Syrien-KriegAssads Feldzug gegen die Bewohner von Homs

Syriens Armee geht in einer großen Offensive gegen die Protest-Städte vor. In der Stadt Homs stürmen die Soldaten die Viertel der Aufständischen.

Jahrelang hat die Berliner Autorin Gabriela M. Keller in Damaskus gelebt, noch immer ist sie in Syrien bestens vernetzt. In den vergangenen Tagen hat sie Augenzeugenberichte ihrer Konktaktleute eingesammelt. Hier ist ihr Bericht:

Das Bombardement auf die Stadt Homs hat etwas nachgelassen. Es gehen jetzt weniger Raketen und Mörsergranaten auf die Stadt nieder, doch stattdessen haben Assads Panzer das Feuer in den Wohnsiedlungen verstärkt. Und aus schweren Maschinengewehren, die auf Fahrzeugen angebracht sind, schießen seine Soldaten in die Häuser. Die Streitkräfte haben begonnen, in die Viertel vorzudringen, die wochenlang unter Kontrolle der Aufständischen standen. Das Stakkato ihrer Schüsse hallt durch die Stadt, als Abu Abdo al Homsi ans Telefon geht. "So ist das normale Leben in Homs", sagt der junge Aktivist. "Unsere Gefühle sind mittlerweile völlig abgestorben. Wir fühlen uns nur noch taub."

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Seit Freitagabend treibt die Armee in Homs eine Offensive von bisher beispielloser Brutalität voran. Die Truppen haben sich um die Stadt zusammengezogen und feuern am Tag und in der Nacht über Stunden mit schwerer Artillerie auf die Siedlungen. Die Anwohner verkriechen sich in ihren Häusern, doch es hilft ihnen nicht. Die Waschbetonwände der Wohnblocks knicken unter dem Beschuss ein wie Styroporplatten. 36 Gebäude sollen allein in der Nacht zu Samstag zusammengebrochen sein; ganze Familien wurden unter den Trümmern begraben. Insgesamt wird die Zahl der Toten in den vergangenen Tagen auf etwa 350 geschätzt.

Hinzu kommen mehr als 1.000 zum Teil schwer Verletzte. Seitdem die Raketen eine der vier Untergrund-Kliniken zerstört haben, werden die Verwundeten zum Teil in Moscheen und Privathäusern versorgt. "Diejenigen, die noch am Leben sind, kümmern sich um die Sterbenden", sagt Abo Abdo al Homsi. "Die Sicherheitskräfte lassen keine Krankenwagen in die Stadt fahren. Deswegen verbluten viele, ehe ihnen geholfen werden kann." Zudem fehlt es in den Lazaretten an allem, Desinfektionsmittel, Blutkonserven, Verbandsmaterial. "Einige Apotheker versuchen, Medikamente in die belagerten Viertel zu schmuggeln", sagt Mohammed, ein Aktivist im Vorort al Inshaat. "Am Montag haben die Soldaten einen von ihnen erwischt und auf der Stelle erschossen."

Kein Ort hat die Gewalt so heftig getroffen wie Homs

Das, was die Aktivisten schildern, lässt sich von Deutschland aus nicht unabhängig prüfen. Doch eine Flut von Videoclips im Internet stützen ihre Aussagen: Zu sehen sind schreiende Menschen neben Verletzten mit grauenhaften Wunden, abgetrennte Gliedmaßen und Leichen mit geplatzten Schädeln.

Keinen anderen Ort hat die Gewalt so heftig getroffen wie Homs, die 800.000-Einwohner-Stadt in Zentralsyrien. Doch auch in anderen Regionen, vor allem in Hama im Westen, in der nördlichen Provinz Idlib und in Zabadani nahe Damaskus führen die Regierungstruppen seit mehreren Tagen verheerende Feldzüge gegen die Bevölkerung. Die Angriffe begannen just bevor Russland und China zum dritten Mal in Folge eine UN-Resolution im Weltsicherheitsrat blockierten. "Das Regime glaubt jetzt, eine reelle Chance zu haben, den Aufstand niederzuschlagen", sagt der syrische Menschenrechtsaktivist Wissam Tarif, der mit dem Kampagnennetzwerk Avaaz arbeitet. "Mit ihrem Veto haben Russland und China dem Regime Zeit gegeben, die Proteste zu ersticken." Unter der Rückendeckung seiner beiden Verbündeten versuche das Regime mit allen Mitteln, die Situation in den Griff zu kriegen, ehe sich die internationale Gemeinschaft auf neue Schritte einigt.

