US-Wahlkampf : Die Vagina-Monologe der Republikaner

Im Streit mit dem Iran geht es um Krieg, Amerika braucht neue Jobs – doch die US-Republikaner streiten lieber über andere Themen. Der Wahlkampf wird zum Kulturkampf.
Rush Limbaugh © Win McNamee/Getty Images

Warum bloß debattiert Amerika mitten im Wahlkampf über Sex, Hurerei und die Anti-Baby-Pille? Während die republikanischen Kandidaten um Delegierte werben, findet für viele offenbar ein viel interessanteres Programm statt: Rush Limbaugh, der bekannteste konservative Radio-Talker der USA , hat eine Studentin tagelang als Prostituierte und Schlampe bezeichnet und sie aufgefordert, Pornovideos von sich ins Internet zu stellen. Da sich Limbaugh aber als Stimme der Tea Party, des rechtspopulistischen Flügels der Republikaner geriert, werden nun alle Kandidaten gedrängt, dazu Stellung zu nehmen.

Das tun sie nur ungern, denn sie fürchten sich vor dem rechten Rand. Dabei ist dies nur die neueste Blüte eines immer schriller werdenden Kulturkampfes, bei dem sich beide Seiten als Verteidiger der Moral sehen. Manchen wird das zu viel. "Wann werden die Republikaner endlich mit ihren Vagina-Monologen aufhören", stöhnte Dana Milbank in der Washington Post .

Angefangen hatte alles vor ein paar Wochen, als die Obama -Regierung ein Gesetz einbrachte, wonach Krankenversicherer verpflichtet sind, die Pille zu bezahlen. Daraufhin gab es einen Aufschrei bei katholischen Institutionen und Universitäten, die die Pille aus religiösen Gründen ablehnen: Das Gesetz verletze das Verfassungsrecht auf Religionsfreiheit. Sie gewannen die Unterstützung der Republikaner, allen voran die von Rick Santorum.


Santorum, ein ultrakonservativer Katholik, der seine Söhne auf eine Privatschule geschickt hat, die dem Opus Dei verbunden ist, führt einen Wahlkampf , als sei er der lange Arm des Papstes in Amerika – und ist damit durchaus erfolgreich. Auch andere Republikaner meldeten sich zu Wort: Newt Gingrich , ebenfalls Katholik, warnte, Obama bedrohe die Religionsfreiheit, und Michele Bachmann fürchtet, Obama werde Amerikanerinnen zwingen, die Pille zu nehmen, um eine Ein-Kind-Politik wie in China durchzusetzen.

Flugs fand unter dem Vorsitz des Republikaners Darrell Issa ein Hearing im Repräsentantenhaus zu dem umstrittenen Gesetz statt, bei dem keine Frau reden durfte, angeblich weil es keine qualifizierten Frauen dazu gebe. Daraufhin luden die Demokraten eine Studentin der katholischen Georgetown University in Washington ein, Sandra Fluke, die einen Vortrag über die Lage an ihrer Uni hielt.

Die Pille mit Viagra verwechselt

Nun schlug die Stunde von Limbaugh. Er beschimpfte die Studentin über Tage in seiner Sendung – die von mehr als 600 Radiostationen verbreitet und von 20 Millionen Amerikanern gehört wird – als Nutte und erging sich in schleimigen Fantasien über ihr Sexualleben. Sie müsse dermaßen viel Sex haben, dass sie kaum noch laufen könne und brauche wohl deshalb so viele Anti-Baby-Pillen, sodass die ihr zu teuer würden, meinte er. Offenbar verwechselte er die Pille mit Viagra, das vor dem Akt gezielt eingenommen wird.

Dabei gilt Limbaugh kaum als eine Bastion katholischer Moral. Der frühere Disc Jockey ist übergewichtig, trinkt und raucht. Er ist in vierter Ehe kinderlos verheiratet und wegen Drogenmissbrauchs vorbestraft.

