US-Präsident Barack Obama hält es für möglich, dass die USA ihr Atomwaffenarsenal weiter reduzieren könnten, ohne ihre Sicherheit zu gefährden. Im Mai, so kündigte er an, wolle er auch Präsident Wladimir Putin treffen, um darüber zu sprechen.

Mit Putins Amtsvorgänger Dimitri Medwedew hatte Obama vor zwei Jahren in Prag ein Nachfolgeabkommen zum Start-Abrüstungsvertrag unterzeichnet. In dem neuen Start-Vertrag hatten beide Länder die Begrenzung ihrer jeweiligen strategischen Nukleararsenale auf 1.550 einsatzfähige nukleare Sprengköpfe sowie auf bis zu 800 strategische Trägersysteme vereinbart. Medwedew und Obama treffen sich heute auf einer Sicherheitstagung im südkoreanischen Seoul wieder. Themen des Gipfels sind Atomenergie, Atomwaffen und die Bedrohung durch nuklear bewaffnete Extremisten, 53 Staaten sind vertreten.

Das Auftreten Nordkoreas bereitet den Teilnehmern der Tagung große Sorge. Obama forderte die nordkoreanische Führung zum Verzicht auf ihr Atomwaffenprogramm auf . Nordkorea werde durch seine Provokationen nichts erreichen, sagte Obama in der südkoreanischen Hauptstadt. "Nordkorea kennt seine Verpflichtungen."

"Schlechtes Verhalten nicht belohnt"

Die Regierung in Pjöngjang hat angekündigt, Mitte April eine Langstreckenrakete mit einem Beobachtungssatelliten ins All zu schießen. Nach offiziellen Angaben ist der Start zu Ehren des hundertsten Geburtstags des verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung gedacht. Nach Einschätzung der USA und ihrer Verbündeten handelt es sich dabei aber um einen Raketentest, was gegen mehrere UN-Resolutionen verstoßen würde.

Die USA hatten Nordkorea gewarnt, der Raketenstart gefährde ein geplantes Abkommen über Lebensmittelhilfe, die beide Seiten Anfang März vereinbart hatten. "Schlechtes Verhalten wird nicht belohnt", sagte Obama.

Der Präsident wählte aber auch versöhnliche Worte. Die Regierung in Washington habe gegenüber Nordkorea keine "feindselige" Einstellung, sagte er. Die Regierung in Pjöngjang müsse "den Mut zum Frieden haben" und "der Bevölkerung Nordkoreas ein besseres Leben" ermöglichen, fügte der US-Präsident hinzu.

Atomarer Terrorismus bleibe für die Menschheit "eine der größten Bedrohungen", sagte Obama vor Beginn des Gipfels. Es gebe genug atomares Material für "mehrere" Atomwaffen "ohne angemessene Schutzvorkehrungen". Terroristen und kriminelle Banden versuchten derer habhaft zu werden.

Nordkorea und Südkorea befinden sich seit dem Korea-Krieg von 1950 bis 1953 offiziell im Kriegszustand.