Denn in den vergangenen Wochen war die Macht des Regimes in mehreren Städten deutlich erodiert. Was im März vergangenen Jahres als Serie friedlicher Kundgebungen begann, ist ein Bürgerkrieg geworden. Längst stehen die Regierungstruppen nicht mehr nur Demonstranten mit Handykameras gegenüber, sondern auch gut gerüsteten Kämpfern. Vor allem die "Freie Armee Syriens" (FAS), ein loses Bündnis aus desertierten Soldaten und bewaffneten Zivilisten, forciert die Militarisierung des Konflikts. Waffen werden aus den Nachbarländern in die Vororte der syrischen Städte geschmuggelt und die Rebellen haben mehrfach Waffenlager der Armee ausgeraubt.

Leserkommentare
  1. Die Alawiten, die schiitische Volksgruppe die das Land regiert, werden vom Iran unterstützt im Unterdrücken der sunnitischen Bevölkerungsmehrheit.

    Syrien unterstützt wiederrum die schiitische Hamas im Libanon, die gehören zu Israels Erzfeinden.

    Die NATO Staaten dominiert von den USA sind grundsätzlich gegen den Iran, somit auch gegen Syrien und für Israel.

    Ist das jetzt gewagt wenn ich behaupte hier treffen die arabischen Revolution und der Iran Konflikt aufeinander?

    Ob es nach dem Sturz der Assad Clique direkt freie Wahlen und ein säkuläres Parlament gibt?? Ägypten und Tunesien zeigen eher wohin es gehen wird

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    Es sind nicht die Alewiten, die die Sunniten unterdrücken. Es ist nur ein brutale Familie, die Jeden unterdrückt, der gegen das Regime ist, egal ob Alewit, Sunnit oder Christ.

    Für Ahnungslose:
    Hamas ist sunnitisch und ist hauptsächlich in Gazastreifen präsentiert. Das syrische Regime unterstützt Hisbollah in Libanon. Hisbollah ist schiitisch und ist an den Massakern in Syrien beteiligt.

    Die USA stehen zwar nicht auf Schiiten, aber bevorzugen Schiiten mehr als Sunniten, deshalb haben sie die Macht in Irak an Schiiten übergeben.

    Die Lage in Tunesien ist fast optimal und in Ägypten ist es nur eine Frage der Zeit bis sich die Lage stabilisiert. Die Lage ist jedenfalls viel bessser als vor dem arabischen Frühling.

    Es sind nicht die Alewiten, die die Sunniten unterdrücken. Es ist nur ein brutale Familie, die Jeden unterdrückt, der gegen das Regime ist, egal ob Alewit, Sunnit oder Christ.

    Für Ahnungslose:
    Hamas ist sunnitisch und ist hauptsächlich in Gazastreifen präsentiert. Das syrische Regime unterstützt Hisbollah in Libanon. Hisbollah ist schiitisch und ist an den Massakern in Syrien beteiligt.

    Die USA stehen zwar nicht auf Schiiten, aber bevorzugen Schiiten mehr als Sunniten, deshalb haben sie die Macht in Irak an Schiiten übergeben.

    Die Lage in Tunesien ist fast optimal und in Ägypten ist es nur eine Frage der Zeit bis sich die Lage stabilisiert. Die Lage ist jedenfalls viel bessser als vor dem arabischen Frühling.

  2. Als hätte man jetzt keine anderen Probleme -
    Außerdem:Die Menschen dort entscheiden was sie wollen.

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    • wsi123
    • 08.02.2012 um 17:13 Uhr

    ich kann schon seit Tagen/Wochen viele zynische Kommentare hier nicht verstehen, als ob es jetzt an oberster Stelle steht ueber das Danach zu disktutieren - wir sollten lieber darueber nachdenken, wie man den Menschen helfen kann ... Es ist einfach nur unglaublich und schrecklich und traurig, was in Syrien im Moment geschieht....

