SyrienNoch immer keine Hilfe für Baba Amr

Das Blutvergießen nimmt kein Ende: Am Samstag gab es Berichte von Anschlägen, Hinrichtungen und Gefechten in Syrien. In Homs warten rund 20.000 Menschen auf Hilfe.

Im Libanon lebende Syrer protestierten am Freitag gegen das Blutvergießen in der Oppositionshochburg Homs

Im Libanon lebende Syrer protestierten am Freitag gegen das Blutvergießen in der Oppositionshochburg Homs

In den syrischen Protesthochburgen Homs, Idlib und Hama spitzt sich die Lage für die Zivilbevölkerung weiter zu. Nach heftigen Gefechten in der vergangenen Woche berichteten einheimische Medien am Samstag von weiteren Hinrichtungen und heftigen Gefechten zwischen Regierungstruppen und Deserteuren. Wie die syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, explodierte nahe der jordanischen Grenze eine Autobombe. Es soll zwei Tote und 20 Verletzte gegeben haben.

Die Nachrichtenlage ist unübersichtlich. So sollen nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London 44 fahnenflüchtige Soldaten in der Provinz Idlib ermordet worden sein. Von unabhängiger Seite konnte dies zunächst nicht überprüft werden. Bei einem Selbstmordanschlag in der Provinz Daraa kamen derweil mindestens zwei Menschen ums Leben.


Hilfe kommt nicht an

Aus der Protesthochburg Homs meldeten Aktivisten ebenfalls Hinrichtungen. Dort warten rund 20.000 Menschen auf internationale Hilfe. Ein Konvoi von sieben Lastwagen des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) und des syrischen Roten Halbmondes sollte Lebensmittel und Medikamente in den Stadtteil Baba Amr bringen, erhielt am Samstag jedoch zunächst keinen Zutritt. Seit Freitag werden die Transporter in anderen Stadtteilen von Homs festgehalten.

Formal hatten die Truppen von Präsident Baschar al-Assad internationalen Helfern bereits am Donnerstag den Zugang zu dem umkämpften Stadtviertel genehmigt, nachdem es von der Armee eingenommen worden war. Doch noch immer werde mit den syrischen Behörden über den Zugang verhandelt, sagte der Sprecher des IKRK, Saleh Dabbakeh.

Zuvor hatte es bereits widersprüchliche Angaben eines IKRK-Vertreters gegeben. Dieser sagte der Nachrichtenagentur AFP, IKRK-Mitarbeiter hätten sich am Freitag Kranken- und Wohnhäuser angesehen und sich ein Bild der Lage gemacht. Dieser Bericht wurde später vom IKRK dementiert. Es hieß, Hilfslieferungen ließen die syrischen Behörden weiterhin nicht nach Baba Amr durch. Dabbakeh sagte, sein Kollege sei "nicht berechtigt, im Namen des IKRK zu sprechen".

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Härte gegen eigene Bevölkerung

Homs und besonders der Stadtteil Baba Amr stehen seit Anfang Februar unter Dauerbeschuss der syrischen Armee. Die Bevölkerung werde dort weiterhin "terrorisiert", sagte der Oppositionelle Abu Imad. Aus dem Grund werde auch das Rote Kreuz nicht in das Gebiet gelassen, so Abu Imad.

Auch in der Provinz Hama, ebenfalls eine Hochburg der Opposition, ist die Lage kritisch. Dort wurden nach Angaben von Aktivisten erneut mehrere Dörfer von Truppen des Regimes von Präsident Baschar al-Assad gestürmt und mehr als 50 Menschen seien verhaftet worden.

Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete zudem, die syrische Armee habe eine Offensive nahe der Grenze zur Türkei gestartet. In dem Dorf Ain al-Beida gingen rund 2.000 syrische Soldaten mit Panzern gegen Oppositionelle vor. Augenzeugen hätten berichtet, die Armee setze Häuser in Brand.

Seit Beginn des Aufstands gegen das syrische Regime vor einem Jahr sind nach UN-Schätzungen mehr als 7.500 Menschen getötet worden. Die Regierung macht immer wieder "Terroristenbanden" für Anschläge verantwortlich. Die Rebellen werfen Assad dagegen vor, selbst hinter den Anschlägen zu stehen.

 

 
Leserkommentare
  1. "Die Regierung macht immer wieder "Terroristenbanden" für Anschläge verantwortlich. Die Rebellen werfen Assad dagegen vor, selbst hinter den Anschlägen zu stehen."

    http://www.youtube.com/wa...

    Seit wann schreiben Regierungstruppen Allahu Akbar?

    http://www.youtube.com/wa...

    Bombenanschlag auf Syrischen Soldaten

    http://www.youtube.com/wa...

    Angriff auf Fahrzeuge mit IED´s

    Aber das war Assad selber.

