US-RepublikanerSantorum in seinen eigenen Worten

Konservativer geht es kaum: Rick Santorum wütet gegen Homosexualität und Abtreibung. So will der Republikaner ins Weiße Haus. Wir haben die härtesten Zitate gesammelt.

Rick Santorum bei einem Wahlkampfauftritt in Illinois

Rick Santorum bei einem Wahlkampfauftritt in Illinois

Kein Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner ist konservativer als Rick Santorum. Keiner erwärmt die Herzen der rechtspopulistischen Tea-Party-Bewegung so wie der frühere Senator aus dem Bundesstaat Pennsylvania – und lässt seinen Gegnern gleichzeitig so sehr die Haare zu Berge stehen. Mit religiös-fundamentalistischen Wertvorstellungen, kruden Ansichten zu gleichgeschlechtlichen Beziehungen, Verhütung oder Abtreibung bietet er aus Sicht des politischen Mainstreams reichlich Angriffsfläche.

Sicher, man muss diesen Mann ernst nehmen, liegt er doch nach gut der Hälfte der Vorwahlen an zweiter Stelle hinter dem führenden Mitt Romney. Er findet also Gehör, auch wenn er vorrangig klarmacht, wogegen er ist – und nicht wofür. Einige seiner Ansichten dokumentieren wir hier:

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Obama ablösen ist wie Hitler bekämpfen

Für Santorum ist die bevorstehende Präsidentenwahl eine Entscheidung über die Zukunft der USA, bei der es ihm zufolge offenbar darum geht, das Böse in Verkörperung von Barack Obama zu verhindern. Darauf versucht er seine Anhänger einzuschwören – und was könnte das deutlicher machen als ein zünftiger Hitler-Vergleich? Die Wahl in diesem Jahr, sagte Santorum am 19. Februar 2012 vor rund 3.000 Besuchern eines Gottesdienstes in Georgia, sei vergleichbar mit der Zeit zwischen 1940 und 1941, als die USA nichts gegen Hitler unternommen hätten, weil er eigentlich "ein netter Kerl" sei und alles "nicht annähernd so schlimm ist wie wir denken" – und weiter:

"Oh ja, vielleicht ist er nicht der beste Kerl, und nach einer Weile hast du Dinge über diesen Typen in Europa herausgefunden, da war er ganz und gar kein guter Typ mehr. Aber wisst ihr was? Warum sollen wir uns einmischen? Wir kümmern uns einfach um unsere eigenen Probleme."

Feindbild Feminismus: Frauen sind zu Hause am besten aufgehoben

Mit Romantik hat es wenig zu tun, wenn Santorum über die Ehe spricht. In einem Fernsehinterview mit Fox News erklärte er im August 2003:

"Die Ehe ist nicht dafür da, jemand anderem seine Liebe zu versichern. Es geht darum, sich zu verbinden, um offen für Kinder zu sein, um die Zivilisation in unserer Gesellschaft voranzubringen."

Leserkommentare
    • Suryo
    • 21.03.2012 um 13:58 Uhr

    Sorry, aber das ist Unsinn, wie Sie sehen würden, beschäftigten sie sich eingehender mit Santorum.

    Das Zitat zur Privatsphäre ist zum Beispiel genau in dem Kontext der ENTkriminalisierung von homosexuellem Sex in einem Bundesstaat gefallen. Santorum ist der klaren Ansicht, daß der Staat eben sehr wohl das Recht habe, in das Sexleben der Bürger einzugreifen, und daß er der Meinung sei, homosexueller Sex sei eine zu verbietende Straftat. Ebenso glaubt er, daß Verhütungsmittel nicht durch die - in den USA meist durch den Arbeitgeber bezahlte - Gesundheitsversicherung übernommen werden dürften. Ach, und Abtreibung? Da meint er, daß Frauen, die bei einer Vergewaltigung schwanger werden, auf keinen Fall abtreiben, sondern "das Kind als Geschenk Gottes annehmen" sollen. Deswegen will er Familienplanungsstellen wie "Planned Parenthood" jedwede staatliche Unterstützung streichen und zum Schließen zwingen. Anbetracht der Tatsache, daß eine Übernahme von Verhütungsmitteln bzw - im Falle eines Falles Abtreibung - durch die Versicherung oft die einzige Möglichkeit gerade für Arme ist, überhaupt so etwas in Anspruch zu nehmen, ist so eine Haltung katastrophal.

    3 Leserempfehlungen
    • joG
    • 21.03.2012 um 14:15 Uhr

    .....in dieser Sache. Darum geht es nicht. Ginge es darum, hätte man die Zitate nicht völlig aus dem Zusammenhang genommen. Man hätte sie verglichen und eingeordnet. Wie stehen die Aussagen zu Abtreibung oder Homosexuelle im Verhältnis zu verschiedenen Ethiken? Man hätte zumindest auf die Für und Wider der verschiedenen Ethiken hingewiesen und relativ zu einander abgewogen. Aber darum geht es in solchen Artikeln nicht. Es geht um die Meinung des Autors. Es geht darum die Vorurteile der Strasse zu bedienen. Sonst nichts. Dass das eigentlich Hetze ist, wird auch kaum bemerkt. Dass man enormen Schaden mit solchem Unfug verrichtet, kümmert niemanden.

