Friedensplan für SyrienKofi Annan verlangt von Assad ersten Schritt zur Waffenruhe

Opposition und Regimetrupps stehen im militärischen Dauerkonflikt. Der UN-Beauftragte für Syrien macht nun klar, wer das Kämpfen zuerst beenden muss.

Spuren der Kämpfe in Homs

Spuren der Kämpfe in Homs

Der Friedensplan für Syrien ist von der Regierung des Regimes akzeptiert worden, die Kämpfe nehmen trotzdem kein Ende. Aus Sicht des UN-Sondergesandten Kofi Annan muss Präsident Baschar al-Assad als Erster die Gewalt in dem arabischen Land beenden. Assad selbst hatte verlangt, dass zunächst die Unterstützung der Opposition aus dem Ausland enden müsse.

Annan sagte, es sei an Assad, den ersten Schritt zu tun und mit der Feuerpause nicht auf die Aufständischen warten. "Die Frist endet jetzt", sagte Annans Sprecher in Genf. "Wir erwarten von ihm, dass er den Friedensplan sofort umsetzt." Das Militär müsse ein "Zeichen des guten Willens" setzen, indem es Panzer, schwere Waffen und Soldaten aus den Städten abziehe. "Wir sind uns sicher, wenn dies erfolgt, wird die Opposition nachziehen", sagte der Sprecher.

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Annan vermittelt auch im Auftrag der Arabischen Liga. Seinem Sechs-Punkte-Plan hatte Assad am Dienstag zugestimmt. Die Gewalt hält jedoch unvermindert an, so auch am Freitag, als mindestens fünf Menschen bei Kämpfen im ganzen Land getötet wurden.

Bisher 9.000 Menschen getötet

Die syrische Artillerie nahm Oppositionsgruppen zufolge erneut Teile der Stadt Homs unter Beschuss, wo viele Oppositionelle kämpfen. Einwohner der drittgrößten syrischen Stadt schilderten, Geschosse seien in hauptsächlich von Regierungsgegnern bewohnten Vierteln eingeschlagen. Im Norden des Landes starb ein Soldat durch eine von Rebellen abgefeuerte Rakete.

Den Vereinten Nationen zufolge haben die Einheiten Assads in dem seit einem Jahr anhaltenden Aufstand bislang mindestens 9.000 Menschen getötet. Die Führung in Damaskus macht vom Ausland unterstützte Terroristen für die Gewalt in Syrien verantwortlich. 3.000 Soldaten und Polizisten seien umgebracht worden. 

Leserkommentare
    • Harzer
    • 30.03.2012 um 17:37 Uhr

    ... von außen geschürter Bürgerkrieg ist ... !!

    ("Opposition und Regimetrupps stehen im militärischen Dauerkonflikt.")

    Wo die syrische Regirung ihre Waffen her hat, ist bekannt.
    Wo, und von wem, bekommt die Opposition ihre Waffen und Nachschub her ... ??!

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    Da bekommen Sie genügend Denkanstöße.

    Da bekommen Sie genügend Denkanstöße.

  1. Da bekommen Sie genügend Denkanstöße.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Wenn das kein ..."
    • DeBer
    • 30.03.2012 um 18:00 Uhr

    Die Türken verstehen nicht, dass es auch um sie geht. Wenn 20 millionen Kurden erst unabhängig werden, hat die Türkei noch 60 millionen Einwohner, was die EU-Mitgliedschaft für Frankreich akzeptabel macht. Aus den ölreichen Regionen des Iran, Irak Syrien und der Türkei soll ein Kurdenstaat entstehen der den USA 100% ergeben ist aus Dankbarkeit, reich durch Öl und mit Grenzen an die Türkei (dann EU) und an Israel. Israel hätte einen starken Partner an seiner Seite und wäre nicht mehr isoliert. Iran, Türkei, Syrien und Iran wären weiter geschwächt und könnten leichter kontrolliert werden. Darum wird die Türkei gegen Assad vorgeschoben. Wenn erst der kurdische Frühling vom Mossad/Mi6/CIA losgetreten wird können die nicht wie Assad militärische Gewalt anwenden.

