Proteste gegen Assad: Erster syrischer Minister läuft zu Aufständischen über
Syriens Vize-Ölminister Hussameddin will nicht mehr im Dienst eines "kriminellen Regimes" stehen, sagt er. Seine Ex-Kollegen fordert er auf, Assad nicht länger zu folgen.
Erstmals seit Beginn der Revolte vor einem Jahr ist ein ranghohes Mitglied der syrischen Regierung zu den Aufständischen übergelaufen. Vize-Ölminister Abdo Hussameddin kündigte seinen Rücktritt in der Nacht an und riet seinen Kollegen, ebenfalls "das sinkende Schiff" zu verlassen.
"Ich, der Ingenieur Abdo Hussameddin, stellvertretender Ölminister, kündige hiermit meine Abkehr vom Regime und meinen Rücktritt an", sagte Hussameddin in einem auf Youtube veröffentlichten Video, dessen Echtheit nicht geprüft werden konnte. Hussameddin schließe sich nun der Revolution des Volkes an, "das die Ungerechtigkeit und die brutale Kampagne des Regimes zurückweist". Das Volk fordere lediglich "Freiheit und Würde".
Der syrische Vize-Minister sagte in dem Video, er habe 33 Jahre lang für die syrische Regierung gearbeitet. Er wolle nun aber nicht im Dienst eines "kriminellen Regimes" enden. Er sei sich durchaus bewusst, dass seine Entscheidung Folgen haben werde. "Dieses Regime wird mein Haus niederbrennen, meine Familie verfolgen und Lügen verbreiten", sagte er. Trotzdem rate er all seinen Kollegen, seinem Beispiel zu folgen.
Hussameddin kritisiert Russland und China
Ein Aktivist namens Rami, der das Video nach eigenen Angaben drehte und ins Internet stellte, sagte in der libanesischen Hauptstadt Beirut, die Opposition habe dabei geholfen, Hussameddins Übertritt zu organisieren. Wo dieser sich aufhielt und wo das Video aufgenommen wurde, wollte er aus Sicherheitsgründen nicht sagen.
Hussameddin kritisierte in der gut vier Minuten langen Aufnahme Russland und China scharf für ihr Veto gegen eine Verurteilung der Gewalt in Syrien durch den UN-Sicherheitsrat. Diese Länder seien "keine Freunde des syrischen Volkes", sagte er, sondern Verbündete der "Morde am syrischen Volk".
Russland gilt als einer der wichtigsten Verbündeten Syriens und machte für die eskalierende Gewalt stets sowohl die Aufständischen als auch die Führung von Staatschef Baschar al-Assad verantwortlich.
Im UN-Sicherheitsrat sagte Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin, ihm lägen Informationen über ein von den libyschen Behörden geduldetes Lager vor, in dem "syrische Aufständische" geschult würden. Dies sei "vollkommen inakzeptabel" und untergrabe die Stabilität in der Region.





man kann nur hoffen, dass andere es ihm gleich tun werden und der Fall des Regimes dadurch beschleunigt wird.
Interessanter Artikel in diesem Zusammenhang zur syrischen Wirtschaft, deren Lage bei dieser Entscheidung durchaus eine Rolle gespielt haben dürfte:
http://www.spiegel.de/wir...
Möglicherweise ist der Mann ein aufrichtiger Freund des syrischen Volkes, oder auch ein Opportunist, der die Pferde wechselt. Wer weiss es?
Tatsache ist jedenfalls, dass sich 90% der syrischen Wähler für den Verfassungsentwurf Assads entschieden haben, also von einem Mandat der Gesamtbevölkerung auf Seiten der sogenannten "Rebellen" nicht die Rede sein kann.
Auf Seiten des westlichen Auslands hat man sich entschieden, dieses Votum der syrischen Bevölkerung zu ignorieren.
Hier verkennt aber jemand die Lage: die Abstimmung über eine dem Volk nicht bekannte Verfassungsänderung (die nur kosmetischen Wert besitzt) war genau so frei und geheim wie einst die Wahlen in der DDR- nämlich überhaupt nicht und damit kann sie nicht als gültig betrachtet werden.
Wenn Sie sich die Lage schönreden, glauben Sie das, was von der Regierung Assad verbreitet wird und mit der Realität nichts zu tun hat. Augen und Ohren auf und erst einmal genügend Informationen eingeholt erspart uns einfältige Kommentare.
ein sehr mutiger Schritt des Herrn.Auch wenn da Geld eine Rolle spielen sollte.Das Regime auf jeden Fall zerbröselt in Zeitlupe.
Hier verkennt aber jemand die Lage: die Abstimmung über eine dem Volk nicht bekannte Verfassungsänderung (die nur kosmetischen Wert besitzt) war genau so frei und geheim wie einst die Wahlen in der DDR- nämlich überhaupt nicht und damit kann sie nicht als gültig betrachtet werden.
Wenn Sie sich die Lage schönreden, glauben Sie das, was von der Regierung Assad verbreitet wird und mit der Realität nichts zu tun hat. Augen und Ohren auf und erst einmal genügend Informationen eingeholt erspart uns einfältige Kommentare.
ein sehr mutiger Schritt des Herrn.Auch wenn da Geld eine Rolle spielen sollte.Das Regime auf jeden Fall zerbröselt in Zeitlupe.