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  1. Vorweg: Ich persönlich kann mit den allermeisten dargestellten Meinungen höchstens im Privaten was anfangen. Als Gesellschaftsmodell taugt dieser zur Schau gestellte Totalitarismus wenig, speziell die aussenpolitischen Thesen sind extrem steil.
    Allerdings sollte auch diesen Meinungen gegenüber Fairness vorherrschen, was in diesem Text leider missachtet wird. Zitate werden aus dem Zusammenhang gerissen, missverstanden und erst durch beigefügte Kommentare in ruchlos. Dadurch kommt die Gegenseite ebenfalls in den Verdacht, es mit der Freiheit anderer Meinungen nicht ganz so ernst zu nehmen.

    Natürlich ist die demografische Entwicklung in den Industrieländern ein Problem, besonders für die Sozialsysteme. Dies hat auch was mit Abtriebung zu tun (ein Drittel ist krankhaft hoch, ich weiss aber nicht, ob die Zahl stimmt), und damit, dass sich die traditionelle Rollenverteilung in der Familie geändert hat, sofern es sie überhaupt noch gibt. Bisher gibt es auf diese Fragen keine befriedigende Antwort. "Abtreibung belastet die Sozialsysteme" sagt er nicht.
    "Rassismus" wurde schon genannt. Es ist offensichtlich, dass sich Santorum auf die US-Geschichte bezieht.
    "Homoehe=Sex mit Hunden". Kann ich so nicht erkennen. Er bezieht sich auf Formen des Zusammenlebens, nicht auf Sex.
    "Die Ehe ist nicht dafür da, jemand anderem seine Liebe zu versichern. Es geht darum, sich zu verbinden, um offen für Kinder zu sein, um die Zivilisation in unserer Gesellschaft voranzubringen." Stimmt.

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    • Suryo
    • 21.03.2012 um 14:42 Uhr

    Nana, in den USA ist der demografische Faktor meines Wissens gar kein Thema. Die Leute bekommen genug Kinder und haben außerdem noch die Einwanderung.

    Ich habe mich tatsächlich relativ ausführlich mit Herrn santorum befaßt. Glauben sie mir, das ist alles mehr oder weniger überhaupt nicht aus dem Kontext gerissen. Im Gegenteil, das Erschreckende ist, daß die Republikaner es gar nicht mehr schaffen, einen Kandidaten zu finden, der überhaupt so etwas wie Kontext produzieren kann. Das sind tatsächlich alles Drescher von sich gegenseitig in der Absurdität und Gefährlichkeit überbietender rechter Phrasen.

    • Suryo
    • 21.03.2012 um 14:42 Uhr

    Nana, in den USA ist der demografische Faktor meines Wissens gar kein Thema. Die Leute bekommen genug Kinder und haben außerdem noch die Einwanderung.

    Ich habe mich tatsächlich relativ ausführlich mit Herrn santorum befaßt. Glauben sie mir, das ist alles mehr oder weniger überhaupt nicht aus dem Kontext gerissen. Im Gegenteil, das Erschreckende ist, daß die Republikaner es gar nicht mehr schaffen, einen Kandidaten zu finden, der überhaupt so etwas wie Kontext produzieren kann. Das sind tatsächlich alles Drescher von sich gegenseitig in der Absurdität und Gefährlichkeit überbietender rechter Phrasen.

    • Suryo
    • 21.03.2012 um 14:42 Uhr

    Nana, in den USA ist der demografische Faktor meines Wissens gar kein Thema. Die Leute bekommen genug Kinder und haben außerdem noch die Einwanderung.

    Ich habe mich tatsächlich relativ ausführlich mit Herrn santorum befaßt. Glauben sie mir, das ist alles mehr oder weniger überhaupt nicht aus dem Kontext gerissen. Im Gegenteil, das Erschreckende ist, daß die Republikaner es gar nicht mehr schaffen, einen Kandidaten zu finden, der überhaupt so etwas wie Kontext produzieren kann. Das sind tatsächlich alles Drescher von sich gegenseitig in der Absurdität und Gefährlichkeit überbietender rechter Phrasen.

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    Antwort auf "Etwas unfair"
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    Ich kann sie nicht eindeutig erkennen. Im Text entsteht für mich der Eindruck, dass diese erst dazugeschrieben werden müssen (abgesehen von der Aussenpolitik, wo er eindeutig zu Verbrechen aufruft). Wenn es so eindeutig wäre, dann dürfte es kein Problem sein, eindeutige Belege dafür zu finden.

    • RGB
    • 21.03.2012 um 15:22 Uhr

    "Recht auf Privatsphäre, das meiner Meinung nach nicht in der Verfassung der Vereinigten Staaten steht."

