Konflikt mit ArgentinienGroßbritannien kündigt rigorose Verteidigung der Falklands an

Der Streit um die Falklandinseln wird hitziger: Argentinien wirft Großbritannien vor, ein Atom-U-Boot vor die Inselgruppe zu senden. Die Briten reagieren harsch. von afp und dpa

Großbritannien hat harsch auf Beschwerden Argentiniens bei den Vereinten Nationen im Streit um die Falklandinseln reagiert. Der britische UN-Botschafter Mark Lyall Grant sagte, sein Land werde die zum Königreich gehörende Inselgruppe vor der argentinischen Küste notfalls "robust verteidigen". Großbritannien bleibe offen für einen Dialog mit der argentinischen Regierung über die Inseln – ausgenommen sei jedoch die Frage ihrer Souveränität.

Argentinien hatte zuvor bei den Vereinten Nationen formellen Protest gegen ein britisches Militärmanöver auf den Falkland-Inseln eingelegt. Außenminister Héctor Timerman warf Großbritannien die "Militarisierung" des Südatlantiks vor. Nach Informationen seines Landes nehme an den Militärübungen auch ein "atomgetriebenes U-Boot teil, das Atomwaffen transportieren kann", sagte Timerman nach Gesprächen mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Das verstoße gegen einen Vertrag, der die Präsenz und den Einsatz von Atomwaffen in der Region untersagt.

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Grant wollte die Berichte weder bestätigen noch dementieren. Er versicherte, Großbritannien wolle die Wortgefechte nicht ausweiten. Wenn Argentinien aber Vorteil aus dem 30. Jahrestag des Falklandkrieges zwischen beiden Ländern schlagen wolle, "dann werden wir unsere Position verteidigen, und wir werden sie robust verteidigen".

Im Jahr 1982 hatten Großbritannien und Argentinien zehn Wochen lang Krieg um die dünn besiedelten Inseln im Südatlantik geführt , nachdem Argentinien dort einmarschiert war. Beide Länder beanspruchen die Inselgruppe, die von den Briten Falklands und von den Argentiniern Malvinas genannt werden. 

Ban fordert zum Dialog auf

Grund für die jüngsten argentinischen Proteste sind die derzeitigen britischen Militärübungen, an denen ein modernes britisches Kriegsschiff teilnimmt. Auch die Nummer zwei der britischen Thronfolger, Prinz William, ist bei dem Manöver dabei. Vor den Falkland-Inseln wurden zudem große Ölfelder entdeckt, was den Streit um die Staatshoheit zusätzlich angefacht hat.

UN-Generalsekretär Ban rief beide Seiten auf, den Konflikt auf dem Dialogweg zu lösen. Dass der UN-Sicherheitsrat auf Argentiniens Beschwerde reagiert, ist unwahrscheinlich – Großbritannien hat als ständiges Mitglied in dem Gremium ein Vetorecht.

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Leserkommentare
    • TomG
    • 11. Februar 2012 11:31 Uhr

    Ich frage mich ernsthaft was Argentinien mit seinem offensiven Vorgehen bezwecken will: Die Malvinas sind seit fast 200 Jahren britisch und ihre wenigen Bewohner wollen nicht argentinisch werden – auf welches Recht sich Argentinien daher berufen will souveränes ausländisches Staatsgebiet zu attackieren bleibt mir verborgen.

    Womöglich Ablenkung von innenpolitischen Problemen ? Oder giert Argentinien einfach nur nach den Ressourcen der Falklands und handelt damit wie jede andere "imperialistische" Regierung auf der welt ?

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    Ich denke, dass Sie mit den innenpolitischen Problemen Recht haben. Wahrscheinlich leiden die immernoch unter dem Staatsbankrott.

    • joG
    • 11. Februar 2012 12:54 Uhr

    ...deren Antwort aussteht. Mehr interessieren tut mich aber die hypothetische Frage, was geschähe, wenn Argentinien die Falklandinseln besetzte. Würde die EU England beistehen und die Inseln gemeinsam zurückerobern? Würde Deutschland Truppen schicken?

    Oder müsste die UK sich wieder auf die USA verlassen?

  1. Der derzeitige Status der Falklands ist auch im historischen Kontext zu sehen. Die Zugehörigkeit der Falklands zu Großbritannien hieraus ist gerechtfertigt.

    Ebenso haben auch die Bewohner der Falklands ein Selbstbestimmungsrecht, dieses wurde bereits mehrfach klar geäußert. Die Bewohner sehen sich als Briten und die Falklands als ihre Heimat. Dies halte ich auf Dauer für wesentlicher als Öl.

    "Vor den Falkland-Inseln wurden zudem große Ölfelder entdeckt, was den Streit um die Staatshoheit zusätzlich angefacht hat." - Auch dieses Öl wird irgendwann alle sein, die ungeborenen Kinder der getöten Soldaten bleiben ungeboren.

    Ein kurzfristiger monetärer Gewinn, geehrte Mitglieder der argentinischen Regierung, sollte kein Grund für menschliches Leiden sein. Dies gilt für die ganze Welt und irgendwo sollte irgendjemand mal damit anfangen dies als Grundlage von Handeln zu sehen.

