Konflikt mit Argentinien : Großbritannien kündigt rigorose Verteidigung der Falklands an

Der Streit um die Falklandinseln wird hitziger: Argentinien wirft Großbritannien vor, ein Atom-U-Boot vor die Inselgruppe zu senden. Die Briten reagieren harsch.

Großbritannien hat harsch auf Beschwerden Argentiniens bei den Vereinten Nationen im Streit um die Falklandinseln reagiert. Der britische UN-Botschafter Mark Lyall Grant sagte, sein Land werde die zum Königreich gehörende Inselgruppe vor der argentinischen Küste notfalls "robust verteidigen". Großbritannien bleibe offen für einen Dialog mit der argentinischen Regierung über die Inseln – ausgenommen sei jedoch die Frage ihrer Souveränität.

Argentinien hatte zuvor bei den Vereinten Nationen formellen Protest gegen ein britisches Militärmanöver auf den Falkland-Inseln eingelegt. Außenminister Héctor Timerman warf Großbritannien die "Militarisierung" des Südatlantiks vor. Nach Informationen seines Landes nehme an den Militärübungen auch ein "atomgetriebenes U-Boot teil, das Atomwaffen transportieren kann", sagte Timerman nach Gesprächen mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Das verstoße gegen einen Vertrag, der die Präsenz und den Einsatz von Atomwaffen in der Region untersagt.

Grant wollte die Berichte weder bestätigen noch dementieren. Er versicherte, Großbritannien wolle die Wortgefechte nicht ausweiten. Wenn Argentinien aber Vorteil aus dem 30. Jahrestag des Falklandkrieges zwischen beiden Ländern schlagen wolle, "dann werden wir unsere Position verteidigen, und wir werden sie robust verteidigen".

Im Jahr 1982 hatten Großbritannien und Argentinien zehn Wochen lang Krieg um die dünn besiedelten Inseln im Südatlantik geführt , nachdem Argentinien dort einmarschiert war. Beide Länder beanspruchen die Inselgruppe, die von den Briten Falklands und von den Argentiniern Malvinas genannt werden. 

Ban fordert zum Dialog auf

Grund für die jüngsten argentinischen Proteste sind die derzeitigen britischen Militärübungen, an denen ein modernes britisches Kriegsschiff teilnimmt. Auch die Nummer zwei der britischen Thronfolger, Prinz William, ist bei dem Manöver dabei. Vor den Falkland-Inseln wurden zudem große Ölfelder entdeckt, was den Streit um die Staatshoheit zusätzlich angefacht hat.

UN-Generalsekretär Ban rief beide Seiten auf, den Konflikt auf dem Dialogweg zu lösen. Dass der UN-Sicherheitsrat auf Argentiniens Beschwerde reagiert, ist unwahrscheinlich – Großbritannien hat als ständiges Mitglied in dem Gremium ein Vetorecht.

Verlagsangebot

Die Macht der Vorurteile

Vorurteile prägen unseren Alltag. Woher sie kommen. Wem sie nützen. Und warum man sie so schwer loswird. Jetzt in der neuen ZEIT.

Hier lesen

Kommentare

126 Kommentare Seite 1 von 11 Kommentieren

Argentinien

Ich frage mich ernsthaft was Argentinien mit seinem offensiven Vorgehen bezwecken will: Die Malvinas sind seit fast 200 Jahren britisch und ihre wenigen Bewohner wollen nicht argentinisch werden – auf welches Recht sich Argentinien daher berufen will souveränes ausländisches Staatsgebiet zu attackieren bleibt mir verborgen.

Womöglich Ablenkung von innenpolitischen Problemen ? Oder giert Argentinien einfach nur nach den Ressourcen der Falklands und handelt damit wie jede andere "imperialistische" Regierung auf der welt ?

Das ist nicht ganz wahr....

...dass die Briten ohne Hilfe waren. Wahr ist, dass Reagan Thatcher massiv aber möglichst ohne Publizität unterstützte, obwohl beide Kontrahenten alliierte waren. Beide Länder haben das den USA nie vergessen und der Preis, den die USA in Süd Amerika zählte war hoch.

Sie können die kurze Geschichte in Wikipedia "Events Leasing to the Falklandinseln war" oder ausführlicher bei foreign Affairs nachlesen. 'ist ganz spannend.