Nun verdient Limbaugh seinen Lebensunterhalt als "Shock Jock", der vor keiner Tabuverletzung zurückschreckt: Auf Obama dichtete er das Spottlied "Barack, the Magic Negro" und meinte, Schwarze seien Schuld am Wall-Street-Crash. Er verglich die damals 13-jährige Chelsea Clinton mit einem Hund, nennt Feministinnen "Feminazis" und verteidigte die Folter in Abu Ghraib mit den Worten, Soldaten müssten auch mal Spaß haben dürfen. Michael Steele, der – inzwischen zurückgetretene – Chairman der Republikaner sah sich einmal gezwungen, sich bei Limbaugh zu entschuldigen, nachdem der ihn tagelang im Radio beschimpft hatte. Steele hatte gesagt, Limbaugh sei nicht die Stimme der "Grand Old Party".

Verlagsangebot

Der Kult ums gesunde Essen

Nahrung soll Energie und Freude bringen. Doch immer mehr Lebensmittel werden zum Problem gemacht: Vom Salz bis zum Fleisch. Warum eigentlich? Jetzt in der neuen ZEIT.

Hier lesen

Kommentare

167 Kommentare Seite 1 von 15 Kommentieren

Die tägliche myway-Anti-Paul-Propaganda.

Wird ihnen das nicht allmählich zu dumm?
Nebenbei, Ron Paul gilt als der Kandidat mit dem besten Verhältnis zu jungen Menschen (das lässt sich auch mit diversen Statistiken belegen, jedoch sehe ich gerade keinen Grund mir die Mühe zu machen, diese rauszusuchen), die ja bekanntweise meist ziemlich "drinnen" in der IT-Welt sind, um mal Boris Becker zu zitieren.
Auch bei einem Vergleich der Twitter-/Facebook-Followers/verfassten Comments/Anzahl der Likes etc. war er mit Romney gleichauf, bzw. vor diesem. Santorum hingegen abgeschlagen.

Ihre Behauptung mutet also etwas abstrus an.

@25 spassmagnet - Ron Paul nur noch abgeschlagen ... ???

Das hätten Sie vielleicht gerne ...

entspricht aber leider nicht den Tatsachen, die da sind:

"The fact is, just like in many of the earlier contests, very few delegates to the Republican National Convention were decided on Tuesday. Most will be decided several weeks, or even months, from now at District and State conventions - conventions where our local delegates will have a big say in who goes to Tampa.

In fact, while I didn't win any state's straw polls, my team expects me to win a plurality of delegates in at least three states, as well as outright majorities in two more of the states that have already started their process.

Of course, the media totally ignores this story - as they have consistently ignored our message, our passion, and our grassroots army."

Quote: Ron Paul

Ron Paul ist ein paläokonservativer

Ron Paul lebt im 20. Jahrhundert, weil er glaubt den Golstandard wiederherzustellen, die FED und den New Deal rückgängig zu machen.

Es gibt in Amerika anscheinend eine konservative Minderheit an Jugendlichen, die sich bedroht von Frauen, Schwulen, Juden und anderen erfolgreichen Minderheiten sieht, Alex Jones hört bei Anonymus und den Infokriegern aktiv ist.

Diese libertäre Minderheit wird nie eine bedeutende gesellschaftliche Rolle bekommen, sie lebt in Verschwörungstheorien und Hass auf die erfolgreichen Liberalen.

Die Realität ist aber liberal.

@27 warum

soll ich das gerne haben ? - weil ich zur Verschwörung gehöre ^^

ich kann eh nix entscheiden, & da ich eh nicht glaube, das die Reps mit ihrem Auftritt irgendwie Obama gefährlich werden können, ist es mir auch egal...

p.s. wenn sie mal aus ihrer VT-Ecke heruas kommen, könnten sie sehen, dass RP keinen einzigen Sieg errungen hat & Romney soviel Delegiertenstimmen zusammen hat wie alle anderen Kandidaten zusammen bzw Paul auch noch am wenigsten Stimmen der anderen 3 Konkurrenten hat

egal was ich sehen will, der ist raus.

Naja, ich warte erst noch auf den abschließenden

Delegierten-Count bzw. eine potentielle Kandidatur außerhalb der beiden großen Parteien.

Wobei sie grundsätzlich natürlich Recht haben, bzgl. "abgeschlagen" - jedenfalls was die durchschnittlichen Prozente in den einzelnen Bundesstaaten angeht, auch wenn einige Wahlvorgänge überaus dubios von statten gingen und die urplötzliche Absage bzw. Verschiebung der Auszählung in einigen Counties der Bundesstaaten ihn regelrecht des Sieges beraubten, wo er hauchdünn hinter Romney lag.

