Naher OstenHamas will Iran im Kriegsfall nicht unterstützen

Sollte es zum Krieg mit dem Iran kommen, will Hamas ihrer Schutzmacht nicht mit Angriffen auf Israel helfen. Es gebe keine militärische Allianz mit dem Iran. von dpa

Palästinensische Hamas-Anhängerinnen bei einer Kundgebung in Gaza-Stadt Ende Februar

Palästinensische Hamas-Anhängerinnen bei einer Kundgebung in Gaza-Stadt Ende Februar  |  © Mahmud Hams/AFP/Getty Images

Die im Gazastreifen herrschende Palästinenserorganisation Hamas will sich aus einem möglichen Krieg zwischen dem Iran und Israel heraushalten. "Der Iran ist ein Land, das sehr wohl selbst antworten kann und dabei keine Hilfe Dritter benötigt", sagte das führende Hamas-Mitglied Ahmed Jussef. "Hamas verteidigt sich selbst sowie die Rechte der Palästinenser und wird sich an keinem regionalen Krieg beteiligen oder die Palästinenser künftigen Risiken aussetzen", sagte der Berater des Hamas-Chefs Ismail Hanija . Hamas unterhalte mit niemandem militärische Allianzen.

Ähnlich äußerten sich andere Vertreter der Palästinenserorganisation gegenüber dem Guardian und der BBC . "Wenn Israel uns angreift, werden wir antworten", sagte Machmud Zahar, einer der Anführer der Hamas im Gazastreifen der BBC . Ansonsten werde die Organisation aber in keinen Konflikt eingreifen. Selbst wenn Hamas gewillt sei, könne sie nicht helfen. "Man sollte unsere Möglichkeiten nicht überschätzen", sagte Zahar. Hamas würde immer noch unter den Folgen des israelischen Embargos, der Besetzung und zwei Kriegen in jüngster Zeit leiden.

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Damit ist die Palästinenserorganisation früheren Befürchtungen entgegengetreten, Hamas werde Israel mit Raketen beschießen, sollte die israelische Armee die iranischen Atomanlagen angreifen.

Politische Beobachter im Gazastreifen betonten, dass sich die früher engen Beziehungen zwischen Hamas und ihrer Schutzmacht Iran abgekühlt hätten. Grund sei die aus iranischer Sicht mangelnde Unterstützung Hamas für den von einem Aufstand bedrängten syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.
 

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Leserkommentare
  1. ... bei denen sich gerade die treuesten Glaubensbrüder und -schwestern selbst in die Luft jagen und dabei gerne auch gleich etliche, zufällig anwesende und ansonsten völlig unbeteiligte Glaubensbrüder und -schwestern, auch jüngsten Alters, mit in die blühenden Gefilde ihrer kranken Phantasie bomben, sind in gewissen islamistischen Glaubenskreisen seit geraumer Zeit durchaus en vogue.

  2. Weil gerade DAS ein nicht unwesentliches Kennzeichen jener verrückten, totalitären Ideologie ist, für die Iran und sein Regime wie kein anderes stehen, muss jeder verantwortungsbewusste Staat nach seinen Möglichkeiten mit dazu beitragen, dass Iran nicht in den Besitz der Atombombe gelangt.

  3. aus einem einfachen Grund. Der Iran will das gar nicht. Es schadet eher, als es nützt.
    Wenn die Israelis mit ihren Angriffen Erfolg haben sollten, dann kann der Iran es innerhalb der UNO und auch regional für sich nutzen. Der Nutzen verringert sich, wenn die Hamas oder auch Hisbollah blindlings zuschlagen.

    Zum Thema China und Russland. Die können mit beidem leben, auch mit einem Irankrieg. Sie werden vielleicht Waffen gen Iran schicken, sich aber ansonsten darauf beschränken zuzugucken, wie hoch der Blutzoll für Israel und den Westen ausfallen wird. Je mehr, umso besser.
    Wieviele Iraner dabei drauf gehen interessiert auch die nicht.
    Am Ende werden die USA gegenüber China noch tiefer in der Kreide stehen.

    Ich komme nicht umhin, den Chinesen hier eine meisterliche strategische Weitsicht und Planung zu unterstellen.
    Die vergangenen Kriege und ein bevorstehender Irankrieg werden die Kriegsmüdigkeit im Westen, durch den Blutzoll weiter zunehmen lassen. Das und der finanzielle Ruin durch die Kriege und Wirtschaftskriminalität wird den Westen handlungsunfähig machen, wenn es an die finale Ressourcenverteilung geht.
    Schönes Beispiel dafür war schon mal Merkels Betteln um chinesische Investitionen, ohne auf Menschenrechte und Umweltschutz einzugehen.

    MfG
    AoM

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Iran | Hamas | BBC | Allianz | Ismail Hanija | Israel
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