Merkel in PekingChina stellt Beteiligung an Rettungsschirm in Aussicht

China erwägt nun doch eine Beteiligung seines Landes am Rettungsschirm. Die Bedingung ist laut Premier Wen, dass die Europäer ihre Reformbemühungen verstärken.

Chinas Regierungschef Wen Jiabao will ein stärkeres Engagement zur Stabilisierung der Euro-Schuldenkrise prüfen. "China denkt darüber nach, über die EFSF oder den ESM mehr an der Überwindung der Schuldenkrise mitzuwirken", sagte Wen nach einem Treffen mit Angela Merkel in Peking. Sein Land sei bereit, sich stärker mit allen Beteiligten abzustimmen, um die Stabilität in der Euro-Zone zu fördern. China sei auch bereit, die Investitionen zwischen Deutschland und China zu erweitern.

Allerdings forderte Wen die Europäer zu verstärkten Bemühungen bei der Lösung der Euro-Krise auf. Neben den aktuell nötigen Hilfsmaßnahmen seien auch strukturelle und institutionelle Reformen in der Haushalts- und Finanzpolitik der Europäer erforderlich. Dazu müsse die Europäische Union zunächst einmal ein geschlossenes Bild abgeben.

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Die Bundeskanzlerin hatte zuvor zu einer engeren internationalen Zusammenarbeit aufgerufen, um die Finanzkrise zu bewältigen. Eine übermäßige Staatsverschuldung sei nicht nur in Europa ein Problem, sagte Merkel bei einer Rede vor der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften in Peking.

Merkel fügte hinzu, China komme eine große Bedeutung bei den Verhandlungen über eine umfassende Finanzmarktregulierung zu: "Der gesamte Bereich der Schattenbanken soll besser reguliert werden." Auch der Einfluss der Rating-Agenturen auf Investitionen müsse begrenzt werden. Merkel verwies auf die Vorschriften für Versicherungen, sich bei ihren Investitionen an bestimmte Bonitätsstufen zu halten. Dies löse einen Automatismus aus, der die Situation oft noch verschlechtere.

Chinesische Experten hatten zuvor Erwartungen gedämpft, dass China in großem Stil europäische Staatsanleihen kaufen könnte. Der Rest der Euro-Zone müsse erst zu Reformen des gegenwärtigen Finanzsystems bereit sein, zitierte die Zeitung Global Times den Forscher Shen Jiru vom Institut für Weltwirtschaft und Politik in der Akademie der Sozialwissenschaften. Auch müssten neue Wege für wirtschaftliches Wachstum in Europa gefunden werden.

Merkel warb in ihrer Rede auch für eine UN-Resolution zur Gewalt in Syrien. In Syrien würden die Menschenrechte "in dramatischer Weise verletzt." Es sei wichtig, dass die internationale Gemeinschaft bei den Vereinten Nationen mit einer Stimme spreche. Wenn die Arabische Liga deutliche Worte zur Lage in Syrien finde, dürfe auch der UN-Sicherheitsrat auf Dauer nicht schweigen. Bislang haben China und Russland eine Resolution verhindert, die die gewaltsame Unterdrückung der syrischen Protestbewegung verurteilt.


 

 
Leserkommentare
    • landab
    • 02.02.2012 um 13:43 Uhr

    Wie gut, daß Wen Jiabao den Europäern weise Ratschläge zur Bekämpfung der Schuldenkrise erteilt. Im Gegenzug versteht es sich warscheinlich, daß die Kanzlerin auf weitere Provokationen und Einmischungen in die inneren Angelegenheiten Chinas, z.B. durch den Empfang des Dalai Lama in Zukubft verzichten wird?

    http://www.sueddeutsche.d...

    8 Leserempfehlungen
  1. "Auch der Einfluss der Rating-Agenturen auf Investitionen müsse begrenzt werden. Merkel verwies auf die Vorschriften für Versicherungen, sich bei ihren Investitionen an bestimmte Bonitätsstufen zu halten."

    Soll das etwa heissen, dass Bonitätsprüfung ab jetzt ein Begriff ist, der der Vergangenheit angehört, bzw. die Frage, wo investiert werden soll oder nicht, der Politik obliegen soll - die in der gesamten EU mittlerweile über 8 1/2 Billionen Euro Schulden angehäuft hat. Man könnte über diesen Unsinn lachen, wäre dieser impertinente Vorschlag letztlich nicht doch ernst gemeint.

    Na denn: Griechische Staatsanleihen für alle!