    • wsi123
    • 08.02.2012 um 17:13 Uhr

    ich kann schon seit Tagen/Wochen viele zynische Kommentare hier nicht verstehen, als ob es jetzt an oberster Stelle steht ueber das Danach zu disktutieren - wir sollten lieber darueber nachdenken, wie man den Menschen helfen kann ... Es ist einfach nur unglaublich und schrecklich und traurig, was in Syrien im Moment geschieht....

  3. Entfernt. Wir nehmen uns Ihre Kritik gern an, bitten Sie jedoch, diese in höflicher Weise zu formulieren. Danke. Die Redaktion/sc

    15 Leserempfehlungen
  4. Der Hass.
    Ein abgrundtiefer Hass.
    Ein Hass der Volksgruppen und religiösen Gemeinschaften aufeinander.

    Ein Hass, der für Generationen ausreicht.

    Wir werden mit unseren demokratischen Erklärungsmustern der westlichen Wertegemeinschaft nicht weit kommen.

    2 Leserempfehlungen
  5. Man stelle sich mal vor, dass bspw Kuba die autonome Szene Berlins und Hamburgs mit Waffen, Geldern und militärischen Ausbildungen ausstattet. Diese beginnen nun damit wahllos deutsche Polizisten, Soldaten und auch Zivilisten zu erschiessen. Wie würden wohl die deutschen Sicherheitskräfte reagieren.

    So in etwa kann man die Situation in Syrien beschreiben. Assad hat sich sogar sehr moderat gezeigt, indem er den Bewaffneten mehrmls Straffreiheit in Aussicht gestellt hat, wenn diese ihre Waffen niederlegen. Auch grundlegende Reformen hat er bereits eingeleitet.

    25 Leserempfehlungen
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    Entfernt. Bitte gehen Sie mit sachlichen Argumenten auf Beiträge anderer User ein. Danke. Die Redaktion/sc

    Bei Kuba handelt es sich um eine Diktatur, die Bundesrepublik ist ein Rechtsstaat. Frei von Willkür, geheime freie Wahlen und so. Wenn hier jemand Revolution macht um eine Diktatur zu errichten ist das nicht dasselbe wie jemand, der auf die Barrikaden geht, um eine Diktatur zu beseitigen. Vielleicht erkennen Sie ja den Unterschied.

    jetzt sagen sie doch mal, wer da die ausländischen aggressoren sind, von denen auch herr assad seit beginn des aufstandes redet. ich will seither gerne wissen, wer das ist und wie er das beweisen kann. aber da kommt nix!
    wenn er das beweisen könnte, dann wäre er ja blöd, es nicht zu tun. daraus folgt: beweise existieren nicht.
    im übrigen kommen mir die tränen der rührung angesichts herrn assads milde.

    • okmijn
    • 08.02.2012 um 15:07 Uhr

    Also wenn die Bundeswehr dann gegen die Wohngebiete Artillerie und Panzer einsetzt, statt die Verstöße gegen das Kriegswaffengesetz von der Polizei verfolgen zu lassen, dann wären wir nicht mehr in der Bundesrepublik Deutschland.

    Wir leben in einem demokratischen Rechtsstaat statt einer totalitären Diktatur - eben das ist der Unterschied.

    Wie das Regime in Syrien sich besser verhalten könnte und wo es so oder so nur schlechte Alternativen hat, das kann man diskutieren, Ihre vollkommen verquere Analogie ist dabei allerdings nicht hilfreich.

    So als Tipp zum nochmal vom Anfang her denken: Wie hoch glauben Sie ist das Potential an Personen, die einem zivilen friedlichen Leben vorziehen, beim bewaffneten Aufstand das Haus über dem Kopf eingeschossen zu bekommen? Wovon könnte das abhängen? Wie verzweifelt muss man sein um gegen den totalitären Staat, der kaum Hämmungen erkennen lässt, zu rebellieren? Aber vielleicht glauben Sie ja, die wollten nur alle zu Märtyrern werden - das wäre für deutsche Kommentatoren auch kein ganz unbekanntes Erklärungsmuster.

    "Assad hat sich sogar sehr moderat gezeigt"

    Langsam frage ich mich, ob Ihnen allen, die Sie so etwas schreiben, der Sinn für Realität fehlt. Ganze Wohnviertel zu bombadieren ist ganz bestimmt nicht moderat. Um Aufständische zu jagen, muss man nicht eine komplette Stadt niederbrennen.

