NahostUN-Menschenrechtsrat will israelische Siedlungspolitik untersuchen

In einer Resolution des Menschenrechtsrates der UN hat sich eine Mehrheit für eine Untersuchung israelischer Siedlungspolitik ausgesprochen. Israel reagierte empört.

Ein Palästinenser in Ost-Jerusalem muss sein Haus abreißen.

Ein Palästinenser in Ost-Jerusalem muss sein Haus abreißen.

Der UN-Menschenrechtsrat hat erstmals eine unabhängige internationale Untersuchung zur israelischen Siedlungspolitik auf den Weg gebracht. Für eine entsprechende Resolution, die von den Palästinensern vorgelegt wurde, stimmten am Donnerstag in Genf 36 der insgesamt 47 Mitglieder des Gremiums.

Laut der Resolution sollen "die Auswirkungen der israelischen Siedlungen auf die zivilen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte des palästinensischen Volks" untersucht werden. Unter den zustimmenden Staaten befanden sich auch Österreich und die Schweiz. Deutschland ist derzeit nicht Mitglied des Gremiums.

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Bei der Vorstellung des Resolutionsentwurfs sagte ein Vertreter Pakistans, die israelische Siedlungspolitik untergrabe "die Verwirklichung der Zweistaatenlösung". Die Mitglieder des Menschenrechtsrats, in dem die Palästinenser seit einiger Zeit einen Beobachterstatus haben, rief er zur Verabschiedung des Texts auf.

Spanien und Italien forderten zum Boykott der Sitzung auf. Letztlich waren zehn Staaten nicht anwesend. Gegen den Text stimmten lediglich die USA. Ein Vertreter sagte, die US-Haltung in der Frage sei "klar" und habe sich "nicht geändert". Einzige Möglichkeit für eine Annäherung zwischen Israel und den Palästinensern seien "direkte Verhandlungen".

Netanjahu wirft dem Rat Israelfeindlichkeit vor

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu reagierte in einer Mitteilung erbost. "Dieser Rat mit seiner automatisch israelfeindlichen Mehrheit ist heuchlerisch und sollte sich vor sich selbst schämen", sagte er. Von 91 Entscheidungen des Gremiums hätten sich bislang 39 mit Israel, mit Syrien jedoch nur drei und mit dem Iran sogar nur eine befasst.

"Es reicht aus, die heutigen Ausführungen des syrischen Vertreters zu den Menschenrechten anzuhören, um zu verstehen, wie weit dieser Rat von der Realität entfernt ist", sagte Netanjahu. Anstatt sich mit den Menschenrechten zu befassen, mache sich der Menschenrechtsrat zu einem "Instrument für einseitige Initiativen", teilte zudem das israelische Außenministerium mit.

Der Nahost-Friedensprozess steht seit dem Abbruch der Gespräche im September 2010 still. Die Palästinenser hatten sich damals aus den Verhandlungen zurückgezogen, weil Israel sich weigerte, einen Baustopp für seine Siedlungsaktivitäten in Ostjerusalem und im Westjordanland zu verlängern. Die Siedlungen sind auch aus Sicht der Weltgemeinschaft illegal.

 
Leserkommentare
  1. 1. Kritik

    Kritik und Untersuchungen aufgrund von Meinung gehören zu Menschenrecht. Israels Kritik am Gremium ist zu kurz. Man sollte sich fragen, warum nur vermeidlich istaelfeindliche Staaten Anträge für Untersuchungen stellen. Wo sind die Anträge zu Afghanistan, Irak, Iran etc.? Die Westlichenn Staaten vermeiden den legitimen Weg, da sie sonst ihren Weg über Gewalt in Frage stellen mussten. Hat Israel schon einmal dieses Gremium genutzt, um die Feindlichkeitenn der Palästinenser untersuchen zu lassen? Nein, sie reagieren mit Gewalt, obwohl die Palästinenser nun in diesem Gremium sind und die Möglichkeit zu direkten Verhandlungen institutionalisiert ist!!

