Parlamentswahl Iran : Für Ahmadinedschad zeichnet sich eine Wahlniederlage ab

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad ist iranischen Medien zufolge bei der Parlamentswahl abgestraft worden. Das konservative Lager hat demnach deutlich gewonnen.
Ein iranischer Wähler in der Stadt Qom © BEHROUZ MEHRI/AFP/Getty Images

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat ersten Medienberichten zufolge bei der Parlamentswahl eine Schlappe erlitten. Sieger ist nach der bisherigen Auszählung ein Bündnis von Konservativen um Parlamentspräsident Ali Laridschani . Drei Viertel der Wähler hätten dafür gestimmt, wie der staatliche Sender PressTV berichtete. Dagegen habe das Präsidentenlager bislang nur zehn der 290 Mandate gewonnen.

Die Konservativen hätten sich auch die als politisch besonders wichtig angesehenen 30 Sitze in der Hauptstadt Teheran gesichert, hieß es. Selbst in Garmsar, der Heimatstadt des Präsidenten, sei dessen Schwester Parvin Ahmadinedschad nicht gewählt worden. Mit dem vorläufigen amtlichen Endergebnis wird erst am Sonntag gerechnet.

Dass die Parlamentswahl den 53-Jährige Laridschani, einen erbitterten Gegner von Ahmadinedschad, stärkt, scheint jedoch sicher. Damit hat der ehemalige Chefunterhändler in den Atomgesprächen mit dem Westen die besten Chancen, bei der Präsidentenwahl 2013 die Nachfolge von Ahmadinedschad anzutreten. Der darf nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidieren. Einem Kandidaten aus dem Ahmadinedschad-Lager werden jetzt nur wenige Chancen eingeräumt. 

Die Parlamentswahl gilt als ein wichtiger Stimmungstest für Ahmadinedschad sowie das Mullah-Regime. Die Wahlbeteiligung soll bei rund 64 Prozent liegen. Das wäre ein Prozentpunkt weniger als bei der Parlamentswahl von 2008. Die Opposition hält die Angaben jedoch für zu hoch und nennt die Angaben frisiert. Sie hatte zu einem Wahlboykott aufgerufen. Der Grund: Regimegegner wurden nach Einschätzung von Experten praktisch mundtot gemacht.

Dem entgegen hatte die iranische Führung mit allen Mitteln versucht, eine hohe Wahlbeteiligung zu erreichen. Eine starke Teilnahme der Bürger sei ein Zeichen des Widerstandes gegen Drohungen aus dem Ausland, hatte die Staatsführung erklärt.

Mehrfach wurden daraufhin die Öffnungszeiten der Wahllokale von den Behörden verlängert. Sie schlossen am Abend vier Stunden später als ursprünglich geplant. Es habe einen sehr starken Andrang gegeben, hieß es zur Begründung. Augenzeugen in Teheran konnten dies nicht bestätigen. Die Menschen seien eher mit den Vorbereitungen für das persische Neujahrsfest am 21. März beschäftigt, sagten sie.

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Kommentare

45 Kommentare Seite 1 von 8 Kommentieren

Wohin eine Verschiebung der Macht von As Fraktion der ....

...Autokratie zu Ls führt? Das ist von Außen wohl etwas schwer zu sagen. In Bezug auf die Entwicklung einer A-Waffe wird sich wohl wenig tun, da L auch die Entwicklung befürwortete. Aus dem Stegreif wüsste ich kein anderes Thema für uns wesentlich wäre. Natürlich wären Demokratisierung und Liberalisierung des Landes schön, aber beide Herren stehen dafür bisher nicht.

keine frage

nach hinten gehts los
aber das der man ne verbesserung war weil eher weltlich orientiert im gegensatz zu denen die dem himmelreich näher sind als der geselschaftsentwicklung konnte man hierzulande ja nichtmal am tag seiner wahl irgendwo lesen
naja
ab jetzt wird man ihm warscheinlich hinterhertrauern
bin gespannt wie lang es dauert das er der beklagenswerte reformploitiker ist
und wie man dann die nächsten sanktionen/bombardierungsdrohungen rechtfertigt.

Zu Ihrem Vergleich:

Eine Burka verhüllt den ganzen Körper, ein Niqab ist nur ein Gesichtsschleier. Der Niqab ist also meistens ein Bestandteil der Burka. Das eine schließt das andere gar nicht aus.

Außerdem ist Saudi-Arabien noch strenger islamisch als der Iran, auch wenn das für meine Maßstäbe ohnehin keinen Unterschied mehr macht.
Man könnte auch sagen: Da der Islam ja die "Religion des Friedens" ist, ist Saudi-Arabien friedlicher als der Iran und viel friedlicher als Deutschland. ;-)