US-AußenpolitikObamas Gewaltversprechen an Israel

Vor Amerikas Juden bekennt sich Barack Obama dazu, eine iranische Atombombe notfalls militärisch zu verhindern. Aber noch nicht jetzt. Von Martin Klingst, Washington von 

Obama auf der Jahrestagung der israelischen Lobby-Organisation Aipac in Washington

US-Präsident Obama auf der Jahrestagung der israelischen Organisation Aipac in Washington  |  © Chip Somodevilla/Getty Images

Es war am Sonntag wohl eine der im Augenblick wichtigsten politischen Reden des amerikanischen Präsidenten: national wie international. Keine Ansprache wurde in letzter Zeit im In- wie im Ausland mit so großer Aufmerksamkeit und Spannung beobachtet. Auf jedes Wort und auf jede Geste kam es an.

Barack Obama sprach zu Tausenden von Mitgliedern und Gästen des mächtigen amerikanisch-israelischen Lobbyvereins Aipac . Es sind Wahlkampfzeiten, und der Demokrat ist für seine Wiederwahl im November auf die Stimmen der amerikanischen Juden angewiesen. 
Sie wählen seit ewig überwiegend Demokraten, nach den Afroamerikanern sind sie die verlässlichste Gruppe. 78 Prozent von ihnen stimmten 2008 für Obama.
 Doch eine wachsende Zahl dieser Unterstützer ist unzufrieden. Vor allem hegt sie Zweifel, ob ihr Präsident tatsächlich so entschieden an der Seite Israels steht wie die Mehrheit seiner Vorgänger im Weißen Haus.

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Nicht nur in der Palästinafrage, sondern auch im Angesicht der drohenden atomaren Bewaffnung Irans . Sie wollten von Obama jetzt deutliche Worte hören und die uneingeschränkte Botschaft, dass er notfalls mit Waffengewalt eine Atommacht Iran verhindern werde.
 Diese Botschaft kam . Obama verkündete nicht nur, wie sonst üblich, dass selbstverständlich "alle Optionen" auf dem Tisch bleiben würden, also auch die militärische. Diesmal versprach er zugleich, dass seine Politik nicht auf "Eindämmung" des Iran ausgerichtet sei, also nicht nur auf die Einhegung einer möglichen Atommacht Iran.

Die Zeit für einen Präventivschlag sei noch nicht gekommen


Sein Ziel, sagte Obama unmissverständlich, sei es, den Bau und Besitz der Atombombe zu verhindern, notfalls mit dem Einsatz der amerikanischen Armee. "Niemand soll unsere Entschlossenheit unterschätzen," rief der Präsident. Der Aipac-Gipfel dankte es ihm mit stehenden Ovationen.
 Ebenso deutlich aber teilte Amerikas Präsident seinen Zuhörern mit, dass die Zeit für einen Präventivschlag noch nicht gekommen sei.

Niemand soll unsere Entschlossenheit unterschätzen.

US-Präsident Obama auf der Aipac-Konferenz 2012

Zwischen den Zeilen warnte er die israelische Regierung sogar eindringlich davor. Ein Angriff auf iranische Atomanlagen zum jetzigen Zeitpunkt, sagte Obama, würde das Regime in Teheran stärken und den Mittleren Osten weiter ins Chaos stürzen.
" Es wird zu viel über Krieg gesprochen," warnte der Präsident und plädierte energisch dafür, zunächst den Sanktionen eine Chance zu geben. Noch nie sei die internationale Anti-Iran-Koalition so geschlossen und so entschieden gewesen. Noch nie zuvor hätten Wirtschafts-, Öl- und Finanzsanktionen die iranische Regierung derart in Bedrängnis gebracht.


Das war die eine Hälfte der Obama-Botschaft acht Monate vor der Präsidentschaftswahl. Die andere, die eher innenpolitische: Seine Konkurrenten würden sich derzeit mit Versprechen an Israel überschlagen. In der Tat wetteifern vor allem die republikanischen Kandidaten Mitt Romney , Rick Santorum und Newt Gingrich miteinander, wer von ihnen der größte Israelfreund sei.
 Sie verheißen im Falle ihrer Wahl Israel unverzüglich einen Staatsbesuch abzustatten, Amerikas Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem , "in die ungeteilte Hauptstadt Israels", zu verlegen und eine hartbeinige Haltung gegenüber den Palästinensern einzunehmen. 
Alle drei werden auch auf der Aipac-Konferenz auftreten und um Stimmen buhlen. Doch Obama warnte: "Urteilt nicht nach Worten, sondern nach Taten!"

