US-Justizminister Eric Holder © Jim Watson/AFP/Getty Images

US-Justizminister Eric Holder hat gezielte Tötungen von mutmaßlichen Terroristen als legitim bezeichnet – auch wenn es sich um US-Bürger im Ausland handele. Die Vereinigten Staaten befänden sich in einem bewaffneten Konflikt mit Terroristengruppen wie Al-Kaida und den Taliban, daher sei es ihnen unter internationalem Recht gestattet, gegen Kriegsgegner vorzugehen. "Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass wir uns nicht in einem konventionellen Krieg befinden", sagte Holder vor Jura-Studenten in Chicago .

Dies gelte auch für US-Bürger. Allerdings nur dann, wenn von diesen eine "unmittelbare Gefahr" eines Angriffs auf die USA ausgehe und wenn eine Festnahme nicht möglich sei. Es sei "nicht immer machbar", Terroristen mit US-Staatsbürgerschaft gefangen zu nehmen. In solchen Fällen habe die US-Regierung "die klare Befugnis, die USA mit tödlicher Gewalt zu verteidigen", sagte der Minister.

Holder widersprach damit Kritikern, dass es sich bei solchen Aktionen um "Mordanschläge" handele. Der Justizminister bezog sich etwa auf die Tötung von Terrorchef Osama bin Laden durch US-Spezialeinheiten in Pakistan sowie auf gezieltes Vorgehen gegen Terroristen mit Drohnen. Unter anderem wurde der mutmaßliche Terrorist Anwar al-Awlaki im vergangenen Jahr im Jemen getötet, der auch die US-Staatsbürgerschaft besaß.