Atomprogramm Der Iran hat laut IAEA Uran-Anreicherung verdreifacht

Die Atomenergiebehörde IAEA warnt, dass der Iran sein Atomprogramm massiv ausgebaut hat. Es konnten bereits 110 Kilogramm hochangereichertes Uran produziert werden.

Nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA hat der Iran sein umstrittenes Atomprogramm deutlich ausgebaut. Das Land habe seine Kapazitäten zur Uran-Anreicherung verdreifacht, heißt es in einem Bericht der Behörde. IAEA-Chef Yukiya Amano sagte, er sei ernsthaft besorgt über eine mögliche militärische Dimension des iranischen Nuklearprogramms.

So habe die Islamische Republik in den vergangenen zwei Jahren fast 110 Kilogramm Uran auf einen hoch angereicherten Grad von 20 Prozent gebracht. Westlichen Experten zufolge braucht es davon etwa 250 Kilogramm für eine Atombombe. Dafür müsste das Material aber noch weiter angereichert werden.

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Westliche Experten gehen davon aus, dass bereits bei einem Anreicherungsgrad von 20 Prozent der größte Teil der Arbeit erledigt ist. Der Iran will das Uran nach eigenen Angaben für die Forschung verwenden, viele Länder bezweifeln das.

In der Anlage Natans, in der auf bis zu fünf Prozent angereichertes Uran hergestellt wird, hat der Iran dem Bericht zufolge die Zahl der Zentrifugen von 2.600 auf 8.808 erhöht. Das Land habe bereits genügend gering angereichertes Uran, mit dem bei einer Weiterverarbeitung mindestens vier Atomsprengköpfe hergestellt werden könnten.

Natürliches Uran enthält nur zu etwa 0,7 Prozent das spaltbare Isotop 235. Zur Verwendung in Kernkraftwerken muss dessen Konzentration auf 2 bis 5 Prozent erhöht werden. Von hochangereichertem Uran spricht man bei 20 und mehr Prozent. Für Atomwaffen wird das spaltfähige Uran-235 auf mindestens 80 Prozent angereichert. Genutzt werden dafür zum Beispiel Gaszentrifugen.

Westerwelle "sehr besorgt"

Außenminister Guido Westerwelle zeigte sich "sehr besorgt": Der Iran habe die Pflicht, mit der internationalen Gemeinschaft zusammenzuarbeiten, sagte der FDP-Politiker. Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin warnte dagegen, die Sorgen vor einer atomaren Bewaffnung würden von einigen Ländern als Vorwand für einen Regimewechsel in Teheran genutzt.

Der Streit über das Atomprogramm hatte sich jüngst verschärft. Die Europäischen Union verhängte ein Öl-Embargo. Der Iran drohte daraufhin, die Straße von Hormus zu blockieren, eine der weltweit wichtigsten Handelswege. Die US-Marine ist mit einem Marineverband in der Region und kündigte an, die Wasserstraße auch mit Gewalt offenzuhalten. Israel spekulierte zuletzt offen über einen präventiven Militärschlag gegen verdächtige Nuklearanlagen im Iran.

Der IAEA-Bericht dokumentiert auch die erfolglosen Reisen von IAEA-Experten im Januar und im Februar. Bei beiden Besuchen sei den Inspekteuren der Zugang zu der Militärzone Parchin verweigert worden, wo möglicherweise Tests mit atomaren Sprengköpfen simuliert wurden. Über einen beim ersten Besuch diskutierten Ansatz, wie die noch offenen Punkte zum Atomprogramm des Irans gelöst werden könnten, sei bei der zweiten Visite keine Übereinstimmung erzielt worden.

 
Leser-Kommentare
    • HGAZIS
    • 24.02.2012 um 20:52 Uhr

    das das jetzt festgestellt wird

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    • Puki
    • 25.02.2012 um 9:33 Uhr

    Da die Kontrolleure gerade da waren total überraschend... man kann es mit der Paranoia auch übertreiben.