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    • zd
    • 23.03.2012 um 8:02 Uhr

    "Hat Israel schon einmal dieses Gremium genutzt, um die Feindlichkeitenn der Palästinenser untersuchen zu lassen?"

    sehr witzig. es ist nicht viel anders als sich gleich bei der arabischen liga ueber palaestinenser zu beschweren.

    aus 91 beschluessen dieses gremiums richteten sich 39!!! gegen israel. wer diese absurditaet nicht sieht, ist selber schuld.

    "Man sollte sich fragen, warum nur vermeidlich istaelfeindliche Staaten Anträge für Untersuchungen stellen. Wo sind die Anträge zu Afghanistan, Irak, Iran etc.?"
    Danke für diesen interessanten Denkanstoss! So habe ich das nie betrachtet, obwohl es ja eigentlich völlig naheliegend ist. Wer hält Israel & Co. davon ab, selbst Anträge zu stellen? Gerade für die sich selbst als grosse Kämpfer für Menschenrechte präsentierenden "westlichen" Länder, sollte das ja eigentlich ein ganz natürlicher Schritt sein, wenn ihnen der Kampf für Menschenrechte wirklich so viel bedeutet...

    Ist ja ein bisschen so, als ob sich Jemand beschwert, dass immer nur die Anderen bei der Tombola gewinnen, obwohl er selbst nie ein Los gekauft hat... (Okay, ein etwas dämlicher Vergleich)

    • zd
    • 23.03.2012 um 8:02 Uhr

    "Hat Israel schon einmal dieses Gremium genutzt, um die Feindlichkeitenn der Palästinenser untersuchen zu lassen?"

    sehr witzig. es ist nicht viel anders als sich gleich bei der arabischen liga ueber palaestinenser zu beschweren.

    aus 91 beschluessen dieses gremiums richteten sich 39!!! gegen israel. wer diese absurditaet nicht sieht, ist selber schuld.

    "Man sollte sich fragen, warum nur vermeidlich istaelfeindliche Staaten Anträge für Untersuchungen stellen. Wo sind die Anträge zu Afghanistan, Irak, Iran etc.?"
    Danke für diesen interessanten Denkanstoss! So habe ich das nie betrachtet, obwohl es ja eigentlich völlig naheliegend ist. Wer hält Israel & Co. davon ab, selbst Anträge zu stellen? Gerade für die sich selbst als grosse Kämpfer für Menschenrechte präsentierenden "westlichen" Länder, sollte das ja eigentlich ein ganz natürlicher Schritt sein, wenn ihnen der Kampf für Menschenrechte wirklich so viel bedeutet...

    Ist ja ein bisschen so, als ob sich Jemand beschwert, dass immer nur die Anderen bei der Tombola gewinnen, obwohl er selbst nie ein Los gekauft hat... (Okay, ein etwas dämlicher Vergleich)

  2. An der Siedlungspolitik kann man sehen, zu was Politik fähig ist. Nämlich zu völliger Ignorierung des gesunden Menschenverstands. Man muß sich nur mal vorstellen, in einem freien Staat, kommt jemamd von außen her und fängt an willkürlich Zäune zu ziehen und innerhalb dieser Zäune Häuser zu bauen mit der dazugehörigen Infrastruktur. Welche freie Land dieser Welt ließe sich das gefallen??? Über die Begründungen seiten Israels will hier gar nicht disskutieren, weil Religion nicht mein Ding ist. Vielleicht bin ich auch zu naiv um dieses zu verstehen, wie so manches in der Politik. Nur soviel sagt mir mein gesunder Menschenverstand, daß sowas nicht sein kann und sein darf!!!

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    • zd
    • 23.03.2012 um 8:07 Uhr

    und wie heisst das freie land, auf dem israel ploetzlich baut?!