Aber wie dem auch sei, es wäre ja schon ein Erfolg, wenn seine Positionen von einigen Kandidaten mal ernsthaft reflektiert würden, wie es zum Beispiel Gingrich zu tun scheint.
Von Romney oder Santorum, kann man sowas natürlich leider weniger erwarten. Schließlich müssen die strikt Programm für ihr Klientel machen.

Sie sehen Ron Paul richtig.

Im uebrigen scheinen die meisten Kommentatoren nur die Ueberschrift gelesen zu haben. Sie differenziert sehr wohl zwischen den Kandidaten und dem shock-jock, fuer den sie nicht verantwortlich sind und den sie auch nicht kontrollieren koennen.
Dass die Verhuetung ueberhaupt ein Thema wurde, war eine ausserordentlich geschickte Manipulation der Gegenseite. Obwohl die Pille bereits in allen staatlichen Kliniken frei erhaeltlich war und obwohl sie im Handel nur 9 Dollar im Monat kostet, hat die Regierung just zu diesem Zeitpunkt katholische Institutionen bei Stafe dazu verpflichtet dieselbe ebenfalls kostenlos auszugeben. Die Kirche weigert sich bislang und die Demokrats im Stile bester Demagogen und mit Unterstuetzung der Medien beschuldigen die Republikaner "gegen Frauen zu sein." Einmal davon abgesehen, dass Frauen bei hoher Arbeitslosigkeit und immer schneller eskalierenden Krankenversicherungskosten andere Sorgen haben, sollte es zu Denken geben, dass es gelingt zwei "Nicht-Krankheiten", die freie Verteilung von Verhuetung und, im Prinzip auch von Viagra, als Prioritaet und Verpflichtung des Gesundheitsystems zu fordern. Niemand, und auch nicht Santorum, ist der Meinung, dass dieselben "verboten" werden sollen. Aber warum muss die Kirche dazu gezwungen werden? Was kommt danach? Vielleicht ins Trinkwasser.

Sie verteidigen also direkt die pervertierte Vision von

Milton Friedman durch die Federal Reserve und die Gangster Bernanke und Greenspan?
Dass Sie dann auch noch das Wort "Verschwörungstheorien" (das Worte sollte allmählich abgeschafft werden, bedenkt man, wie inflationär es verwendet wird, vor allem von Leuten mit Halbwissen und/oder ohne Argumente) in dem Zusammenhang verwenden, zeigt, dass sie von Ökonomie nicht allzu viel verstehen.
Sehe ich Ihnen aber nach, da dieser Umstand auf geschätzt 90% der deutschen Bevölkerung zutrifft.

Ich Verteidige also direkt die Demokratie.

Sie offenbaren immer mehr von ihren antisemitischen Motiven und Agitationen, würde ich Sie auffordern noch mehr zu erklären, warum Sie die Reserve hassen, würden Sie sich möglicherweiße bald auch, wie so viele deutsche Ron Paul Anhänger, strafbar machen.

Letztendes wollen Sie doch die Stütze eines progressiven Staates abreißen, weil ihnen die Ethnie und politische Einstellung des Boardes nicht gefällt.
Sie sehen Greenspan doch nicht pervers wegen seinen wissenschaftlichen Arbeiten, sondern wegen seines Nachnamens und seiner Mutter.

Ich bin sehr glücklich darüber, dass 90% (von Ihnen geschätzt) nicht solch einer libertär-völkischen Okönomie, wie Sie anhängen.

Und vielleicht verstehen Sie jetzt auch, warum mir ein republikanischer Maistream-Schwachkopf lieber ist als Ron Paul, denn wenn erst mal die amerikanischen Truppen weg sind, seh ich schwarz für die Minderheiten in diesem Land.

PS: Und natürlich sind Sie ein Verschörungstheorietiker, das Wort ist in dem Zusammenhang mit Ihnen nicht inflationär, sondern genau richtig.

Ohje, ich komme aus dem Lachen kaum mehr raus.

1) Zentralbank, insbesondere eine in vollständigem Besitz von Privatbanken hat NICHTS, aber absolut rein GAR NICHTS mit Demokratie zu tun.

