Ein Polizist untersucht ein Fahrzeug in Gaza, nachdem es durch einen israelischen Luftangriff getroffen wurde. © Mohammed Abed/AFP/Getty Images

Die  israelische Luftwaffe hat am Freitag einen Palästinenserführer in Gaza getötet. Reaktion und Gegenreaktion folgten in schneller Folge: Auf palästinensischen Raketenbeschuss antwortete Israel am Samstagmorgen mit weiteren Luftangriffen, bei denen nach Angaben von CNN  neun Palästinenser starben. Weitere 14 Menschen sind nach Angaben des medizinischen Notdienstes in Gaza-Stadt zum Teil schwer verletzt worden.

Auslöser der Gewalt war der Tod des Kommandeurs der militanten Palästinenserorganisation Volkswiderstandskomitee, Zuher al Kesi. Er wurde Augenzeugenberichten zufolge am Freitag in seinem Auto im Süden von Gaza-Stadt von zwei israelischen Raketen getroffen. In den Trümmern des Wagens starb auch einer seiner Helfer, Mahmud Hanani. Ein weiterer Insasse sei schwer verletzt worden, hieß es. Al Kesi habe einen größeren Terroranschlag vom Sinai aus gegen Israel geplant, teilte das israelische Militär mit.

Der Getötete sei auch schon an der Planung eines ähnlichen Anschlags auf Autofahrer und Busse im vergangenen August nördlich von Eilat beteiligt gewesen. Damals starben acht Israelis. Hanani war erst im vergangenen Oktober als einer von insgesamt 1.027 in Israel inhaftierten Palästinensern im Austausch gegen den entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit freigekommen. Das Volkswiderstandskomitee kündigte Vergeltung an, die den "zionistischen Feind erschüttern" werde.

Unmittelbar nach der Tötung von al Kesi hätten militante Palästinenser begonnen, Raketen und Granaten Richtung Israel abzuschießen. Dabei sei ein Mensch schwer und mehrere weitere leicht verletzt worden. Die israelische Raketenabwehr habe sechs der Raketen abgefangen, die in Richtung der Städte Aschdod, Aschkelon und Beerscheva flogen, teilte das Militär mit.

Die israelische Luftwaffe flog daraufhin am Samstag drei weitere Angriffe im Gaza-Streifen, bei denen insgesamt neun Menschen starben.

Nahost-Quartett berät über festgefahrene Friedensgespräche

Derweil wollen die Vereinten Nationen ( UN ) den festgefahrenen Nahost-Friedenprozess wieder auf die Tagesordnung setzen. Dazu soll es am Montag Gespräche des Nahost-Quartetts geben, dem die USA , Russland , die UN und die Europäische Union (EU) angehören. Es blieb zunächst offen, ob das Quartett in einer offiziellen Erklärung zur Wiederaufnahme der Gespräche zwischen Israelis und Palästinensern aufrufen wird.

Der seit Langem unterbrochene Nahost-Friedensprozess wurde zuletzt in den Hintergrund gedrängt durch eine Debatte zwischen Israel und den USA über einen möglichen Militärschlag gegen den Iran wegen dessen Atomprogramm. Auch die Lage in Syrien und der Wahlkampf in den USA spielen in der Weltöffentlichkeit momentan eine größere Rolle.

UN-Diplomaten zufolge wurde das Treffen des Nahost-Quartetts auf Drängen Russlands einberufen. Teilnehmer in der UN-Zentrale sind UN-Generalsekretär Ban Ki Moon , US-Außenministerin Hillary Clinton und ihr russischer Amtskollege Sergej Lawrow . Per Videoübertragung sind zudem die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton zugeschaltet sowie der Gesandte des Nahost-Quartetts, der frühere britische Premierminister Tony Blair .