Die Afrikanische Union ( AU ) und die Vereinten Nationen (UN) wollen 5.000 Soldaten und humanitäre Helfer nach Zentralafrika schicken, um den Rebellenführer Joseph Kony zu fassen. Ziel sei es, den Busch der betroffenen Länder nach Rebellen zu durchsuchen und ihren Anführer dingfest zu machen, teilten die beiden Organisationen mit. Zudem solle gegen Konys brutale "Widerstandsarmee des Herren" ("Lord's Resistance Army", LRA) vorgegangen werden.

Die Mission werde erst beendet, wenn Kony gefasst sei, hieß es. "Wir müssen Kony mit Militärtechnik stoppen", sagte ein Sonderbeauftragter der AU laut der US-Zeitung Washington Post . Abu Moussa, Chef des UN-Büros in Zentralafrika, sagte, die "Kony 2012-Kampagne" habe das Vorhaben, Kony zu fassen, beschleunigt. "Die Sensibilisierung war nützlich und sehr wichtig", sagte er.

Vor wenigen Wochen hatte eine amerikanische Organisation eine Internet-Kampagne gegen Kony gestartet. Bis zum Freitag klickten fast 85 Millionen Menschen auf den YouTube-Link zu dem Video Kony 2012 . Ziel der Verantwortlichen ist es, den "Sprecher Gottes" – wie der Afrikaner sich selbst nennt – zu finden und vor Gericht zu bringen. Die Video-Aktion war sehr kontrovers diskutiert worden .

Kony wird in Zentralafrika vermutet

Bei der nun beschlossenen Mission sollen die Soldaten und humanitären Helfer die Bevölkerung vor den Fanatikern schützen und Nahrungshilfe leisten. Die Einsatztruppe habe ihre Kommandozentralen im Südsudan und im Nordosten des Kongo , sagte Moussa. Die Mission soll am Samstag in der südsudanesischen Hauptstadt Juba offiziell vorgestellt werden.

Die LRA hatte unter der Führung Konys seit 1987 den Norden Ugandas , den heutigen Staat Südsudan und den Nordosten der Demokratischen Republik Kongo terrorisiert. Ziel war die Einrichtung eines christlichen Gottesstaates. Vor sechs Jahren wurde die Gruppe, die Tausende Kinder als Soldaten zwangsrekrutiert und Mädchen als Sexsklavinnen missbraucht hatte, aus Uganda weitgehend vertrieben .

Kony soll sich derzeit mit einer kleinen Kerngruppe der LRA in der Zentralafrikanischen Republik versteckt halten. Die Rebellen sind zudem auch noch im Kongo aktiv. Seit 2005 wird Kony vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag unter anderem wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesucht.

Die Soldaten der neu gegründeten Militäreinheit werden aus jenen afrikanischen Ländern rekrutiert, die besonders unter der LRA gelitten haben, darunter Uganda und Kongo. Bereits im vergangenen Oktober hatte US-Präsident Barack Obama 100 Militärberater nach Uganda entsandt, die der dortigen Armee helfen sollen, ihre Soldaten für den Kampf gegen die Rebellen auszubilden. Uganda versucht seit Jahren, eine Rückkehr der LRA zu verhindern.