    Und ganz nebenbei: Die politische Sizuation in Syrien und Deutschland derart - implizit - gleichzusetzen ist nicht nur sachlich falsch, sondern angesichts der Vorgänge in Syrien auch geschmacklos.

    "Man stelle sich mal vor, dass bspw Kuba die autonome Szene Berlins und Hamburgs mit Waffen"

    Wie Sie sagen werter SG.
    Wuerden zB 'fremde' Maechte die 1. Mai Krawalle im Hamburger Schanzenvietel gezielt und konsequent unterstuetzen ( inkl. einer NO-FLY-ZONE ) und ueber das gesamte Budesgebiet vorantreiben , haette man auch in Deutschland ein Regime Change , in Null Komma Nichts.
    Seit der Occupy Bewegung in den USA vor 4 Monaten sind 'sagenhafte' 6700 Demonstraten verhaftet worden , teilweise unter sehr menschenunwuerdigen Bedingungen.
    In jedem anderen Land waere der Tatbestand eines Full-Scale Volksaufstands schon laengst gegeben , nur in dem Mutterland der NWO halt nicht.
    Und in Spanien , Portugal , Frankreich , dem British Empire , etc. pp. usf....
    Double Standard der 1. Guete

    • wsi123
    • 08.02.2012 um 17:16 Uhr

    Entfernt. Bitte nutzen Sie zum Melden bedenklicher Kommentare die entsprechende Funktion. Danke. Die Redaktion/sc

    des Abschlachtens der syrischen Bevölkerung sollten sich schämen, mehr ist zu einem solchen Kommentar nicht mehr zu sagen.

    .... in diesem Fall kein übergeordnetes Recht oder eine übergeordnete Moral, die es ausländischen Kräften erlauben würde, in Syrien einzugreifen. Der Kampf dort ist der legitime Kampf eines souveränen Staates gegen bewaffnete Aufständische.

    Es geht den vorgeblich Demokratiebewegten auch nicht um Reformen und Verbesserungen für die Menschen in Syrien, das einzige, was der USA/GB/F usw.-Verbund anstrebt, ist "Regime Change" aus geostrategischen und politischen Gründen.

    Leute aus der autonomen Szene in Berlin werden nur wegen Straftaten verfolgt, nicht weil sie friedlich gegen irgendwelche Politikier demonstrieren. Die Bundesrepublik Deutschland befindet sich zwar teilweise auf einem ungesunden Weg in Richtung Schnüffelstaat, aber sie ist keine Diktatur.

    Insofern ist so ziemlich alles, an Ihrem Vergleich falsch.

    Erstens liefe es darauf hinaus, dass eine Diktatur (nämlich Kuba) die autonome Szene in einer Demokratie (nämlich Deutschland) mit Waffen ausrüstet, damit diese dazu in der Lage ist, eine demokratisch gewählte Regierung zu stürzen.

    Zweitens würde in Deutschland nicht die Armee gegen die autonome Szene eingesetzt, sondern es wäre Aufgabe der Polizei, das in den Griff zu bekommen. In Deutschland ist, wie Sie sicher wissen, der Einsatz der Bundeswehr im eigenen Land nicht erlaubt.

    Drittens ist die autonome Szene in Berlin eine verschwindende Minderheit im Vergleich zu den Oppositionellen in Syrien, die über Jahrzehnte nur wegen ihrer Meinung verfolgt, inhaftiert und gefoltert wurden.

    Man sollte nie Dinge vergleichen, die wegen grundsätzlicher Unterschiede nicht vergleichbar sind.

    • bugme
    • 08.02.2012 um 19:01 Uhr

    Hat durch die RAF (die ja u.a. von der DDR und von Lybien finanziert und mit Waffen versorgt wurde) Helmut Schmidt linke Demonstranten niederschießen lassen?
    Nein - dann merken sie, hoffentlich selbst, dass man solche Konflikte auch anders lösen kann.

    Die Vergleiche, die Sie anstellen, sind zulässig, macht doch das Assad-Regime nichts anderes als das, was die Bundesregierung im Vergleichsfalle machen würde: "Zur Abwehr einer drohenden Gefahr für den Bestand (...) des Bundes oder eines Landes kann die Bundesregierung,(...) Streitkräfte zur Unterstützung der Polizei und des Bundesgrenzschutzes beim Schutze von zivilen Objekten und bei der Bekämpfung organisierter und militärisch bewaffneter Aufständischer einsetzen." (Art. 47a GG

    Zum zweiten geht es bei einem Aufstand nicht um "Menschenrechte" - die sind in jedem Krieg gefährdet - sondern um die Frage Umsturz der Staats- und/oder Gesellschaftsordnung.

