Wahl in Russland Wieder protestieren Zehntausende gegen Putin
Kurz vor der Präsidentenwahl in Russland haben Oppositionelle gegen den Kreml-Kandidaten demonstriert. Für Aufsehen sorgte ein Zwischenfall in Moskaus Erlöserkathedrale.
© Sergei Ilnitsky/dpa/picture alliance

Zehntausende Oppositionelle bilden eine Menschenkette gegen den Präsidentschaftkandidaten Putin.
Mit einer kilometerlangen Menschenkette haben Regierungsgegner in Moskau eine Woche vor der Präsidentenwahl gegen Kremlkandidat Wladimir Putin protestiert. "Russland ohne Putin!", forderten die Demonstranten auf dem 15,6 Kilometer langen Gartenring im Zentrum der Hauptstadt. Ziel der friedlichen Aktion war es, dass sich etwa 35.000 Menschen mit weißen Bändchen am Revers entlang des Rings als Zeichen ihrer geschlossenen Opposition an den Händen hielten. Es war die größte von mehreren landesweiten Protestaktionen "Für ehrliche Wahlen" am Wochenende.
Die Polizei sprach von mehr als 11.000 Teilnehmern, die Organisatoren hingegen von mehr als 30.000. Der Sieg Putins bei der Abstimmung am 4. März gilt als sicher. Einige Dutzend Anhänger des Regierungschefs stellten sich der Kette am Park Kultury gegenüber – sie trugen Herzen mit der Aufschrift: "Putin liebt alle".
Für Aufsehen sorgte ein Anti-Putin-Protest der vermummten Frauen-Punk-Band Pussy Riots, die in die Moskauer Erlöserkathedrale eindrang. Das Mutterhaus der russisch-orthodoxen Kirche gilt als nationales Heiligtum. Die Band führte ein Punk-Gebet auf mit dem Wunsch, dass Putins Herrschaft ende, wie ein im Internet verbreitetes Video zeigt. Die Polizei leitete ein Verfahren gegen die geflüchteten Frauen ein.
Auch in vielen anderen Städten Russlands protestierten Menschen gegen die umstrittene Rückkehr des früheren Geheimdienstchefs in den Kreml. Dort traten am Sonntag Politiker der linkskonservativen Partei Gerechtes Russland und der zur Wahl nicht zugelassenen Oppositionspartei Jabloko auf.
Oppositionelle wollen Wahlzettel ungültig machen
Die Opposition hat für den Fall von Putins Sieg in erster Runde am nächsten Sonntag zu landesweiten Massenprotesten aufgerufen. Die Regierungsgegner bezweifeln angesichts der Proteststimmung im Land, dass Putin mehr Stimmen bekommen kann als alle anderen Mitbewerber zusammen. Sie hoffen daher auf eine Stichwahl.
Die Partei des von der Wahl ausgeschlossenen Oppositionspolitikers Grigori Jawlinski empfahl den Wählern, aus Protest gegen politische Willkür alle Kandidaten auf den Stimmzetteln durchzustreichen. Damit würden die Wahlzettel ungültig und könnten nicht für Fälschungen missbraucht werden, sagte der Chef der Jabloko-Partei, Sergej Mitrochin. Die Wahlberechtigten sollten außerdem Jawlinskis Namen unter den anderen Bewerbern notieren.
Gegen mögliche Fälschungen bei der Präsidentenwahl hatten bereits am Samstag in St. Petersburg auch Kreml-Gegner und der ehemalige Schachweltmeister Garri Kasparow sowie der prominente Anwalt und Blogger Alexej Navalny protestiert. Die Revolution, die Russland brauche, müsse ohne Gewalt vonstatten gehen, sagte Navalny. Das Internetportal kasparov.ru gab die Zahl der Demonstranten mit 15.000 an, die Polizei dagegen sprach von nur 2.500 Menschen.
Putin ist seit mehr als zwölf Jahren in verschiedenen Ämtern an der Macht und war bereits von 2000 bis 2008 Präsident.
