Wahl in RusslandPutin-Lob bringt Schröder viel Kritik

Der Altkanzler verteidigt Putin als "lupenreinen Demokraten" und kritisiert die Wahlbeobachter der OSZE. Dafür wird Schröder auch aus der eigenen Partei kritisiert.

Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat mit seiner Kritik an den internationalen Wahlbeobachtern in Russland und seinem Eintreten für Wladimir Putin parteiübergreifend Empörung in Deutschland ausgelöst. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk sagte Schröder, er sei sich bei manchen der Wahlbeobachter "nicht so ganz sicher, ob da nicht Vorurteile größer sind als Urteile". Er halte auch an seiner Einschätzung fest, dass der designierte russische Präsident Wladimir Putin ein "lupenreiner Demokrat" sei. "Ich habe daran nichts abzustreichen", sagte Schröder.

Schröder sagte, Putin wisse sehr genau, dass die kommenden sechs Jahre entscheidend seien, wie Russland im Konzert der großen Mächte mitspielen werde. Dass da noch eine Menge zu tun sei, wisse niemand besser als Putin selber. "Auch die Leute, die um ihn herum sind, wissen das."

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Die Bundesregierung distanzierte sich von Schröders Äußerungen. Sie habe "überhaupt keine Anhaltspunkte, dass die Befunde der internationalen Wahlbeobachter durch Vorurteile gelenkt worden seien", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Deren Kritikpunkte müssten im Gegenteil "ernst genommen werden".

CDU spricht von "Gazprom-Gerd"

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe kritisierte den Altkanzler noch deutlicher. "Gerhard Schröder ist Putins bestbezahlter Minnesänger", sagte er Spiegel Online. "Für Gazprom-Gerd gilt offensichtlich die alte Regel: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing."

Schröder gilt seit seiner Kanzlerschaft von 1998 bis 2005 als Freund Putins. Beide hatten 2005 den Bau einer Ostsee-Pipeline auf den Weg gebracht. Zum Bau wurde ein Joint Venture gegründet, das seit 2006 Nord Stream heißt und seinen Sitz in Zug in der Schweiz hat. An Nord Stream ist der russische Gasmonopolist Gazprom mit 51 Prozent beteiligt. Schröder ist Vorsitzender des Aktionärsausschusses. Die Bezeichnung "lupenreiner Demokrat" hatte Schröder schon vor Jahren für Putin gewählt.

Leserkommentare
  1. ...Herr Putin ist so lupenrein wie Herr Schröder.

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    -viele- lupenreine Politiker bei uns im sogenannten Westen?

    -viele- lupenreine Politiker bei uns im sogenannten Westen?

  2. Bei allem Zweifel und bei aller Kritik ist Putin glaube ich das beste was dem jetzigen Russland passieren kann und konnte.
    Marktliberale Oligarchen hätten Schürfrechte und Rohstoffe an die Amerikaner ausverkauft. Ultra Rechte wären wesentlich aggressiver in vielen Berreichen der Russischen Außenpolitik. Ultralinke Komunisten hätten den Staat isoliert und nicht die progressivität und den Außenhandel gefördert die das Land so dringend braucht um nicht unter zu gehen.
    Wenn man so will ist er, wie jede Regierung auf der Welt das geringste Übel...

    Darüberhinaus finde ich es recht naiv die Energierohstoffliche Kolaboration von Europa und Russland zu denunzieren. Anscheinend sind viele hier lebenden Menschen noch nicht in der Realität angekommen.
    Der Kampf um Rostoffe tobt wie eh und jeh und da bekommt eben der das Stück Kuchen der Ellebogen hat. Die U.S.A demonstrieren dies im übrigen Eindrucksvoller als Russland.

    Ich könnte mir für die Zukunft Europas nichts schöneres vorstellen als ein Starkes Russland das wie Peter der Große es schon wollte mit ihm vereint ist in Schwester/Brüderlicher Freundschaft.

    Russland ist wenn man so will das einzige Rohstoffspielfeld, das Deutschland offen steht, man sollte es pflegen...

    Ich bin übrigens dafür endlich den Kalten Krieg zu vergessen und U.S.A. und Russland gerecht zu bewerten und zu kommentieren. Die durch ihre generation geprägten haben einfach einen knick in der Linse.

