TerrorismusUSA lassen Taliban-Anführer aus Guantánamo frei

Fünf Führungsmitglieder der radikal-islamischen Taliban dürfen das Gefängnis auf Kuba verlassen. Die USA wollen so Friedensverhandlungen in Afghanistan voranbringen. von reuters

Zwei Mitglieder des US-Militärs im US-Gefangenenlager in Guantánamo Bay

Zwei Mitglieder des US-Militärs im US-Gefangenenlager in Guantánamo Bay  |  © AFP/Getty Images

Aus dem US-Gefangenenlager Guantánamo sollen fünf Taliban -Anführer freigelassen werden. Die Häftlinge werden von Kuba in den Golfstaat Katar überstellt, wie ein Sprecher des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai mitteilte. In Katar planen die radikal-islamischen Taliban die Eröffnung eines Verbindungsbüros .

Mit der Freilassung der Islamisten wollen die USA Friedensverhandlungen in Afghanistan voranbringen. Nach über zehn Jahren Krieg in dem Land suchen die Amerikaner nach einer politischen Lösung des Konfliktes, damit die Nato-Truppen bis 2014 abziehen können. Teil der Bemühungen ist es, die Taliban mit an den Verhandlungstisch zu holen . Die Islamisten haben unter anderem die Freilassung von Gefangenen zur Bedingung für ihre Teilnahme gemacht.

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Die Taliban hatten in den neunziger Jahren die Macht in Afghanistan ergriffen und waren beim Einmarsch einer internationalen Koalition unter Führung der USA im Jahr 2001 gestürzt worden.

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Leserkommentare
    • agnost
    • 10. März 2012 20:27 Uhr

    Dass Amerika weltweit Gefangene nimmt zum Zwecke einer Art Untersuchungshaft mit Lager flair hat die Welt wohl einsehen müssen.
    Doch sie diese jetzt zu Handelgut degradieren macht Sie selbst zu Terroristen

  1. Sind Sie sich da sicher, ob das Wort mutmaßlich hier nicht angebracht wäre?
    Es sollte lauten: "Aus dem US-Gefangenenlager Guantánamo sollen fünf mutmaßliche Taliban-Anführer freigelassen werden."
    Höhst wahrscheinlich handelt es sich bei diesen 5 Gefangenen um Taxifahrer, die willkürlich gefangen und gefoltert wurden.

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    Die Taliban wäre bestimmt nicht wirklich interessiert an einem Taxi Fahrer, und die wissen ganz sicher wer mal bei ihnen im Club war.

    Ich glaube die wahrheit ist noch viel kranker
    und zwar das die wirklichen Extremisten aufgrund ihres diplomatischen wertes Freigelassen werden und die Unschuldigen
    Taxi Fahrer bleiben weite inhaftiert und werden gefoltert, den würde man ihnen ihre unschuld eingestehen wäre die ganze Sinnlosigkeit dieses Foltergefängnisse bestätigt

    • WiKa
    • 10. März 2012 21:24 Uhr

    … und darüber hinaus befällt mich ein gewisser Ekel. Vielleicht liegt es nur an der mangelhaften Ausgestaltung dieser knappen Information, aber vermutlich liegt es tiefer. Hätte man also diesen 5 Personen etwas nachweisen können, dann hätte man ihnen doch sicher den Prozess gemacht und dann würde sich eine Freilassung so oder so verbieten. Offenbar ist da nichts nachzuweisen und so muss man konstatieren, dass die USA sich Gefangene auf Vorrat halten um dann in Situationen wie diesen mit Menschenleben schochern zu können, was ja doch wohl nicht weniger verwerflich ist.

    Immer erkennbarer wird also die Absurdität der ganzen Angelegenheit und wozu Macht und Machtmissbrauch führt. Und so kommt verkommt am Ende das ganze Gefasel und vermeintliche Eintreten der USA für Menschenrechte zur nackten Farce, sie entpuppen sich immer mehr als Bedrohung derselben, siehe hierzu auch die neuerlichen NDAA Gesetze in den USA. Es ist der blanke Hohn und ein Spott auf die Menschenrechte. Und da wundern sich die USA wenn sie von Jahr zu Jahr mehr angefeindet werden?

    Möchten sie den gesamten Terrorwahn einmal aus einer um 180° versetzten Perspektive betrachten? Hier bitte: „Terror Erzwingungs Politik“ … Link, vielleicht hilft es weiter wenn man wenigstens gedanklich einmal die Seite wechselt. Verständnis soll ja auch was mit „Verstehen“ zu tun haben.

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    • NDM
    • 11. März 2012 12:28 Uhr

    "Möchten sie den gesamten Terrorwahn einmal aus einer um 180° versetzten Perspektive betrachten?"

    Wenn ich Ihre persönliche Website in der Gesamtschau betrachte, dann möchte ich das ganz sicher nicht. Angefangen bei der Ikonographie, die teils Grenze zum Antisemitismus überschreitet, sich andernteils an entsprechenden Zeichnungen vergangener Epochen orientiert, Texte die sich an diesem Ressentiment orientieren, und dazu noch die unselige Verwendung des Begriffs "E-Post".

    Nein, ich möchte auf keinen Fall die Perspektive auch nur eines einzigen Artikels auf diesem Blog einnehmen.

