Ein Kämpfer der Freien Syrischen Armee in der Stadt Idlib © BULENT KILIC/AFP/Getty Images

In Syrien sind nahe der überwiegend von Regimegegnern gehaltenen Stadt Homs nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten 68 Zivilisten getötet worden. Bewaffnete Männer hätten die Zivilisten auf einem Feld zwischen den Orten Ram al-Ans und al-Ghadscharije in der Provinz Homs getötet, teilte die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit und sprach von einem "Massaker". Die Leichen der Opfer seien in ein Krankenhaus in der Stadt Homs gebracht worden. Sie hätten Schusswunden gehabt sowie Verletzungen von Stichwaffen.

Möglicherweise handele es sich bei den Opfern um Vertriebene aus der seit Wochen unter Beschuss der Armee stehenden Stadt Homs , die von Milizen der Regierung getötet worden seien. Dies sei aber noch nicht bestätigt. Der Chef der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, forderte die Einrichtung einer unabhängigen Untersuchungskommission.

Nach Angaben eines westlichen Diplomaten in Damaskus scheiterte derweil der Versuch, ausländische Journalisten aus der umkämpften Stadt Homs herauszubringen. Demnach sei es zunächst nicht gelungen, die im Rebellenviertel Baba Amr in Homs festsitzenden westlichen Reporter aus ihrer Notlage herauszubekommen. Dafür seien aber drei verletzte syrische Opfer mit Krankenwagen des syrischen Roten Halbmonds aus der Gefahrenzone gebracht worden.

Die Europäische Union müht sich um eine Beruhigung der Lage. Die Staaten hatten die Sanktionen gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad zuletzt erneut verschärft. Die EU-Außenminister stimmten in Brüssel einem Landeverbot für syrische Frachtflüge in der EU sowie Einschränkungen für den Handel mit Gold und anderen Edelmetallen zu. Auch die Guthaben von Syriens Zentralbank in der EU wurden blockiert und sieben Minister der Regierung in Damaskus mit Einreiseverboten und Vermögenssperren belegt.

Derweil wollen die arabischen Staaten und die Türkei in den Vereinten Nationen einen erneuten Versuch unternehmen, um das Regime wegen der Gewalt gegen das eigene Volk zu verurteilen. Über den Entwurf wollen die Antragsteller an diesem Dienstag nach einer Dringlichkeitsdebatte des UN-Menschenrechtsrates zur Syrien-Krise in Genf abstimmen lassen.

In dem von Kuwait , Katar , Saudi Arabien und der Türkei eingebrachten Resolutionsentwurf soll Syrien wegen Verletzungen der Menschenrechte "scharf verurteilt" werden. Genannt werden willkürliche Hinrichtungen, Tötung von Demonstranten , Folter und sexuelle Gewalt. Zugleich soll die Regierung in Damaskus aufgefordert werden, Angriffe auf Zivilisten einzustellen und humanitäre Hilfe für Notleidende zu ermöglichen.

Syriens Staatschef Baschar al-Assad sieht sich seit knapp einem Jahr Massenprotesten ausgesetzt, die er gewaltsam niederschlagen lässt. Laut Menschenrechtsaktivisten wurden seither fast 8.000 Menschen getötet. Allein am vergangenen Wochenende kamen demnach mehr als 150 Menschen ums Leben.