Zuwendungen an Israel sind für Obama ein wichtiges Wahlkampfthema

Minutenlang zählte er danach die Solidaritätsgeschenke seiner Regierung auf: Mehr Geld für Israel als je zuvor – und das trotz der Sparzwänge; mehr militärische und geheimdienstliche Zusammenarbeit als unter den Vorgängern im Weißen Haus; Abstimmungsblockaden in den Vereinten Nationen , wenn Israel an den Pranger gestellt werden sollte; Veto gegen die Aufnahme Palästinas in der UN ; und so weiter.
 Wieder sprangen die meisten Aipac-Gäste von ihren Stühlen und applaudierten. Amerikas Juden mögen zwar manches Mal Obama grämen, aber es muss schon ein politisches Erdbeben geschehen, bis ihre Mehrheit dem Demokraten im Weißen Haus die Gefolgschaft verweigert.

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Leserkommentare
    • zd
    • 04. März 2012 20:33 Uhr

    Manchmal muss man in ein krieg ziehen um groessere kriege zu verhindern. ich hoffe dass die botschaft bei den mullahs ankommen wird.

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    • joG
    • 04. März 2012 20:55 Uhr

    ....dürfen. Ihnen ist bewusst, dass sie, stellte es sich heraus, sie würden bluffen, die Kosten des Erhalts internationaler Ordnung wesentlich ansteigen würden. Daher war es so irrsinnig naiv anzunehmen, es auch kaum glaubhaft ist, dies hätten die Achsenmächte nicht bedacht, Bush könnte nicht einmarschieren, nachdem er das Ultimatum gestellt hatte. Leider wird es aber keinen Augenblick geben, zu dem man mit Sicherheit wissen wird der Iran entwickle eine Atomwaffe, bis zum Test. Ob Obama den Nerv hat eine so große Entscheidung unter Unsicherheit zu treffen, ist schwer zu sagen. Denn selbst wo man sagen kann sie wäre richtig, ist ein militärischer Eingriff eine schwere Entscheidung.

    § 80a
    Aufstacheln zum Angriffskrieg

    Wer im räumlichen Geltungsbereich dieses Gesetzes öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) zum Angriffskrieg (§ 80) aufstachelt, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

    Entfernt. Nutzen Sie die Kommentarbereiche bitte, um sachliche Argumente und Meinungen auszutauschen. Danke. Die Redaktion/au.

    >>Manchmal muss man in ein krieg ziehen um groessere kriege zu verhindern<<
    ===================================================================
    Manchmal muss man in ein krieg ziehen um sich die Ölreserven zu sichern

  1. einen wird es zum Kotzen sein und er wird das Video schnell wieder wegklicken...

    http://www.youtube.com/wa...

    Dort spricht C.Hörstel über Syrien und Iran und was so zukunftig passiert/passieren könnte.
    Das Video ist vom 11.02., also muss man die zukünftige Ereignisse von diesem Tag an betrachten. Ein paar von ihnen sind bereits eingetreten.
    Es geht stellenweise auch explizit um Isreal-USA-Iran Angelegenheiten.

    Für die "Kritiker" :)

    Es ist nicht DIE Wahrheit, sondere << eine >> Erklärung/Beschreibung von Hintergründen und co.
    C.Hörstel ist auch nicht DER Allwissende und hat auch seine eigenen Interessen.

    also,
    Wer hat das Video zu Ende geschaut ?

    Ist etwas Interessante für den einen oder anderen enthalten ?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wer ist denn "C.Hörstel"?

    C.Hörstel = Christoph Hörstel

    http://de.wikipedia.org/w...

    Klingt alles sehr logisch und von Hintergrundwissen durchdrungen. Es macht mir allerdings wahrlich Angst, was Herr Hörstel sagt, ich hoffe er hat Unrecht, befürchte aber das Gegenteil. Wir stehen kurz vor einem Krieg gegen den Iran und es wird nur noch nach plausiblen Argumenten für die dumm gehaltene Bevölkerung (beispielsweise in Deutschland) gesucht. Wesentlichen Anteil daran werden solche Medien wie Zeit.de haben und alle anderen Mainstreammedien werden da voll mitziehen. Mich wundert wirklich nichts mehr, was vorgeschobene Kriegsgründe angeht. Ich dachte lange Zeit, dass dies in unserer Zeit nicht mehr so einfach wäre, aber der Irakt und Afghanistan und Kosovo Krieg haben mich leider eines besseren belehrt.

    @neulingle, danke für den link!
    Habe mir das ganze Video reingezogen und mir ist echt dabei übel geworden, jedoch ist die Argumentation von Hörstel echt überzeugend.

    Wenn es stimmt, was er sagt, gehen wir einer sehr baldigen schrecklichen Zeit entgegen.

    Und sein Appell am Schluß, die Rohstoffe der Menschen sollten allen gehören, man müsse aber auch den Ländern, in denen sie vorkommen, ihren angemessenen Preis dafür zahlen, erscheint mir sehr vernünftig und moralisch.

    Kriege für Rohstoffe zu führen, ist schlichtweg unmoralisch.

    • Bashu
    • 05. März 2012 3:26 Uhr

    hab's (noch!) nicht ganz zu Ende geschaut, aber der Anfang war schon spannend.