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    würde die Deutsche Regierung meine Stadt wegen auf Bäume kletternde Stuttgart 21 Gegner bombardieren würde ich auch zu den Waffen greifen!
    Asssad jr. hatte 10 Jahre Zeit das System demokratisch zu gestalten, was er aber nicht in Angriff genommen hat. Als die Ampel seit Frühjahr letzten Jahres auf gelb-rot stand ist er immer noch darüber hinweg gepfiffen ohne seine Lehren zu ziehen.
    Gegen so ein Regime ist Widerstand nach so viel Geduld legitim!

    Beweiskraft nahe Null. Nichts ist daran zu erkennen: Nicht wann, nicht wo, nicht wer dieses Video aufgezeichnet hat - einfach nichts. Das einzige, das einigermaßen wahrscheinlich ist, ist dass die Tonspur von Ihrem Link mit den "Allhu akbar"-Rufen manipuliert wurde - und das sehr stümperhaft.

    würde die Deutsche Regierung meine Stadt wegen auf Bäume kletternde Stuttgart 21 Gegner bombardieren würde ich auch zu den Waffen greifen!
    Asssad jr. hatte 10 Jahre Zeit das System demokratisch zu gestalten, was er aber nicht in Angriff genommen hat. Als die Ampel seit Frühjahr letzten Jahres auf gelb-rot stand ist er immer noch darüber hinweg gepfiffen ohne seine Lehren zu ziehen.
    Gegen so ein Regime ist Widerstand nach so viel Geduld legitim!

    Beweiskraft nahe Null. Nichts ist daran zu erkennen: Nicht wann, nicht wo, nicht wer dieses Video aufgezeichnet hat - einfach nichts. Das einzige, das einigermaßen wahrscheinlich ist, ist dass die Tonspur von Ihrem Link mit den "Allhu akbar"-Rufen manipuliert wurde - und das sehr stümperhaft.

  2. Dass die Menschen in Homs derzeit leiden, wird von mir an der Stelle selbstverständlich nicht angezweifelt oder ähnliches, was mir beim Lesen nur übel aufstößt, sind die unterschiedlichen Maßstäbe die seitens des Autors angelegt werden, sodass man fast schon subtile Manipulation unterstellen kann.

    ->
    "So sollen nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London 44 fahnenflüchtige Soldaten in der Provinz Idlib ermordet worden seien."

    Man beachte das Wort "ermorden". Menschen, die in einer Armee in Lohn und Brot stehen und vereidigt wurden, dann jedoch in Krisensituationen desertieren, wurden historisch schon immer mit dem Tode gestraft.
    Selbst in freiheitlich-demokratischen Staaten ist ein solches Verhalten rein rechtlich ein Kapitalverstoß.
    Warum also "ermorden", anstatt "exekutiert", "getötet", "umgekommen" etc., was die wesentlich angemessenere Wortwahl gewesen wäre.

    ->
    "Die Regierung macht immer wieder "Terroristenbanden" für Anschläge verantwortlich. Die Rebellen werfen Assad dagegen vor, selbst hinter den Anschlägen zu stehen."

    Dies zu schreiben wäre so, als wenn man in Artikeln, die beiläufig die Anschläge vom 11. September behandeln, immer erwähnen, dass Kritiker der offiziellen Verlautbarung die US-Regierung oder unterstellte US-Behörden verdächtigen würden, im Zustandekommen der Anschläge involviert gewesen zu sein.

    In einem Artikel, der offenkundig kein Kommentar ist, erwarte ich nicht lediglich geheuchelte Objektivität.

    10 Leserempfehlungen
  3. ...in London wurde von einer Journalistin besucht:

    http://diepresse.com/home...

    Ansonsten hat der Kommentar von Exterminans "den Nagel auf den Kopf getroffen.

    P.S. Angeblich hat man bewaffnete Zivilisten aus Frankreich (Geheimdienst) aufgegriffen - was mit diesen Personen geschieht dürfte klar sein - und das ist rechtens.

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    Besonders pikant ist auch die Gewissheit, dass man mit dieser abstrusen Show von "Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte" die nicht in Syriern, sondern im Wohnzimmer eines Installateurs in Coventry, England, beheimatet ist, durchgekommen wäre.
    Hätten Russland und China nicht ihr Veto eingelegt, wäre Syrien jetzt schon wie geplant plattbombardiert und über diese Medienente hätten wir nie etwas erfahren.

    Besonders pikant ist auch die Gewissheit, dass man mit dieser abstrusen Show von "Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte" die nicht in Syriern, sondern im Wohnzimmer eines Installateurs in Coventry, England, beheimatet ist, durchgekommen wäre.
    Hätten Russland und China nicht ihr Veto eingelegt, wäre Syrien jetzt schon wie geplant plattbombardiert und über diese Medienente hätten wir nie etwas erfahren.