So stellt sich die frage doch. Würde Deutschland Truppen stellen? Wie viele? 20?

;)

auf die USA verlassen !

Zunächst einmal kann ich nicht erkennen, warum Deutschland britische Rohstoffinteressen unterstützen sollte.
Und die Falklandkrise als Verteidigungsfall für die Nato zu erklären, hätte eine ähnlich phantasievolle Begründung, wie der Nato-Einsatz in Afghanistan.

Ob Großbritannien sich in der Falkland-Sache auf die USA verlassen MUSS, ist eher zweitrangig. Wichtiger ist, ob GB sich hier auf die USA verlassen KÖNNTE. Schon anlässlich der britischen Probebohrungen in den Falklandgewässern vor eineinhalb Jahren und den Drohungen Argentiniens bezog Obama hier eine ausdrücklich "neutrale" Position. Hillary Clinton besuchte Präsidentin Christina Kirchner und posierte vor den internationalen Kameras in herzlichem Einvernehmen.

Die USA werden sich hüten, ihren mühsamen Ausgleich mit Südamerika zu gefährden und wieder eine Konflikt-Baustelle zu eröffnen, um Großbritannien zu helfen.

Nein, Großbritannien steht hier allein, Argentinien hat dagegen zumindest die politische Unterstützung Südamerikas.

Den USA geht es hier nur um Konzerninteressen

Der einzige Beweggrund der USA für ihre Position zum Thema dürfte im Interesse verschiedener Konzerne liegen etwaige Rohstoffe und Rechte selbst auszubeuten.

Man geht davon aus, mit Blick auf die argentinische Landwirtschaft wohl nicht zu unrecht, Argentinien schlicht einfacher kontrollieren und über den Tisch ziehen zu können.

Alles andere ist den dortigen Meinungsführern schon seit langem und allgemein egal.

Werter Gargoyle

Ich habe ausdrücklich nicht von den "westlichen Wirtschaftsinteressen" gesprochen. Ebenso wenig von EU oder NATO.

Mir ist bewußt, daß im vorliegenden Fall wirtschaftliche Interessen durchaus vorliegen. Ich habe diese bei meiner Beurteilung (Kommentar Nr.2) bewußt nicht als Maßstab herangezogen.

Ich habe in meinem Kommentar Nr.68 darauf hingewiesen, das maßgebliche Kreise in der USA auch den engsten Verbündeten sofort in den Rücken fallen, sollte sich hieraus auch nur ansatzweise die Möglichleit einiger neuer imaginärer Zahlen auf deren Rechner ergeben. Ich glaube, nicht erst seit dem Vorgehen verschiedener Kreise in den USA gegen den Euro ist dies auch nicht mehr von der Hand zu weisen.

Wenn dem so ist...

Soweit ich weiss, ist Argentinien kein NATO-Mitglied, nur seit '98 (also nach dieser Kriese) einer der "Major non-NATO allies". Dies wäre auch schwierig gewesen, da die Anerkennung demokratischer Prinzipien Bestandteil ist.

Selbst wenn Argentinien damals NATO-Mitglied gewesen wäre, dann hat sich die USA doch korrekt verhalten.
1. Der NATO-Vertrag verpflichtet die Mitglieder zur friedlichen Konfliktbeilegung und freundschaftlichen Ausgestaltung internationaler Beziehungen. (Dies hat Argentinien mit seinem Angriff eindeutig nicht getan)
2.GB (Gründungsmitglied der NATO) wurde von Argentinien angegriffen und die NATO steht als defensivbund dem angegriffenen bei.

Argentinien sollte Ansprüche aufgeben

Der derzeitige Status der Falklands ist auch im historischen Kontext zu sehen. Die Zugehörigkeit der Falklands zu Großbritannien hieraus ist gerechtfertigt.

Ebenso haben auch die Bewohner der Falklands ein Selbstbestimmungsrecht, dieses wurde bereits mehrfach klar geäußert. Die Bewohner sehen sich als Briten und die Falklands als ihre Heimat. Dies halte ich auf Dauer für wesentlicher als Öl.

"Vor den Falkland-Inseln wurden zudem große Ölfelder entdeckt, was den Streit um die Staatshoheit zusätzlich angefacht hat." - Auch dieses Öl wird irgendwann alle sein, die ungeborenen Kinder der getöten Soldaten bleiben ungeboren.

