Aufstand : Maledivischer Präsident tritt nach Putschversuch zurück

Mohamed Nasheed hat seinen Rücktritt erklärt. Bereits seit Wochen protestieren die Malediver gegen ihre Regierung. Polizisten schlossen sich nun an.
Der Präsident der Malediven, Mohamed Nasheed © S. Kodikara/AFP/Getty Images

Der Präsident der Malediven , Mohamed Nasheed , hat seinen Rücktritt angekündigt. Nasheed sagte in einer Fernsehansprache an die Bevölkerung des Inselarchipels, es sei "in der derzeitigen Situation besser, dass ich zurücktrete". Er wolle das Land nicht mir "eiserner Hand" führen, sagte Nasheed.

Kurz zuvor hatte es einen Putschversuch gegen die demokratisch gewählte Regierung der südasiatischen Inselkette gegeben. Die unabhängige Nachrichtenseite Minivan News meldete, Meuterer aus der Polizei hätten sich Demonstranten angeschlossen und den staatlichen Rundfunk übernommen.

Das Büro des Präsidenten teilte mit, die Regierung unternehme alles, um die Situation zu stabilisieren. Sie rufe die Bevölkerung zur Ruhe auf. Auf der Inselgruppe gab es seit drei Wochen Proteste gegen den Präsidenten, seit ein Richter festgenommen wurde, der die Freilassung eines Regierungskritikers angeordnet hatte.

Nasheed war im November 2008 als erster demokratisch gewählter Präsident der Malediven vereidigt worden. Damit wurden 30 Jahre autokratischer Herrschaft auf der Inselkette beendet. Er ist Chef der Maledivischen Demokratischen Partei (MDP). Auf den Malediven ist der Präsident Staats- und Regierungschef.

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Kommentare

5 Kommentare Kommentieren

Traumurlaube auf den Malediven...

Bin mal gespannt, wie das alles auf den Malediven noch weiter geht... ich war selbst schon ein paar mal dort, und ich möchte mir wirklich ungern ein neues Traum-Reiseziel suchen müssen.. Ich habe zwar gelesen, dass alles die Touristen nicht betreffen soll (Quelle: http://www.skrippy.com/30...), aber was wenn doch? Und wie geht es dann mit den ganzen Einheimischen weiter, die ja auf uns Touristen angewiesen sind? Ich hoffe das klärt sich alles bald wieder auf...