    • joG
    • 25.02.2012 um 9:46 Uhr

    ....und recht hat er. Es ist sehr schade, dass die deutschen Regierungen bis zurück zu Kohl nicht "sehr besorgt" waren bzw dies in ihrer Politik nicht zeigten. Statt dessen einen offensichtlichen Feind zu unterstützen war, wenn auch sehr profitabel, bis an die Grenzen krimineller Machenschaft und Kurzsichtigkeit. Wie war das mit Marx, dem Seil, dem Kapitalisten und dem Henker? Nah ja. Vielleicht lernt das Volk hier daraus etwas. Die Forenbeiträge lassen dahingehend pessimistisch sein. Aber die Politik scheint die Problematik endlich nachvollzogen zu haben.

    • Puki
    • 25.02.2012 um 9:33 Uhr

    Da die Kontrolleure gerade da waren total überraschend... man kann es mit der Paranoia auch übertreiben.

    • joG
    • 25.02.2012 um 9:46 Uhr

    ....und recht hat er. Es ist sehr schade, dass die deutschen Regierungen bis zurück zu Kohl nicht "sehr besorgt" waren bzw dies in ihrer Politik nicht zeigten. Statt dessen einen offensichtlichen Feind zu unterstützen war, wenn auch sehr profitabel, bis an die Grenzen krimineller Machenschaft und Kurzsichtigkeit. Wie war das mit Marx, dem Seil, dem Kapitalisten und dem Henker? Nah ja. Vielleicht lernt das Volk hier daraus etwas. Die Forenbeiträge lassen dahingehend pessimistisch sein. Aber die Politik scheint die Problematik endlich nachvollzogen zu haben.

  1. Mehr nicht?
    Nichts genaues weiß man nicht?
    Warum dann diese Meldung?

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    Weil alle anderen Online-Zeitungen dieselbe Meldung verbreiten. Soll nicht ZEIT-kritisch sein, machen schließlich alle. Man will ja seinen Lesern sein up-to-date-sein vermitteln.

    Das ist eine dpa-Meldung. Die dpa dient hier als zentrale Verteilstelle, um im ganzen Land die Kriegsbereitschaft gegen ein israel-kritisches Land am Leben zu halten.

    Fliegt dann z. B. Israel einen Überraschungsangriff, ist die Empörung im Lande der friedfertigen Deutschen nicht ganz so groß, weil die Leute denken: "Naja, so ganz unschuldig ist der Iran ja nicht."

    Wikipedia zum Thema Urananreicherung im Iran: "Im August 2005 blickte die Weltöffentlichkeit auf den Iran und die umstrittene Wiederinbetriebnahme von dessen „Atomkomplex“ in Natans, Provinz Isfahan. Dort wird die Urananreicherung in vergleichsweise geringem Umfang betrieben, der erreichte Anreicherungsgrad ist weit von der Bombentauglichkeit entfernt. Der Iran reklamiert sein Recht zur Anreicherung zu zivilen Energieversorgungszwecken. Die Beherrschung der Gaszentrifugen-Technologie zur Anreicherung stellt jedoch, wie beschrieben, einen wesentlichen Schritt auf dem Weg zur Atommacht dar. Im Februar 2010 erklärte Präsident Mahmud Ahmadinedschad, dass Uran bis 20 % angereichert werde."

    Weil alle anderen Online-Zeitungen dieselbe Meldung verbreiten. Soll nicht ZEIT-kritisch sein, machen schließlich alle. Man will ja seinen Lesern sein up-to-date-sein vermitteln.

    Das ist eine dpa-Meldung. Die dpa dient hier als zentrale Verteilstelle, um im ganzen Land die Kriegsbereitschaft gegen ein israel-kritisches Land am Leben zu halten.

    Fliegt dann z. B. Israel einen Überraschungsangriff, ist die Empörung im Lande der friedfertigen Deutschen nicht ganz so groß, weil die Leute denken: "Naja, so ganz unschuldig ist der Iran ja nicht."