2) Antisemitisch? Ich? Geht es Ihnen noch gut? Weil ich u.a. Greenspan berechtigterweise als Gangster bezeichnet habe, aufgrund seiner Billigzinspolitik in der ersten Hälfte der 2000er Jahre, die durch nichts, absolut nichts gerechtfertigt war, bezeichnen sie mich als antisemitisch?
Entschuldigung, aber fortan werde ich sie nicht mehr für voll nehmen. Solch verquere Gedankengänge wie Sie offenbaren, die wünsche ich keinem.

"Libertär-völkisch"... Ok, jetzt hab ich ausgelacht...
[...]

Von Ökonomie keine Ahnung und von Politik noch weniger, wie mir scheint.

Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/ls

PS: Ganz überlesen, ich bin also

Ihrer Ansicht nach ein Verschwörungstheoretiker.

Aha, ich wette, Sie haben bis zu meiner Erwähnung des Namens Milton Friedman, noch nie etwas von dem Herren gehört und haben dementsprechend von Tuten und Blasen keine Ahnung, wenn es um Monetarismus und Funktion des Geldwesens und der Volkswirtschaft geht.
Ich kann nur wieder lachen.

An der Finanzkrise von 07/08 sind Ihrer Ansicht nach vermutlich auch die einfachen, dummen amerikanischen Bürger schuld, die in ihrer Konsumwut unsaubere Kreditgeschäfte eingegangen sind, richtig?

Belesen Sie sich erst einmal zum Entstehen von Wirtschaftskrisen, dann können wir uns irgendwann noch einmal unterhalten.

Vorher macht das keinen Sinn.

Keynes dürfen Sie bei der Gelegenheit auch noch lesen, nicht dass Sie wieder Wort-Abscheulichkeiten wie "libertär-völkisch" um sich werfen.

Unklar ausgedrückt...

"Keynes dürfen Sie bei der Gelegenheit auch noch lesen, nicht dass Sie wieder Wort-Abscheulichkeiten wie "libertär-völkisch" um sich werfen."

Meint, dass Sie nicht nur denken, ich würde ausschließlich von der Mises-, Rothbard-&Co.-Ecke herkommen. Sie sollen ja schließlich auch die andere Sicht auf Wirtschaft lesen, um sich ein differenziertes Bild zu machen.
Friedman hat übrigens wieder noch eine etwas andere Sicht als Neoklassik und Keynesianismus.
Wobei sein Gedanke eben von der Federal Reserve (und immer mehr auch der EZB) inzwischen mehr als pervertiert wurde und sein pervertierter Monetarismus offensichtlich aber NICHT die ökonomischen Probleme der USA und der Welt gelöst hat. Quantitive easing my arse.

Das ist wirklich lächerlich....

jedem Geithner, Wolfowitz, Greenspan, Blankfein können Sie
die Chomskys,Stewarts und Stiglitzs dieser Welt entgegensetzen !

Wenn man die erste Gruppe kritisiert und der zweiten Gruppe
anhängt....was ist man dann ?
Immer noch tendenziell antisemitisch ?

Diese Obsession, überall Antisemitismus zu wittern ist albern.Es gibt nun einmal viele Juden, einige kritisiert man,anderen stimmt man gerne zu.

Ich denke, was Sie an Ron Paul so sehr stört, ist seine
offene Art die US Aussenpolitik zu kritisieren.
Seiner Meinung nach (verkürzt) wäre es sinnvoller, die
Kräfte auf das eigene Land zu konzentrieren, nicht mehr überall auf der Welt militärisch zu intervenieren, sondern
das "Modell USA" wieder attraktiv und glaubwürdig zu machen.
Das ist das mit Abstand Vernünftigste, was ich seit langem
aus dem Munde eines aktiven Politikers vernommen habe.
Und diese Meinung hat Ron Paul schon IMMER vertreten.
Er ist authentisch.

Demokratie braucht Wohlstand

Derjenige, der keine Ahnung von Ökonomie hat sind doch Sie!

Sie begreifen nicht, dass es Zentralbanken braucht um den "Wohlstand der Nationen" zu mehren.
Lehman Brothers und Goldman Sachs sind eine progressive Kraft, die trotz all ihren Fehlern den Wohlstand der Nation durch Investitionen (die in dieser Form erst nach Bretton Woods möglich wurden)vermehrt haben.

