Wahl in FrankreichSarkozy setzt auf Mitleid, Hollande sucht Personal

Carla Bruni-Sarkozy sorgt sich um ihren Mann, der Kandidat der Sozialisten hat noch kein Schattenkabinett. G. v. Randow schreibt über Wahlkampf und Klatsch in Frankreich.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy neben Wahlplakaten

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy neben Wahlplakaten

Frankreichs Präsident und Präsidentschaftskandidat Nicolas Sarkozy hat wenigstens einen Vorteil: Er lässt niemanden gleichgültig. Die meisten Franzosen glauben zu wissen, was sie von ihm halten sollen, zumal nach seiner Rechtswende in den vergangenen Tagen.

Aber François Hollande, der aussichtsreiche sozialistische Kandidat? Gut, er will den Reichen mehr Geld wegnehmen, das macht ihn bei den anderen beliebt, die ja die Mehrheit sind. Aber sonst? Sein Programm enthält zwar allerlei Konkretes, auch Vernünftiges, aber es ist nicht das, wofür doch eigentlich Charles de Gaulle die Direktwahl des Präsidenten eingeführt hatte: ein großes Projekt.

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Für die meisten Franzosen geht das freilich in Ordnung, sie haben den Kaffee auf und keine Lust mehr darauf, wie unter Sarkozy beinahe jeden Tag durch ein neues Projekt aufgeschreckt zu werden.

Erschreckt sind da schon eher einige europäische Nachbarn. Nicht nur, weil Hollande angekündigt hatte, den Fiskalpakt neuverhandeln zu wollen – dazu werde es schon nicht kommen, versichern Vertraute des Kandidaten. Sondern weil die französischen Sozialisten offenbar versuchen, eine Allianz für eine Art europäischen Investitionspakt zu schmieden. Dem Wirtschaftsmagazin Challenges sagte Jérôme Cahuzac, ein Schwergewicht der Wirtschafts- und Finanzpolitik unter den Sozialisten, dass "kein Land, außer vielleicht Deutschland, derzeit die Mittel für ein Konjunkturprogramm" habe – weshalb das Problem auf europäischer Ebene gelöst werden müsse.

Fein, aber mit welchem Geld? Mit gemeinsamen Anleihen, wie aus Hollandes Umfeld zu hören ist? Das Thema hatten wir schon, mit Sarkozy. Nun taucht es mit Hollande wieder auf, und wer weiß, vielleicht kommen die Eurobonds früher, als Angela Merkel hofft. Sollten sie und andere konservative Staatschefs sich übrigens wirklich gegen Hollande verschworen haben, dann waren sie dümmer, als die Polizei erlaubt. Bessere Munition konnten sie dem Sozialisten nicht liefern.

Interessant übrigens die Meldung, Hollande wolle auch jene europäische Direktive neu verhandeln, die öffentlichen Unternehmen wie der französischen Post oder dem Stromversorger EDF die staatlich garantierte Monopolstellung nehmen soll. Es drängt sich der Eindruck auf, dass sich die Sozialisten der Gefahr nicht bewusst sind, in der Europa schwebt – so sieht es jedenfalls einer der Großen der europäischen Geldpolitik, der ungenannt bleiben will: Eine hoch aufgetürmte Liquidität warte nur darauf, für die weltweite Spekulation gegen die Eurozone eingesetzt zu werden, und da kann jedes Anzeichen mangelnder Reformbereitschaft tödlich sein.

Themen, die im Wahlkampf freilich nur eine Nebenrolle spielen. Die Aufmerksamkeit wendet sich gerade dem vermutlichen Sieger zu und beispielsweise der Frage, wer denn Premierminister werden soll: die Parteichefin Martine Aubry? Damit würde Hollande sich das Leben schwer machen. Laurent Fabius, der Grandseigneur? Das wäre das Signal dafür, dass die alten Parteielefanten an der Macht festhalten. Pierre Moscovici, der Kampagnenchef? Er ist jemand, über den allenthalben beteuernd gesagt wird, seine Einstellung zu Europa und Deutschland habe sich verbessert – allein dass das nötig ist, spricht schon Bände. Michel Sapin, Hollandes alter ego, der Wirtschaftsfachmann? Das passt schon eher, er ist ein Mann des Ausgleichs, der gelegentlich auch mal richtig stellt, wenn Hollande Unsinn erzählt – aber vielleicht braucht man ihn doch als Wirtschafts- und Finanzminister. Jean-Marc Ayrault? Überzeugter Europäer, spricht Deutsch, die Ernsthaftigkeit in Person, ein Mann, der vermitteln kann – vielleicht der beste Außenminister. Und so weiter, auch über andere Ministerien wird schon spekuliert, es streift die Grenze zum Klatsch.