    Zum dritten ist es nicht zulässig, davon zu sprechen, das Assad-Regime würde sein "Volk" zusammenschießen, weiß doch jeder, dass es in einem Bürgerkrieg auch Anhänger des herrschenden Clans gibt, und es weiß jeder, dass es den Aufständischen darum geht, diese zu vertreiben, um ihre Plätze an den Fleischtöpfen einnehmen zu können.

    Dass es nirgendwo um "Demokratie", das kann man in Ägypten, in Tunesien und in Libyen studieren, vom Irak und Afghanistan ganz zu schweigen. In keinem dieser Länder gibt es ein "Volk", sondern - wie auch bei uns - ein mehr oder minder zivilisiert miteinander umgehendes Sammelsurium von Interessengruppen, nennen sie sich nun Schichten, Clans, Familien, Stämme oder n´drangheta - alle wollen nur eines: sich auf Kosten Dritter bereichern.

    Das verbietet uns jeder Parteinahme im Bürgerkrieg!

    Entfernt. Bitte gehen Sie mit sachlichen Argumenten auf Beiträge anderer User ein. Danke. Die Redaktion/sc

    Bei Kuba handelt es sich um eine Diktatur, die Bundesrepublik ist ein Rechtsstaat. Frei von Willkür, geheime freie Wahlen und so. Wenn hier jemand Revolution macht um eine Diktatur zu errichten ist das nicht dasselbe wie jemand, der auf die Barrikaden geht, um eine Diktatur zu beseitigen. Vielleicht erkennen Sie ja den Unterschied.

    jetzt sagen sie doch mal, wer da die ausländischen aggressoren sind, von denen auch herr assad seit beginn des aufstandes redet. ich will seither gerne wissen, wer das ist und wie er das beweisen kann. aber da kommt nix!
    wenn er das beweisen könnte, dann wäre er ja blöd, es nicht zu tun. daraus folgt: beweise existieren nicht.
    im übrigen kommen mir die tränen der rührung angesichts herrn assads milde.

    • okmijn
    • 08.02.2012 um 15:07 Uhr

    Also wenn die Bundeswehr dann gegen die Wohngebiete Artillerie und Panzer einsetzt, statt die Verstöße gegen das Kriegswaffengesetz von der Polizei verfolgen zu lassen, dann wären wir nicht mehr in der Bundesrepublik Deutschland.

    Wir leben in einem demokratischen Rechtsstaat statt einer totalitären Diktatur - eben das ist der Unterschied.

    Wie das Regime in Syrien sich besser verhalten könnte und wo es so oder so nur schlechte Alternativen hat, das kann man diskutieren, Ihre vollkommen verquere Analogie ist dabei allerdings nicht hilfreich.

    So als Tipp zum nochmal vom Anfang her denken: Wie hoch glauben Sie ist das Potential an Personen, die einem zivilen friedlichen Leben vorziehen, beim bewaffneten Aufstand das Haus über dem Kopf eingeschossen zu bekommen? Wovon könnte das abhängen? Wie verzweifelt muss man sein um gegen den totalitären Staat, der kaum Hämmungen erkennen lässt, zu rebellieren? Aber vielleicht glauben Sie ja, die wollten nur alle zu Märtyrern werden - das wäre für deutsche Kommentatoren auch kein ganz unbekanntes Erklärungsmuster.

    "Assad hat sich sogar sehr moderat gezeigt"

    Langsam frage ich mich, ob Ihnen allen, die Sie so etwas schreiben, der Sinn für Realität fehlt. Ganze Wohnviertel zu bombadieren ist ganz bestimmt nicht moderat. Um Aufständische zu jagen, muss man nicht eine komplette Stadt niederbrennen.

    Und ganz nebenbei: Die politische Sizuation in Syrien und Deutschland derart - implizit - gleichzusetzen ist nicht nur sachlich falsch, sondern angesichts der Vorgänge in Syrien auch geschmacklos.