- Datum 26.02.2012 - 17:37 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 41
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Helmut Kohl war noch länger am Ruder!
Kohl wurde demokratisch gewählt, niemand musste für ihn "demonstrieren". Er wurde auch demokratisch abgewählt.
in Russland beherrscht man noch nicht die subtilen Methoden der CDU!!!
Kohl wurde demokratisch gewählt, niemand musste für ihn "demonstrieren". Er wurde auch demokratisch abgewählt.
in Russland beherrscht man noch nicht die subtilen Methoden der CDU!!!
...für die russischen Wähler repräsentativ sind!?
Letztendlich sagen uns die ganzen "böser-Putin-Artikel" doch nur eins: der "Westen" sorgt sich um seine "Allmacht" auf dem Globus!
"Ob die ganzen Demonstranten für die russischen Wähler repräsentativ sind!?"
Das waren wir 89 in der DDR auch nicht. Bei den paar Leuten, die im Oktober auf der Schönhauser Allee den Bullen gegenüber standen, waren wir das definitiv nicht. Wollen sie uns deswegen jetzt wieder einmauern?
"Ob die ganzen Demonstranten für die russischen Wähler repräsentativ sind!?"
Das waren wir 89 in der DDR auch nicht. Bei den paar Leuten, die im Oktober auf der Schönhauser Allee den Bullen gegenüber standen, waren wir das definitiv nicht. Wollen sie uns deswegen jetzt wieder einmauern?
putin ist kein demokrat, das wissen wir doch.
solche berichte wir der oben suggerieren aber das falsche bild.
die mehrheit der russen akzeptiert das so, weil er gegenüber schwätzer gorbatschow und säufer jelzin der bessere ist und eine wirkliche politische personelle aber auch inhaltliche alternative nicht da ist.
da nützt die kette leider gar nichts ...
Gorbatschow ist seit über zwanzig Jahren nicht mehr in der Politik und steht nicht zur Wahl. Jelzin kann noch weniger der Bessere sein, weil er seit fünf Jahren tot ist. Putin war nicht die Alternative zu Jelzin, vielmehr übergab er selbst die Regierungsgeschäfte an Putin (1999), der ein Jahr später zum Präsidenten gewählt wurde.
Was eine potenzielle Alternative hätte sein können, wurde von Putin seit jeher akribisch und mehr oder weniger geräuschlos – gelang nicht immer, siehe Chodorkowskij – weggeräumt. Weil er, der er sich als Halbgott und Genie findet, keine Konkurrenz duldet. Die Formulierung „die Mehrheit der Russen akzeptiert das so“ ist heute nicht mehr richtig. Das galt nur am Anfang der Amtszeit Putins. Skeptisch wurde man bereits schon früh, als er den Geheimdienst FSB massiv auszubauen begann. Eine seiner ersten Amtshandlungen war ja die Gründung von 5 neuen FSB-Ausbildungszentren. Je länger je mehr entpuppte er sich als großer Schwätzer, der außer sich bereichern, die Korruption pflegen und seine Macht abzusichern nichts für Russland tat. So wie fast alle sein Vorgänger. Heute sorgt er dafür, dass so viele Stimmen in den Wahlurnen zu finden sind, wie es braucht, damit er komfortabel gewählt ist, aber der Wahlbetrug nicht auffällt. Davon haben die meisten Russen die Nase gestrichen voll. Würden alle auf die Straße gehen, die nichts von Putin halten, wären dies Millionen. Warum sie es nicht tun, weiß jeder, der Russland nicht bloß aus den Medienberichten kennt.
ich weiß nicht, ob du mich absichtlich falsch verstanden hast.
die aussage lautete, die russen die alle drei erlebt haben, oder erleben mußten,sehen in putin zwangsläufig den erfolgreichsten. das übersehen wir geflissentlich.
eine alternative zu diktator putin muss also garantiern, nicht wieder abzurutschen und besser soll es auch noch sein.
da gibts nichts, so einfach ist das. das putin alle weggebissen hat, auch richtig. und da der russe nicht doof ist,orienteirt er auf kleine verbesserungen und keine "revolution" ...
