Der Nato-Stützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein © Ralph Orlowski/Getty Images

Das Kommando für den geplanten Raketenabwehrschild der Nato wird auf ihrem Stützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein eingerichtet. Das sagte ein Nato-Diplomat bei dem Treffen der Verteidigungsminister des Militärbündnisses in Brüssel . Der Raketenschild soll Europa Schutz bieten vor einer möglichen Bedrohung durch Mittelstreckenraketen.

Bei dem Treffen wollte Verteidigungsminister Thomas de Maizière diese Angaben nicht bestätigen. Stattdessen verwies der CDU-Politiker auf die Überlegungen, US-Truppen aus Deutschland abzuziehen. "Aber auch nach dem Abzug, der da in Rede steht, wird Deutschland die wichtigste, strategisch bedeutendste Stationierung der Vereinigten Staaten in Europa sein", sagte de Maizière. "Das begrüßen wir sehr, und dazu gehört insbesondere auch Ramstein in seiner für die Luftwaffe strategischen Bedeutung."

Bei dem Raketenschild gehe es "um eine in Europa stationierte Raketenabwehr gegen Bedrohungen aus dem Nahen Osten, insbesondere aus dem Iran", sagte der deutsche Verteidigungsminister. "Deutschland kann sich vorstellen, die Patriot-Raketen, die in Deutschland sind, auch als Teil dieses Systems zur Verfügung zu stellen."

Mehrere Staaten hatten bereits ihre Beteiligung an dem Schild zugesagt, unter ihnen Polen , Spanien , Rumänien und die Türkei . So sollen in Spanien bis zum Jahr 2013 mit einem Raketenabfangsystem ausgestattete US-Militärschiffe auf einer US-Marinebasis im südlichen Rota stationiert werden.

Streit um Raketenabwehrschild mit Russland

Der Raketenschild stößt in Russland auf massive Vorbehalte . Die ursprünglichen Pläne der US-Regierung unter dem damaligen Präsidenten George W. Bush wurden zwar aufgegeben, doch dringt Washington innerhalb der Nato weiter auf die Realisierung des Raketenschildes.

Der stellvertretende russische Verteidigungsminister Anatoli Antonow sagte, dass es in den Verhandlungen zwischen Washington und Moskau keine Fortschritte gebe. "Es ist deprimierend, dass sich die Situation nicht ändert", sagte Antonow. Moskau beklagt seit Jahren, dass Washington russische Sicherheitsbedenken nicht berücksichtige. Russland will schriftliche Garantien der USA , dass das Projekt nicht gegen das Land selbst gerichtet ist.

US-Außenministerin Hillary Clinton hatte erklärt, der Schild richte sich nicht gegen Russland , sondern vor allem gegen den Iran und andere Akteure, die bedrohliche Raketentechnik entwickelten. Moskau droht damit, den für Mai geplanten Russland-Nato-Gipfel in Chicago platzen zu lassen, falls es bis dahin keine Einigung gibt.

Mitten in dem Streit um die geplante Raketenabwehr wollen die Nato und Russland jedoch im März ein gemeinsames Computer-Manöver in Deutschland abhalten. Das genaue Datum und der Ort für das Training stünden aber noch nicht fest, sagte Verteidigungsminister Antonow der russischen Agentur Interfax.