    • 13. Januar 2012 19:24 Uhr

    ....indexiert. Ein gutes Analogon sind aber militärische Ausgaben und die Zahl der Kräfte im Auslandseinsatz. Das ist zwar nicht genug, aber gibt einen ganz guten Einstieg.

  3. Wäre schön, wenn Deutschland, wie schon lange behauptet, tatsächlich atomwaffenfrei wäre.
    Immerhin darf Deutschland auf diese Atomwaffen im Ernstfall zugreifen.

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    • cvnde
    • 13. Januar 2012 15:07 Uhr

    Was sie da über das Zugriffrecht auf A-Waffen schreiben.

    Die Einsatzfreigabe liegt beim Präidenten in den USA und niemand anderem.
    Die Waffen stehen auch nicht unter deutscher Kontrolle nur die Träger Mittel, Tornados, EF werden von der Luftwaffe gestellt.

    Das ist Teil der "Teilhabe, die der "Auflockerung" diente, damit der WP nicht einfach bestimmte Plätze nuetralisieren musste um sicher zu sein, dass er alle "taktischen Waffen" neutralisiert hat.

    Die Bundeswehr hat weder im Frieden noch im Krieg, Zugriff auf nukleare Waffen, die unter eigenem Einsatzbefehl stehen.

    sondern auch die Piloten.
    Sie sind Angehörige der Bundeswehr und werden entsprechend befehligt, sie werden in den USA im Umgang mit Atomwaffen geschult.
    Sicher ist es im Rahmen der "Atomaren Teilhabe", das sagt aber nichts Anderes, als das Deutschland eben doch über Atomwaffen verfügt, alles andere ist Kümmelspalterei.

  4. Der Vier-Mächte-Status bleibt für die Alliierten erhalten. Die alten Verträge bleiben bestehen und werden nicht geändert.

    Berlin bleibt exterritorial und besetzt.

    "Ein Land gilt als solange besetzt, wie seine Hauptstadt besetzt ist."

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    • cvnde
    • 13. Januar 2012 15:08 Uhr

    Wieder mal einer von der KRR?

    Heutzutage kann man wohl kaum mehr davon reden das die USA Deutschland besetzt.
    Die USA sind erstens ein NATO Partner von uns und zweitens ist Deutschland ein strategisch wichtiger Punkt in Europa für die Amerikaner (z. B. für Truppentransporte nach Afghanistan)und drittens haben wir Deutschen den Amerikanern viel zu verdanken, denn ohne die Amerikaner wären wir jetzt nicht da wo wir sind.

    • kinnas
    • 13. Januar 2012 14:38 Uhr

    klingt so negativ, für mich ist das durchaus eine sehr positive Nachricht! Wenn es nach mir ginge, wären hier keine ausländischen Soldaten mehr stationiert.

    6 Leserempfehlungen
  5. wären keine Soldaten mehr hier stationiert.

    2 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
  • Schlagworte Leon Panetta | Barack Obama | Verteidigungsministerium | Dollar | Drohne | Präsident
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