Auf diesem Platz in der syrischen Stadt Daraa sprengte sich Medienberichten zufolge ein Selbstmordattentäter in die Luft. © Reuters/Sana/Handout

Die Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad haben die Bombardierung der Protesthochburg Homs verstärkt. Nach Angaben von Aktivisten und Mitarbeitern von Hilfsorganisationen nahm die Armee einen weiteren Wohnbezirk unter Beschuss , in den Tausende Zivilisten geflohen waren. Zudem wird dem Roten Kreuz weiterhin der Zugang zu der seit Wochen im Stadtteil Baba Amr eingeschlossenen Bevölkerung verweigert.

Mit Minenwerfern und Maschinengewehren sollen die Truppen auf den Bezirk Jobar feuern. Das Syrische Netzwerk für Menschenrechte sprach von einem "reinen Racheakt" der Soldaten.

Jobar liegt neben dem großteils zerstörten Stadtteil Baba Amr . Aus diesem hatten sich die Rebellenkämpfer nach fast einmonatiger Belagerung durch Regierungstruppen zurückgezogen . Wegen der schwierigen Kommunikationsbedingungen lägen noch keine Berichte über die Zahl der Opfer vor, erklärte das Netzwerk.

Das Rotes Kreuz ist machtlos

Obwohl der Zugang formal bereits am Donnerstag genehmigt worden war, darf das Rote Kreuz immer noch nicht nach Baba Amr, um zu helfen. Viele Menschen sind dort seit Wochen bei eisigen Temperaturen ohne Lebensmittel und Heizung eingeschlossen. Ein Konvoi von sieben Lastwagen des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK) und des syrischen Roten Halbmondes sollte Lebensmittel und Medikamente nach Baba Amr bringen. Dem Roten Kreuz zufolge hätten die Truppen vor Ort die Lieferung aber wegen angeblicher Gefahren – etwa durch Minen – gestoppt.

Aktivisten befürchten, dass die Truppen den Hilfsorganisationen keinen Zutritt gewähren, weil sie keine Zeugen für ein Massaker an den Widerständlern haben wollen. Baba Amr war zu einem Symbol für den seit einem Jahr anhaltenden Aufstand gegen das repressive Assad-Regime geworden. Der britische Pressefotograf Paul Conroy, der Anfang der Woche aus Homs entkommen war, nannte das Vorgehen der Armee ein "wahlloses Massaker an Männern, Frauen und Kindern".