    Wikipedia zum Thema Urananreicherung im Iran: "Im August 2005 blickte die Weltöffentlichkeit auf den Iran und die umstrittene Wiederinbetriebnahme von dessen „Atomkomplex“ in Natans, Provinz Isfahan. Dort wird die Urananreicherung in vergleichsweise geringem Umfang betrieben, der erreichte Anreicherungsgrad ist weit von der Bombentauglichkeit entfernt. Der Iran reklamiert sein Recht zur Anreicherung zu zivilen Energieversorgungszwecken. Die Beherrschung der Gaszentrifugen-Technologie zur Anreicherung stellt jedoch, wie beschrieben, einen wesentlichen Schritt auf dem Weg zur Atommacht dar. Im Februar 2010 erklärte Präsident Mahmud Ahmadinedschad, dass Uran bis 20 % angereichert werde."

  2. Mit 20%igem Uran 235 kann man keine Kernspaltunsbombe bauen, egal wie viel man davon hat!!!!!!

    Man benötigt hoch angereichertes Uran 235!! Das heist über 60%, eher noch höher!

    Keiner kann eine Bombe bauen mit nur 20%igem Uran 235!!!!

    18 Leser-Empfehlungen
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    Westliche Experten haben das westlichen Journalisten mitgeteilt, die das jetzt westlichen Lesern mitteilen.

    Gemeinhin besteht unter westlichen Militärexperten keine Unsicherheit darüber, dass einem hochangereichertem Uran mehr als 20% U235 innewohnen. Waffenfähig wäre dann nochmals einige Hausnummern größer, bei >85%.

    Aber wen interessiert das schon, wenn eine Aussage zweckdienlich ist.

    Westliche Experten haben das westlichen Journalisten mitgeteilt, die das jetzt westlichen Lesern mitteilen.

    Gemeinhin besteht unter westlichen Militärexperten keine Unsicherheit darüber, dass einem hochangereichertem Uran mehr als 20% U235 innewohnen. Waffenfähig wäre dann nochmals einige Hausnummern größer, bei >85%.

    Aber wen interessiert das schon, wenn eine Aussage zweckdienlich ist.

  3. Was werden die Verharmloser der iranischen Atomambitionen sagen, wenn die Bombe da oder gar hochgegangen sein wird? Werden sie jubeln?

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    ...wen sie trifft. Todesopfer en Masse sind im Kriegsfall so oder so zu beklagen, ob es nun Iraner oder Amerikaner oder Marsmenschen sind ist egal. Wenn sich die USA allerdings eine blutige Nase holen würden, wäre das schon ein bißchen Schadenfreude wert.

    Schlicht aus dem Grund, dass Atomwaffen nur Abschreckungswaffen sind. Der Iran würde lediglich seine Verhandlungspositionen gegenüber einigen Nationen verbessern.
    Oder zu einer Regionalmacht aufsteigen, die er allerdings ohnehin schon ist.

    Sollte der Iran die Bombe gegen irgendeine Nation einsetzen, wäre eine schnelle atomare Vernichtung des Irans die Folge. Meinen Sie die Iraner wüßten das nicht sehr genau und würden sich auf einen finalen Atomkrieg einlassen? Glaube ich kaum.

    Dazu kommt noch, dass es im Iran gar nicht die Raketenkapazitäten gibt, mehr als 2200km mit atomaren Sprengköpfen zu überbrücken. Das entspricht etwa einer Entfernung von iranisch-türkischer Grenze nach ungarisch-rumänischer Grenze.
    Und an iranischer Raketenkapazitäten wird sich in den nächsten 10 Jahren so gut wie nichts ändern.

    Finden sie es nicht auch verwunderlich, dass trotz aller Spannungen im Kalten Krieg, nie eine Atomwaffe kriegerisch (von den menschenverachtenden Test mal abgesehen) eingesetzt wurde; und das bei tausenden von Sprengköpfen während des Kalten Krieges? Die zwei "Marketing"-Bomben* auf Hiroshima und Nagasaki haben ausgereicht, allen Militärs scheinbar ein wenig Vernunft beizubringen.

