Der Iran könnte möglicherweise nach einem Angriff auf seine Nuklearanlagen den Großteil der Anlagen innerhalb kurzer Zeit wieder aufbauen. Das geht aus einem Bericht des US-Kongresses hervor, wie das Nachrichtenportal Bloomberg berichtet. Demnach liegen die iranischen Anlagen zur Herstellung von Zentrifugen weit verstreut und versteckt, was einen möglichen Militärschlag durch Israel erschweren könnte. Der Erfolg eines solchen Unternehmens sei daher unklar.

Dem Bericht zufolge, der von einem Forschungsteam für den Kongress verfasst wurde, wissen weder Israel noch die USA sicher, wo sich die Zentrifugen-Anlagen befinden. Blieben diese Anlagen bei einem Angriff intakt, könnte der Iran sein Atomprogramm nach Einschätzung der Forscher aber bereits nach relativ kurzer Zeit wieder aufnehmen. Nach Aussage eines früheren US-Funktionärs, den der Bericht zitiert, könnten die Anlagen dann innerhalb eines halben Jahres wieder aufgebaut werden. Ob ein Militärschlag verhindern könne, dass der Iran Atomwaffen herstellt, ist demnach unklar.

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hatte dem Iran mit einer Militärintervention gedroht. Mit einem Angriff will Israel den Bau einer iranischen Atombombe verhindern. Auch US-Präsident Obama hatte angekündigt, er wolle den Iran notfalls mit Gewalt daran hindern, Atomwaffen herzustellen. Zunächst müsste aber versucht werden, das Land durch Wirtschaftssanktionen zum Einlenken zu bewegen. Der Iran bestreitet, an der Herstellung von Atomwaffen zu arbeiten.