Terrorismus : USA lassen Taliban-Anführer aus Guantánamo frei

Fünf Führungsmitglieder der radikal-islamischen Taliban dürfen das Gefängnis auf Kuba verlassen. Die USA wollen so Friedensverhandlungen in Afghanistan voranbringen.
Zwei Mitglieder des US-Militärs im US-Gefangenenlager in Guantánamo Bay © AFP/Getty Images

Aus dem US-Gefangenenlager Guantánamo sollen fünf Taliban -Anführer freigelassen werden. Die Häftlinge werden von Kuba in den Golfstaat Katar überstellt, wie ein Sprecher des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai mitteilte. In Katar planen die radikal-islamischen Taliban die Eröffnung eines Verbindungsbüros .

Mit der Freilassung der Islamisten wollen die USA Friedensverhandlungen in Afghanistan voranbringen. Nach über zehn Jahren Krieg in dem Land suchen die Amerikaner nach einer politischen Lösung des Konfliktes, damit die Nato-Truppen bis 2014 abziehen können. Teil der Bemühungen ist es, die Taliban mit an den Verhandlungstisch zu holen . Die Islamisten haben unter anderem die Freilassung von Gefangenen zur Bedingung für ihre Teilnahme gemacht.

Die Taliban hatten in den neunziger Jahren die Macht in Afghanistan ergriffen und waren beim Einmarsch einer internationalen Koalition unter Führung der USA im Jahr 2001 gestürzt worden.

Verlagsangebot

DIE ZEIT wird 70 ...

... und ihre Journalisten erzählen von den Geschichten ihres Lebens. Von Geheimnissen und Irrtümern unserer Zeitung. Und von den besten Lesern der Welt. Eine Festausgabe.

Mehr erfahren

Kommentare

13 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

liebe Zeitredaktion

Sind Sie sich da sicher, ob das Wort mutmaßlich hier nicht angebracht wäre?
Es sollte lauten: "Aus dem US-Gefangenenlager Guantánamo sollen fünf mutmaßliche Taliban-Anführer freigelassen werden."
Höhst wahrscheinlich handelt es sich bei diesen 5 Gefangenen um Taxifahrer, die willkürlich gefangen und gefoltert wurden.

Davon würde ich nicht ausgehen

Die Taliban wäre bestimmt nicht wirklich interessiert an einem Taxi Fahrer, und die wissen ganz sicher wer mal bei ihnen im Club war.

Ich glaube die wahrheit ist noch viel kranker
und zwar das die wirklichen Extremisten aufgrund ihres diplomatischen wertes Freigelassen werden und die Unschuldigen
Taxi Fahrer bleiben weite inhaftiert und werden gefoltert, den würde man ihnen ihre unschuld eingestehen wäre die ganze Sinnlosigkeit dieses Foltergefängnisse bestätigt

Mich schüttelt es gerade mal wieder …

… und darüber hinaus befällt mich ein gewisser Ekel. Vielleicht liegt es nur an der mangelhaften Ausgestaltung dieser knappen Information, aber vermutlich liegt es tiefer. Hätte man also diesen 5 Personen etwas nachweisen können, dann hätte man ihnen doch sicher den Prozess gemacht und dann würde sich eine Freilassung so oder so verbieten. Offenbar ist da nichts nachzuweisen und so muss man konstatieren, dass die USA sich Gefangene auf Vorrat halten um dann in Situationen wie diesen mit Menschenleben schochern zu können, was ja doch wohl nicht weniger verwerflich ist.

Immer erkennbarer wird also die Absurdität der ganzen Angelegenheit und wozu Macht und Machtmissbrauch führt. Und so kommt verkommt am Ende das ganze Gefasel und vermeintliche Eintreten der USA für Menschenrechte zur nackten Farce, sie entpuppen sich immer mehr als Bedrohung derselben, siehe hierzu auch die neuerlichen NDAA Gesetze in den USA. Es ist der blanke Hohn und ein Spott auf die Menschenrechte. Und da wundern sich die USA wenn sie von Jahr zu Jahr mehr angefeindet werden?

Möchten sie den gesamten Terrorwahn einmal aus einer um 180° versetzten Perspektive betrachten? Hier bitte: „Terror Erzwingungs Politik“ … Link, vielleicht hilft es weiter wenn man wenigstens gedanklich einmal die Seite wechselt. Verständnis soll ja auch was mit „Verstehen“ zu tun haben.

Website

"Möchten sie den gesamten Terrorwahn einmal aus einer um 180° versetzten Perspektive betrachten?"

Wenn ich Ihre persönliche Website in der Gesamtschau betrachte, dann möchte ich das ganz sicher nicht. Angefangen bei der Ikonographie, die teils Grenze zum Antisemitismus überschreitet, sich andernteils an entsprechenden Zeichnungen vergangener Epochen orientiert, Texte die sich an diesem Ressentiment orientieren, und dazu noch die unselige Verwendung des Begriffs "E-Post".

Nein, ich möchte auf keinen Fall die Perspektive auch nur eines einzigen Artikels auf diesem Blog einnehmen.

Prinzipienlosigkeit

Die USA haben schon vor dem Angriff auf Afghanistan mit den Tailban paktiert. Der Krieg gegen Radikale ist ein Märchen. Die Abschaffung grundlegender Bürgerrechte in den USA spricht Bände. Die USA stehen unter Kriegsrecht und Krieg wird überall angestachelt. Seit dem Zweiten Weltkrieg gab es noch nie so viele Konflikte wie heute. Dies haben wir der Sicherheitspolitik der USA zu verdanken. Sie sind es, die sich in den vergangenen zwei Jahrzenten zur "Führungsmacht" einer angeblich freien Weltordnung ernannt haben. Die Resultate sprechen aber eine eindeutige Sprache. Doch das Sendungsbewusstsein der Politelite in Washington scheint dadurch nicht gemindert. Durchhalteparolen und Beschwörungen des Führungsanspuches sind Pflicht. Wer sich dieser Weltunordnung entgegen stellt, wird mit Krieg überzogen. Die Oppostion wird durch die Systemmedien diffamiert. Die Medien verherrlichen den Krieg und die Gewalt. Die Chance für echte Veränderungen nach 1989 wurde leichtfertig für den kurzen Moment des Triumphes geopfert. Die Welt schlitterte aus der Phase des Kalten Krieges in die der heissen Kriege. Prizipien sielten dabei keine Rolle.