Verhaftet wurden diese Oppositionellen nach den blutigen Zusammenstößen am 16. Dezember in Schangaösen , bei denen mindestens 14 Menschen getötet wurden. Nasarbajew hat eine transparente Untersuchung der Ereignisse versprochen, und im Januar bestätigte die Staatsanwaltschaft, dass "in einigen Fällen" tödliche Gewalt in unangemessener Weise eingesetzt worden war. Dies ist ein erster Anfang. Doch bei der Untersuchung sollen auch neue Belege über Misshandlung und sogar Folter von Verhafteten, die von Human Rights Watch gesammelt wurden, hinzugezogen werden.

Der 50-jährige Basarbai Kenschebaew starb am 22. Dezember an Verletzungen, die ihm offensichtlich in Haft zugefügt worden waren. Er wurde am 16. Dezember festgenommen, als er sein neugeborenes Enkelkind besuchen wollte. Gegenüber Verwandten berichtete er kurz vor seinem Tod, dass er und andere Gefangene auf der Polizeistation gezwungen wurden, sich auszuziehen, und sich mit dem Gesicht nach unten hinlegen mussten. Polizisten traten dann mit ihren Stiefeln auf die Häftlinge ein, auch gegen Kenschebaews Kopf, sodass sein Gesicht auf den Boden schlug. Schließlich erklärten die Behörden im vergangenen Monat, einen örtlichen Polizeibeamten für Kenschebaews illegale Verhaftung zur Rechenschaft zu ziehen.

Die Beziehungen Deutschlands zu Kasachstan sind zweifellos wichtig. Doch gerade deshalb und nicht trotz dieses Aspekts sollte Frau Merkel die Gelegenheit nutzen, um ihren Besucher aufzufordern, Kasachstans Spiel mit den Menschenrechten anzusprechen.