Ein kurzfristiger monetärer Gewinn, geehrte Mitglieder der argentinischen Regierung, sollte kein Grund für menschliches Leiden sein. Dies gilt für die ganze Welt und irgendwo sollte irgendjemand mal damit anfangen dies als Grundlage von Handeln zu sehen.

same old story

Die unbewohnte Inselgruppe wurde von einem Briten zu einer Zeit entdeckt, als auf dem heutigen Staatsgebiet Argentiniens sich die Spanier durch Eroberungskämpfe die indigene Bevölkerung untertan machten. Die Republik Argentien entstand erst über 100 Jahre nach der Besiedelung der Falklands durch die Briten.

Da sehe ich keine Grundlage für irgendwelche Ansprüche der Argentinier. Aber ich habe Verständnis dafür, dass Atom-U-Boote in der Region und eine eventuelle Ölförderung mit den damit verbundenen Risiken und Belastungen unerwünscht sind - allerdings vermute ich, dass RA lieber gern selbst den Profit will. Also nichts weiter als die same old story...

Geschichte der Falklands

"Die unbewohnte Inselgruppe wurde von einem Briten zu einer Zeit entdeckt, als auf dem heutigen Staatsgebiet Argentiniens sich die Spanier durch Eroberungskämpfe die indigene Bevölkerung untertan machten. Die Republik Argentien entstand erst über 100 Jahre nach der Besiedelung der Falklands durch die Briten."

Das ist historisch nicht ganz korrekt.
Argentinien erlangte im Jahre 1816 nach einem Befreiungskrieg gegen Spanien als "Vereinigten Provinzen des Río de la Plata" die Unabhängigleit.

Die Briten betraten die Inseln zwar zum ersten mal im Jahre 1690, aber die eigentliche, bis heute andauernde, britische Besiedlung der Falklands begann erst im Jahre 1833. Zu diesem Zeitpunkt befand sich aber schon eine kleine argentinische Garnison auf den Inseln (26 Soldaten und ihre Familien), welche von den Briten vertrieben wurde.

Ich denke aufgrund dieser kleinen argentinischen Präsenz auf der Insel vor 179 Jahren leitet das Land bis heute seinen Anspruch ab.

Dennoch muss man festhalten, dass heute nur noch Briten und keine Argentinier mehr auf den Inseln leben. Ich halte das Selbstbestimmungsrecht der Falkländer für entscheidend. Solange diese Briten bleiben wollen, sollten die Falkland Inseln auch britisch bleiben. Argentinien sollte das akzeptieren.

Scheinheilige Kommentare!

Die Frage ist doch, was die Briten direkt vor der Küste der Argentinier verloren haben?! Die Briten sollten endlich mit ihrem imperialen Gehabe Schluss machen. Ja klar, die halbe Welt wurde früher von der Briten kontrolliert, das ist aber schon lange her. Genau das gleiche gilt für die "griechischen Inseln" direkt vor der türkischen Küste. Irgendwann werden die Falkland-Inseln sowieso den Argentiniern gehören und die "griechischen Inseln" neu verteilt werden müssen! Sonst werden die Griechen bis zu ihrem Elend weiter aufrüsten müssen, das wissen die Griechen!

@4 warum

soll GB eigenes Staatsgebiet aufgeben, wenn nichtmal die dort lebende Bevölkerung das nicht will - vor den geschichtlichen Daten, gerade der brit. Haltung vor dem 82'er Krieg als man die Inseln wegen der Bezuschussung loswerden werden wollte, weiß ich in keinster Weise warum hier vom britischen Imperialismus die Rede ist - hier ist es doch vielmehr argentin. Imperialismus (ÖL)und/oder Ablenkung von der argent.Innenpolitik.

was soll denn die Lösung sein - alle Briten, die schon imemr da lebten, werden enteignet ?

Unverantwortlicher grober Unfug

"Die Frage ist doch, was die Briten direkt vor der Küste der Argentinier verloren haben?!" - Was soll das denn für eine Aussage sein? Haben sich schon mal die Küstenlinien und Staatsgrenzen dieser Welt angesehen?

