2011 gab es so viele Kriege wie seit Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr. Zu diesem Ergebnis kommt das Heidelberger Institut für Konfliktforschung (HIIK), das 20 solche Auseinandersetzungen zählte. Unter insgesamt 388 beobachteten Konflikten hat es 38 "hoch gewaltsame Konflikte" gegeben, also Auseinandersetzungen mit massivem Einsatz von Gewalt und gravierenden Folgen. Überwiegend habe es sich um innerstaatliche Konflikte gehandelt. Besonders die Regionen Vorderer und Mittlerer Osten und Afrika sind von solchen Auseinandersetzungen betroffen.

Dramatisch war die Zunahme 2011 insbesondere im Vergleich zu 2010, als es sechs Kriege gab. Zu den Konflikten, die im vergangenen Jahr zu Kriegen eskalierten, zählte das Institut auch die Auseinandersetzungen im Jemen , in Libyen und in Syrien . Diese entstanden im Zusammenhang mit den arabischen Umbrüchen . Außerdem eskalierten bereits seit Längerem bestehende Auseinandersetzungen in Nigeria .

An Intensität zugenommen haben nach Angaben der Forscher auch Konflikte im Sudan . Verschärft haben sich laut Konfliktbarometer auch die Auseinandersetzungen zwischen dem Staat und den Drogenkartellen in Mexiko . Wie im Vorjahr stufte das HIIK unter anderem die Offensiven des pakistanischen Militärs gegen die Taliban, die Kämpfe zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban und die Gewalt im Irak als Krieg ein.

"Eine Tendenz hin zu einer friedlicheren Welt" könne vor dem Hintergrund des explosionsartigen Anstiegs der Anzahl von Kriegen "bei weitem nicht erkannt werden", sagte HIIK-Vorstandsmitglied Natalie Hoffmann. Das Institut widmet sich seit 1991 der Erforschung politischer Konflikte.