    "Vielleicht bin ich auch zu naiv um dieses zu verstehen, wie so manches in der Politik. Nur soviel sagt mir mein gesunder Menschenverstand, daß sowas nicht sein kann und sein darf!!!"

    vielleicht... nur zur info china besetzt seit 1954 tibet. in gegensatz zu palaestina war tibet vor der chinesischen besatzung und besiedlung ein souveraener staat.

    die tuerkei hat nordzypern besetzt und dort tuerken angesiedelt. auch iran besetzt insel, welche zu bahrain gehoert.

    ist die chinesische, tuerkische oder iranische besatzung weniger schlimm?

    es geht hier aber nicht um zypern sondern um israel

    • zd
    • 23.03.2012 um 8:07 Uhr

    und wie heisst das freie land, auf dem israel ploetzlich baut?!

    "Vielleicht bin ich auch zu naiv um dieses zu verstehen, wie so manches in der Politik. Nur soviel sagt mir mein gesunder Menschenverstand, daß sowas nicht sein kann und sein darf!!!"

    vielleicht... nur zur info china besetzt seit 1954 tibet. in gegensatz zu palaestina war tibet vor der chinesischen besatzung und besiedlung ein souveraener staat.

    die tuerkei hat nordzypern besetzt und dort tuerken angesiedelt. auch iran besetzt insel, welche zu bahrain gehoert.

    ist die chinesische, tuerkische oder iranische besatzung weniger schlimm?

    es geht hier aber nicht um zypern sondern um israel

  3. finde ich immer gut. Man sollte genereel Staaten auf die Einhaltung von Menschenrechten überprüfen, egal ob in Westeuropa, USA, Israel, Russland, Simbawe oder anderswo.

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  4. Ich finde es schön zu sehen, dass zum Einen die Palästinenser versuchen friedlich gegen einen rund 60 Jahre alten "Feind" vorzugehen.
    Und zum anderen, dass den Israelis mal gezeigt wird, dass deren Gewalt und Dummheit nicht mehr mit deren Volksgeschichte untermauert werden kann.
    [...]

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie bei sachlichen Argumenten. Danke. Die Redaktion/sc

    5 Leserempfehlungen
    • zd
    • 23.03.2012 um 8:00 Uhr

    als ob es in der welt ausser den israelischen siedlungen, sonst keine probleme gibt. aber was kann man von einem gremium erwarten, der zum groessten teil aus unfreien laender besteht...

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    Liebe/r "zd",

    was Sie hier zu verharmlosenden suchen, ist eines der größten Probleme im so genannten "Nahost-Friedensprozess" und wenn nicht Israel der Täter wäre, hätte man schon längst viel machtvoller dagegegen agiert. Deshalb finde ich es gut, dass dieses Thema nun untersucht wird. Der dreiste Landraub der Israelis und der unmenschliche Umgang mit den Palästinensern darf nicht länger hingenommen werden. Auch nicht von Deutschland!

    Natürlich gibt es auf der Welt noch andere Problem, aber irgendwann müssen die doch mal angegangen werden. Wer bestimmt den die Prioritäten in welchen diese abgearbeitet werden sollen und wer bestimmt welche Probleme schwerwiegend sind und welche nicht ? Sie ? Ich glaube kaum und das die Israelische Siedlungspolitik ein Problem darstellt ist ja wohl nicht wegzudiskutieren. Ich finde es ja wirklich erstaunlich das Probleme in anderen Staaten welche angegangen werden immer Kommentare auslösen wie "ja ja immer auf die Syrer, Iraner, Afghanen etc und nie wird Israel kritisiert" und wenn es dann mal passiert heisst es "haben wir den keine anderen Probleme"

    Welche dieser 36 Länder sind den unfrei? Die Schweiz? Österreich? Nennen sie doch die Länder...
    Selbst ein Großteil der Israelis hält den Siedlungsbau für falsch und er wird auf beiden Seiten als der zentrale Grund für das Scheitern von Verhandlungen gesehen. Zumindest bei der Bevölkerung. Und selbst wenn ein Land wie China dabei ist. Wie beschränkt kann man sein, erstens zu glauben das unsere westliche Form der Demokratie das non plus ultra ist und Länder die dies nicht praktizieren unfrei sind und weiterhin sollte man nicht so arrogant sein und glauben das die Meinung von Israel mit seinen paar Millionen Einwohnern mehr Gewicht haben sollte als die von China. Wachen sie auf!

