WeißrusslandLukaschenkos Schwulen-Äußerung empört seine Kritiker

"Besser Diktator als schwul" – die Bundesregierung hat die Worte des weißrussischen Präsidenten scharf zurückgewiesen. Außenminister Westerwelle selbst reagiert gelassen. von afp, dpa und reuters

Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko

Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko  |  © STR/AFP/Getty Images

Die Bundesregierung hat die persönliche Verunglimpfung von Außenminister Guido Westerwelle ( FDP ) durch den weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko kritisiert. Dieser hatte Westerwelle wegen dessen Homosexualität angegriffen. Das Verhalten zeige "leider sehr deutlich die Haltung, die der weißrussische Präsident zu den Grundrechten einnimmt", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert .

Lukaschenko hat Homosexuelle in der Vergangenheit bereits mehrmals als "abartig" beschimpft. Auf die neueste abschätzige Bemerkung reagierte Westerwelle selbst gelassen. Zu Lukaschenkos Spruch "Besser Diktator als schwul", sagte er: "Diese Äußerung richtet sich selbst." Er werde auch nach diesen Äußerungen keinen Millimeter von seinem Engagement für Menschenrechte und Demokratie in Weißrussland abrücken.

Der FDP-Politiker hatte Lukaschenko vergangene Woche erstmals öffentlich als "letzten Diktator Europas" bezeichnet. Bislang war dies nur die Wortwahl von Menschenrechtsgruppen. Daraufhin setzte sich der autoritär herrschende Staatschef am Wochenende verbal zur Wehr und sagte: "Wer auch immer laut von Diktatur geschrien hat, ich habe gedacht: Es ist besser, ein Diktator zu sein als schwul." Damit bezeichnet sich Lukaschenko erstmals auch selbst als "Diktator".

Drohung wegen neuer Sanktionen

Lukaschenko drohte außerdem mit einer "harten Reaktion" auf mögliche weitere Sanktionen der Europäischen Union. "Sie wollen unsere Stabilität und unser Land zerstören", sagte er. Hintergrund sind neue Zwangsmaßnahmen, die am Dienstag verhängt wurden. Die EU reagierte damit auf die andauernde Unterdrückung der Opposition in der Ex-Sowjetrepublik.

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Brüssel hatte das Einreiseverbot gegen die weißrussische Führung weiter ausgedehnt. Danach zogen die EU-Länder ihre Botschafter in einer gemeinsamen Aktion ab. Die Regierung in Minsk wies daraufhin die Chefin der EU-Mission, Maira Mora, und den polnischen Botschafter Leszek Szarepka aus.

Lukaschenko ist seit 1994 an der Macht und regiert die ehemalige Sowjetrepublik mit harter Hand. Seine Wahl vor über einem Jahr war international wegen Wahlbetrugs nicht anerkannt worden. Mehrfach gab es auch innerhalb des Landes Proteste. Diese ließ Lukaschenko gewaltsam niederschlagen.

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Leserkommentare
  1. 1. [...]

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  2. 2. [...]

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    • Kriton
    • 05. März 2012 18:10 Uhr

    na ja... Diktator sein ist vielleicht auch nicht schlecht... aber nein, schwul zu sein ist schon noch besser!

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    • WABler
    • 05. März 2012 18:44 Uhr

    ....dass dieser verbale Schuss saß!
    Außenminister Westerwelle selbst reagiert gelassen.
    "Diese Äußerung richtet sich selbst."
    Natürlich reagiert Westerwelle professionell gelassen.
    Ich denke dennoch, dass solch eine Äußerung schmerzt.

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    DAs die Äuserung von Gido die ist die Schmertzt, da sie klar stellt das er mit den schwul sein laben kann und in fast der Gantzen Welt anerkannt wird. Also Diktator aber man nur in den eigen Land sich die anerkennung erpressen kann.

    So hat er schon recht. Die Äuserung richtet sich selbst.

    und warum sollte das schmerzen?

    und warum klingt es so als würden sie sich wünschen das es so wäre?

    lukaschenko hat sich mit dieser äußerung bis auf die knochen blamiert, da wird sich der westerwelle zurecht ins fäustchen lachen.

    • goddi
    • 05. März 2012 18:54 Uhr
    5. [...]

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  3. Naja, also...

    Er hat doch recht. Was ist schlimm daran für einen selbst, Diktator zu sein? Und im Gegenzug ist es ja selbst in Deutschland nicht schön, schwul zu sein. Immer noch (und zunehmend) begegnet man Anfeindungen, "Schwul" ist zum geläufigsten Schimpfwort geworden, und als Schwuler selbst schämt man sich auf der anderen Seite für diese lächerlichen Veranstaltungen wie CSD und co.

    Natürlich hat der gute Diktator aus Weißrussland das so nicht gemeint, und daher ist es zu verurteilen.

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    • scg
    • 05. März 2012 19:04 Uhr

    Noch ist Lukaschenkos Sohn zu klein (*2004), aber es wäre schon ein netter Fall von Ironie des Schicksals, wenn sein Sohn schwul wäre...

    4 Leserempfehlungen
  4. Entfernt. Bitte richten Sie Kritik an der Moderation an community@zeit.de. Der Kommentar wurde wieder hergestellt, bitte entschuldigen Sie das Missverständnis. Danke, die Redaktion/lv

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters
  • Schlagworte Guido Westerwelle | Alexander Lukaschenko | Bundesregierung | FDP | Drohung | Grundrecht
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