Ein Junge mit der Rebellenflagge im Dorf al-Qsair, in der Nähe von Homs © Getty Images/AFP

Kurz vor der Abstimmung des UN-Sicherheitsrats über eine Resolution gegen Syrien hat das Militär in Homs nach Angaben des arabischen Fernsehsenders Al-Arabija 337 Menschen getötet. Sie seien bei Schießereien ums Leben gekommen, zitierte auch die Oppositionsgruppe Syrian Observatory for Human Rights Augenzeugen. Teilweise hätten die Sicherheitskräfte Mörser eingesetzt. Gebäude wurden zerstört und in Brand gesetzt. Wie Al-Arabija berichtete, wurden etwa 1.300 Menschen verletzt.

Das syrische Staatsfernsehen bestritt nach Angaben des US-Senders CNN Berichte über den Beschuss von Stadtvierteln in Homs durch die Streitkräfte. Das sei eine "Medienkampagne", die Lügenmärchen und Unwahrheiten benutze, um die Entscheidung des UN-Sicherheitsrates zu beeinflussen. Verbrechen und Angriffe, die von bewaffneten terroristischen Gruppen begangen worden seien, sollten dem Staatsfernsehen zufolge so verschleiert werden, berichtete CNN weiter.

Trotz einer russischen Vetodrohung will der UN-Sicherheitsrat noch heute über eine Syrien-Resolution entscheiden. Marokko hat für 10 Uhr Ortszeit (16 Uhr MEZ) eine Sondersitzung beantragt und will über seinen Entwurf abstimmen lassen, hieß es von westlichen Diplomaten. Nur wenige Stunden zuvor hatte die Vetomacht Russland mitteilen lassen, sie wolle das auch von ihrem Botschafter ausgehandelte Papier nicht mittragen.

Außenminister Sergej Lawrow erneuerte zwar seine Kritik. Er sagte auf der Münchener Sicherheitskonferenz aber auch, er rede weiter mit US-Außenministerin Hillary Clinton. "Wir sagen nicht, dass die Resolution hoffnungslos ist."

Russland kann mit seinem Veto jede Mehrheit überstimmen und hat das in der Vergangenheit auch getan, um Kritik an seinem Waffenkunden Syrien zu unterbinden. Auf russisches Drängen war der von Arabern und Europäern eingebrachte Entwurf bereits geändert worden. In dem Kompromiss waren die Ächtung des Waffenhandels, der Ruf nach freien Wahlen und der Ablösung von Syriens Präsident Baschar al-Assad nicht mehr als Forderung aufgeführt.