  4. weil der sog. "Artikel-Regen" nicht aufhört,
    verweise ich auf heute bereits abgegebene Kommentare

    eigene:
    http://www.zeit.de/politi...

    http://www.zeit.de/politi...

    http://www.zeit.de/politi...

    von Mitforisten:
    http://www.zeit.de/politi...

    http://www.zeit.de/politi...

    http://www.zeit.de/politi...

    3 Leserempfehlungen
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    Mir kommen die "blutrünstigen Terrormullahs" ein bißchen zu kurz....

    P.S. Oder konzentriert man sich schon auf das Thema "Putin hat die Wahl gefälscht"!?

    Mir kommen die "blutrünstigen Terrormullahs" ein bißchen zu kurz....

    P.S. Oder konzentriert man sich schon auf das Thema "Putin hat die Wahl gefälscht"!?

  5. Das heute noch damit eine Regierung durchkommt, egal welche(!), ist einfach nur widerlich!
    Dreißig Jahre lang Terror in der Bevölkerung säen und dann Aufstände gegen die Bedingungen mit noch mehr Terror ohne Bezug zur Verhältnismäßigkeit niederschießen.
    Die Spitze von solchen Regierungen gehört vor den internationalen Gerichtshof!

    2 Leserempfehlungen
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    keine verschiedenen Medien konsumiert.

    http://diepresse.com/home...

    "Das Stadtviertel in der Rebellenhochburg Homs steht seit Wochen unter Beschuss. Der Grund für die Verweigerung: Zunächst müssten von den Aufständischen zurückgelassene Minen und Sprengsätze geräumt werden, sagte ein Sprecher der Organisation."

    keine verschiedenen Medien konsumiert.

    http://diepresse.com/home...

    "Das Stadtviertel in der Rebellenhochburg Homs steht seit Wochen unter Beschuss. Der Grund für die Verweigerung: Zunächst müssten von den Aufständischen zurückgelassene Minen und Sprengsätze geräumt werden, sagte ein Sprecher der Organisation."

  6. Mir kommen die "blutrünstigen Terrormullahs" ein bißchen zu kurz....

    P.S. Oder konzentriert man sich schon auf das Thema "Putin hat die Wahl gefälscht"!?

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "reloaded"
  7. würde die Deutsche Regierung meine Stadt wegen auf Bäume kletternde Stuttgart 21 Gegner bombardieren würde ich auch zu den Waffen greifen!
    Asssad jr. hatte 10 Jahre Zeit das System demokratisch zu gestalten, was er aber nicht in Angriff genommen hat. Als die Ampel seit Frühjahr letzten Jahres auf gelb-rot stand ist er immer noch darüber hinweg gepfiffen ohne seine Lehren zu ziehen.
    Gegen so ein Regime ist Widerstand nach so viel Geduld legitim!

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    Ich schreibe es nochmal:

    Gesetzt muss nicht unbedingt Gerechtigkeit heißen.

    "Gegen so ein Regime ist Widerstand nach so viel Geduld legitim!"

    Die Frage ist was legitimiert den Wiederstand. Ich verstehe ihre Argumentation und stimme bei vielen zu, aber Gesetzt bleibt Gesetzt

    • joG
    • 03.03.2012 um 17:26 Uhr

    .... kletternde Stuttgart 21 Gegner bombardieren würde ich auch zu den Waffen greifen!"

    Eine solche Aussage glaube ich den meisten Deutschen nicht. Aber nur Argumente halber nehmen wir Sie beim Wort. Ab welchem Punkt hätten Sie Gewalt durch die Bevölkerung als gerechtfertigt beurteilt. Was darf die Regierung nicht mehr tun?

    Ich schreibe es nochmal:

    Gesetzt muss nicht unbedingt Gerechtigkeit heißen.

    "Gegen so ein Regime ist Widerstand nach so viel Geduld legitim!"

    Die Frage ist was legitimiert den Wiederstand. Ich verstehe ihre Argumentation und stimme bei vielen zu, aber Gesetzt bleibt Gesetzt

    • joG
    • 03.03.2012 um 17:26 Uhr

    .... kletternde Stuttgart 21 Gegner bombardieren würde ich auch zu den Waffen greifen!"

    Eine solche Aussage glaube ich den meisten Deutschen nicht. Aber nur Argumente halber nehmen wir Sie beim Wort. Ab welchem Punkt hätten Sie Gewalt durch die Bevölkerung als gerechtfertigt beurteilt. Was darf die Regierung nicht mehr tun?

  8. Besonders pikant ist auch die Gewissheit, dass man mit dieser abstrusen Show von "Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte" die nicht in Syriern, sondern im Wohnzimmer eines Installateurs in Coventry, England, beheimatet ist, durchgekommen wäre.
    Hätten Russland und China nicht ihr Veto eingelegt, wäre Syrien jetzt schon wie geplant plattbombardiert und über diese Medienente hätten wir nie etwas erfahren.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
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  • Schlagworte Syrien | AFP | Anschlag | Brand | Dorf | Provinz
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