Leserkommentare
    • Karst
    • 09.03.2012 um 13:41 Uhr

    An sich finde ich den Artikel gut. Aber zwei Dinge:

    Erstens ist in meinen Augen die Formulierung "er will den Reichen Geld wegnehmen" zwar theoretisch richtig, hat aber direkt einen wertenden Unterton. Es wäre schön, wenn man sich in neutraler Berichterstattung davon verabschieden würde.
    Es ist natürlich auf einer gewissen Ebene "Neid" der Vielen, der aus dieser Forderung spricht.
    Aber er ist eben nicht unbegründet, wenn man sich die Vermögensentwicklung insbesondere der letzten Jahre anschaut.

    Zweitens halte ich die Neuverhandlung des Fiskalpakts und die Front gegen den Ausverkauf europäischer Arbeitnehmer schon für ein sehr großes Projekt.

    Es bleibt natürlich abzuwarten, ob der Mann am Ende nicht doch umfällt und sich von Merkel über den Tisch ziehen lässt respektive vom Großkapital aus dem Amt gejagt wird.
    Aber wenn das nicht der Fall ist, dann stehen die Chancen nicht schlecht, dass sich die Richtung und das Handeln der EU grundlegend ändern.

    Ich persönlich freue mich für die Franzosen, dass sie bei ihren etablierten Parteien tatsächlich noch die Wahl haben (zumindest sieht es so aus).
    Wenn man von der Linken mal absieht, gibt es bei uns nur Einheitsbrei, der sich nur in Nuancen unterscheiden.

    5 Leserempfehlungen
  1. "Eine hoch aufgetürmte Liquidität warte nur darauf, für die weltweite Spekulation gegen die Eurozone eingesetzt zu werden, und da kann jedes Anzeichen mangelnder Reformbereitschaft tödlich sein"

    Die Euro-Zone ist der zweitgrößte Wirtschaftsraum der Welt (BIP), nur knapp hinter den USA, und noch vor dem starken China.

    Ohne jetzt hier ungezügelten Schuldenexzessen das Wort reden zu wollen, sollte die europäische Politik sich daher nicht erpressen lassen, sondern dazu im Stande sein, Mittel und Wege zu finden, den Spekulanten entgegenzutreten, sei es mit Mitteln der EZB, Strafsteuern auf oder gleich Verbot von bestimmten Finanz-Produkten, oder notfalls als Ultima Ratio auch Kapitalverkehrskontrollen.

    Wenn zu viel liquides Kapital im Markt ist, kann man nicht ständig durch Kürzungen von Löhnen, Renten und staatlicher Leistungen (Bildung, Gesundheit etc) den aufgeblähten Kapitalforderungen hiterherlaufen, da sonst der Konsum - und nur DER schafft am Ende eine REALE Nachfrage - einbricht und die Werte genauso abgeschrieben werden müssen.
    Wenn Zentralbanken weltweit die Geschäftsbanken mit Geld fluten, aber die Realwerte nun mal die gleichen bleiben, kommen notwendigerweise die Abschreibungen so oder so.

    Nur braucht man hier vorher nicht die arbeitende Bevölkerung zu gunsten der Kapitalerträge zu enteignen.

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  2. Das Mitleid wird Monsieur Hollande brauchen (obwohl: Verdient hat er es eigentlich bei seinen marktwirtschaftsfeindlichen Schnapsideen nicht). Und die Personalsuche kann er sich auch ersparen: Er wird - zumindest als "Président de la République" - keines benötigen.
    Angela Merkel und Nicolas Sarkozy sind - auf lange Dauer - absolut alternativlos für ihre Länder UND für Europa.

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    Ich hoffe mal, dass Sie nicht französischer Staatsbürger sind.

    Viele Franzosen haben die Nase voll von Sarko's Eskarpaden, der Polémique mit Politique verwechsle. Sie wünschen sich einen "normalen" besonnenen Präsidenten und weniger Neoliberalismus.

    Momentan erleben sie Sarkozy wie ein kleines verwöhntes Kind, das seinen Willen nicht bekommt, sich in seine Ecke verkriecht und schmollt. Wenn er nicht gewinne, dann ziehe er sich ganz aus der Politik zurück. Carla Bruni sorgte sich sehr theatralisch in einem Interview, sie habe Angst, dass ihr Mann stirbt.