    Da die Chinesen offenbar nicht bereit sind, sich ungebrenzt um Geld anpumpen zu lassen, das in dem europäischen Fass ohne Boden verschwinden soll, borgt sich die grosse Vorsitzende alternativ ein wenig Erfahrung in Sachen gelenkter "Demokratie". Immerhin gibt es auch in der VR China so etwas wie Wahlen, und in Sachen Beschönigung der Realität hatte ja auch der Sozialismus bereits Bahnbrechendes geleistet. Da die Lage der EU langsam ähnlich ausweglos erscheint, und die Wirklichkeit sich partout nicht den Vorstellungen anpassen will, ist es nur nachvollziehbar, dass man als ehemaliges FDJ-Mitglied auf altbewährte Rezepte zurückgreift und zumindest versucht, das Bild der Wirklichkeit so hinzubiegen, dass es passt.

    2 Leserempfehlungen
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    "ungebrenzt" - sollte eigentlich unbegrenzt heissen. schreiben ohne sekretärin.....

    "ungebrenzt" - sollte eigentlich unbegrenzt heissen. schreiben ohne sekretärin.....

  2. "ungebrenzt" - sollte eigentlich unbegrenzt heissen. schreiben ohne sekretärin.....

    Antwort auf "Altbewährtes"
  3. Dobrindt, der Ober-Verfassungsschützer der Nation, muss unbedingt tätig werden. Eine CDU-Vorsitzende und Kanzlerin bettelt bei chinesischen Kommunisten. Die CDU und vor allem ihrer Spitzenleute müssen unbedingt unter Beobachtung gestellt werden. Am besten wäre es, wenn sich Dobrindt mit seiner neuen Ausspäh-Brille selbst auf die Lauer legen würde.

    Die Linke gratuliert Fidel zum Geburtstag. Gut, auch ein schwerwiegender Verstoß gegen unsere Verfassung, aber betteln bei Kommunisten? Da müssen doch bei Dobrindt wirklich alle Lampen angehen.

    5 Leserempfehlungen
  4. ist klar. Wie darfs denn weitergehen?

    Wir verabschieden uns von Demokratie, Umweltschutz, Menschenrechten damit wir von China gepampert werden? Oder wie??

    Mal im Ernst, China wird selbst bald Probleme mit Immobilien kriegen. Das wird nicht mehr lange dauern.
    Wann ist ein Ende dieses Geldirrsinns in Sicht??

    Wann ist genug denn endlich genug?

    Es müssen endlich andere Denkansätze her:

    http://www.kultkino.ch/ku...

    http://www.drs2.ch/www/de...

    http://finanzierungbge.ad...

    Eine Leserempfehlung
  5. Leider gab es kein Geld für Europa laut Handelsblatt,also
    wird Merkel woanders betteln müssen und wie soll das gehen,
    Sparen und Wachstum?Dieses System neigt sich dem Ende zu,
    nur hat das noch keiner begriffen,denn ohne Wachstum geht
    nun mal nichts bei der Verschuldung aller EU-Länder und Geld
    für neue Konjunkturprogramme ist nicht mehr vorhanden.Mit
    Propaganda löst man keine Krisen und die Banken scheinen
    selber auch kein Geld mehr zu haben,so warten wir auf den
    Schuldenschnitt in Griechenland.Wahrscheinlich wird der Mer-
    kel-Besuch von China aber wieder als grosser Erfolg gefeiert
    in den Medien in Deutschland wie so oft,bloss entspricht das
    nicht der Wahrheit,China wird kein Geld geben,die besagten
    Reformen werden in Südeuropa ausbleiben,weil gerade die Po-
    litik bei sich überhaupt nicht spart.Wer Sparen verlangt,
    sollte mit gutem Beispiel voran gehen,leider macht das Kei-
    ner.

    2 Leserempfehlungen
  6. China hält Merkel bei "Zusagen" hin - und das nennt man dann "in Aussicht stellen".

    "Zusagen" gab es am Anfang auch bei Sunways in Konstanz. Und jetzt sieht es wohl so aus ( aus der Financel Times ) :

    Ziel des Konzerns aus Xinyu im Osten Chinas ist, das deutsche Unternehmen ganz zu schlucken. Für Ende Januar ist ein Übernahmeangebot an die die übrigen Sunways-Eigner geplant.

    Gott sei Dank wurden die Muppets wiederbelebt.

    Eine Leserempfehlung
  7. "Es sei wichtig, dass die internationale Gemeinschaft bei den Vereinten Nationen mit einer Stimme spreche..."

    "Es sei wichtig, das Europa in dieser Sache mit einer Stimme spreche..."

    "Es sei wichtig, dass die Koalition in dieser Frage mit einer Stimme spreche..."

    "...mit meiner."

    Ist das nicht ein bischen zynisch, dass Merkel ein Land auffordert für eine Resolution gegen die Verletzung der Menschenrechte in Syrien zu stimmen, welches selbst nur durch die gänzliche Überwindung der Menschenrechte zu solch wirtschaftlicher Blüte gelangte?

    Zumindest kann sich Merkel auf einen neuen Titel freuen.
    She's the beggar queen of good ol' europe, at least in china.

    MfG
    AoM

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