    *) Das soll ggü. der vielen Opfer nicht verharmlosend klingen; harmlos und vernünftig ist anders. Aber immerhin war es soviel negative Werbung, dass man sich Jahrzehnte auf allen Seiten vorgesehen hat.

    die "Verschärfer" (um in Ihrem Jargon zu bleiben) bzgl. der Massenvernichtungswaffen im Irak für die 10-Tausenden Opfer im Land entschuldigt?

    Kann mich irgendwie nicht erinnern, dass es je passiert wäre, obwohl doch inzwischen erwiesen ist, dass es so etwas dort nicht gegeben hat!

    Welcher Propaganda soll ich also glauben?

    ...wen sie trifft. Todesopfer en Masse sind im Kriegsfall so oder so zu beklagen, ob es nun Iraner oder Amerikaner oder Marsmenschen sind ist egal. Wenn sich die USA allerdings eine blutige Nase holen würden, wäre das schon ein bißchen Schadenfreude wert.

    Schlicht aus dem Grund, dass Atomwaffen nur Abschreckungswaffen sind. Der Iran würde lediglich seine Verhandlungspositionen gegenüber einigen Nationen verbessern.
    Oder zu einer Regionalmacht aufsteigen, die er allerdings ohnehin schon ist.

    Sollte der Iran die Bombe gegen irgendeine Nation einsetzen, wäre eine schnelle atomare Vernichtung des Irans die Folge. Meinen Sie die Iraner wüßten das nicht sehr genau und würden sich auf einen finalen Atomkrieg einlassen? Glaube ich kaum.

    Dazu kommt noch, dass es im Iran gar nicht die Raketenkapazitäten gibt, mehr als 2200km mit atomaren Sprengköpfen zu überbrücken. Das entspricht etwa einer Entfernung von iranisch-türkischer Grenze nach ungarisch-rumänischer Grenze.
    Und an iranischer Raketenkapazitäten wird sich in den nächsten 10 Jahren so gut wie nichts ändern.

    Finden sie es nicht auch verwunderlich, dass trotz aller Spannungen im Kalten Krieg, nie eine Atomwaffe kriegerisch (von den menschenverachtenden Test mal abgesehen) eingesetzt wurde; und das bei tausenden von Sprengköpfen während des Kalten Krieges? Die zwei "Marketing"-Bomben* auf Hiroshima und Nagasaki haben ausgereicht, allen Militärs scheinbar ein wenig Vernunft beizubringen.

    *) Das soll ggü. der vielen Opfer nicht verharmlosend klingen; harmlos und vernünftig ist anders. Aber immerhin war es soviel negative Werbung, dass man sich Jahrzehnte auf allen Seiten vorgesehen hat.

    die "Verschärfer" (um in Ihrem Jargon zu bleiben) bzgl. der Massenvernichtungswaffen im Irak für die 10-Tausenden Opfer im Land entschuldigt?

    Kann mich irgendwie nicht erinnern, dass es je passiert wäre, obwohl doch inzwischen erwiesen ist, dass es so etwas dort nicht gegeben hat!

    Welcher Propaganda soll ich also glauben?

  4. ... Gaszentrifugen angewendet, um Uran anzureichern. Selbst wenn man nur auf 3% anreichern möchte!

    Es gibt aber auch andere Verfahren, siehe Alamos und Co. ...

    Gaszentrifugen sind aber die wirtschaftlichste Lösung zur Anreicherung. Auch Deutschland hat so was!

  5. 20% anreichern kann, kann auch ohne Probleme 85% anreichern.

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    ....

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  6. ....

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    Antwort auf "Wer...."
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    Aus dem Text:

    "Westliche Experten gehen davon aus, dass bereits bei einem Anreicherungsgrad von 20 Prozent der größte Teil der Arbeit erledigt ist. "

    Aus dem Text:

    "Westliche Experten gehen davon aus, dass bereits bei einem Anreicherungsgrad von 20 Prozent der größte Teil der Arbeit erledigt ist. "

  7. Aus dem Text:

    "Westliche Experten gehen davon aus, dass bereits bei einem Anreicherungsgrad von 20 Prozent der größte Teil der Arbeit erledigt ist. "

    Antwort auf "Nein! ..."

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