    Bei diesen Wünschen der Franzosen ist Hollande wohl eine realistische Alternative.

    Ich freue mich schon auf die entglittenen Gesichtszüge von Frau Merkel.

    • Els
    • 12.03.2012 um 20:09 Uhr

    Ich bin anderer Meinung. Sarkozy wie auch Merkel sind politische Gestalten aus dem vergangenem Jahrhundert.
    Diese Art der Politik lebt seine letzten Tage. Wir steuern nur noch von Krise zu Krise, das heutige System kann nicht mehr.
    Der Liberalismus hat gezeigt, wie Gesellschaft-zerstörend er ist. Nun muss eine neue Art der Politik aufkommen, die dem Menschen wieder die zentrale Position sichert.
    Ich denke Hollande wird in Wirklichkeit der erste französische Präsident des 21. Jahrhunderts sein.
    Von Sarkozy haben wir die S... voll !

    Ich hoffe mal, dass Sie nicht französischer Staatsbürger sind.

    Viele Franzosen haben die Nase voll von Sarko's Eskarpaden, der Polémique mit Politique verwechsle. Sie wünschen sich einen "normalen" besonnenen Präsidenten und weniger Neoliberalismus.

    Momentan erleben sie Sarkozy wie ein kleines verwöhntes Kind, das seinen Willen nicht bekommt, sich in seine Ecke verkriecht und schmollt. Wenn er nicht gewinne, dann ziehe er sich ganz aus der Politik zurück. Carla Bruni sorgte sich sehr theatralisch in einem Interview, sie habe Angst, dass ihr Mann stirbt.

    Bei diesen Wünschen der Franzosen ist Hollande wohl eine realistische Alternative.

    Ich freue mich schon auf die entglittenen Gesichtszüge von Frau Merkel.

    • Els
    • 12.03.2012 um 20:09 Uhr

    Ich bin anderer Meinung. Sarkozy wie auch Merkel sind politische Gestalten aus dem vergangenem Jahrhundert.
    Diese Art der Politik lebt seine letzten Tage. Wir steuern nur noch von Krise zu Krise, das heutige System kann nicht mehr.
    Der Liberalismus hat gezeigt, wie Gesellschaft-zerstörend er ist. Nun muss eine neue Art der Politik aufkommen, die dem Menschen wieder die zentrale Position sichert.
    Ich denke Hollande wird in Wirklichkeit der erste französische Präsident des 21. Jahrhunderts sein.
    Von Sarkozy haben wir die S... voll !

  3. Den wichtigsten Hinweis aus dem Wahlkampf vermisse ich. Hollande macht die Einführung der Eurobonds zum Wahlkampfthema. Diese haben allein den Zweck die Schulden zu sozialisieren bzw. auf Deutschland abzuladen. Hollande will also auf deutsche Kosten "seine Konjunktur" ankurbeln. Das ist schon parasitär. Das Wahlkampfthema ist nichts anderes als die verbalisierte Ausplünderung Deutschlands, die demokratisch herbeigeführt werden soll. Solche Demokraten haben in der Eurozone nichts verloren. Deutschland sollte schleunigst ein Gremium gründen, um den Euroaustritt in Verbindung mit einer Währungsreform vorzubereiten. Das Schmarotzen beim Musterknaben Deutschland (Target 2) hat Methode und ist im Kern die Politik einer populistischen Links-Mafia, wie Hollande belegt. Wenn die Presse derartige Konjunkturprogramme gut finden sollte, eben auf Kosten Dritter, wäre das Journalismus in einem Tollhaus. Die Bedrohung der deutschen Staatsfinazen durch journalistischen, polemisch-linken Unfug sollte jede Redaktion weit von sich weisen. Es geht um eine knappe Billion.
    Man müsste sich nämlich `mal überlegen, was wäre, wenn Merkel 100 Mrd. Schulden auf Kosten der Südländer machen würde, um die Arbeitslosigkeit in Deutschland weiter zu senken. Da wäre die Hölle los! Über den Maßstab der Gleichbehandlung wird Hollande ad absurdum geführt und bloßgestellt.

