Bürgerkrieg : Kofi Annan soll Syrien befrieden

Der frühere UN-Generalsekretär Annan ist zum Sondergesandten für Syrien ernannt worden. Er soll zwischen den Konfliktparteien vermitteln. Derweil lässt Assad feuern.
Der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan © Rafa Rivas/AFP/Getty Images

Der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan soll die zentrale Rolle bei den Bemühungen um ein Ende der Syrien-Krise spielen. Der 73-jährige Ghanaer wurde zum "gemeinsamen Sondergesandten der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga für die Krise in Syrien " ernannt, teilten die beiden Organisationen.

Der Sondergesandte werde "seine Dienste zur Verfügung stellen, um die Gewalt und Menschenrechtsverletzungen zu beenden und eine friedliche Lösung der Krise in Syrien zu erreichen", hieß es in der gemeinsamen Erklärung. Sie seien "dankbar", dass sich Annan in dieser schwierigen Zeit für das syrische Volk dieser wichtigen Aufgabe annehmen wolle, sagten die Generalsekretäre der UN und der Arabischen Liga, Ban Ki Moon und Nabil al-Arabi. Ein Stellvertreter aus dem arabischen Raum soll Annan an die Seite gestellt werden.

Annan werde inner- und außerhalb Syriens Gespräche mit allen entscheidenden Akteuren führen, damit die Gewalt und die humanitäre Krise beendet werde. Er wolle dazu beitragen, dass eine von Syrern selbst angeführte friedliche und umfassende politische Lösung gefunden werde.

Durch einen "umfangreichen politischen Dialog zwischen der Regierung und dem gesamten Spektrum der Opposition" solle den demokratischen Bestrebungen des syrischen Volkes Rechnung getragen werden, hieß es in der gemeinsamen Mitteilung.

Militär setzt schweren Artilleriebeschuss fort

Das Regime von Machthaber Baschar al-Assad gibt sich von den internationalen Bemühungen unbeeindruckt. Das Militär setzt den schweren Artilleriebeschuss in Gebieten fort , in denen Oppositionelle wohnen. Landesweit starben nach Angaben von Aktivisten am Donnerstag mindestens 47 Menschen.

In den von der Opposition beeinflussten Gebieten ist die Lage weiter schwierig: Medikamente und Lebensmittel gehen aus. Zahlreiche Organisationen aus der arabischen Welt appellierten an die Vereinten Nationen, rasch eine gemeinsame Strategie für ein Ende der Gewalt zu entwickeln. Die Menschenrechtsverletzungen müssten sofort gestoppt werden.

In der tunesischen Hauptstadt Tunis findet nun ein Treffen der neu gegründeten Kontaktgruppe Freunde des syrischen Volkes statt. Dabei wollen Vertreter von mehr als 60 Staaten und internationalen Organisationen ihre Unterstützung für die syrische Opposition bekräftigen sowie über Auswege aus der Gewalt und der humanitären Krise in Syrien beraten. Russland und China nehmen an der Konferenz nicht teil.

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Kommentare

23 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Mal ein anderer Ansatz:

Warum schicken die "befreiten" Länder wie Tunesien, Libyen und Ägypten keine Truppen nach Syrien um dort Ihre arabischen Brüder beim Freiheitskampf zu unterstützen ? Mit Rückendeckung der arabischen Liga ?

Friedlich kann man Assad nicht beikommen, dazu hat er und seine Kleptokratie viel zu lange Zeit verstreichen lassen, um Syrien zu demokratisieren und zu öffnen.

Das machen die "befreiten" Länder...

...schon länger - und sie werden dabei sogar von NATO-Staaten unterstützt! Neu ist dieser Ansatz nicht...

Der Krieg wird schließlich so am Laufen gehalten, da das einheimische "revolutionäre Potential" zu schwach ist.

Einfach mal bei den ausländischen Medien nachlesen, was sich z.B. an den syrischen Grenzen so abspielt.

http://rt.com/
http://www.bbc.co.uk/
http://www.strategic-cult...

Kein Respekt vor Kofi Annan

Dieser Mann ist für eine solche Mission völlig ungeeignet.

Ich möchte daran erinnern, wie Kofi Annan sich beim Völkermord in Ruanda 1994 verhalten hat. Er hat damals eine große Schuld auf sich geladen durch seine Untätigkeit und "Verniedlichung". An seiner Stelle hätte ich mich nach diesem unfassbaren Gemetzel aus der Öffentlichkeit für immer zurückgezogen. Aber ich bin vielleicht auch sensibler, als mancher Offizieller.

Ich halte Herrn Annan....

... für einen höchst honorigen und ehrbaren Menschen, der viel im Dienste der Weltbefriedung geleistet hat und noch heute leistet, dennoch betrachte ich diese Syrienreise eher als Verlegenheitsaktion der UN, welche aus der Uneinigkeit und der Blockadehaltung Chinas und Russlands hervorgeht.

Es erscheint mir fasst, als wolle der gute Großvater seinem Drogenabhängigen Enkel, die Gefahren von Sucht näher bringen und mit erhobenen Finger mahnen: "Nein mein Junge so geht das nicht! Geh bitte mal in dich."

Kofi Annan reist mit leeren Händen, weil Assad und Syrien wissen, dass Sanktionen der UN nahezu ausgeschlossen sind, aber ohne Verhandlungsmittel, wird er abreisen wie er ankam, ohne wirkliches Ergebnis.

Huch? Ein ganzes Jahr geschlafen?

Der "Quasselclub", wie sie ihn nennen, hat unter lautem Gemecker von interessierten Kreisen im letzten Jahr die "responsibility to protect" umgesetzt, der Einsatz der NATO in Libyen erfolgte NUR aufgrund einer UN-Resolution. Allerdings war Gaddafi auch so abgedreht, dass nicht einmal Russland und China ernsthaft an seiner Beibehaltung interessiert sein konnten.

Bei Assad ist das anders, dort gibt es für diese Vetomächte Interessen zu wahren. Allerdings haben Massenmörder im Inland immer Probleme mit der Legitimität, dass sollten diese bedenken, wenn ihnen Stabilität in der Region als höchstes Gut erscheinen.