    "Man stelle sich mal vor, dass bspw Kuba die autonome Szene Berlins und Hamburgs mit Waffen"

    Wie Sie sagen werter SG.
    Wuerden zB 'fremde' Maechte die 1. Mai Krawalle im Hamburger Schanzenvietel gezielt und konsequent unterstuetzen ( inkl. einer NO-FLY-ZONE ) und ueber das gesamte Budesgebiet vorantreiben , haette man auch in Deutschland ein Regime Change , in Null Komma Nichts.
    Seit der Occupy Bewegung in den USA vor 4 Monaten sind 'sagenhafte' 6700 Demonstraten verhaftet worden , teilweise unter sehr menschenunwuerdigen Bedingungen.
    In jedem anderen Land waere der Tatbestand eines Full-Scale Volksaufstands schon laengst gegeben , nur in dem Mutterland der NWO halt nicht.
    Und in Spanien , Portugal , Frankreich , dem British Empire , etc. pp. usf....
    Double Standard der 1. Guete

    • wsi123
    • 08.02.2012 um 17:16 Uhr

    Entfernt. Bitte nutzen Sie zum Melden bedenklicher Kommentare die entsprechende Funktion. Danke. Die Redaktion/sc

    des Abschlachtens der syrischen Bevölkerung sollten sich schämen, mehr ist zu einem solchen Kommentar nicht mehr zu sagen.

    .... in diesem Fall kein übergeordnetes Recht oder eine übergeordnete Moral, die es ausländischen Kräften erlauben würde, in Syrien einzugreifen. Der Kampf dort ist der legitime Kampf eines souveränen Staates gegen bewaffnete Aufständische.

    Es geht den vorgeblich Demokratiebewegten auch nicht um Reformen und Verbesserungen für die Menschen in Syrien, das einzige, was der USA/GB/F usw.-Verbund anstrebt, ist "Regime Change" aus geostrategischen und politischen Gründen.

    Leute aus der autonomen Szene in Berlin werden nur wegen Straftaten verfolgt, nicht weil sie friedlich gegen irgendwelche Politikier demonstrieren. Die Bundesrepublik Deutschland befindet sich zwar teilweise auf einem ungesunden Weg in Richtung Schnüffelstaat, aber sie ist keine Diktatur.

    Insofern ist so ziemlich alles, an Ihrem Vergleich falsch.

    Erstens liefe es darauf hinaus, dass eine Diktatur (nämlich Kuba) die autonome Szene in einer Demokratie (nämlich Deutschland) mit Waffen ausrüstet, damit diese dazu in der Lage ist, eine demokratisch gewählte Regierung zu stürzen.

    Zweitens würde in Deutschland nicht die Armee gegen die autonome Szene eingesetzt, sondern es wäre Aufgabe der Polizei, das in den Griff zu bekommen. In Deutschland ist, wie Sie sicher wissen, der Einsatz der Bundeswehr im eigenen Land nicht erlaubt.

    Drittens ist die autonome Szene in Berlin eine verschwindende Minderheit im Vergleich zu den Oppositionellen in Syrien, die über Jahrzehnte nur wegen ihrer Meinung verfolgt, inhaftiert und gefoltert wurden.

    Man sollte nie Dinge vergleichen, die wegen grundsätzlicher Unterschiede nicht vergleichbar sind.

    • bugme
    • 08.02.2012 um 19:01 Uhr

    Hat durch die RAF (die ja u.a. von der DDR und von Lybien finanziert und mit Waffen versorgt wurde) Helmut Schmidt linke Demonstranten niederschießen lassen?
    Nein - dann merken sie, hoffentlich selbst, dass man solche Konflikte auch anders lösen kann.

    Die Vergleiche, die Sie anstellen, sind zulässig, macht doch das Assad-Regime nichts anderes als das, was die Bundesregierung im Vergleichsfalle machen würde: "Zur Abwehr einer drohenden Gefahr für den Bestand (...) des Bundes oder eines Landes kann die Bundesregierung,(...) Streitkräfte zur Unterstützung der Polizei und des Bundesgrenzschutzes beim Schutze von zivilen Objekten und bei der Bekämpfung organisierter und militärisch bewaffneter Aufständischer einsetzen." (Art. 47a GG

    Zum zweiten geht es bei einem Aufstand nicht um "Menschenrechte" - die sind in jedem Krieg gefährdet - sondern um die Frage Umsturz der Staats- und/oder Gesellschaftsordnung.