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    • mick08
    • 07.03.2012 um 23:20 Uhr

    es ist nicht förderlich Russland aus Vorurteilen heraus zu betrachten und es ist sicher nicht verkehrt, dass Russland mit Schröder einen Freund hat. Es ist sicher ebenso wahr, dass Putin auch viel Gutes für Russland geleistet hat, wenn man bedenkt, dass nach Gorbatschow und Jelzin alles bergab ging. Also Differenzierung wäre schon schön. Allerdings gilt das auch dort wo Kritik angemessen ist, und da ist es doch auffällig, dass ausgesprochen viele kremelkritischen Journalisten ermordet wurden. Lupenreine Demokratie sieht anders aus. Andererseits, es ist auch als positiv zu bewerten, dass Kritiker in Moskau demonstrieren können, Putin öffentlich schmähen können. Diktatorische Gewalt lässt das iR nicht zu; also ganz sooo schlecht ist Putin nun wieder auch nicht. Ich denke, die Kunst ist Russland und Putin differenziert und aus Verständnis aber eben auch kritisch zu betrachten.

    Putin selbst definiert sich nicht als Freund der Demokratie oder Europas, sondern hat selber ausdrücklich gesagt, er strebe eine Gegnerschaft zu den demokratischen Staaten an, dafür möchte er ein Bündnis schließen gegen Europa, Amerika und Japan mit China und Indien sowie die kommunistischen und islamistischen Staaten im Schlepptau. Man sollte Putin mehr glauben, denn dafür braucht er auch eine beispiellose Aufrüstung, die er gerade zu den Wahlen angekündigt hat. Alle Verbündeten Putins sind eben nicht demokratisch, sondern das Gegenteil davon, kann er doch im Ausland nicht fördern, was er zu Hause gar nicht haben will. Dass ein verfassungsmäßig auf 2x4 Jahre begrenzter Präsident nach einer Periode der Statthalterschaft nun 2x6 Jahre drauflegen darf, gibt es sonst auch nur in Diktaturen, warum wohl?

    • mick08
    • 07.03.2012 um 23:20 Uhr

    es ist nicht förderlich Russland aus Vorurteilen heraus zu betrachten und es ist sicher nicht verkehrt, dass Russland mit Schröder einen Freund hat. Es ist sicher ebenso wahr, dass Putin auch viel Gutes für Russland geleistet hat, wenn man bedenkt, dass nach Gorbatschow und Jelzin alles bergab ging. Also Differenzierung wäre schon schön. Allerdings gilt das auch dort wo Kritik angemessen ist, und da ist es doch auffällig, dass ausgesprochen viele kremelkritischen Journalisten ermordet wurden. Lupenreine Demokratie sieht anders aus. Andererseits, es ist auch als positiv zu bewerten, dass Kritiker in Moskau demonstrieren können, Putin öffentlich schmähen können. Diktatorische Gewalt lässt das iR nicht zu; also ganz sooo schlecht ist Putin nun wieder auch nicht. Ich denke, die Kunst ist Russland und Putin differenziert und aus Verständnis aber eben auch kritisch zu betrachten.

    Putin selbst definiert sich nicht als Freund der Demokratie oder Europas, sondern hat selber ausdrücklich gesagt, er strebe eine Gegnerschaft zu den demokratischen Staaten an, dafür möchte er ein Bündnis schließen gegen Europa, Amerika und Japan mit China und Indien sowie die kommunistischen und islamistischen Staaten im Schlepptau. Man sollte Putin mehr glauben, denn dafür braucht er auch eine beispiellose Aufrüstung, die er gerade zu den Wahlen angekündigt hat. Alle Verbündeten Putins sind eben nicht demokratisch, sondern das Gegenteil davon, kann er doch im Ausland nicht fördern, was er zu Hause gar nicht haben will. Dass ein verfassungsmäßig auf 2x4 Jahre begrenzter Präsident nach einer Periode der Statthalterschaft nun 2x6 Jahre drauflegen darf, gibt es sonst auch nur in Diktaturen, warum wohl?