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    sollte man am besten über diese unsachliche Polemik gegen Eurobonds schmunzeln;
    ebenso über die Tatsache, dass das im "kommentierten" Artikel gar kein Thema war und offensichtlich jeder Beitrag zur Neuauflage ihrer Dauer-Leier gut sein muss.
    Man könnte sich über die ideologisch aufgeladene Sprache ("Südländer, parasitär, Hölle, Links-Mafia“ etc.) und Sichtweise eines Kommentators lustig machen, der von sich selbst schreibt, ideologiefrei zu sein und nur umso deutlicher seine theoretische Begrenztheit aufzeigt.
    Man könnte auch darüber schmunzeln, dass (alle Wahlen wieder) die konservative Propaganda aus der Angst, die sie mit dem Fingerzeig auf die unmittelbar bevorstehende Katastrophe „linker verschwenderischer“ Politik heraufzubeschwören versucht, ihre Mobilisation gewinnen will. Als hätten sie die sozialdemokratischen Regierungsbeteiligungen der letzten Jahrzehnte verschlafen.
    Oder dass schon einmal vorsorglich Hollande, der gar kein Amt bekleidet, der Euro-Untergang zugeschoben wird; wobei Merkel, die tatsächlich auf Krisenverlauf, Kontrollverlust, Schuldenexposion, Schuldenankauf mächtig Einfluss hatte, immer wieder die Heldenrolle zukommt.

    Man könnte schmunzeln, doch diese unsachlichen, polemischen, unbegründeten Beiträge sind der Grund des Niveauverlustes unserer Diskussion. Deshalb, schade.

    sollte man am besten über diese unsachliche Polemik gegen Eurobonds schmunzeln;
    ebenso über die Tatsache, dass das im "kommentierten" Artikel gar kein Thema war und offensichtlich jeder Beitrag zur Neuauflage ihrer Dauer-Leier gut sein muss.
    Man könnte sich über die ideologisch aufgeladene Sprache ("Südländer, parasitär, Hölle, Links-Mafia“ etc.) und Sichtweise eines Kommentators lustig machen, der von sich selbst schreibt, ideologiefrei zu sein und nur umso deutlicher seine theoretische Begrenztheit aufzeigt.
    Man könnte auch darüber schmunzeln, dass (alle Wahlen wieder) die konservative Propaganda aus der Angst, die sie mit dem Fingerzeig auf die unmittelbar bevorstehende Katastrophe „linker verschwenderischer“ Politik heraufzubeschwören versucht, ihre Mobilisation gewinnen will. Als hätten sie die sozialdemokratischen Regierungsbeteiligungen der letzten Jahrzehnte verschlafen.
    Oder dass schon einmal vorsorglich Hollande, der gar kein Amt bekleidet, der Euro-Untergang zugeschoben wird; wobei Merkel, die tatsächlich auf Krisenverlauf, Kontrollverlust, Schuldenexposion, Schuldenankauf mächtig Einfluss hatte, immer wieder die Heldenrolle zukommt.

    Man könnte schmunzeln, doch diese unsachlichen, polemischen, unbegründeten Beiträge sind der Grund des Niveauverlustes unserer Diskussion. Deshalb, schade.

  4. Ich hoffe mal, dass Sie nicht französischer Staatsbürger sind.

    Viele Franzosen haben die Nase voll von Sarko's Eskarpaden, der Polémique mit Politique verwechsle. Sie wünschen sich einen "normalen" besonnenen Präsidenten und weniger Neoliberalismus.

    Momentan erleben sie Sarkozy wie ein kleines verwöhntes Kind, das seinen Willen nicht bekommt, sich in seine Ecke verkriecht und schmollt. Wenn er nicht gewinne, dann ziehe er sich ganz aus der Politik zurück. Carla Bruni sorgte sich sehr theatralisch in einem Interview, sie habe Angst, dass ihr Mann stirbt.

    Bei diesen Wünschen der Franzosen ist Hollande wohl eine realistische Alternative.

    Ich freue mich schon auf die entglittenen Gesichtszüge von Frau Merkel.

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    Lesen Sie unter 4 erst`mal wie teuer weniger "Neolibealismus" bei aktuell 6% Staatsdefizit ist, das dann auf 10% steigt. Dann bedenken Sie, dass sie der Steuerzahler im großzügigen Geberland sind.
    Ggf. entgleiten Ihnen dann die Gesichtszüge, wenn Sie in der Altersarmut landen. Hollande ist eine realistische Alternative zur Ausplünderung Deutschlands (Target 2).