  2. Die unbewohnte Inselgruppe wurde von einem Briten zu einer Zeit entdeckt, als auf dem heutigen Staatsgebiet Argentiniens sich die Spanier durch Eroberungskämpfe die indigene Bevölkerung untertan machten. Die Republik Argentien entstand erst über 100 Jahre nach der Besiedelung der Falklands durch die Briten.

    Da sehe ich keine Grundlage für irgendwelche Ansprüche der Argentinier. Aber ich habe Verständnis dafür, dass Atom-U-Boote in der Region und eine eventuelle Ölförderung mit den damit verbundenen Risiken und Belastungen unerwünscht sind - allerdings vermute ich, dass RA lieber gern selbst den Profit will. Also nichts weiter als die same old story...

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    "Die unbewohnte Inselgruppe wurde von einem Briten zu einer Zeit entdeckt, als auf dem heutigen Staatsgebiet Argentiniens sich die Spanier durch Eroberungskämpfe die indigene Bevölkerung untertan machten. Die Republik Argentien entstand erst über 100 Jahre nach der Besiedelung der Falklands durch die Briten."

    Das ist historisch nicht ganz korrekt.
    Argentinien erlangte im Jahre 1816 nach einem Befreiungskrieg gegen Spanien als "Vereinigten Provinzen des Río de la Plata" die Unabhängigleit.

    Die Briten betraten die Inseln zwar zum ersten mal im Jahre 1690, aber die eigentliche, bis heute andauernde, britische Besiedlung der Falklands begann erst im Jahre 1833. Zu diesem Zeitpunkt befand sich aber schon eine kleine argentinische Garnison auf den Inseln (26 Soldaten und ihre Familien), welche von den Briten vertrieben wurde.

    Ich denke aufgrund dieser kleinen argentinischen Präsenz auf der Insel vor 179 Jahren leitet das Land bis heute seinen Anspruch ab.

    Dennoch muss man festhalten, dass heute nur noch Briten und keine Argentinier mehr auf den Inseln leben. Ich halte das Selbstbestimmungsrecht der Falkländer für entscheidend. Solange diese Briten bleiben wollen, sollten die Falkland Inseln auch britisch bleiben. Argentinien sollte das akzeptieren.

    • Canazzo
    • 11. Februar 2012 11:51 Uhr

    Die Frage ist doch, was die Briten direkt vor der Küste der Argentinier verloren haben?! Die Briten sollten endlich mit ihrem imperialen Gehabe Schluss machen. Ja klar, die halbe Welt wurde früher von der Briten kontrolliert, das ist aber schon lange her. Genau das gleiche gilt für die "griechischen Inseln" direkt vor der türkischen Küste. Irgendwann werden die Falkland-Inseln sowieso den Argentiniern gehören und die "griechischen Inseln" neu verteilt werden müssen! Sonst werden die Griechen bis zu ihrem Elend weiter aufrüsten müssen, das wissen die Griechen!

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    soll GB eigenes Staatsgebiet aufgeben, wenn nichtmal die dort lebende Bevölkerung das nicht will - vor den geschichtlichen Daten, gerade der brit. Haltung vor dem 82'er Krieg als man die Inseln wegen der Bezuschussung loswerden werden wollte, weiß ich in keinster Weise warum hier vom britischen Imperialismus die Rede ist - hier ist es doch vielmehr argentin. Imperialismus (ÖL)und/oder Ablenkung von der argent.Innenpolitik.

    was soll denn die Lösung sein - alle Briten, die schon imemr da lebten, werden enteignet ?

    Wenn die Falklandinseln, die 395 km vor Argentinien liegen, zu Argentinien gehören sollten, müsste dann nicht auch Großbritannien zu Frankreich gehören? Oder die Kanarischen Inseln zu Marokko?
    Die Bewohner sind Briten und wollen Briten bleiben.

    "Die Frage ist doch, was die Briten direkt vor der Küste der Argentinier verloren haben?!" - Was soll das denn für eine Aussage sein? Haben sich schon mal die Küstenlinien und Staatsgrenzen dieser Welt angesehen?

    "... und die "griechischen Inseln" neu verteilt werden müssen!" - Warum? Wie kommen sie überhaupt dazu das Land anderer Leute zu verteilen? Weil wir gerade dabei sind, wie kommen eigentlich die Türken überhaupt an die Ägäis? Mit Einladung?

    Merken sie wohin ihre sinnfreien Aussagen führen. Diese sind nicht nur grober Unfug, diese sind Kriegstreiberei übelster Sorte und aufs Schärfste abzulehnen!

    Bitte achten Sie trotz Kritik auf einen sachlichen Diskussionston. Danke, die Redaktion/lv

    • okmijn
    • 11. Februar 2012 12:27 Uhr

    ... sind ca. 500km von der argentinischen Küste entfernt und wie schon erwähnt seit 1833 britisch. Vielleicht sollten die Engländer auch zurück in ihre Siedlungsgebiete vor der Völkerwanderung oder zumindest England an Frankreich übergeben werden, damit Frankreich sich nicht bedroht fühlt...