    Die billige Rhetorik ist typisch für Netanjahu. Jede internationale Entscheidung gegen Israel ist nicht aus Fakten heraus gefällt sondern nur aus einem irrationalen Israelhass heraus. Langsam ist auch mal gut. Sowas zieht vielleicht noch bei alten Menschen die Eltern im 2WK hatten oder sich noch aus eigener Jugend dran erinnern.

    Für die Leute die 30 oder 40 Jahre nach dem Krieg geboren sind so wie die noch jüngeren Menschen lassen sich nicht mehr davon blenden und einwickeln. Ich trage weder direkte noch indirekte Schuld an der SHOA. Also ist meine Bewertung israelischen Verhaltens nicht durch Schuldgefühle geleitet sondern durch Verständnis der Geschichte.
    Daher hat Israel schon mehr Spielraum als die Meisten aber man kann nicht alles rationaliseren.

    Liebe/r "zd",

    was Sie hier zu verharmlosenden suchen, ist eines der größten Probleme im so genannten "Nahost-Friedensprozess" und wenn nicht Israel der Täter wäre, hätte man schon längst viel machtvoller dagegegen agiert. Deshalb finde ich es gut, dass dieses Thema nun untersucht wird. Der dreiste Landraub der Israelis und der unmenschliche Umgang mit den Palästinensern darf nicht länger hingenommen werden. Auch nicht von Deutschland!

    Natürlich gibt es auf der Welt noch andere Problem, aber irgendwann müssen die doch mal angegangen werden. Wer bestimmt den die Prioritäten in welchen diese abgearbeitet werden sollen und wer bestimmt welche Probleme schwerwiegend sind und welche nicht ? Sie ? Ich glaube kaum und das die Israelische Siedlungspolitik ein Problem darstellt ist ja wohl nicht wegzudiskutieren. Ich finde es ja wirklich erstaunlich das Probleme in anderen Staaten welche angegangen werden immer Kommentare auslösen wie "ja ja immer auf die Syrer, Iraner, Afghanen etc und nie wird Israel kritisiert" und wenn es dann mal passiert heisst es "haben wir den keine anderen Probleme"

    Welche dieser 36 Länder sind den unfrei? Die Schweiz? Österreich? Nennen sie doch die Länder...
    Selbst ein Großteil der Israelis hält den Siedlungsbau für falsch und er wird auf beiden Seiten als der zentrale Grund für das Scheitern von Verhandlungen gesehen. Zumindest bei der Bevölkerung. Und selbst wenn ein Land wie China dabei ist. Wie beschränkt kann man sein, erstens zu glauben das unsere westliche Form der Demokratie das non plus ultra ist und Länder die dies nicht praktizieren unfrei sind und weiterhin sollte man nicht so arrogant sein und glauben das die Meinung von Israel mit seinen paar Millionen Einwohnern mehr Gewicht haben sollte als die von China. Wachen sie auf!

    Die billige Rhetorik ist typisch für Netanjahu. Jede internationale Entscheidung gegen Israel ist nicht aus Fakten heraus gefällt sondern nur aus einem irrationalen Israelhass heraus. Langsam ist auch mal gut. Sowas zieht vielleicht noch bei alten Menschen die Eltern im 2WK hatten oder sich noch aus eigener Jugend dran erinnern.

    Für die Leute die 30 oder 40 Jahre nach dem Krieg geboren sind so wie die noch jüngeren Menschen lassen sich nicht mehr davon blenden und einwickeln. Ich trage weder direkte noch indirekte Schuld an der SHOA. Also ist meine Bewertung israelischen Verhaltens nicht durch Schuldgefühle geleitet sondern durch Verständnis der Geschichte.
    Daher hat Israel schon mehr Spielraum als die Meisten aber man kann nicht alles rationaliseren.