"... und die "griechischen Inseln" neu verteilt werden müssen!" - Warum? Wie kommen sie überhaupt dazu das Land anderer Leute zu verteilen? Weil wir gerade dabei sind, wie kommen eigentlich die Türken überhaupt an die Ägäis? Mit Einladung?

Merken sie wohin ihre sinnfreien Aussagen führen. Diese sind nicht nur grober Unfug, diese sind Kriegstreiberei übelster Sorte und aufs Schärfste abzulehnen!

Bitte achten Sie trotz Kritik auf einen sachlichen Diskussionston. Danke, die Redaktion/lv

Brite sein-Brite bleiben!

Was ist denn so schlimm daran, die argentinische Staatsbürgerschaft zu haben, sind Briten die besseren Menschen oder wie? Keiner redet davon, die Briten zu enteignen oder zu spanisch-sprechenden Argentiniern zu machen. Lediglich die Verwaltung und Hoheit muss den Argentiniern übertragen werden. Reicht denn die jahrhundertelang währende Ausbeutung aller Rohstoffe der halben Welt nicht aus? Argentinischer Imperialismus, das ich nicht lache! 400 km sind im Vergleich zu der Entfernung FI zu Britannien ein Katzensprung, bleiben sie realistisch!

Die Falklands

... sind ca. 500km von der argentinischen Küste entfernt und wie schon erwähnt seit 1833 britisch. Vielleicht sollten die Engländer auch zurück in ihre Siedlungsgebiete vor der Völkerwanderung oder zumindest England an Frankreich übergeben werden, damit Frankreich sich nicht bedroht fühlt...

Das Maß aller internationalen Dinge ist das Völkerrecht und da ist die Lage kaum eindeutiger zu haben als in diesem Fall. Argentinische Innenpolitik - sonst nichts.

Gerechtere Welt!

Ach und sie sind dafür, dass alles so bleibt, wie es zur Zeit ist oder wie, weil es doch in der Welt so gerecht zugeht! Wir wissen ganz genau, das sich vieles ändern muss und ändern wird. Auf jeden Fall werde ich immer sagen und schreiben, was ich denke, auch wenn sie das als "groben Unfug" betrachten. Ich und ein Kriegstreiber? Schauen sie sich mal die Nachrichten an, da wird gerade öffentlich darüber diskutiert, wer denn ein bestimmtes Land nun bombardieren soll und wann der richtige Zeitpunkt dafür wäre.[...]

Gekürzt. Bitte bleiben Sie beim Thema. Danke, die Redaktion/lv

Wahre Motive!

Ach, der Grund, warum ich für die Argentinier argumentiere, ist, dass die Kolonialherren den Hals nicht vollkriegen können. Sie wollen alles, aber auch alles unter sich aufteilen, sogar die Babymilch für die armen Afrikaner muss in der EU hergestellt, damit ja kein eigener afrikanischer Markt entsteht. Das Öl und Gas um die Falkland-Inseln muss natürlich direkt vor der Nase der Argentinier von den Briten geschluckt werden. Die Fische vor der Küste der armen Afrikaner muss natürlich von den Haien der Kolonialherren ausgefischt werden und die Bestrebungen diese Tatsachen zu ändern werden natürlich kriminalisiert. Heile schöne Welt, was!

Der Äpfel-und-Birnen-Kommentar der Woche!

Was haben denn die Falklands mit den Griechischen Inseln zu tun?

Bevor Sie so etwas schreiben, verschaffen Sie sich doch ertsmal einen kurzen Überblick über die osmanische Eroberung des Byzantinischen Reichs, die griechischen Unabhängigkeitskriege, den verlorenen griechisch-türkischen Krieg von 1920-23 und der Vertreibung von Millionen Griechen vom (heute) türkischen Festland, deren Vorfahren schon ca. 2000 Jahre auf anatolischem Boden siedelten, bevor der erste Türke seinen Fuß dorthin setzte. Zur Not tut's auch Wikipedia. Dann verstehen Sie vielleicht etwas besser, warum die Grenzen dort sind, wo sie sind.

