US-Republikaner Romney und Gingrich kämpfen um Einwanderer-Stimmen

Die Favoriten für die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner haben sich gegenseitig beschuldigt, einwanderungsfeindlich zu sein. Streitthema war auch die Mondforschung.

Wenige Tage vor den Vorwahlen der US-Republikaner in Florida haben sich die beiden aussichtsreichsten Bewerber auf die Präsidentschaftskandidatur, Mitt Romney und Newt Gingrich, in einer TV-Debatte mit persönlichen Angriffen eine harte Auseinandersetzung geliefert. Dabei ging es vor allem um gegenseitige Vorwürfe, die lateinamerikanischen Einwanderer in den USA zu diskriminieren.

Ex-Parlamentspräsident Gingrich bekräftigte seine Äußerungen, Romney sei der "größte Einwanderungsgegner" unter den Kandidaten der Republikaner. Der Angegriffene wies den Vorwurf zurück: "Ich bin nicht gegen Einwanderer", sagte Romney. "Mein Großvater kam in Mexiko zur Welt, der Vater meiner Frau in Wales. Sie kamen in dieses Land. Zu sagen, ich sei gegen Einwanderer, ist abscheulich." Gingrich solle sich für seinen Vorwurf entschuldigen.

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Umgekehrt musste sich Gingrich dafür rechtfertigen, Spanisch als "die Sprache des Ghettos" bezeichnet zu haben. Das habe er nicht gesagt. Er halte es nur allgemein für besser, wenn Kinder Englisch lernten.

Dass Einwanderungsthemen eine so große Rolle in der Debatte spielten, liegt an Florida: In dem Bundesstaat leben viele sogenannter Hispanics, also Menschen lateinamerikanischer oder spanischer Herkunft. Ihre Stimmen werden bei der Vorwahl am Dienstag ein entscheidendes Gewicht haben.

Gingrich will auf den Mond

Weitere Themen der Begegnung waren Steuern, Gesundheit, Lobbyismus und der Vorschlag von Gingrich, eine Kolonie auf dem Mond aufzubauen. Romney sagte, wenn ein Mitarbeiter mit so einer Idee zu ihm gekommen wäre, würde er sagen: "Du bist gefeuert." Gingrich hatte für den Fall seiner Wahl zum Präsidenten angekündigt, bis 2020 auf dem Mond einer dauerhafte Mondstation einzurichten.

Ex-Gouverneur und Multimillionär Romney, der nach landesweiten Umfragen noch in Führung liegt, musste sich dafür erneut gegen Vorwürfe wegen seiner finanziellen Situation zur Wehr setzen. Man solle "keine Leute bestrafen, weil sie wohlhabend sind. Ich bin stolz darauf, erfolgreich zu sein", antwortete Romney auf entsprechende Angriffe. Der Millionär wird kritisiert, weil er im Gegensatz zu den meisten abhängig Beschäftigten in den USA nur einen sehr niedrigen Steuersatz für seine Kapitaleinkünfte zahlen muss.

Umgekehrt warf Romney seinem Rivalen Gingrich erneut vor, er habe für einen der größten Hypothekenfinanzierer, der mitverantwortlich für die schwere Finanzkrise 2008 gewesen ist, Lobbyarbeit betrieben.

Entscheidung am Dienstag

Durch die Zuspitzung des Duells Romney-Gingrich gingen nach Angaben der Washington Post die beiden anderen Kandidaten der Republikaner, Rick Santorum und Ron Paul, in der Debatte etwas unter. Dabei habe etwa Santorum einen starken Auftritt hingelegt.

Umfragen für die Vorwahl in Florida deuten auf ein knappes Rennen zwischen Romney und Gingrich hin. Bei den bisherigen Vorwahlen in drei Bundesstaaten konnten sie je einen Sieg einfahren.

Beobachter gehen davon aus, dass es noch Wochen dauern wird, den Herausforderer von Präsident Barack Obama zu bestimmen. Endgültig entscheidet erst ein Parteitag der Republikaner im Sommer über die Präsidentschaftskandidatur. Die Präsidentenwahl findet Anfang November statt.

 
Leser-Kommentare
  1. Seit dem 28.September 1886 hebt Lady Liberty
    die Flamme der Freiheit zu Himmel hoch.

    Eine gedankliche Schlussfolgerung daraus,
    auch von diesem Planeten Unabhängigkeit zu erlangen
    ist nicht unlogisch.

    Zitat:
    "Das Universum ist für den Menschen nicht eine Verlockung,
    sondern seine Bestimmung."
    (aus, www.aphorismen.de ) Auto:Triebstein

  2. könnte doch wunderbar als Gouverneur der Mondkolonie wirken statt die Präsidentschaft anzustreben. Dann wäre er als Moralapostel auch Gott dem Herren näher.

    Eine Leser-Empfehlung
  3. "With all his character traits and views, Gingrich is the natural candidate of the "International Likud," as we learned in a conversation with journalist Yaron Dekel. Don't we finally deserve to have a president after our own heart, who considers the Palestinians an invented people, brings down the Iranian government with one shot, transfers the U.S. Embassy to Jerusalem, frees Jonathan Pollard and crushes the elites and the media?
    Although Netanyahu is not interfering, we know whom he really likes - anyone but Obama. That's all he requires. The freebie daily newspaper Israel Hayom also wants Gingrich, because that's what the boss wants. The paper's patron, Sheldon Adelson, had good reason for contributing $10 million and rescuing his friend at the last moment. Our Sheldon knows how to gamble, that's his profession. Didn't he bet on Bibi Netanyahu and win? Didn't we lose?"

    www.haaretz.com/print-edi...

    • Wanli
    • 28.01.2012 um 12:21 Uhr

    Hm, momentan sieht es ja nicht mehr so aus, als würde die Entscheidung über den Präsidentschaftskandidaten allzu lange auf sich warten lassen: Wenn Gingrich in Florida gewänne, dann wäre alles offen, vielleicht würde dann sogar ein weiterer Kandidat in den Ring steigen. Aber Romney wirkt in letzter Zeit souveräner, gewinnt die Debatten, hat mehr Geld und mehr Fürsprecher und zieht inzwischen auch in den Umfragen in Florida an Gingrich vorbei. Die Vorwahlen im Februar sind auch ein recht gutes Pflaster für den Mormonen - keine Südstaaten, wo er sich noch schwerer tut.
    Ich denke, er ist so gut wie durch; es wäre alerdings auch nicht das erste Mal, dass alles anders kommt, als man denkt...
    Zur Debatte:
    http://www.wahlfieber.de/...

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