Die US-Botschaft in Bagdad © US Department Of State/dpa

Zwei Monate nach dem Abzug ihrer Truppen aus dem Irak planen die USA nach einem Zeitungsbericht starke Einschnitte bei der diplomatischen Präsenz in dem Land. Von derzeit etwa 16.000 Stellen an der amerikanischen Botschaft in Bagdad könnte fast die Hälfte wegfallen. Das berichtet die New York Times .

Grund für die massiven Sparüberlegungen sei auch eine Enttäuschung über die Blockadehaltung der Iraker gegen die amerikanische Einflussnahme im Demokratisierungsprozess. Die mangelnde Zusammenarbeit würden jährliche Kosten von rund sechs Milliarden Dollar (4,5 Milliarden Euro) nicht mehr rechtfertigen.

US-Außenamtssprecherin Victoria Nuland bestätigte Planungen, die diplomatische Präsenz im Irak "so effizient wir möglich zu machen". "Wir haben hier eine Botschaftsstruktur, die für eine andere Zeit gebaut wurde", sagte sie in Washington .

Allerdings sei längst nicht klar, wie tief die Einschnitte werden. In Medienberichten genannte Zahlen bezeichnete sie als übertrieben. Vor allem über die 2.000 in den Irak entsandten Diplomaten seien keine Entscheidungen gefallen. Einsparungen bei den Tausenden zivilen Angestellten mit einem US-Vertrag dagegen seien wahrscheinlich. Sie sollen mit günstigeren lokalen Kräften ersetzt werden.

"Wie wollen so viel Geld wie möglich sparen, ohne die Qualität der Arbeit oder die Unterstützung unserer Bürger zu opfern", sagte Nuland. Letztlich sei das Ziel, die Vertretung im Irak "in eine viel normalere Botschaft zu verwandeln, wie einige unserer großen Botschaften überall in der Welt".