    Lesen Sie unter 4 erst`mal wie teuer weniger "Neolibealismus" bei aktuell 6% Staatsdefizit ist, das dann auf 10% steigt. Dann bedenken Sie, dass sie der Steuerzahler im großzügigen Geberland sind.
    Ggf. entgleiten Ihnen dann die Gesichtszüge, wenn Sie in der Altersarmut landen. Hollande ist eine realistische Alternative zur Ausplünderung Deutschlands (Target 2).

  5. ...genau das ist der Punkt. Die Frage ist nur, was man sich nun darunter vortstellen soll. Die "Großen der Geldpolitik" - die anscheinend lieber ungennant bleiben wollen - stellen sich darunter einen systematischen Abbau des Staates vor, und vor allem Freizügigkeit des Kapitals.

    Und deshalb reformierte Sarkozy - dafür war er ja Präsident geworden; reformierte so ziemlich alles zu Grunde, was in der kurzen Zeit ging. Das soll nicht heißen, dass zuvor alles einbahnfrei lief. Aber er hat in praktisch allen Bereichen - Justiz, Gesundheitswesen, Bildung, usw. - schlicht Chaos hinterlassen. Hier ging es immer nur um Zahlen, und reduzieren. Wie man Bereiche auch mit weniger Mitteln besser, effizenter gestalten könnte, hat ihn nie interessiert. Inhalte sind nicht so sein Ding.

    Resultat ist, dass man jetzt erst einmal die "Reformen" reformieren müsste; ...um dann richtige Reformen in Gang zu bringen, und das ohne sich ständig von den "Großen" (s.o.) diktieren zu lassen, was darunter zu verstehen ist. Zum Beispiel eine Steuerreform, die diesen Namen auch verdient. Das was hier die letzten 20 Jahre stattfindet ist nur eine systematische Umverteilung des Reichtums von unten nach oben; da ist zwangsweise irgendwann mal Schluss. Auch wenn das wiederum den "Großen" nicht immer einleuchten mag.

    Dass jetzt gerade Hollande der richtige Mann für Reformen ist, glaubt wahrscheinlich niemand ernsthaft. Der war schon mit seiner eigenen Partei überfordert.

    2 Leserempfehlungen
  6. Lesen Sie unter 4 erst`mal wie teuer weniger "Neolibealismus" bei aktuell 6% Staatsdefizit ist, das dann auf 10% steigt. Dann bedenken Sie, dass sie der Steuerzahler im großzügigen Geberland sind.
    Ggf. entgleiten Ihnen dann die Gesichtszüge, wenn Sie in der Altersarmut landen. Hollande ist eine realistische Alternative zur Ausplünderung Deutschlands (Target 2).

    Antwort auf "@Freiheitsfreund"
  7. sollte man am besten über diese unsachliche Polemik gegen Eurobonds schmunzeln;
    ebenso über die Tatsache, dass das im "kommentierten" Artikel gar kein Thema war und offensichtlich jeder Beitrag zur Neuauflage ihrer Dauer-Leier gut sein muss.
    Man könnte sich über die ideologisch aufgeladene Sprache ("Südländer, parasitär, Hölle, Links-Mafia“ etc.) und Sichtweise eines Kommentators lustig machen, der von sich selbst schreibt, ideologiefrei zu sein und nur umso deutlicher seine theoretische Begrenztheit aufzeigt.
    Man könnte auch darüber schmunzeln, dass (alle Wahlen wieder) die konservative Propaganda aus der Angst, die sie mit dem Fingerzeig auf die unmittelbar bevorstehende Katastrophe „linker verschwenderischer“ Politik heraufzubeschwören versucht, ihre Mobilisation gewinnen will. Als hätten sie die sozialdemokratischen Regierungsbeteiligungen der letzten Jahrzehnte verschlafen.
    Oder dass schon einmal vorsorglich Hollande, der gar kein Amt bekleidet, der Euro-Untergang zugeschoben wird; wobei Merkel, die tatsächlich auf Krisenverlauf, Kontrollverlust, Schuldenexposion, Schuldenankauf mächtig Einfluss hatte, immer wieder die Heldenrolle zukommt.

    Man könnte schmunzeln, doch diese unsachlichen, polemischen, unbegründeten Beiträge sind der Grund des Niveauverlustes unserer Diskussion. Deshalb, schade.

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    Im Handelsblatt ist der Artikel "Fünf Risiken für die Euro-Retter" von heute bestbewertet. Das macht den Qualitätstsunterschied aus. Nichts anderes. Und dem ist auch nichts hinzuzufügen.

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