Denn ansonsten kann ich den argentinischen Standpunkt in der Falkland-Frage nachvollziehen. Ich als Deutscher wäre auch nicht begeistert, wenn Helgoland noch britisch wäre, ein paar paar hundert dort künstlich angesiedelte Einwohner sich britisch fühlten und nun als Legitimationsgrundlage für die Besitzansprüche herhalten müßten, und wenn zusätzlich noch riesige Ölfelder auf dem Meeresboden und sämtliche Fischereirechte bis kurz vor die deutsche Küste allein Großbritannien zur Ausbeutung überlassen wären. Daß Staatsrecht und Völkerrecht nun einmal so sind, wie sie sind, ist eine andere Frage...

Also mal langsam

1. Wenn die Bevölkerung auf den Inseln wünscht weiterhin
Untertanen Ihrer Majestät zu bleiben, dann ist das erstmal
bindend für die Regierung. Heute kann man nicht einfach so
mit Bürgern schachern wie im 18. Jahrhundert.

2. Es geht doch bei der Falkland-Diskussion, nicht um
irgendwelche Mythen von wegen "Wer war zu erst da".
Sondern es geht um strategische Positionen an der
Südspitze Amerikas und um die Kontrolle zur Antarktis.
Denn wer auch immer die Falklands hat und auf ihnen
Versorgungs und Reparatureinrichtungen unterhält.
Denn es geht um den großen Kuchen und das ist die
Antarktis in der Gegend und nicht das Ölfeld, das
bisher nur erkundet wird, vor den Falklands.

Haben vieles gemeinsam!

Ich, unwissend? Sie wollen einem Menschen, der "mediterranes Migrationshintergrund" hat, vorwerfen, dass er keine Ahnung von der Gegend und der Historie hat?! Lächerlich, und ich war auf einem deutschen Gymnasium und das nicht in Bremen, Hamburg oder Berlin! Also kurz gefasst, es gibt da in beiden Fällen ein paar Inseln, auf die zwei Länder Anspruch erheben. In dem einen Fall kam es schon mal zum Krieg, indem anderen fast und in beiden Fällen ist es immer noch auf Messers Schneide, ob nicht wieder eine militärische Auseinandersetzung droht. Was ich sagen möchte, das muss doch irgend wann mal eine Ende haben, also einen gerechten Vertrag, wo alle Seiten zufrieden sind. Was soll diese Aufrüstung, und zwar in beiden Fällen, indem einen Fall hat sich sogar der Staat pleite-aufgerüstet. Capisce?

@canazzo

"Ach, der Grund, warum ich für die Argentinier argumentiere..."
Sie argumentieren nicht für die Argentinier, sondern meinen hier eine aufgeklärte "kritische" Position zu vertreten. Dabei vertreten Sie die Position der reaktionärsten Kreise Argentiniens. Genau wie die deutschen Verteidiger der Mullahs im Iran nicht fortschrittlich oder antiimperialistisch sind, sondern eine menschenverachtende Theokratie verteidigen. Wenn Sie sich mit den Mördern und Folterknechten im argentinischen Militär gemein machen wollen, tun Sie das bitte nicht im Namen der Argentinier.
Ein Argentinier

Gewissen

"Dabei vertreten Sie die Position der reaktionärsten Kreise Argentiniens".

Was kann ich dafür? Soll ich jetzt meine Meinung darüber ändern? Was ich möchte ist, dass auch Menschen, die vielleicht nicht so viel haben, wie die Briten, ihre Interessen vertreten und durchsetzen können. Statt der Einspeisung der ganzen abgeworfenen Gewinne der vermutlichen Gas-und Erdölfelder um die F.I. in die britische Kapitalwelt, möchte ich, dass es den Argentiniern, die von Hand in den Mund leben, zugute kommt. Darf ich das nicht äußern?
Gruss
Kein Argentinier

Lachhaft

Ok, sie sagen meine Argumentation ist schwach aber sie wollen ja auch nicht verstehen, was ich mit den Zeilen sagen wollte. Natürlich ist keiner Experte für etwas, nur weil er dessen Ursprung ist, aber wenn ich hier über etwas diskutiere, dann können sie gewiss davon ausgehen, dass ich überdurchschnittlich mehr Wissen über die Sachen besitze und mich auch für diese Themen interessiere! Oder sehen sie das anders? Was ist denn ihre so große Meinung zu dem Thema, das haben sie uns immer noch nicht mitgeteilt, oder sind sie nur hier zum Austeilen?