  2. Die USA haben schon vor dem Angriff auf Afghanistan mit den Tailban paktiert. Der Krieg gegen Radikale ist ein Märchen. Die Abschaffung grundlegender Bürgerrechte in den USA spricht Bände. Die USA stehen unter Kriegsrecht und Krieg wird überall angestachelt. Seit dem Zweiten Weltkrieg gab es noch nie so viele Konflikte wie heute. Dies haben wir der Sicherheitspolitik der USA zu verdanken. Sie sind es, die sich in den vergangenen zwei Jahrzenten zur "Führungsmacht" einer angeblich freien Weltordnung ernannt haben. Die Resultate sprechen aber eine eindeutige Sprache. Doch das Sendungsbewusstsein der Politelite in Washington scheint dadurch nicht gemindert. Durchhalteparolen und Beschwörungen des Führungsanspuches sind Pflicht. Wer sich dieser Weltunordnung entgegen stellt, wird mit Krieg überzogen. Die Oppostion wird durch die Systemmedien diffamiert. Die Medien verherrlichen den Krieg und die Gewalt. Die Chance für echte Veränderungen nach 1989 wurde leichtfertig für den kurzen Moment des Triumphes geopfert. Die Welt schlitterte aus der Phase des Kalten Krieges in die der heissen Kriege. Prizipien sielten dabei keine Rolle.

    • Puqio
    • 10. März 2012 22:28 Uhr

    Warum kann man es sich nicht leisten die Gefangenen vor ein ordentliches US Gericht zu stellen?
    Weil nach Berichten aus den USA alle freigesprochen würden.
    Gegen keinen einzigen liegt irgendein Vorwurf vor, der eine Haftstrafe rechtfertigen würde.
    Insofern ist es erfreulich, dass man 5 dieser unschuldigen Menschen nach Jahren der Folter und Unterdrückung endlich frei lässt.
    Bedauerlich ist dabei allerdings, dass es auf Drängen der Taliban passiert, und nicht auf Drängen des amerikanischen Friedensnobelpreisträgers Obama, der genau dieses seinen Wählern versprochen hatte.

    So helfen die Taliban dem US Präsidenten sein Versprechen doch noch - wenigsten teilweise - einlösen zu können.
    Ich finde das erstaunlich und bemerkenswert.

    Und ich hoffe, dass H. Obama und seine Wähler den Taliban dafür dankbar sind.

  3. Hahahahah, die müssen mit ihren eigenen Folteropfern verhandeln, damit die einigermassen ungeschoren aus Afg kommen. Hey, die Welt ist doch gerecht!

    Habt ihr noch die Botschaftsbilder am letzten Tag des Abzuges in Vietnam vor Augen?

    Hey, das Schauspiel könnten wir nocheinmal bekommen, jetzt wären da aber dann auch ein paar Deutsche dabei! Aus Schaden werden zumindest die Deutschen nicht klug!

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    Erst werden diese Menschen wie Tiere gehalten, gefoltert und ihnen alle verbrieften Rechte verwehrt, wie ein ordentlicher Prozess bspw. und allein die Tatsache, dass sie jetzt freigelassen werden, soll sie zu "besseren" Menschen machen?

    Wäre ich an deren Stelle, ich wüßte, wie ich meine neue Freiheit nutzen würde. Verhandlungen stünden dabei nicht auf der Agenda. Es muss ja nicht Terror sein, aber bewaffneter Kampf gegen die Besatzungstruppen geht immer.

    Ich bin aber nicht an deren Stelle und vom sicheren Deutschland aus befürworte ich natürlich Verhandlungen, um ein Ende der Gewalt herbeizuführen. Parallelen mit Vietnam sind aber nicht wünschenswert.
    Während in Paris über Vietnam verhandelt wurde, hatten sowohl Nordvietnam, als auch die USA den Krieg nach Kambodscha verlagert, mit allen negativen Konsequenzen, wie hunderttausenden Toten und der Machtergreifung durch die Roten Khmer, der wiederum Millionen Tote folgten.
    Eine gewisse Parallele gibt es. Der spätere Friedensnobelpreisträger Kissinger (ausgezeichnet für die "erfolgreichen" Friedensverhandlungen in Paris) hatte vorher hauptverantwortlich die Friedensbemühungen torpediert um für die USA eine Position der "Stärke" herbeizuführen. Dabei ging er über hunderttausende Leichen von Vietnamesen, Kambodschanern und nicht zuletzt US-Soldaten.

    MfG
    AoM

    • TRK
    • 11. März 2012 11:31 Uhr

    was machen die usa? jahrelang wurden mutmassliche terroristen ohne beweise und rechtsbeistand irgendwo festgehalten. und jetzt werden einige dieser so gefährlichen leute freigelassen um vermittelnd für frieden einzutreten. wenn jemand kein terrorist war und monateland oder jahreland von einer fremden regierung festgehalten wird, was wird dieser mensch dann wohl machen? vielleicht sollten die nationen mal darüber nachdenken wo denn die terroristen dieser welt sitzen? fakten gibt es ja genug.

    • sibeur
    • 11. März 2012 12:10 Uhr
    8. ......

    Entfernt. Bitte tragen Sie zum Thema des Artikels bei. Die Redaktion/mak

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
  • Schlagworte USA | Terrorismus | Hamid Karsai | Afghanistan | Konflikt | Krieg
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