    Uns wird kräftig der Kopf gewaschen, und gerade solche Gegen-Ansichten rütteln einen aus dem Wachkoma, in das uns die Massenmedien lullen.

    Ich war vor 1 Jahr noch für den Libyen-Krieg und habe es mit solchen Postings zu verdanken, dass ich nun einen kritischeren Blick habe.
    Ich glaube weißgott nicht alle "linken Verschwörungstheorien", aber die Beschäftigung mit alternativen Medien ermöglicht einen differenzierteren Blick auf das, was uns tagtäglich im Fernseher vorgekäut wird.

    Danke für den link.

    ...habe ich mir dieses Video angesehen (siehe Seite 1 Videolink mit C. Hörstel). Dort erfährt man wesentlich mehr als in den propagandistischen Mainstreamberichten, die sich ja eh nur auf die amerikanischen Nachrichtenagenturen stützen...

    Wacht auf Leute...und erinnert euch mal bitte daran, dass noch vor 2 Wochen ÜBERALL ein Bericht rum ging, wo die CIA klar stellte, dass Teheran KEINE BOMBE baut!

    Wieso hört Obama nicht auf seinen eigenen Geheimdienst und lügt der Welt weiterhin vor, der Iran würde die Atombombe anstreben?

    Es gibt nur einen Schluss: DER KRIEG IST VOM WESTEN GEWOLLT!

    • Chios
    • 06. März 2012 8:30 Uhr

    Zunächst: vielen Dank für dieses Interview. Was Herr Hörstel sagt, deckt sich in Teilen mit meinen bisherigen Vermutungen.

    Es wäre interessant zu wissen, ob der deutsche Nachrichtendienst Links (z.B. Facebook Likes) zu Hörstel Inhalten, in zustimmendem Kontext, zurück verfolgt?

    Meine Meinung zu der Kriegstreiberei habe ich in einem Blogbeitrag veröffentlicht.

  2. 3. [...]

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    Vielen Dank, dass Sie uns auf diesen Fehler hingewiesen haben. Des Weiteren bitten wir Sie jedoch, sich sachlich zu äußern und auf Polemik, Beleidigungen und Unterstellungen zu verzichten. Danke, die Redaktion/se

  3. "Obamas Gewaltversprechen an Israel vor Amerikas Juden"

    Ein super Titel.
    Nur 7 Worte und alles gesagt.
    Vielen Dank.

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    • nach0
    • 04. März 2012 21:20 Uhr

    Nicht ganz korrekt!
    Wenn Sie den Text lesen, sehen Sie das es um Wahlstimmen geht sowie weiteren dingen die dort zu entnehmen sind.

    • nfb
    • 04. März 2012 20:43 Uhr

    Ach Obama da war doch noch was in der Palastina Frage. Oder ne war ja doch nicht Wichtig, ist ja schön das Obama mit den Israelis Seite an Seite steht obwohl sie durchgehend gegen Internationale Verträge verstossen.

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    • Bashu
    • 05. März 2012 3:34 Uhr

    rüsten derzeit kräftig auf, das Militärbudget wurde binnen 7 Jahren fast verdreifacht(!)

    http://www.tah.de/afpnews...

    Noch immer sind sie #2 hinter den Amerikanern. Ich habe mich kürzlich mit einem Chinesen darüber unterhalten, er sagte mir, sie wollen künftig der latenten Bedrohung durch die militärisch immer noch weit überlegene US Armee etwas entgegensetzen können.
    Das ist gut. Wir brauchen eine multipolare Welt, damit nicht ein einziges Land den Rest der Welt in Geiselhaft nehmen kann.

  4. nicht um das Thema Krieg gehen würde, würde ich die Vorstellung von Obama amüsant finden...
    Obama ist doch nur ein Spielball der Israelis!
    hoffentlich finden das bald die US-Geheimdienste raus ;-)

  5. Wer ist denn "C.Hörstel"?

    Antwort auf "für manch"
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    Den Namen muß man sich nicht merken. Nur ein Profilneurotiker, der diverse Randgruppen mit Verschwörungstheorien bedient, der altklug über "den Westen", der sein Leben überhaupt möglich macht, jammert und möglichst einfache, meist schlechte (Strohmanntrugschlüsse) Vergleiche zieht, in denen er möglichst viele Fakten ausblendet oder welche erfindet, die er für "wahrscheinlich" hält. Er appelliert dann an den Menschenverstand, obwohl die Fakten bekannt sind, die er jedoch für erlogen hält, wenn sie nicht ins Bild passen). Muß man nicht ernst nehmen. Solche Gestalten werden immer wieder Anhänger finden, egal gegen was sie sind. Hauptsache es ist etwas verschwörerisch und gegen "die da oben".

    (Tut mir leid für den Schachtelsatz)

  6. 8. [...]

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    Antwort auf "[...]"
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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Barack Obama | Israel | Atombombe | Botschaft | Erdbeben | Iran
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