Afrika : Al-Shabaab verkündet Beitritt zu Al-Kaida

Die somalische Al-Shabaab-Miliz schließt sich dem Terrornetzwerk an. Experten befürchten dadurch einen erheblich stärkeren Einfluss von Al-Kaida in Afrika.

Die radikalislamische Al-Shabaab-Miliz in Somalia hat sich mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida zusammengetan. Entsprechend habe sich ein Anführer der Organisation in einem veröffentlichten Video geäußert, teilte das auf die Auswertung islamistischer Websites spezialisierte US-Unternehmen IntelCenter mit.

Im ersten Teil des Videos ist Shabaab-Milizenführer Ahmed Abdi Godane zu hören, wie er Al-Kaida verspricht, seine Kämpfer würden dem Terrornetzwerk als "treue Soldaten dienen".

Al-Kaida-Chef Aiman al-Sawahiri , Nachfolger des im Vorjahr getöteten Osama bin Laden , sagte, diese Nachricht werde die "Kreuzfahrer" – also den Westen – ärgern. "Die dschihadistische Bewegung wird immer größer und breitet sich in der muslimischen Nation aus, obwohl gegen sie der heftigste Kreuzzug des Westens in der Geschichte geführt wird."

Nach Einschätzung von IntelCenter werde damit der Einfluss von Al-Kaida in Afrika erheblich gestärkt. Die Bedrohung durch derartige Terrororganisationen nehme für die USA und andere westliche Staaten zu.

Terror-Experten hatten Al-Schabaab seit Langem als Ableger Al-Kaidas in Ostafrika eingestuft. 2009 hatte die Miliz bereits in einer Videobotschaft dem Anfang Mai 2011 bei einer US-Kommandoaktion getöteten damaligen Al-Kaida-Anführer Osama bin Laden Treue geschworen. Zudem sollen Al-Schabaab-Kämpfer in Lagern der Al-Kaida ausgebildet worden sein.

Die Miliz kämpft seit Jahren gegen die schwache Übergangsregierung in Somalia. Sie kontrolliert weite Teile des Südens und des Zentrums des ostafrikanischen Landes und bekannte sich zu mehreren schweren Bombenanschlägen auch in anderen afrikanischen Ländern.

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Kommentare

10 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Militärische Lösungen gibt es nicht

Navy Seals sind nicht die Lösung sondern Symbol für die Ursachen der
terroristischen Reaktionen im Islam. Der westliche Kulturimperialismus
läßt weltweit keinen Platz für unamerikanische Lebensorganisation.
Industie-Fangflotten haben den Somaliern die Fische weggefangen. Gleichzeitig wird Werbung gemacht für Fernsehen, Handys, Autos und all jenem Unsinn, mit dem wir im Westen unsere Lebenszeit vergeuden. Das Glücksversprechen hinter dem Konsum ist Betrug. Fische und Brot sind wichtiger als Fernsehen und Autos.

Wer Selbstmordattentate durchführt

reagiert nicht auf "Kulturmperialismus", sondern ist ein [langer Strom von Verbalinjurien]. Da geht es nicht um irgendwelche Lebensorganisationen. Oder weggefischte Ressourcen.

Da geht es um mörderische Kulte, welche alles hassen, was nicht in ihre sehr engstirnige Weltsicht passt.

Dagegen helfen nur Navy SEALS. Oder wie auch immer die Jungs bei den Chinese heißen.

Sie sind lustig TomFynn

Nach Ihrer Argumentation zu urteilen, hauen Sie sich selbst auch mit dem Hammer auf den kleinen Finger, wenn Sie Zahnschmerzen haben.

Ihre Navy Seals können vielleicht ein paar üble Folgen bekämpfen, aber nicht die Ursachen.

Religiöser Fanatismus mit der Bereitschaft zur Selbstopferung entsteht bei Menschen, die keine andere Perspektive mehr im Leben haben.
Diese anderen Perspektiven wurden ihnen von Großbanken und Konzernen genommen, die arme afrikanische Staaten erst in die Schuldenfalle getrieben und anschließend deren Ressourcen geraubt haben. So etwas nennt man gemeinhin Kolonialismus, bzw. Neokolonialismus, da es ja keine öffentlichen Verwaltungstrukturen der Kolonialherren gibt.

Geben Sie den Menschen dort neue Perspektiven, für die es sich lohnt in Frieden zu leben und solche Auswüchse werden über die Zeit von alleine verschwinden.

Nur müsste sich dann die kriegstreiberische Rüstungslobby im "moralisch überlegenen" Westen neue Feindbilder schaffen, um die Rüstungsgüter im großen Maßstab abzusetzen.

Ich würde Ihnen gerne Unwissenheit unterstellen, aber damit würde ich ihre vorurteilgeprägte Denkbequemlichkeit aufwerten, die es Ihnen verwehrt, Dinge tiefer zu hinterfragen und Zusammenhänge zu erkennen.
Sehen Sie diesen Angriff bitte als konstrruktive Herausforderung.

MfG
AoM

Mich interessiert nicht

ob Navy SEALS die tiefer sitzenden Probleme der Welt lösen. Wenn z.B. die Menschen in Afrika zur Revolution schreiten, um sich von der Fremdherrschaft - oder auch den eigenen Kamadrillas - zu befreien, dann soll mir das recht sein.

Wenn Menschen allerdings die Missstände nutzen, um ihre eigene engstirnige Ideologie voranzutreiben *ohne dabei die Probleme als solche zu lösen*, ja ohne auch nur den Versuch dazu zu machen, da sie ja vom den Missverhältnissen politisch profitieren, und da auch noch Menschen mit hinein ziehen die für die Probleme nun mal gerade gar nichts können, dann hört das Verständnis auf.

El Qaida und Co sind keine Partisanen mit einem legitimem Anspruch auf Selbstverteidigung. Das sind Mörderbanden. Und gehören auch genauso behandelt. Und für diese spezifische Behandlung sind Navy SEALS nun mal am besten geeignet.

sie werden immer mächtiger!

somalia....is weit weg,oder doch nich? woran erkennt ottonormalo einen shabaab oder al-kaida sympatisanten?in ballungszentren wie bahnhöfen flughäfen in deutschland sehen sie alle gleich unbedeutend aus.an ihrem eventuell vorhandenen arbeitsplatz merkt man auch nichts davon also machen wir uns nichts vor.
in ihrer heimat sind sie auch nur normalos!!!