    • zd
    • 23.03.2012 um 8:02 Uhr

    "Hat Israel schon einmal dieses Gremium genutzt, um die Feindlichkeitenn der Palästinenser untersuchen zu lassen?"

    sehr witzig. es ist nicht viel anders als sich gleich bei der arabischen liga ueber palaestinenser zu beschweren.

    aus 91 beschluessen dieses gremiums richteten sich 39!!! gegen israel. wer diese absurditaet nicht sieht, ist selber schuld.

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    Sie wiederholen lediglich das, was bereits im Artikel steht. Auf das eigentliche Argument hingegen gehen Sie nicht ein: Wer hält Israel, Deutschland & Co. davon ab, selbst Anträge einzureichen?

    Indem man sagt: "Das macht überhaupt keinen Sinn, sind doch eh alles Israelhasser!" macht man es sich ja nun ein bisschen sehr leicht. Wenn es hier tatsächlich eine klare Diskriminierung geben sollte, dann müsste sich das irgendwie nachweisen lassen, z.B. indem man statistisch zeigen kann dass Anträge von Israel, den USA etc. weit überdurchschnittlich oft abgelehnt werden. Ich glaube aber: Wenn das so wäre, dann hätten wir davon längst ausführlich gelesen. Dann würde es einen grossen Presserummel geben und früher oder später würde es dann auch zu einer Änderung von Regeln, zur Verbesserung der Zustände kommen.

    • lando
    • 23.03.2012 um 8:34 Uhr

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten an der Diskussion und achten Sie bitte auf einen angemessenen Ton. Danke. Die Redaktion/sc

    • fse69
    • 23.03.2012 um 10:35 Uhr

    "...aus 91 beschluessen dieses gremiums richteten sich 39!!! gegen israel. wer diese absurditaet nicht sieht, ist selber schuld...."

    Und ich bin überzeugt, dass die Palästinenser das sogar genauso sehen. Die würden das Kriegsverbrechen der Siedlungspolitik auch sicherlich lieber von den wirklich wichtigen Gremien und Instanzen des Völkerrechts behandelt wissen (also UNSR, IStGh, etc.), statt vor dem rechtlich weitestgehend unverbindlichen Menschenrechtsrat. Aber da steht ja breitbeinig der amerikanische "Türsteher" vor, der permanent was von "Du kommst hier net rein" brabbelt.

    Sie wiederholen lediglich das, was bereits im Artikel steht. Auf das eigentliche Argument hingegen gehen Sie nicht ein: Wer hält Israel, Deutschland & Co. davon ab, selbst Anträge einzureichen?

    Indem man sagt: "Das macht überhaupt keinen Sinn, sind doch eh alles Israelhasser!" macht man es sich ja nun ein bisschen sehr leicht. Wenn es hier tatsächlich eine klare Diskriminierung geben sollte, dann müsste sich das irgendwie nachweisen lassen, z.B. indem man statistisch zeigen kann dass Anträge von Israel, den USA etc. weit überdurchschnittlich oft abgelehnt werden. Ich glaube aber: Wenn das so wäre, dann hätten wir davon längst ausführlich gelesen. Dann würde es einen grossen Presserummel geben und früher oder später würde es dann auch zu einer Änderung von Regeln, zur Verbesserung der Zustände kommen.

    • lando
    • 23.03.2012 um 8:34 Uhr

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten an der Diskussion und achten Sie bitte auf einen angemessenen Ton. Danke. Die Redaktion/sc

    • fse69
    • 23.03.2012 um 10:35 Uhr

    "...aus 91 beschluessen dieses gremiums richteten sich 39!!! gegen israel. wer diese absurditaet nicht sieht, ist selber schuld...."

    Und ich bin überzeugt, dass die Palästinenser das sogar genauso sehen. Die würden das Kriegsverbrechen der Siedlungspolitik auch sicherlich lieber von den wirklich wichtigen Gremien und Instanzen des Völkerrechts behandelt wissen (also UNSR, IStGh, etc.), statt vor dem rechtlich weitestgehend unverbindlichen Menschenrechtsrat. Aber da steht ja breitbeinig der amerikanische "Türsteher" vor, der permanent was von "Du kommst hier net rein" brabbelt.