Werter Canazzo

Selbstverständlich dürfen Sie Ihre Meinung weiter äußern. Das macht diese jedoch leider nicht sinnvoller. Und tatsächlich, es zeugt von Größe, seine Meinung auch mal zu ändern, wenn aufgezeigt wurde, dass man auf dem Holzweg war.
Ihre Robin-Hood-Mentalität und ihre Sorge um die Argentinier in allen Ehren, aber eine Frage dürfen Sie mir dann doch beantworten: Man kann lang darüber diskutieren, welchem Land etwas zusteht oder nicht, im 21. Jahrhundert jedoch sollten die elementaren Rechte von Bürgern, selbst über ihr Schicksal zu bestimmen und nicht mehr Spielball von Staaten zu sein, respektiert werden. Wer gibt Ihnen oder jemand anderem das Recht, die F.I. den Argentiniern zu geben, so lange die Bewohner der F.I. sich ganz klar für eine Zugehörigkeit zu Großbritannien aussprechen? Die elementaren Grundrechte von 3000 Menschen einfach so zu negieren, weil man der Meinung ist, dass sei so gerechter, ist bevormundend und totalitär und diese Eigenschaften waren gerade dem von Ihnen so verschmähten Imperialismus zu eigen.

Sehr richtig, britisch sein, britisch bleiben!

Würden Sie Ihre jetzige Staatsbürgerschaft (welche?) gegen eine andere eintauschen mit der simplen Begründung, die neue Staatsbürgerschaft sei ja nicht „so schlimm“?

Wieso „muss“ die Verwaltung und Hoheit den Argentiniern übertragen bleiben? Dass geographische Nähe nach internationalem Recht keine Hoheitsansprüche begründen kann, wurde hier schon mehrfach dargelegt. Und nur wegen Präsidenten Kirchner wird das hoffentlich auch nicht geändert, weil sonst ein grosser Teil der Welt neu verteilt werden müsste, vermutlich im Rahmen eines neuen Weltkrieges.

Gerechtigkeit um jeden Preis schafft oft mehr Unrecht.

Wer ist „wir“? Wer glaubt hier zu wissen, „das[s] sich vieles ändern muss und ändern wird“? Wenn der Status quo Frieden bedeutet, sollte man es sich sehr gut überlegen, ob man ihn ändert. Und wenn die Mehrheit der direkt betroffenen Menschen – hier der Falkland-Bewohner – auch noch dafür ist, sind m.E. die Änderungsabsichten diskreditiert.

Allerdings, wahre Motive!

1. Wieso ist der Wunsch Grossbritanniens, die Rohstoffe der Falkland-Region zu kontrollieren, gegenüber den von Präsidentin Kirchner geäusserten Bestrebungen Argentiniens für Sie automatisch unrechtmässig? Schliesslich will Argentinien in erster Linie Öl.

2. Selbst wenn Ihr Gegeifer gegen die sog. „Kolonialherren“ wahr wäre: Warum sollen Geldgierige nicht auch einmal rechtmässige Ansprüche haben?

Naja, sich auf elementare Grundrechte...

...der Falkland-Insel-Bewohner (oder auch der Gibraltar-Menschen) zu berufen, ist in diesem Fall schon etwas grenzwertig. Wenige hundert Menschen, oder meinetwegen laß es einige tausend sein, von den Briten irgendwann mal künstlich dort angesiedelt und ohne massive Finanzierung aus dem Mutterland gar nicht überlebensfähig (meist handelt es sich sogar um Soldaten mit Anhang), stellen zwar de facto irgendwie eine "Bevölkerung" dar, aber bei den Falkland-Inseln von "Einwohnern" zu sprechen, ist schon etwas heikel. Dann könnte man ja auch Berlin-Neukölln der Türkei anschließen.

Ansonsten distanziere ich mich vom absurden Griechenland-Vergleich von Canazzo. Würde mich nicht wundern, wenn der "mediterrane Migrationshintergrund" ein türkischer ist. Habe mir schon gedacht, daß die mit der Hälfte von Zypern, Armenien, ganz Kleinasien plus ein zu Europa zählender Verteidigungsstreifen um Istanbul und jeweils gründlichen ethnischen Säuberungen noch lange nicht zufrieden sind...

