Syrien Ausländische Journalisten in Homs getötet
In der syrischen Stadt Homs sind ein französischer Fotograf und eine US-Journalistin ums Leben gekommen. Die EU-Länder planen, Sanktionen gegen Syrien zu verschärfen.
In Syrien sind der 28-jährige Fotograf Rémi Ochlik und die US-Reporterin Mary Colvin getötet worden. Ochlik war als freier Fotograf in Syrien, Colvin arbeitete für die britische Sunday Times. Nach Angaben von Oppositionsaktivisten wurden die Journalisten tödlich getroffen, als eine von der syrischen Armee abgefeuerte Granate in einem von der Protestbewegung eingerichteten Medienzentrum im Stadtteil Baba Amr der Stadt Homs einschlug. Drei oder vier weitere ausländische Journalisten seien verletzt worden, hieß es. Darunter ist die französische Journalistin der Tageszeitung Le Figaro, Edith Bouvier.
Aktivisten schilderten, dass die Reporterin und der Fotograf ein Medienzentrum der Oppositionellen besucht hätten, als dieses attackiert wurde. Beide seien noch unter dem Schutt des Gebäudes begraben. Wegen der andauernden Angriffe könnten sie nicht geborgen werden, hieß es.
Bereits im Januar war in Syrien der französische Journalist Gilles Jacquier ums Leben gekommen. Er wurde bei einem Mörserangriff in Homs getötet, als er in Begleitung staatlicher Aufpasser ein Viertel von Anhängern des Präsidenten Baschar al-Assad besucht hatte. Die syrischen Behörden machten "bewaffnete Terroristen" für den Angriff verantwortlich. Die Oppositionsbewegung versicherte, dass der Journalist nicht bei einem Angriff von Deserteuren aus der syrischen Armee ums Leben gekommen sei. Die französische Justiz leitete ein Ermittlungsverfahren wegen vorsätzlicher Tötung ein.
Opposition sieht Intervention als einzige Lösung
Wegen der anhaltenden Gewalt in Syrien zeichnet sich nach Einschätzung der Opposition eine militärische Intervention als einzige Lösung für den Konflikt ab. Die USA schließen eine Bewaffnung der Opposition nicht mehr aus. Russland, das wegen seines Vetos gegen eine UN-Resolution zu Syrien in der Kritik steht, bemühte sich um freies Geleit für Hilfskonvois in die seit Wochen von Regierungstruppen belagerten Städte.
In mehreren Dörfern in der nördlichen Provinz Idlib haben Soldaten und Milizionäre von Präsident Baschar al-Assad nach Angaben der Opposition 27 junge Männer gezielt getötet. In Iblin, Idita und Balschon hätten Assad-Truppen Jagd auf Zivilisten gemacht, teilte das Syrische Netzwerk für Menschenrechte mit. "Sie haben sie gefangen und ohne zu zögern getötet. Sie haben nur junge Männer gesucht, und wer nicht fliehen konnte, wurde umgebracht." Nur einer habe das Massaker überlebt. Videoaufnahmen zeigten die Leichen gefesselter junger Männer, die Schusswunden trugen.
EU-Länder wollen Syrien-Sanktionen verschärfen
Die EU-Länder wollen am Montag bei einem Treffen der Außenminister die Sanktionen gegen Syrien verschärfen. Beschlossen werden sollen ein Landeverbot von syrischen Frachtflügen sowie Einschränkungen für den Handel mit Gold und anderen Edelmetallen, wie EU-Diplomaten in Brüssel sagten. Flugzeuge mit Passagieren an Bord sollen weiter landen dürfen. Die EU will mit den Sanktionen den Druck auf die Regierung in Damaskus erhöhen und ein Ende der Gewalt gegen die Oppositionsbewegung erzwingen.
Auch die Guthaben der syrischen Zentralbank in der EU sowie manche Transaktionen der Bank werden den Angaben zufolge gesperrt. Sieben weitere Personen sollen zudem mit Einreiseverboten und Vermögenssperren belegt werden. Ein in den vergangenen Wochen diskutiertes Importverbot für syrisches Phosphat soll nicht beschlossen worden sein. Syrien verkauft etwa 40 Prozent seiner Phosphatausfuhr in die Europäische Union. Diplomaten zufolge hatte sich Griechenland gegen diesen Schritt gesperrt, da das Land ein wichtiger Abnehmer syrischen Phosphats ist.
- Datum 22.02.2012 - 19:08 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters
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Das Morden geht weiter, solange es kein Waffenembargo gibt - zumindest so lange, biss der letzte Sympathisant der Opposition tot ist. Danke Russland
Welch undifferenzierte Meinungsmache.
[...]
Die Teile der Opposition, die friedlich einen Wandel fordern, und die sogar jetzt noch Assad eher vertrauen, als den militanten Kräften, die ihr Land ins Chaos stürzen wollen, sollten sich deutlich von jenen Gruppen distanzieren. Die Menschen in Syrien wollen keine Einmischung von Aussen, sondern Frieden, Stabilität und eine gesicherte Zukunft.
Das gelingt nicht, wenn der nächste imperialistische "humanitäre Einsatz", weiteres Leid und Elend hervorbringen würde, wie man am Beispiel Libyens deutlich sehen kann.
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/sc
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