  3. Überprüfen sie doch einmal Spenden und Geldgeber anderer Politiker sie werden erstaunt sein wer da wen bezahlt.
    Grade in den U.S.A.
    Die Frage ist ob eine Handlung Volkswirtschaftlich wertvoll ist und wie wichtig diese Pipeline ist wird hoffentlich in den nächsten 10-15 Jahren absolut klar.
    Die Amerikaner haben für den selben Zweck gleich 3 Kriege geführt und Raten sie mal in welchem Geschäft die Verantwortlichen Bushs und co tätig sind?
    Legen sie die kalte Krieg Brille ab!

    Russland ist Europas bester und wichtigster Freund!

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    Moment dachte ich, einen Kommentar aus "NEUES DEUTSCHLAND" zu lesen. Bei aller gerechtfertigten Kritik an den USA, aber eine schlechte Diktatur mit einer schlechten Demokratie zu vergleichen ist abwegig.

    Moment dachte ich, einen Kommentar aus "NEUES DEUTSCHLAND" zu lesen. Bei aller gerechtfertigten Kritik an den USA, aber eine schlechte Diktatur mit einer schlechten Demokratie zu vergleichen ist abwegig.

    • Timnik
    • 07.03.2012 um 19:51 Uhr

    Schröders Einschätzung ist der Sache angemessen! Die Hetze der Medien gegen Putin und Wahlbetrug hält keiner objektiven Untersuchung stand! Es ist einfach eine Lüge!Wieviel Beobachter hatte denn die OSZE überhaupt in Ruzssland bei den Wahlen?
    Einer der Beobachter, der CDU-Abgeordnete Karl-Georg Wellmann komt zu folgender Einschätzung:
    "Wir konnten keine Fälle von organisiertem Betrug feststellen",
    Na was sagt Scharfmacher Gröhe zu der Äußerung seines Parteifreundes! Auch der Bericht der OSZE spricht von keiner Wahlfälschung! Diese Stelle im Bericht soll erst einer hier reinkopieren! Ere wird es nicht finden! Und die Beck von den grünen! Ein Witz ist ihre Aussage. Sie quatscht doch nur angeblicvh Gehörtes nach! In wievielen Wahllokalen war sie denn?
    Ich bin kein Freund von Schröder! Aber er ist kein Vasalle der Amerikaner und lässt sich vor deren Karren spannen!

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    Wenn in Tschetschenien beispielsweise 97-99% Putin gewählt haben, ist das keine falsche Verdächtigung, sondern schlicht Wahlbetrug. Das wäre es in jedem anderen Gebiet wohl auch, aber gerade den Tschetschenen kann nun wirklich von niemand zu viel Putin-Freundlichkeit nachgesagt werden.

    Wenn diese Zahlen Gerhard Schröder vorgehalten werden im Interview des Deutschlandfunks und er dennoch auf lupenreiner Demokratie besteht und Wahlbeobachter wie die grüne Beck runtermacht, dann ist es mit Schröders eigener demokratischer Position inzwischen sehr schlecht bestellt.

    Wenn in Tschetschenien beispielsweise 97-99% Putin gewählt haben, ist das keine falsche Verdächtigung, sondern schlicht Wahlbetrug. Das wäre es in jedem anderen Gebiet wohl auch, aber gerade den Tschetschenen kann nun wirklich von niemand zu viel Putin-Freundlichkeit nachgesagt werden.

    Wenn diese Zahlen Gerhard Schröder vorgehalten werden im Interview des Deutschlandfunks und er dennoch auf lupenreiner Demokratie besteht und Wahlbeobachter wie die grüne Beck runtermacht, dann ist es mit Schröders eigener demokratischer Position inzwischen sehr schlecht bestellt.

    • Timnik
    • 07.03.2012 um 20:08 Uhr

    Selbst die Sprecherin des US-Außenministeriums, Victoria Nuland, sagte, dass die Ergebnisse der russischen Präsidentschaftswahl in Washington akzeptiert worden seien. „Wir haben die vorläufige Einschätzung der Abstimmung durch die OSZE und die PACE analysiert und begrüßen die vielen Bewertungen der russischen Präsidentschaftswahl durch russische Beobachter“, betonte sie. „Wir akzeptieren die Erklärung des Leiters der PACE-Delegation, in der er darauf verwies, dass es bei der Wahl offenkundig einen Leader gab, der die absolut meisten Stimmen erhalten hat.“

    Dieser Einschätzung kann man nur zustimmen. Es gibt doch überhaupt keinen Sinn, das Putin die Wählen fälschen wollte oder gefälscht hat! Er wusste laut Umfragen von seinem Erfolg! Der Mann ist doch nicht blöd!