Sehr geehrter Spreemaradona

Ich empfinde es als wichtig, daß auch ein Argentinier an der Diskussion teilnimmt. Ich möchte Ihnen hier kurz einen meiner Gedankengänge darlegen und bitte Sie hierzu um Ihre persönliche Meinung. Bedenken Sie bitte hierbei, daß meine Meinung nur aus dem Lesen und Hören von Informationen gebildet wurde, Sie also vielleicht auch über genauere Informationen verfügen.
---
Bereits seit längerem findet in Argentinien ein gigantischer Landraub durch internationale Konzerne statt. Ebenso eine massive Umweltzerstörung durch die angesprochenen Konzerne und deren Anbaumethoden. Anstatt aber dieses massive Unrecht zur Sprache zu bringen, werden die Falklands in den Fokus gestellt. Des weiteren hat eine wirkliche Erholung vom finanzwirtschaftlichen Zusammenbruch noch immer nicht stattgefunden.

Anstatt aber nun tatsächliche Ungerechtigkeiten gegenüber dem argentinischen Volk zur Sprache zu bringen und gegen diese vorzugehen, wird eine andere Ungerechtigkeit konstruiert. Diese lenkt nicht nur von den wahren Problemen ab, sie läßt auch die tatsächlichen Ungerechtigkeiten hintenanstehen. Die Regierung Kirchner riskiert so nach meiner Meinung eine ungerechtfertigte Auseinandersetzung und schont die wahren Parasiten Argentiniens.

Mit freundlichen Grüßen
Steinager

Bevölkerungsrechte

Die "künstliche" Ansiedlung war (1) so künstlich wie jede Besiedlung einer unbewohnten Insel und (2) die einzige Besiedlung, die die Falkland-Inseln jemals hatten.

Was sind im Übrigen Ihre Bedingungen für den Begriff "Bevölkerung"?

Berlin-Neukölln hat zwar eine evtl. mehrheitlich (sicher?) türkisch-stämmige Bevölkerung, war aber niemals türkisches Territorium, was m.W. dazu führen sollte, die dortige Bevölkerung, die niemand zu einem Leben in Deutschland zwingt, besser zu integrieren, was Schutz gegen Diskriminierung ebenso wie Deutschkenntnisse einschliesst.

Wille der Bevölkerung??

Ich habe nur das ungute Gefühl, dass in dieser Gemengelage der "Wille der Bevölkerung" gerne angeführt wird, dies tatsächlich für das Konfliktpotential keinerlei Rolle spielt.

Die USA haben sich von ihrem treuesten, aber für sie zunehmend unwichtiger werdenden Verbündeten durch ihre betont "neutrale" Haltung bereits distanziert. Der werte Mitforist "steinhager" hat in seinem Beitrag das eigene ökonomische Kalkül der USA herausgestellt. Zusätzlich ist auch die selbstbewusste Unterstützung der südamerikanischen Nachbarn nicht zu unterschätzen.

Das ist gleich mehrfacher heftiger Gegenwind. Recht oder Unrecht, "historischer" Anspruch, der Wille der Bevölkerung - alles das dürfte im Ernstfall wenig zählen. Ich sehe Großbritannien hier eindeutig in der schwächeren Position. Einen erneuten Falkland-Krieg dürfte die überdehnte britische Armee nicht mehr so einfach siegreich nach Hause bringen.

Einfach Recht zu haben, reicht nunmal nicht.

@54 ...

"aber wenn ich hier über etwas diskutiere, dann können sie gewiss davon ausgehen, dass ich überdurchschnittlich mehr Wissen über die Sachen besitze und mich auch für diese Themen interessiere! "

also a) kann gerade im Internet jeder über alles und jeden von sich geben was er will
b) ihr übberdurchschnittliches Wissen lasse nwir mal beiseite, jedoch bringt Interesse alleine niemanden näher an die Wahrheit

es kann manchmal sinnvoll sein, seinen eigenen Standpunkt zu hinterfragen ;)
und gerade wenn man immer mit den gleichen, realtiv einfachen, nur in eine Richtung weisenden AArgeumenten daher kommt, kann es möglich sein, dass man diese falsch ansetzt - ich sage nur "böse englische imperialistische Kolonialvergangenheit" - das stimmt ja auch, nur hat es etwas mit dem aktuellen Problem zu tun und wenn ja was ;)

ich würde das nochmal überdenken