Ich stufe mich als progressiv-liberaler Keynesianist, und natürlich kenne ich die österreichische Schule, Monetarismus und Milton Friedman und auch wenn ich alle drei Dinge für mich persönlich ablehne, schätze ich letzteren als ökonomisch-intellektuelle Größe.

Demokratie braucht den Wohlstand, den der Ivestitionskapitalismus mit sich bringt, um Bildung und sein Sozialsystem zu erhalten, dieser Wohlstand wurde durch den New Deal und die FED geschaffen.
Sie glauben, dass der Wohlstand durch Ron Paul und seinen Ideen vom Abtreibungsverbot, dem Abbau des Sozialstaate und Isolationismus und jetzt wissen wir auch, wer von uns beiden Keynes nicht gelesen hat. ;)

Lehman Brothers

Die Enstehung der Finanzkrise lag daran, dass Henry Paulson aus persönlichen und politischen Gründen R. Fuld nicht geholfen hat. Diese persönliche und politische Fede zerstörte unser Finanzsystem, wenn sie andere Medien als die von News Corp. nützen, können Sie das auch nachlesen, aber wahrscheinlich halten Sie sich sowieso nur auf infowar auf.

Die amerikanischen Bürger sind in der Form schuld, dass sie einen dummen Präsidenten gewählt haben (Doubleuuh), der einen Finanzminsiter hatte, der sich es mit allen verschissen hat, quasi ein Michael Spreng von rechts.

Ron Paul

Sie haben tatsächlich Recht, den USA hat die Kriege in den letzten 100 Jahren finanziell nichts gebracht, im Gegenteil.

Aber die USA hat uns und viele andere Menschen der Welt dadurch geretten, sie war und ist der Leuchtturm der Demokratie, man könnte fast sagen die USA, bzw. deren Eliten sind die waren "Gutmenschen", die sich und ihre Bürger für uns in den Schlachtfeldern dieser Welt aufopfern.

Natürlich kann man da auch dagegen sein, aber gerade eine globalisierte Welt braucht Amerika.

Haben Sie mit Ende des 2ten Weltkrieges...

aufgehört zu denken ? :)
Vietnam, Korea, Irak, Afghanistan, Iran.....das alles
ist das Geschenk von "Gutmenschen" an uns ?

Ich für mein Teil, und viele mit mir, sagen da sicherlich
"Danke Nein" und "return to sender" .

Die US amerikanischen Interventionen der letzten Zeit sind
sehr gut in dem von mir oben verlinkten Video analysiert
worden, sie sind ALLESAMT "in die Hose gegangen".
Der Preis dafür waren unzählige Menschenleben, unsagbares
menschliches Leid, destabilisierte Regionen, Terror und
ein Amerika, das finanziell am Ende ist.

Diese Art von sinnlosem Agieren braucht die Welt nicht,
schon gar nicht die globalisierte, wo ein gravierender
Fehler sofort auf alle anderen durchschlägt.

Was für ein Blödsinn schon wieder (1)

1) zu Ihrem 9/11-Kommentar äußere ich mich nicht. Dieser ist so dumm, dass man nicht mehr machen kann, als abzuwinken.
Aber die Qualität des Postings ist in einer Reihe mit der ihrer übrigen.

2)"Demokratie braucht Wohlstand" <<- haben Sie vorhin weder ausgesagt, noch impliziert. Zudem ist die These falsch. Demokratie ist eine Form zur Regierungsbildung und hat mit dem ökonomischen System oder dem potentiell resultierenden Wohlstand erst einmal herzlich wenig zu tun.
Kausalität, in welche der beiden Richtungen auch immer, ist schlicht nicht vorhanden

3) Ahso, Zentralbanken mehren also den Wohlstand. Selten so einen Humbug gelesen. Wenn überhaupt, dann mindern sie ihn. Mit Inflation haben Sie sich offensichtlich auch nicht beschäftigt. Lesen Sie einmal den (Richard) Cantillon-Effekt nach.
Der Mythos, dass Inflation für Vollbeschäftigung und Wohlstandsmehrung sorgt, ist längst widerlegt... von der Historie.
Ach und ein weiteres Gegenargument gegen Ihre krude These sind ja wohl die USA selbst. Glauben Sie, das Land wäre vor 1913 ein Entwicklungsland nach heutigem Maßstab gewesen?
Der ökonomische Boom in den USA, die Metamorphose zum Giganten unter den Volkswirtschaften weltweit und die Ablösung des British Empire in dieser Hinsicht, erfolgte VOR dem 1. Weltkrieg. Und da gab es in den USA noch überhaupt keine Zentralbank. Also reden Sie bitte nicht solchen Schwachsinn.