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    • Yria
    • 07.03.2012 um 22:57 Uhr

    Was soll das Ausland auch tun, außer es zu akzeptieren? Russland den Krieg erklären?

    Putin kann durch eine Fälschung der Wahl nichts verlieren, nur gewinnen. Jegliche Kritik wird sowieso von den Parteimedien als Schwachsinn hingestellt und die Welt glaubts, warum auch nicht. Kritik ändert doch eh nichts.

    Wäre es anders, gebe es auf der gesamten Welt keinerlei Betrug.

    • Yria
    • 07.03.2012 um 22:57 Uhr

    Was soll das Ausland auch tun, außer es zu akzeptieren? Russland den Krieg erklären?

    Putin kann durch eine Fälschung der Wahl nichts verlieren, nur gewinnen. Jegliche Kritik wird sowieso von den Parteimedien als Schwachsinn hingestellt und die Welt glaubts, warum auch nicht. Kritik ändert doch eh nichts.

    Wäre es anders, gebe es auf der gesamten Welt keinerlei Betrug.

  4. Wenn man demokratische Maßstäbe anlegt, kann man Putin durchaus, im Vergleich mit deutschem Spitzenpersonal, als lupenreinen oder besser als Vorzeigedemokraten bezeichen.

    Weder der Bundespräsident noch der Kanzler holen sich ihre Legitimation direkt bei den Bürgern, teilweise wird sogar noch das zuständige Wahlgremium ausgeschaltet und zu einem Scheinwahl-Gremium degradiert.

    Putin wurde in seinen bisherigen Wahlen darüber hinaus mit einer großen absoluten Mehrheit gewählt.

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    • xpeten
    • 10.03.2012 um 16:34 Uhr

    Wobei er vorher noch eben in Auftrag gab, die Gesetze zu seinen Gunsten zu ändern, die meisten Oppositionsparteien zu verbieten und deren Repräsentanten zu inhaftieren oder ihnen die politische Betätigung zu untersagen. Ja, das ist wahre Demokratie.

    Schröder scheint nicht der einzige Blinde zu sein. Der hätte sicherlich auch keinerlei Skrupel, Andersdenkende wer weiß wohin verschwinden zu lassen, der hätte in jedem Regime Karriere gemacht. Diese Niedersächsischen Emporkömmlinge dieser Tage sind wirklich eine Heimsuchung.

    • xpeten
    • 10.03.2012 um 16:34 Uhr

    Wobei er vorher noch eben in Auftrag gab, die Gesetze zu seinen Gunsten zu ändern, die meisten Oppositionsparteien zu verbieten und deren Repräsentanten zu inhaftieren oder ihnen die politische Betätigung zu untersagen. Ja, das ist wahre Demokratie.

    Schröder scheint nicht der einzige Blinde zu sein. Der hätte sicherlich auch keinerlei Skrupel, Andersdenkende wer weiß wohin verschwinden zu lassen, der hätte in jedem Regime Karriere gemacht. Diese Niedersächsischen Emporkömmlinge dieser Tage sind wirklich eine Heimsuchung.

  5. hat GAS-Gerd noch nicht die russische Staatsbürgerschaft bekommen?

    • Halapp
    • 07.03.2012 um 20:17 Uhr

    es sich vielleicht mit ihrem Urteil zu einfach.
    Schröder hat für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland die richtigen Weichen gestellt. Dies wird heute international anerkannt. Am wenigsten wohl in Deutschland.
    Seine Verbindung zu Russland sind für Deutschland wichtig.
    Die politischen Verhältnisse in Russland kennt er möglicher-
    weise besser, als mancher heimische Wichtigtuer.
    Die Entwicklung, die Russland unter der Führung Putins in
    den Jahren nach dem Zusammenbruch der UDSSR erreicht hat,ist beachtlich, ob sie einem andern russischen Politiker
    auch gelungen wäre, weiß man nicht. Wir sehen ja was der
    Umbau der DDR an Zeit und Geld und Kraft gekostet hat.

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