    • zd
    • 23.03.2012 um 8:07 Uhr

    und wie heisst das freie land, auf dem israel ploetzlich baut?!

    "Vielleicht bin ich auch zu naiv um dieses zu verstehen, wie so manches in der Politik. Nur soviel sagt mir mein gesunder Menschenverstand, daß sowas nicht sein kann und sein darf!!!"

    vielleicht... nur zur info china besetzt seit 1954 tibet. in gegensatz zu palaestina war tibet vor der chinesischen besatzung und besiedlung ein souveraener staat.

    die tuerkei hat nordzypern besetzt und dort tuerken angesiedelt. auch iran besetzt insel, welche zu bahrain gehoert.

    ist die chinesische, tuerkische oder iranische besatzung weniger schlimm?

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    zb. der UN-Menschenrechtsrat - aber warum brausen sie so auf wenn dieser die Missstände (egal wo) überhaupt erstmal untersuchen will?

    • fse69
    • 23.03.2012 um 11:08 Uhr

    Tibet war kein souveräner Staat und China hat - anders als Israel mit Blick auf die besetzten palästinensischen Gebiete - sehr wohl eine ernst zu nehmende und zumindest mal kontrovers diskutable völkerrechtliche Grundlage für die Ansprüche auf Tibet.

    In Zypern war der türkische Bevölkerungsteil vor der türkischen Intervention Teilsouverän, die Türkei eine von drei völkerrechtlichen Garantiemächten. Ihre Präsenz auf der Insel gründet sich ausdrücklich auf Wunsch und Geheiß der türkischen Zyprioten. Und trotzdem - das scheint Ihrer geschätzten Aufmerksamkeit zu entgehen - ist Nordzypern international isoliert, Sanktionen und einem umfassenden Embargo ausgesetzt. Allein schon deswegen geht Ihr Vergleich mit der seit Jahrzehnten völlig folgenlosen israelischen Siedlungspolitik vollkommen fehl.

    Die Wurzeln allen Übels sind fundamentalistische Gotteswahnvorstellungen. Ohne diese Wahnvorstellungen gäbe es keinen israelisch/palästinensischen Konflikt. Damit sie es kapieren: Die Siedlungspolitik Israels ist von jüdischen Fundamentalisten getriebener Staatsterrorismus! Die religiösen Fanatiker suhlen sich in dem Bewusstsein, das in Amerika 80 Millionen Evangelikale hinter ihnen stehen, welche die Bibel wörtlich nehmen und meinen, das Hirngespinst "Gott" habe dem jüdischen Volk Palästina geschenkt.
    Ich bin Atheist. Atheisten verabscheuen Glaubenswahnvorstellungen, sie verabscheuen Menschen, die kleine Kinder indoktrinieren und in Wahnvorstellungen versklaven. Sie verabscheuen Menschen, die andere dazu bringen, Flugzeuge in Bauwerke zu fliegen, weil sie glauben, ihrem "Gott" damit eine Freude zu machen und die dann darauf hoffen, als Belohnung dafür täglich Jungfrauen bumsen zu können. Sie verabscheuen Menschen, die mit der Bibel unterm Arm durch die Wüste ziehen um herauszufinden, wo die Grenzen von Israel zu ziehen sind. Sie verabscheuen Kreationisten, welche die Bibel wörtlich nehmen und die Evolution leugnen. Sie verabscheuen Menschen, die mit ihren Gotteswahnvorstellungen Menschen verbiegen!
    Menschen, die im Sinne der Aufklärung weltlich orientiert sind, nicht durch Ideologien/Gotteswahnvorstellungen verbogen sind, die bringen sich auch nicht gegenseitig um.
    Ihr Relativismus (nach dem Motto: Der da begeht Verbrechen also darf ich es auch) ist nicht zu akzeptieren!

    zb. der UN-Menschenrechtsrat - aber warum brausen sie so auf wenn dieser die Missstände (egal wo) überhaupt erstmal untersuchen will?

