EU-Gipfel: Serbien wird EU-Beitrittskandidat
Serbien hat einen großen Schritt auf dem Weg in die EU gemacht. Wann die Verhandlungen über einen Beitritt beginnen, ist aber noch offen.
Serbien ist Beitrittskandidat der Europäischen Union. Das teilte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy beim Gipfel in Brüssel via Twitter mit. Möglich gemacht wurde die Annäherung Serbiens, nachdem Rumänien seinen Widerstand aufgegeben hatte.
Hintergrund ist ein Streit über den Schutz der rumänischsprachigen Minderheit der Walachen (Vlachen) in Serbien. Die rumänische Regierung hatte von Serbien gefordert, die rund 30.000 Mitglieder der Vlachen als Rumänen anzuerkennen. Kurz vor dem Beginn des EU-Gipfels gab Rumänien seinen Widerstand auf – beide Staaten verpflichteten sich in einer gegenseitigen Vereinbarung dazu, ihre Minderheiten zu schützen.
Auch wenn bis zu einem möglichen Abschluss der EU-Beitrittsverhandlungen Jahre vergehen werden, ist der Kandidatenstatus ein deutlicher Schritt nach vorn für das Land, das vor 13 Jahren noch Ziel von Nato-Angriffen während des Kosovo-Krieges war. "Der Status des Kandidaten wird uns nicht viele schnelle und direkte Vorteile bringen", sagte der ehemalige serbische Regierungschef Zoran Živković diese Woche. Es sei aber "ein historisches Ereignis, das die Zukunft des kleinen und armen Serbiens strategisch an die riesige europäische Familie bindet". Präsident Boris Tadić sagte, die Entscheidung der EU eröffne den Weg "zu Fortschritt und Wohlstand".
Als eigentliches Hindernis auf dem Weg Serbiens nach Europa galt lange der Konflikt mit seiner einstigen Provinz Kosovo. Nachdem das Kosovo sich im Februar 2008 gegen den Willen Belgrads für unabhängig erklärte, kam es immer wieder zu teils gewaltsamen Zwischenfällen an der kosovarisch-serbischen Grenze. Bei Gesprächen Ende vergangener Woche hatten sich die beiden Gegner über gemeinsame Grenzkontrollen und das Auftreten des Kosovos bei regionalen Konferenzen geeinigt.






...ist es soweit! Das ist ein Grund zur Freude. Für Serbien aber auch für die Nachbarländer wie Montenegro, BiH, und Mazedonien.
Natürlich steht noch ein langer und steiniger Weg vor den Serben. Und auch der Wohlstand und Fortschritt wird nicht über Nacht kommen sondern will hart erarbeitet werden.
Aber, Serbien hat nun endlich eine offene Türe ins kulturelle Europa und ich bin überzeugt das diese Schwelle nun auch übertreten wird.
Eine Sache bleibt aber spannend: Das Kosovo. Serbien hat hier keine wirklichen Zugeständnisse gemacht. Das Ganze diplomatische Geplänkel machte auf mich mehr den Eindruck einer Show. Hätte Serbien nicht den Kandidatenstatus bekommen wären die anstehenden Wahlen nach rechts abgerutscht. Mit unabsehbaren Folgen. So aber konnte man die Wahlen sichern. Abe rdie Kosovofrage bleibt ungelöst. Es war ja nur ein Näherkommen-Abkommen...
Gratulation an Serbien: Hoch gepokert und gewonnen. Zumindest mal diese Runde
Es ist bestimmt ein politischer Erfolg, den Serbien mit der Kandidatur errungen hat. Das ist ohne Zweifel, aber ich frage mich welchen nutzen wird Serbien von der EU haben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Serbien nicht in die EU aufgenommen wird solange es sein "heiliges" Kosovo an die Albaner abtritt. Dies wird aber nicht geschehen, weil das Kosovo das serbische Jerusalem ist. Über 800 serbisch orthodoxe Kirchen und Klöster stehen im Kosovo. Manche sind unter dem Schutz der Unesco und aus dem 11. Jahrhundert. Kosovo war und wird immer Serbien bleiben. Alleine in der EU gibt es 5 Staaten, die Kosovo nicht anerkannt haben.
