Spitzentreffen Pakistan und Iran wollen Afghanistan unterstützen
Pakistan und der Iran wollen eng mit Afghanistan zusammenarbeiten. Der afghanische Präsident Karsai hofft auf Pakistans Hilfe, um Kontakte zu den Taliban aufzubauen.
© Aamir Qureshi/AFP/Getty Images

Drei Präsidenten: Afghanistans Hamid Karsai, Pakistans Asif Ali Zardari und Irans Mahmud Ahmadinedschad
Pakistan und der Iran haben dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai ihre "volle Unterstützung" für einen afghanisch geführten Friedensprozess mit den Taliban zugesagt. Die Präsidenten Asif Ali Zardari und Mahmud Ahmadinedschad hätten Karsai ihre Zusammenarbeit zugesichert, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der drei Nachbarstaaten. Die Staatschefs hatten sich zu einem Gipfeltreffen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad getroffen.
Karsai war während der Konferenz auch mit pakistanischen Armeevertretern zusammengekommen. Aus pakistanischen Regierungskreisen hieß es: "Karsai hat die zivile und militärische Führung Pakistans wieder und wieder darum gebeten, seine Regierung dabei zu unterstützen, Kontakte mit den Taliban herzustellen."
Die afghanische Regierung wirft Pakistan immer wieder vor, Friedensgespräche mit den Taliban nicht zu unterstützen oder sogar zu sabotieren. Besonders scharf kritisieren die Afghanen dabei den Militärgeheimdienst ISI. Die Führung der afghanischen Taliban wird in Pakistan vermutet. Islamabad dementiert regelmäßig, in Sachen Taliban gegen Afghanistan zu arbeiten. Die Regierung in Kabul und auch westliche Staaten versuchen seit Langem, die Taliban an den Verhandlungstisch zu bekommen. Bislang gibt es zwischen den Konfliktparteien nur Gespräche über mögliche Verhandlungen. Echte Friedensgespräche sind noch nicht absehbar.
Karsai: Geheimverhandlungen mit Taliban
In einem vor dem Treffen veröffentlichten Interview des Wall Street Journals hatte Karsai bestätigt, dass die USA und Afghanistan Geheimverhandlungen mit den Taliban begonnen haben. Die Taliban dementierten dies jedoch. In einer im Internet veröffentlichten Erklärung der Taliban hieß es, die Aufständischen hätten nicht mit der "Marionettenregierung" gesprochen.
Karsai sagte, Pakistans Kooperation würde Verhandlungen "für uns, für die Taliban und für die USA" einfacher machen. Er hoffe, der pakistanische Militärgeheimdienst ISI sei bereit dazu, Aufständische in Afghanistan nicht mehr zu unterstützen. Mehr als "Hoffnungen" habe er hinsichtlich der Kooperation Pakistans aber weiterhin nicht.
Ahmadinedschad machte nach dem Gipfel am Freitag die ausländischen Truppen in Afghanistan für die verheerende Lage in der Gegend verantwortlich. "Die Probleme sind der Region aufgezwungen worden", sagte er. "Alle Probleme kommen von außen. Die Probleme der Region müssen regional gelöst werden."
Das Treffen in Islamabad war der dritte Gipfel des Irans, Pakistans und Afghanistans seit 2009. Die beiden vorangegangenen Treffen hatten in Teheran stattgefunden, das nächste ist Ende des Jahres in der afghanischen Hauptstadt Kabul geplant.
- Datum 17.02.2012 - 14:36 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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ich muss da Ahmadinedschad recht geben. Die Probleme in Afghanistan und in der Region fingen an als ausländische Kräfte (Sowjets, Saudis, der Westen, etc.) anfingen die Region nach ihren Vorstellung zu prägen. Mit der Meinung steht aber Ahmadinedschad nicht alleine da. Ähnliches sagt nämlich auch der ehemalige Bundeswehrarzt Erös, der sich in der Region für die Menschen einsetzt. Ist es möglich, dass Ahmadinedschad gar nicht das Monster ist für das wir ihn halten?
Karzai auf die Dienste Pakistans zurückgreift, um mit den Taliban, die ja in seinem eigenen Land gegen ihn kämpfen, zu verhandeln.
Tja, und was die Einschätzung Ahmadinedschads angeht,"Die Probleme sind der Region aufgezwungen worden." und "Die Probleme der Region müssen regional gelöst werden.", so wird man ihm wohl zustimmen müssen. Abzüge in der B-Note für "Alle Probleme kommen von außen.", denn so einfach ist's nun auch wieder nicht.
Immerhin: wenn diese drei Staaten eine Zusammenarbeit bei der Lösung der Konflikte zusammenarbeiten, so ist dies sicherlich ein gutes Zeichen. Dazu sicher vielversprechender, als ein Managment durch die U.S.A. - man sieht im Moment im Iraq, wie sehr sich die Supermacht ihre Sympathien verscherzt hat - zu sehr, als das sie noch als zukünftige Partei bei der Gestaltung der Zukunft akzeptiert werden würde.
Mit diesen Freunden benötigt er keine Feinde mehr.
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