    • fse69
    • 23.03.2012 um 11:08 Uhr

    Tibet war kein souveräner Staat und China hat - anders als Israel mit Blick auf die besetzten palästinensischen Gebiete - sehr wohl eine ernst zu nehmende und zumindest mal kontrovers diskutable völkerrechtliche Grundlage für die Ansprüche auf Tibet.

    In Zypern war der türkische Bevölkerungsteil vor der türkischen Intervention Teilsouverän, die Türkei eine von drei völkerrechtlichen Garantiemächten. Ihre Präsenz auf der Insel gründet sich ausdrücklich auf Wunsch und Geheiß der türkischen Zyprioten. Und trotzdem - das scheint Ihrer geschätzten Aufmerksamkeit zu entgehen - ist Nordzypern international isoliert, Sanktionen und einem umfassenden Embargo ausgesetzt. Allein schon deswegen geht Ihr Vergleich mit der seit Jahrzehnten völlig folgenlosen israelischen Siedlungspolitik vollkommen fehl.

    Die Wurzeln allen Übels sind fundamentalistische Gotteswahnvorstellungen. Ohne diese Wahnvorstellungen gäbe es keinen israelisch/palästinensischen Konflikt. Damit sie es kapieren: Die Siedlungspolitik Israels ist von jüdischen Fundamentalisten getriebener Staatsterrorismus! Die religiösen Fanatiker suhlen sich in dem Bewusstsein, das in Amerika 80 Millionen Evangelikale hinter ihnen stehen, welche die Bibel wörtlich nehmen und meinen, das Hirngespinst "Gott" habe dem jüdischen Volk Palästina geschenkt.
    Ich bin Atheist. Atheisten verabscheuen Glaubenswahnvorstellungen, sie verabscheuen Menschen, die kleine Kinder indoktrinieren und in Wahnvorstellungen versklaven. Sie verabscheuen Menschen, die andere dazu bringen, Flugzeuge in Bauwerke zu fliegen, weil sie glauben, ihrem "Gott" damit eine Freude zu machen und die dann darauf hoffen, als Belohnung dafür täglich Jungfrauen bumsen zu können. Sie verabscheuen Menschen, die mit der Bibel unterm Arm durch die Wüste ziehen um herauszufinden, wo die Grenzen von Israel zu ziehen sind. Sie verabscheuen Kreationisten, welche die Bibel wörtlich nehmen und die Evolution leugnen. Sie verabscheuen Menschen, die mit ihren Gotteswahnvorstellungen Menschen verbiegen!
    Menschen, die im Sinne der Aufklärung weltlich orientiert sind, nicht durch Ideologien/Gotteswahnvorstellungen verbogen sind, die bringen sich auch nicht gegenseitig um.
    Ihr Relativismus (nach dem Motto: Der da begeht Verbrechen also darf ich es auch) ist nicht zu akzeptieren!

  5. "Man sollte sich fragen, warum nur vermeidlich istaelfeindliche Staaten Anträge für Untersuchungen stellen. Wo sind die Anträge zu Afghanistan, Irak, Iran etc.?"
    Danke für diesen interessanten Denkanstoss! So habe ich das nie betrachtet, obwohl es ja eigentlich völlig naheliegend ist. Wer hält Israel & Co. davon ab, selbst Anträge zu stellen? Gerade für die sich selbst als grosse Kämpfer für Menschenrechte präsentierenden "westlichen" Länder, sollte das ja eigentlich ein ganz natürlicher Schritt sein, wenn ihnen der Kampf für Menschenrechte wirklich so viel bedeutet...

    Ist ja ein bisschen so, als ob sich Jemand beschwert, dass immer nur die Anderen bei der Tombola gewinnen, obwohl er selbst nie ein Los gekauft hat... (Okay, ein etwas dämlicher Vergleich)

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