Gorbatschow ist seit über zwanzig Jahren nicht mehr in der Politik und steht nicht zur Wahl. Jelzin kann noch weniger der Bessere sein, weil er seit fünf Jahren tot ist. Putin war nicht die Alternative zu Jelzin, vielmehr übergab er selbst die Regierungsgeschäfte an Putin (1999), der ein Jahr später zum Präsidenten gewählt wurde.
Was eine potenzielle Alternative hätte sein können, wurde von Putin seit jeher akribisch und mehr oder weniger geräuschlos – gelang nicht immer, siehe Chodorkowskij – weggeräumt. Weil er, der er sich als Halbgott und Genie findet, keine Konkurrenz duldet. Die Formulierung „die Mehrheit der Russen akzeptiert das so“ ist heute nicht mehr richtig. Das galt nur am Anfang der Amtszeit Putins. Skeptisch wurde man bereits schon früh, als er den Geheimdienst FSB massiv auszubauen begann. Eine seiner ersten Amtshandlungen war ja die Gründung von 5 neuen FSB-Ausbildungszentren. Je länger je mehr entpuppte er sich als großer Schwätzer, der außer sich bereichern, die Korruption pflegen und seine Macht abzusichern nichts für Russland tat. So wie fast alle sein Vorgänger. Heute sorgt er dafür, dass so viele Stimmen in den Wahlurnen zu finden sind, wie es braucht, damit er komfortabel gewählt ist, aber der Wahlbetrug nicht auffällt. Davon haben die meisten Russen die Nase gestrichen voll. Würden alle auf die Straße gehen, die nichts von Putin halten, wären dies Millionen. Warum sie es nicht tun, weiß jeder, der Russland nicht bloß aus den Medienberichten kennt.
ich weiß nicht, ob du mich absichtlich falsch verstanden hast.
die aussage lautete, die russen die alle drei erlebt haben, oder erleben mußten,sehen in putin zwangsläufig den erfolgreichsten. das übersehen wir geflissentlich.
eine alternative zu diktator putin muss also garantiern, nicht wieder abzurutschen und besser soll es auch noch sein.
da gibts nichts, so einfach ist das. das putin alle weggebissen hat, auch richtig. und da der russe nicht doof ist,orienteirt er auf kleine verbesserungen und keine "revolution" ...
"Ob die ganzen Demonstranten für die russischen Wähler repräsentativ sind!?"
Das waren wir 89 in der DDR auch nicht. Bei den paar Leuten, die im Oktober auf der Schönhauser Allee den Bullen gegenüber standen, waren wir das definitiv nicht. Wollen sie uns deswegen jetzt wieder einmauern?
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf rein provozierende Äußerungen. Danke, die Redaktion/jz
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf rein provozierende Äußerungen. Danke, die Redaktion/jz
als Ausdruck einer geschlossenen Opposition zu bezeichnen ist angesichts einer Gesamteinwohnerzahl Moskaus von rund 11,5 Millionen nicht mal als Witz gut. So etwas nenne ich tendenziöse Berichterstattung. Damit stelle ich die Absicht der Demonstranten und deren Forderungen nach transparenten Präsidentenwahlen keineswegs in Abrede, versuche jedoch dabei, auf dem Teppich zu bleiben.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf rein provozierende Äußerungen. Danke, die Redaktion/jz
Gorbatschow ist seit über zwanzig Jahren nicht mehr in der Politik und steht nicht zur Wahl. Jelzin kann noch weniger der Bessere sein, weil er seit fünf Jahren tot ist. Putin war nicht die Alternative zu Jelzin, vielmehr übergab er selbst die Regierungsgeschäfte an Putin (1999), der ein Jahr später zum Präsidenten gewählt wurde.