Griechenland, Mazedonien und Montenegro haben wie viele andere Länder nur wegen dem Druck aus den USA und der EU das Kosovo anerkannt. Man kann einem souveränen Land nicht einfach sein Territorium (im Fall Serbiens sein Herzstück) mit Gewalt wegnehmen.
Serbien ist ein moderner Staat geworden. Ich war schon ein paar Mal geschäftlich in Belgrad, aber auch im Umland. Belgrad ist eine europäische Metropole und hat ein Nachtleben ohnegleichen. Die serbische Jugend ist sehr gut ausgebildet. Immer mehr Nearshoring Software Firmen lassen sich in Serbien nieder.
Sie werden sich niemals vom Kosovo trennen. Diese Generation wird unsere westlichen Politiker davon überzeugen, dass Kosovo Serbien ist. Wenn es diese Generation nicht schafft, dann die Nächste oder Übernächste. Vergessen wir nicht: Wass zusammengehört, wird zusammenwachsen.
Es war die höchste Zeit.
... wenn man ans Ende kommen will.
Die EU ist schon seit langem dabei, sich durch ungehemmtes Wachstum zu zerstören. Aber vorher passiert sie noch den Status des kranken und immer kränker werdenden Homunculus.
Serbien erfüllt die Kriterien der EWU. Rein damit, das brauchen wir. Wenn der Serbische-Bürger etwas davon merken soll, sollten schnell Subventionen und Fördermittel zur Staatsverschuldung fliesen, Vier der sechs EU-Gründer (Deutschland, Italien, Frankreich, Belgien) sind viel höher verschuldet als in den eigenen Konvergenzkriterien festgeschrieben. Auch die 1980 Beigetretenen (Portugal und Spanien) sowie 1981 Griechenland, treffen mit so positiven Schlagzeilen selten. (mehr http://eurokrise-wechsel-...)
Serbien hat mit unter die niedrigste Verschuldung in ganz Europa. Das Land hat mehr als 20 Jahre keine Kredite bekommen. In letzter Zeit flossen ein paar Almosen.
So viel wie die Nato und Staaten der EU in Serbien während der 78-tägigen Aggression zerstört haben, wird kaum wiedergut zu machen sein.
Daher verstehe ich die Kommentare nicht, die sich gegen eine serbische EU Mitgliedschaft richten. Wir sind den Menschen in Serbien neben einer Entschuldigung auch eine Art Reparationszahlung schuldig.
Das sollte Allen die Augen öffnen.
http://www.youtube.com/wa...
In letzter Zeit wird ein Motto immer wichtiger: Immer entspannt bleiben.
Die EU muss ihre Lücken schließen. Lücken bergen große Gefahren für die Sicherheit in Zukunft. BiH ist so eine Lücke und dort gibt es jetzt schon Ausbildungscamps für den Dhihad.
Auch das Kosovo wird mit Sicherheit EU Mitglied. Nur halt alles zu seiner Zeit.
Kosovo wird wahrscheinlich geteilt werden. Allerdings um dann in Zukunft gemeinsames Mitglied der EU zu sein. Und das ohne Grenzen:-)
Was die Finanzpolitik angeht gebe ich Ihnen vollkommen Recht. Serbien ist mit Sicherheit der am wenigstens Verschuldete Kandidat.
Das Geografische Europa ist unwiderufbar auf dem Weg einer lückenlosen Fusion. Es wird mittelfristig keine Ausnahmen geben außer Zwergstaaten wie Monaco die sich solch einen Luxus der Unabhängigkeit leisten können.
Deshalb haben auch Emotionen in solchen Debatten nicht verloren. Die Entscheidungen sind schon viel früher gefallen. Jetzt schauen wir uns nur einen Film an der schon abgedreht ist.
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