Syrien : Islamisten bekennen sich zu Attentaten in Damaskus

Die al-Nusra-Front hat sich zu Anschlägen in Syrien bekannt – darunter auch zu den Bombenanschlägen in Damaskus. Die Attentate seien Rache für die Massaker der Armee.
Zerstörte Fahrzeuge nach den Bombenanschlägen im syrischen Damaskus © Louai Beshara/AFP/Getty Images

Die islamistische Gruppierung al-Nusra-Front hat sich zu den Bombenanschlägen in der syrischen Hauptstadt Damaskus bekannt, bei denen am Samstag 27 Menschen getötet worden waren. Die Gruppe veröffentlichte im Internet eine Erklärung zu "einer Reihe militärischer Einsätze" gegen Regierungsgebäude, darunter die Anschläge auf die Geheimdienstzentrale der Luftwaffe und die Kriminalpolizei in Damaskus. Das teilte das auf die Überwachung islamistischer Websites spezialisierte US-Unternehmen SITE mit.

Die Anschläge seien eine "Vergeltung für das anhaltende Trommelfeuer" auf Bezirke in den Städten Homs, Idlib, Hama und Daraa, hieß es laut SITE in der Erklärung weiter. Die Gruppe drohte demnach mit weiteren Angriffen und forderte die syrische Führung auf, ihre "Massaker an Sunniten" zu beenden. Die syrische Bevölkerung ist mehrheitlich sunnitisch geprägt. Der Führungszirkel und Staatschef Baschar al-Assad gehören aber den Alawiten an, also den Schiiten.

Die al-Nusra-Front hatte erstmals im Januar von sich Reden gemacht und über ihren Anführer Abu Mohammed al-Dschulani zum Kampf gegen die Führung in Damaskus aufgerufen. Sie bekannte sich bereits zu einem Attentat in Damaskus im Januar mit 26 Toten sowie einem in Aleppo im Februar mit 28 Toten. Für die Anschläge vom Samstag, bei denen die Kriminalpolizei und der Geheimdienst der Luftwaffe angegriffen wurden, hatten sich Regierung und Opposition gegenseitig verantwortlich gemacht.

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Kommentare

15 Kommentare Kommentieren

"Viva la muerte!" und immer neues Öl

ins Feuer aus dem Ausland,
dann klappt es auch mit dem Bürgerkrieg und der Balkanisierung (Zersplitterung) in und von Syrien.
Bewaffnet doch endlich die Freie Syrische Armee bis an die Zähne aus dem demokratischen Qatar und Saudi Arabien,
dann ist das islamische Paradies in Syrien nicht mehr fern.