Ein Kämpfer der Opposition im Stadtviertel Al-Bayada in Homs © Reuters

Der syrische Geheimdienst soll in Homs eine große Zahl von Zivilisten festgenommen haben. Der Nachrichtensender Al-Arabija meldete unter Berufung auf Aktivisten, dass die Angehörigen der Sicherheitsbehörde zusammen mit Soldaten der regulären Armee in das Viertel Baba Amr eingedrungen sind, das die Opposition am Donnerstag aufgegeben hatte .

Die Vereinten Nationen zeigten sich alarmiert über die Lage in Homs. Ein Sprecher von Menschenrechtskommissarin Navi Pillay sagte dem britischen Guardian zufolge , dass es Hinweise auf Hinrichtungen im Schnellverfahren in Baba Amr gebe.

Syrische Sicherheitskräfte sollen das Viertel Haus für Haus durchsuchen, berichtete der Nachrichtensender Al Jazeera . Die Bewohner des Viertels würden nun ihre Hoffnungen auf einen Konvoi des Roten Kreuzes setzen, der nach Homs kommen soll. Allerdings soll die Bombardierung der Stadt durch syrische Truppen andauern.

Rotes Kreuz organisiert Hilfe

Der gemeinsame Hilfskonvoi des Roten Kreuzes und seiner Schwesterorganisation Roter Halbmond ist aus Damaskus aufgebrochen und hat nach Angaben des Guardian inzwischen Homs erreicht. Sieben Lastwagen brächten Lebensmittel und Medikamente in die heftig umkämpfte Stadt, sagte ein Sprecher. Mitarbeiter des Roten Kreuzes stehen zudem in der Stadt selbst bereit, um Nothilfe für Menschen in Baba Amr zu leisten. "Wir haben Vorbereitungen für eine Evakuierung getroffen und wollen Verletzte rausbringen, die Behandlung in Krankenhäusern brauchen", sagte der Sprecher.

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Das IKRK hatte am Donnerstag von den syrischen Behörden grünes Licht für den Hilfskonvoi erhalten. Bedürftige könnten nach IKRK-Angaben auch in Sicherheit gebracht werden.

Französische Journalisten in Sicherheit

Bei den Kämpfen um Baba Amr konnten sich nach Angaben der Opposition alle Anführer des Aufstands vor dem Eindringen der Armee in Sicherheit bringen. In den Foren der Oppositionellen hieß es, Aktivisten, das medizinische Personal der Behelfsklinik des Viertels und die Deserteure hätten rechtzeitig fliehen können.

Die Aktivisten veröffentlichten zudem zwei Videos, in denen angeblich gezeigt wird, wie die bei einem Angriff auf Baba Amr getötete US-Reporterin Marie Colvin und der französische Fotograf Remi Ochlik am vergangenen Montag nachts in einem Garten beerdigt werden. Ein Arzt der Behelfsklinik des Viertels, der auch in einem Video mit der verletzten französischen Journalistin Edith Bouvier aufgetaucht war, hält eine Art Grabrede auf die beiden.

Bouvier war zusammen mit ihrem Kollegen William Daniels tagelang in Homs eingeschlossen. Beide sind nun aber außer Landes gebracht worden und in Sicherheit. Der französische Außenminister Alain Juppé sagte, sie befänden sich in der Obhut der französischen Botschaft in Beirut . Nach Angaben der Zeitung Le Figaro wurden sie von Rebellen in den Libanon gebracht.