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    ...ist eine fiktion. schon der völkerbund hat den vorgeschlagen, aber niemand hatte ernsthaftes interesse, den auch durchzusetzen, und dabei ist es bis heute geblieben. bevor es den kurdenstaat gibt, wird die fusion von ägypten und syrien wiederholt und endet erfolgreich...

    ...ist eine fiktion. schon der völkerbund hat den vorgeschlagen, aber niemand hatte ernsthaftes interesse, den auch durchzusetzen, und dabei ist es bis heute geblieben. bevor es den kurdenstaat gibt, wird die fusion von ägypten und syrien wiederholt und endet erfolgreich...

  2. Wenn diese Nachricht nicht wieder mal verdreht ist, ist sie ein Beweis für den Niedergang der Diplomatie und den moralischen Bankrott von Kofi Annan. Früher - als Vermittler den Namen Vermittler verdienten - sorgten sie für Gespräche mit den Konfliktparteien, bis diese sich alle auf eine Waffenruhe einließen. Die Vermittler luden dann aktiv zu Gesprächen auf neutralem Grund über die Zukunft ein. Kofi aber ist offenkundig nur der Laufjunge der Aufständischen und ihrer Hintermänner in USA und NATO. Tragisch!

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    • bugme
    • 30.03.2012 um 18:17 Uhr

    Ironie an:
    Ich hab Charlie Wilsons War gesehn und weiß jetzt wie Nahostpolitik aussieht, ich weiß was die USA und die Türkei eigentlich vorhaben und überhaupt warum der ganze Konflikt läuft. Außerdem ist ja nur der Westen dran schuld und eigentlich hab ich ja keine Ahnung aber ich tu mal so.
    Desweiteren ist Kofi Annan ja nur ein Laufbursche für die USA (er hat zwar einen durchdachten Friedensplan vorgelegt, aber naja, wie kann er es wagen jetzt von einer Seite den ersten Schritt zu verlangen!!??)
    Ironie aus

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Beiträge, die als beleidigend verstanden werden. Danke, die Redaktion/jz

  3. PS: Das letzte mal, als Assad tatsächlich einen einseitigen Rückzug der Soldaten anordnete, übernahmen die Aufständischen sofort die Initiative und trugen die Kämpfe bis in die Vorstädte von Damaskus. (Es ist der alte Trick aus dem Kosovo-Krieg). Warum sollte Assad diesen Fehler wiederholen?

    7 Leserempfehlungen
  4. Ab einem bestimmten Zeitpunkt schweigen die Waffen. Dann kann die syrische Armee ein paar Stunden warten, und wenn dann noch geschossen wird, schiessen sie eben wieder zurück. Es wird Zeit, dass Hinterleute und Nachschubwege der "Rebellen" offen gelegt werden. Ggf. sollte die Türkei mit offenen Karten spielen, und eben Syrien den Krieg erklären. Dann wird allerdings die internationale Gemeinschaft reagieren.

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    • LaoLu
    • 01.04.2012 um 10:23 Uhr

    zurückziehen.

    "Wir sind uns sicher, wenn dies erfolgt, wird die Opposition nachziehen", sagte der Sprecher.

    Tut mir leid, lieber Sprecher von Annan, ich bin mir absolut sicher, daß die Opposition genau das nicht tut.

    Aber ich bin ja auch kein hochdotierter Diplomat, ich kann das also gar nicht wissen....

    • LaoLu
    • 01.04.2012 um 10:23 Uhr

    zurückziehen.

    "Wir sind uns sicher, wenn dies erfolgt, wird die Opposition nachziehen", sagte der Sprecher.

    Tut mir leid, lieber Sprecher von Annan, ich bin mir absolut sicher, daß die Opposition genau das nicht tut.

    Aber ich bin ja auch kein hochdotierter Diplomat, ich kann das also gar nicht wissen....

  5. Während die eine Seite den Vorschlag akzeptiert, weigert sich die andere Seite überhaupt zu verhandeln und stellt Vorbedingungen, um dann, nachdem der Gegner zurückgetreten ist, endlich zu verhandeln? Mit wem denn dann? Und als Krönung soll die verhandlungsbereite Seite ihre Stellungen aufgeben und "guten Willen" zeigen gegenüber einem unterlegenen Gegner?
    Was ist das denn für ein bekloppter Gedanke?

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