Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat den ehemaligen kongolesischen Milizenchef Thomas Lubanga wegen Kriegsverbrechen schuldig gesprochen. Der britische Richter Adrian Fulford erklärte den 51-Jährigen dafür verantwortlich, als Milizenführer im Osten der Demokratischen Republik Kongo während des Bürgerkriegs Kinder unter 15 Jahren als Soldaten rekrutiert zu haben. Die Entscheidung der Kammer fiel einstimmig.

Es war das erste Urteil des Gerichts überhaupt. Der 51-Jährige war der erste mutmaßliche Kriegsverbrecher, den der Strafgerichtshof festnahm und vor Gericht stellte. Wie lange Lubanga ins Gefängnis soll, wollen die Richter später entscheiden.

Lubanga nahm das Urteil am Mittwoch äußerlich regungslos zur Kenntnis.

Der Strafgerichtshof wurde 2003 mit Unterstützung von 120 Staaten gegründet und hat seitdem Ermittlungen zu mehr als sieben Konfliktzonen eingeleitet, die allesamt in Afrika liegen. Seine Zuständigkeit erstreckt sich lediglich auf die Länder, die sein Statut ratifiziert haben.

Doch das Gericht hat keine Polizeigewalt und ist vom Wohlwollen der Staaten abhängig, deren Bürger dem Gericht überstellt werden sollen. Und mit den USA , China und Russland erkennen drei der ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats das Gericht nicht an.