...geht es ein bischen weniger prophetisch, liebe ZEIT?
Ich lese die ZEIT wegen ihrer Qualität und nicht als Almanach...
WEnn er nun mal der Erste ist, dann ist er halt der erste.
Das braucht die ZEIT ja nicht unter den Tisch kehren.
Im Gegenteil.
Großartig sein Mut. Hoffen wir, dass andere nachziehen!
WEnn er nun mal der Erste ist, dann ist er halt der erste.
Das braucht die ZEIT ja nicht unter den Tisch kehren.
Im Gegenteil.
Großartig sein Mut. Hoffen wir, dass andere nachziehen!
Mehr werden es eher nicht werden. Die USA haben noch drei Wochen Zeit für einen Angriff, dann ist die Luft aus dem Thema raus. Im Sicherheitsrat werden sie kein grünes Licht für einen Angriff, auch wenn man ihn wieder "Flugverbotszone" oder "Schutzzone" nennt, bekommen.
Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche und konstruktive Kommentare. Danke, die Redaktion/lv
es kommt wahrscheinlich auf die Fülle des hinterlegten Geldes auf dem dafür eingerichteten Bankkonto an, wie viele Minister in den Genuss einer moralischen Wende geraten können und werden.
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es kommt wahrscheinlich auf die Fülle des hinterlegten Geldes auf dem dafür eingerichteten Bankkonto an, wie viele Minister in den Genuss einer moralischen Wende geraten können und werden.
Herrn Hussameddin Einlassungen erscheinen wenig lebensnah.
33 Jahre hat er im syrischen Staat Karriere bis in die allerhöchsten Staatsämter gemacht.
Das der Charakter dieses Staates ein verbrecherischer ist, will er aber gerade erst festgestellt haben. Also auch noch nicht vor einem Jahr, als die Unruhen ausbrachen.
Und nicht nur das. Herrn Hussameddin ist schlagartig klargeworden, dass er ein Oppositioneller ist, der in kürzester Zeit sein ganzes Wertesystem ins Gegenteil gedreht hat. Diejenigen, die vor kurzem noch seine Gegner waren, sind jetzt seine Freunde.
Dieses meine ich überhaupt nicht polemisch, sondern ich verknüpfe lediglich H.s Aussagen mit den Fakten.
Wenn mir Herr Hussameddin das glauben machen möchte, dann müsste er schon so argumentieren, dass mir die Sache auch einleuchtet.
Tatsächlich bedient er sich aber praktisch 1:1 der westlichen Rhetorik und Argumente.
Ich frage mich, ob die von ihm selber aufgriffene Redewendung, bei der es um das Verlassen sinkender Schiffe geht, im Arabischen dasselbe bedeutet wie bei uns.
Ich würde es nicht ausschließen, dass Herr Husameddin ein gutes Geschäft mit den Rebellen gemacht hat. Zum Beispiel, dass er bei einem Regime-Wechsel die Ölgeschäfte des Landes weiterhin führen darf, vielleicht auch unter Inanspruchnahme einer persönlichen Vermittlungsgebühr? Alles wäre denkbar...
Ich würde es nicht ausschließen, dass Herr Husameddin ein gutes Geschäft mit den Rebellen gemacht hat. Zum Beispiel, dass er bei einem Regime-Wechsel die Ölgeschäfte des Landes weiterhin führen darf, vielleicht auch unter Inanspruchnahme einer persönlichen Vermittlungsgebühr? Alles wäre denkbar...
Der erste syrische Überläufer ist fürs Erdöl zuständig. Soll das ein Hinweis sein, dass eine Wiederholung der traurigen libyschen Geschichte sich vor unseren Augen abspielt, nämlich Blut für Erdöl?
Die syrischen Ölreserven sind nicht wichtig. Wichtiger für die Russen ist der Stützpunkt.
Daher: der letzte Posten Putins in der arabischen Welt wird nicht nur bis zum letzten Mann, sondern auch bis zum letzten Kind verteidigt.
Völlig richtig. ich glaube auch in Libyen war es "zufällig" der Ölminister, welcher als erstes übergelaufen ist. Naja, auch wenn alles brach liegt und absolut garnichts funktioniert. Der Ölhahn ist offen und das schwarze Blut fliesst.
Die syrischen Ölreserven sind nicht wichtig. Wichtiger für die Russen ist der Stützpunkt.
Daher: der letzte Posten Putins in der arabischen Welt wird nicht nur bis zum letzten Mann, sondern auch bis zum letzten Kind verteidigt.
Völlig richtig. ich glaube auch in Libyen war es "zufällig" der Ölminister, welcher als erstes übergelaufen ist. Naja, auch wenn alles brach liegt und absolut garnichts funktioniert. Der Ölhahn ist offen und das schwarze Blut fliesst.
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Ich würde es nicht ausschließen, dass Herr Husameddin ein gutes Geschäft mit den Rebellen gemacht hat. Zum Beispiel, dass er bei einem Regime-Wechsel die Ölgeschäfte des Landes weiterhin führen darf, vielleicht auch unter Inanspruchnahme einer persönlichen Vermittlungsgebühr? Alles wäre denkbar...
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