Der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan soll die zentrale Rolle bei den Bemühungen um ein Ende der Syrien-Krise spielen. Der 73-jährige Ghanaer wurde zum "gemeinsamen Sondergesandten der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga für die Krise in Syrien " ernannt, teilten die beiden Organisationen.

Der Sondergesandte werde "seine Dienste zur Verfügung stellen, um die Gewalt und Menschenrechtsverletzungen zu beenden und eine friedliche Lösung der Krise in Syrien zu erreichen", hieß es in der gemeinsamen Erklärung. Sie seien "dankbar", dass sich Annan in dieser schwierigen Zeit für das syrische Volk dieser wichtigen Aufgabe annehmen wolle, sagten die Generalsekretäre der UN und der Arabischen Liga, Ban Ki Moon und Nabil al-Arabi. Ein Stellvertreter aus dem arabischen Raum soll Annan an die Seite gestellt werden.

Annan werde inner- und außerhalb Syriens Gespräche mit allen entscheidenden Akteuren führen, damit die Gewalt und die humanitäre Krise beendet werde. Er wolle dazu beitragen, dass eine von Syrern selbst angeführte friedliche und umfassende politische Lösung gefunden werde.

Durch einen "umfangreichen politischen Dialog zwischen der Regierung und dem gesamten Spektrum der Opposition" solle den demokratischen Bestrebungen des syrischen Volkes Rechnung getragen werden, hieß es in der gemeinsamen Mitteilung.

Militär setzt schweren Artilleriebeschuss fort

Das Regime von Machthaber Baschar al-Assad gibt sich von den internationalen Bemühungen unbeeindruckt. Das Militär setzt den schweren Artilleriebeschuss in Gebieten fort , in denen Oppositionelle wohnen. Landesweit starben nach Angaben von Aktivisten am Donnerstag mindestens 47 Menschen.

In den von der Opposition beeinflussten Gebieten ist die Lage weiter schwierig: Medikamente und Lebensmittel gehen aus. Zahlreiche Organisationen aus der arabischen Welt appellierten an die Vereinten Nationen, rasch eine gemeinsame Strategie für ein Ende der Gewalt zu entwickeln. Die Menschenrechtsverletzungen müssten sofort gestoppt werden.

In der tunesischen Hauptstadt Tunis findet nun ein Treffen der neu gegründeten Kontaktgruppe Freunde des syrischen Volkes statt. Dabei wollen Vertreter von mehr als 60 Staaten und internationalen Organisationen ihre Unterstützung für die syrische Opposition bekräftigen sowie über Auswege aus der Gewalt und der humanitären Krise in Syrien beraten. Russland und China nehmen an der Konferenz nicht teil.