    Das Maß aller internationalen Dinge ist das Völkerrecht und da ist die Lage kaum eindeutiger zu haben als in diesem Fall. Argentinische Innenpolitik - sonst nichts.

    Was haben denn die Falklands mit den Griechischen Inseln zu tun?

    Bevor Sie so etwas schreiben, verschaffen Sie sich doch ertsmal einen kurzen Überblick über die osmanische Eroberung des Byzantinischen Reichs, die griechischen Unabhängigkeitskriege, den verlorenen griechisch-türkischen Krieg von 1920-23 und der Vertreibung von Millionen Griechen vom (heute) türkischen Festland, deren Vorfahren schon ca. 2000 Jahre auf anatolischem Boden siedelten, bevor der erste Türke seinen Fuß dorthin setzte. Zur Not tut's auch Wikipedia. Dann verstehen Sie vielleicht etwas besser, warum die Grenzen dort sind, wo sie sind.

    Denn ansonsten kann ich den argentinischen Standpunkt in der Falkland-Frage nachvollziehen. Ich als Deutscher wäre auch nicht begeistert, wenn Helgoland noch britisch wäre, ein paar paar hundert dort künstlich angesiedelte Einwohner sich britisch fühlten und nun als Legitimationsgrundlage für die Besitzansprüche herhalten müßten, und wenn zusätzlich noch riesige Ölfelder auf dem Meeresboden und sämtliche Fischereirechte bis kurz vor die deutsche Küste allein Großbritannien zur Ausbeutung überlassen wären. Daß Staatsrecht und Völkerrecht nun einmal so sind, wie sie sind, ist eine andere Frage...

  3. die brit. Übung da unten ist doch auch vollkomen verständlich -nicht das Argentinien auf die gleiche Idee kommt wie ehemals 1982 - und nur weil es sich heute um eine Demokratie handelt, sagt das ja nix über friedliches oder durchdachtes Handeln aus.
    zumal wenn die Berichte über die einseitige Sicht der argentinischen Bevölkerung stimmen

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    in Anbetracht der Tatsache, das weltgeschichtlich gesehen GB immer schon den agressiveren Part in Vgl. zu Argentinien gespielt hat, liegt es doch nur Nahe, es hier auch zu versuchen und sich dabei gleich ein paar Rohstoffquellen unter den Nagel zu reißen.

  4. soll GB eigenes Staatsgebiet aufgeben, wenn nichtmal die dort lebende Bevölkerung das nicht will - vor den geschichtlichen Daten, gerade der brit. Haltung vor dem 82'er Krieg als man die Inseln wegen der Bezuschussung loswerden werden wollte, weiß ich in keinster Weise warum hier vom britischen Imperialismus die Rede ist - hier ist es doch vielmehr argentin. Imperialismus (ÖL)und/oder Ablenkung von der argent.Innenpolitik.

    was soll denn die Lösung sein - alle Briten, die schon imemr da lebten, werden enteignet ?

  5. Wenn die Falklandinseln, die 395 km vor Argentinien liegen, zu Argentinien gehören sollten, müsste dann nicht auch Großbritannien zu Frankreich gehören? Oder die Kanarischen Inseln zu Marokko?
    Die Bewohner sind Briten und wollen Briten bleiben.

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    • Canazzo
    • 11. Februar 2012 12:17 Uhr

    Was ist denn so schlimm daran, die argentinische Staatsbürgerschaft zu haben, sind Briten die besseren Menschen oder wie? Keiner redet davon, die Briten zu enteignen oder zu spanisch-sprechenden Argentiniern zu machen. Lediglich die Verwaltung und Hoheit muss den Argentiniern übertragen werden. Reicht denn die jahrhundertelang währende Ausbeutung aller Rohstoffe der halben Welt nicht aus? Argentinischer Imperialismus, das ich nicht lache! 400 km sind im Vergleich zu der Entfernung FI zu Britannien ein Katzensprung, bleiben sie realistisch!

  6. ...mit den Riecher für Öl und andere Rohstoffe....
    wir haben mal Madagaskar gegen Helgoland getauscht, das war naheliegend....

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    "wir haben mal Madagaskar gegen Helgoland getauscht, das war naheliegend."

    Diese Aussage ist grundlegend falsch. Zudem sind die historischen Gegebenheiten Helgolands mit denen der Falklands nicht vergleichbar.

    Ich möchte Sie daher bitten, daß Sie sich die Zeit einer eingehenderen Reflexion der Geschichte Helgolands nehmen.

    • cvnde
    • 11. Februar 2012 14:21 Uhr

    Es war Sansibar!
    Madagaskar war französisch.

    # 8:
    Es war Sansibar.

    • kai1
    • 03. Januar 2013 15:55 Uhr

    Es war nicht Madagaskar (das gehörte zu Frankreich), sondern SANSIBAR vor der Küste Deutsch-Ostadrikas (heutiges Tansania)

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