    Ich kann sie nicht eindeutig erkennen. Im Text entsteht für mich der Eindruck, dass diese erst dazugeschrieben werden müssen (abgesehen von der Aussenpolitik, wo er eindeutig zu Verbrechen aufruft). Wenn es so eindeutig wäre, dann dürfte es kein Problem sein, eindeutige Belege dafür zu finden.

    • RGB
    • 21.03.2012 um 15:22 Uhr

    "Recht auf Privatsphäre, das meiner Meinung nach nicht in der Verfassung der Vereinigten Staaten steht."

    • snoek
    • 21.03.2012 um 14:44 Uhr
    77. .....

    Das adäquate Pendant zur der Aussage:

    „ Ich bin schwul und das ist gut so“

    wäre aber:

    „ICH habe keinen Sex vor der Ehe, weil ICH es für eine Sünde halte.“

    Das akzeptiere ich vorhaltlos. Wenn stattdessen aber gesagt wird -und ich übernehme hier Ihre Aussage-:

    „Sexualität vor der Ehe ist Sünde“

    dann wird hier Allgemeingültigkeit postuliert. Und das geht nun nicht. Die Bibel hat für mich und viele andere keine Gültigkeit.

    6 Leserempfehlungen
  2. 78. Ich...

    ...kann dieses Opfergeheule von Seiten der Kirche und ihrer Anhänger nicht mehr hören.

    Sie machen den gleichen Fehler wie die Kirchenwürdenträger immer wieder wenn Sie sagen:
    "Wenn Deutsche von Toleranz reden, dann meinen sie damit: "Homosexualität lebe hoch - nieder mit den Katholiken" und darin erschöpft sich die deutsche Toleranz. Wenn in Deutschland ein Bürgermeister sagt: "Ich bin Schwul und das ist gut so" und die Eröffnungsrede auf einer Sadomaso-Messe hält, dann ist das gut und tolerant. Wenn jemand sagt: Sexualität vor der Ehe ist Sünde, dann ist das hingegen ganz schlimm und gestrig und darf nicht gesellschaftsfähig werden."

    Kleiner Tipp: Wenn jemand sagt "Ich bin schwul", dann spricht er damit für sich. Wenn jemand sagt "Sexualität vor der Ehe ist Sünde", dann spricht er damit für alles und jeden.

    Wird Ihnen der Unterschied zumindest ansatzweise klar? Dann würden Sie auch verstehen, warum den Kirchen und ihren mahnend erhobenen Zeigefingern scharfe Kritik entgegenschlägt. Und deshalb gehört eine Sadomasomesseneröffnungsrede toleriert und eine vorsintflutlich-präskriptive Sexualmoral auf Religionsbasis nicht. Ist doch ganz einfach.

    7 Leserempfehlungen
  3. Ich kann sie nicht eindeutig erkennen. Im Text entsteht für mich der Eindruck, dass diese erst dazugeschrieben werden müssen (abgesehen von der Aussenpolitik, wo er eindeutig zu Verbrechen aufruft). Wenn es so eindeutig wäre, dann dürfte es kein Problem sein, eindeutige Belege dafür zu finden.

    Antwort auf "Kontext? Fehlanzeige"
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    • Suryo
    • 21.03.2012 um 15:20 Uhr

    Halten Sie es etwa nicht für gefährlich, wenn der Staat sich in das Intimleben der Bürger einmischen will?

    Die USA zeigen deutlich, was passiert, wenn Sexphobiker wie Santorum das Steuer übernehmen. In diversen Schuldistrikten wird z.B. keine Sexualerziehung mehr durchgeführt, bzw., man predigt den Teenagern, der einzige und beste Weg zur Verhütung sei Enthaltsamkeit. Resultat: natürlich nicht weniger Sex, dafür weitaus häufiger Sex ohne jede Ahnung unter Teenagern. Deswegen ein Anstieg ungewollter Schwangerschaften und von sexuell übertragbaren Krankheiten. Wenn die Gefährdung der Gesundheit junger Menschen nicht gefährlich ist, was dann?

    • Suryo
    • 21.03.2012 um 15:20 Uhr

    Halten Sie es etwa nicht für gefährlich, wenn der Staat sich in das Intimleben der Bürger einmischen will?

    Die USA zeigen deutlich, was passiert, wenn Sexphobiker wie Santorum das Steuer übernehmen. In diversen Schuldistrikten wird z.B. keine Sexualerziehung mehr durchgeführt, bzw., man predigt den Teenagern, der einzige und beste Weg zur Verhütung sei Enthaltsamkeit. Resultat: natürlich nicht weniger Sex, dafür weitaus häufiger Sex ohne jede Ahnung unter Teenagern. Deswegen ein Anstieg ungewollter Schwangerschaften und von sexuell übertragbaren Krankheiten. Wenn die Gefährdung der Gesundheit junger Menschen nicht gefährlich ist, was dann?

  4. schliesse ich mich zu 100% an!

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