Die syrische Führung hat ihre Angriffe auf die Stadt Homs verstärkt. Menschenrechtsaktivisten zufolge lag die Stadt unter dem heftigsten Beschuss seit fünf Tagen , mehrere Menschen wurden demnach bis zum Nachmittag getötet.

Die Armeetruppen setzten die Bombardierung des Stadtteils Bab Amro fort, sagte der Chef der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. "Im Durchschnitt fallen zwei Raketen pro Minute." Ein weiterer Aktivist sprach ebenfalls von "extremer Gewalt" – weit schlimmer als in den vergangenen Tagen.

Mehr als 100.000 Menschen sitzen nach Angaben von Aktivisten wegen des Dauerbeschusses in der Stadt fest. Die Menschen aus dem Viertel Bab Amro könnten nicht mehr fliehen, sagte der Oppositionelle Omar Homsi. Jedes Fahrzeug, das die Gegend verlassen wolle, werde angegriffen.

Homs gilt aus Ausgangspunkt der Proteste gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad. Seit zehn Tagen steht die Stadt unter dem Beschuss der Armee. In den vergangenen Tagen sollen dort mehr als 500 Menschen getötet worden sein. Insgesamt starben bei den seit elf Monaten anhaltenden Protesten gegen die Staatsführung in Syrien nach Angaben der Vereinten Nationen bereits mehr als 6.000 Menschen.

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Waffenstillstand Voraussetzung für Blauhelme

Die Arabische Liga hatte nach dem Scheitern ihrer Beobachtermission in Syrien die Entsendung einer UN-Friedenstruppe in das Land vorgeschlagen. Die Regierung in Damaskus wies den Vorstoß zurück. Russlands Außenminister Sergej Lawrow machte einen Waffenstillstand zur Bedingung für einen Einsatz von Blauhelmen. Sein französischer Kollege Alain Juppé sagte, ein internationaler Militäreinsatz könne "die Lage nur verschlimmern".

Auch die US-Regierung und Mitglieder der schwarz-gelben Koalition in Berlin äußerten Ablehnung. Ohne einen Waffenstillstand sei eine solche Mission nicht denkbar, sagte US-Regierungssprecher Jay Carney.

Zunächst sei zudem ein Beschluss des UN-Sicherheitsrats nötig, in dem Russland und China bislang ein Vorgehen gegen Syrien ablehnen. Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Philipp Mißfelder , sagte, er halte "eine solche Beteiligung für sehr, sehr gefährlich", weil wohl Waffengewalt angewendet werden müsste.