    Zum dritten ist es nicht zulässig, davon zu sprechen, das Assad-Regime würde sein "Volk" zusammenschießen, weiß doch jeder, dass es in einem Bürgerkrieg auch Anhänger des herrschenden Clans gibt, und es weiß jeder, dass es den Aufständischen darum geht, diese zu vertreiben, um ihre Plätze an den Fleischtöpfen einnehmen zu können.

    Dass es nirgendwo um "Demokratie", das kann man in Ägypten, in Tunesien und in Libyen studieren, vom Irak und Afghanistan ganz zu schweigen. In keinem dieser Länder gibt es ein "Volk", sondern - wie auch bei uns - ein mehr oder minder zivilisiert miteinander umgehendes Sammelsurium von Interessengruppen, nennen sie sich nun Schichten, Clans, Familien, Stämme oder n´drangheta - alle wollen nur eines: sich auf Kosten Dritter bereichern.

    Das verbietet uns jeder Parteinahme im Bürgerkrieg!

    • mczakk
    • 08.02.2012 um 14:46 Uhr

    Die Überschriften reisserisch, der Inhalt eher subjektiv.
    Bitte, Kritik darf man doch noch äussern, oder?

    Mein Kritik:
    - es wird der Eindruck erweckt, Assad hätte Lust daran sein Volk abzuschlachten.
    - es wird der Eindruck erweckt, die "Oppostion" wäre das Volk und in sich eine geschlossene Bewegung
    - es wird NICHT geschildert, dass einige der Teile der Opssition EINDEUTIG Terrroristen sind, die Anschläge verursachen. WARUM, liebe Redaktion ahntworten Sie doch einmal darauf, WARUM wird das nicht berichtet. Ich bin kein Journalist, recherchiere auf Youtube, Liveleak u. ä. und finde dutzende Video-Beweise, dass hier Terrorismus von Seiten der "Opposition", bzw. zumindest ein dunkler Teil daraus, betrieben wird.

    Und das war schon seit Anfang des Konflikte so.
    Ähnliches ist in Libyen abgegangen. Aber Libyen, wer will davon schon wissen ...

    (bin gespannt ob diese Kritik hier so durchkommt)

    37 Leserempfehlungen
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    "Ich bin kein Journalist, recherchiere auf Youtube, Liveleak u. ä. und finde dutzende Video-Beweise..."

    Mit Verlaub, aber Ihre "Beweise" sind debenso dürftig wie diejenigen der Journalisten, die Sie kritisieren.

    vorrauseilend selbst und so

    "Ich bin kein Journalist, recherchiere auf Youtube, Liveleak u. ä. und finde dutzende Video-Beweise..."

    Mit Verlaub, aber Ihre "Beweise" sind debenso dürftig wie diejenigen der Journalisten, die Sie kritisieren.

    vorrauseilend selbst und so

  6. der sein Land, von einer vom Ausland unterstützten terroristischen Clique befreien würde.

    Das Blutvergiessen würde bezeiten beendet, wenn ausländische Interventionen, in Form von Trainingslagern, Logistik und Waffenhilfe, gestoppt und die "Useful Idiots", wie gelegentlich die bewaffneten Auständigen genannt werden, sich eines Besseren besinnen und auf Assads Verhandlungsangebote eingehen würden.

    Die Kräfte, gegen die Assad jetzt vorgeht, sind nicht mit einer friedlichen Opposstionsbewegung zu verwechseln!

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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Provokationen. Danke. Die Redaktion/sc

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Provokationen. Danke. Die Redaktion/sc

  7. The Homs Military Academy played a major role in the years following Syria's independence, as many of its graduates went on to become high ranked officers in the Syrian Army and many of them took part in the series of coup d'états that were to follow./em>

    A coup d'état [strike (against the) state, literally: strike/blow of state]—also known as a coup, putsch,and overthrow—is the sudden, illegal deposition of a government, usually by a small group of the existing state establishment—typically the military—to replace the deposed government with another body; either civil or military.

    A coup d'état succeeds if the usurpers establish their dominance when the incumbent government fails to prevent or successfully resist their consolidation of power. If the coup neither fully fails nor achieves overall success, the attempted coup d'état is likely to lead to a civil war.

    http://en.wikipedia.org/w...
    http://en.wikipedia.org/w...

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