Was eine potenzielle Alternative hätte sein können, wurde von Putin seit jeher akribisch und mehr oder weniger geräuschlos – gelang nicht immer, siehe Chodorkowskij – weggeräumt. Weil er, der er sich als Halbgott und Genie findet, keine Konkurrenz duldet. Die Formulierung „die Mehrheit der Russen akzeptiert das so“ ist heute nicht mehr richtig. Das galt nur am Anfang der Amtszeit Putins. Skeptisch wurde man bereits schon früh, als er den Geheimdienst FSB massiv auszubauen begann. Eine seiner ersten Amtshandlungen war ja die Gründung von 5 neuen FSB-Ausbildungszentren. Je länger je mehr entpuppte er sich als großer Schwätzer, der außer sich bereichern, die Korruption pflegen und seine Macht abzusichern nichts für Russland tat. So wie fast alle sein Vorgänger. Heute sorgt er dafür, dass so viele Stimmen in den Wahlurnen zu finden sind, wie es braucht, damit er komfortabel gewählt ist, aber der Wahlbetrug nicht auffällt. Davon haben die meisten Russen die Nase gestrichen voll. Würden alle auf die Straße gehen, die nichts von Putin halten, wären dies Millionen. Warum sie es nicht tun, weiß jeder, der Russland nicht bloß aus den Medienberichten kennt.
Sie behaupten: "Würden alle auf die Straße gehen, die nichts von Putin halten, wären dies Millionen. Warum sie es nicht tun, weiß jeder, der Russland nicht bloß aus den Medienberichten kennt." Dann sagen Sie doch bitte die Gründe dafür, lassen Sie uns doch nicht dumm sterben.
Dennoch, selten so viel falsches gelesen. Als ich Chodorkowskij las, fragte ich mich, ob Sie Михаил Борисович Ходорковский meinen, der zurecht wegen Steuerhinterziehung hinter Gittern sitzt. Vor 4-5 Monaten haben deutsche Ermittler aus Versehen Schwarzgeld auf Schweizer-Konten gefunden, die diesem netten "Demokraten" gehören.
Zu Putin, der natürlich nur durch reines bestechen über 100.000 Personen versammeln kann, dieser Mann hat in seiner Regierungszeit es geschafft der verhungernden Bevölkerung Wohlstand zu ermöglicht. Jelzin hat auch Wohlstand ermöglicht, jedoch nur für einpaar handvoll Personen.
Putin ist nicht ideal, ich hätte gewünscht, dass es bei den Regierungsposten keine Änderungen gibt, ich hoffe jedoch, dass in 6 Jahren Putin dann auch endlich Schluss macht.
Sie behaupten: "Würden alle auf die Straße gehen, die nichts von Putin halten, wären dies Millionen. Warum sie es nicht tun, weiß jeder, der Russland nicht bloß aus den Medienberichten kennt." Dann sagen Sie doch bitte die Gründe dafür, lassen Sie uns doch nicht dumm sterben.
Dennoch, selten so viel falsches gelesen. Als ich Chodorkowskij las, fragte ich mich, ob Sie Михаил Борисович Ходорковский meinen, der zurecht wegen Steuerhinterziehung hinter Gittern sitzt. Vor 4-5 Monaten haben deutsche Ermittler aus Versehen Schwarzgeld auf Schweizer-Konten gefunden, die diesem netten "Demokraten" gehören.
Zu Putin, der natürlich nur durch reines bestechen über 100.000 Personen versammeln kann, dieser Mann hat in seiner Regierungszeit es geschafft der verhungernden Bevölkerung Wohlstand zu ermöglicht. Jelzin hat auch Wohlstand ermöglicht, jedoch nur für einpaar handvoll Personen.
Putin ist nicht ideal, ich hätte gewünscht, dass es bei den Regierungsposten keine Änderungen gibt, ich hoffe jedoch, dass in 6 Jahren Putin dann auch endlich Schluss macht.
Sehr sinnig, weil man ja weis das er gewählt werden wird!
Man will ja einen Milliardär an der Spitze sehen um sich dann zu wundern das es dann das Militär sein dürfte.
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