Was für ein Blödsinn schon wieder (2)

Noch kurz zu ihrem Ronb Paul-Zeug:
Ron Paul ist nicht für ein Abtreibungsverbot, sondern dafür, dass die Bundesstaaten selbst darüber entscheiden dürfen, um den Bürgern entsprechende Flexibilität zu ermöglichen, je nach eigener Präferenz. Check your sources.

Überhaupt hab ich Ihren geistigen Ergüsse allmählich über. Werde mich nun sinnvolleren Dingen zuwenden. Schönen Tag noch.

Blödsinn gilt für ihre Beiträge.

Demokratie braucht Wohlstand um sich zu erhalten. Die Demokratie ist ein fragiles System, was durch Demagogen, wie das 20. Jahrhundert zeigt, sehr schnell auseinander genommen hat. Ein Bildungs- und Sozialsystem trägt wesentlich zur Erhaltung der Demokratie bei.
Sie sind doch ein typischer deutsch-bürglericher Kleingeist mit ihrer panischen Angst vor Inflation. Inflation ermöglichte erst weltweiten Massenwohlstand, informieren sie Sich doch.
Der Aufstieg der USA wurde durch die industrielle Revolution und den Machtvakuums eines schwächelden Commonwealth ermöglicht, nicht durch das Nichtvorhandensein von Zentralbanken, soviel zu Geschichtsverständnis.

Wo Sie es gerade erwähnen...

Mein Großvater in amerikanischer Kriegsgefangenschaft freundete sich nach einiger Zeit mit einem amerikanischen Offizier im Lager an und fragte ihn irgendwann, was denn der Grund für den Kriegseintritt der USA gegen Deutschland gewesen wäre. Dessen Antwort darauf: "Business".

(Und kommen Sie mir jetzt nicht mit Hitlers Kriegserklärung, da dies a) nur eine kleine Anekdote sein soll und b) ich ihnen bei dringendem Verlangen gerne noch Einblick in Roosevelts und Henry Stimsons Motivation verschaffen kann, über die ist nämlich einiges historisch belegt).

Wie Sie sich schon wieder anfangen zu winden...

"Ein Bildungs- und Sozialsystem trägt wesentlich zur Erhaltung der Demokratie bei."

Habe ich gesagt, dass dies nicht der Fall wäre?
Sie springen von einem Punkt, in dem ich gegen Sie argumentiere, zum nächsten. Erst von Demokratie zur vermeintlichen Kausalität Wohlstand, nun von Wohlstand zum Bildungssystem (welches übrigens nicht zwingens staatlich sein muss, aber das nur am Rande).

"Sie sind doch ein typischer deutsch-bürglericher Kleingeist mit ihrer panischen Angst vor Inflation."

Ich fange schon wieder an zu lachen. Erst zogen Sie auf Basis von NICHTS den Schluss, dass ich Antisemit wäre, jetzt bin ich aufgrund meines wissenschaftlich belegten Verständnisses von Inflation ein kleingeistiger Deutscher mit Panik vor einer erneuten Hyperinflation.
Ich sagte ja schon vorhin, ich wünsche keinem Menschen solche Gedanken Gedankengänge bei der Findung seiner Konklusionen zu haben, wie Sie es aufweisen.

"Der Aufstieg der USA wurde durch die industrielle Revolution und den Machtvakuums eines schwächelden Commonwealth ermöglicht, nicht durch das Nichtvorhandensein von Zentralbanken, soviel zu Geschichtsverständnis."

Mit dem Leseverständnis ist es offensichtlich auch nicht allzu weit.
Sie schrieben, erst Zentralbanken ermöglichen Wohlstand. Ich schreibe "Blödsinn!", siehe u.a. Aufstieg der USA.
Jetzt sagen Sie, Aufstieg wäre der IR und der Schwäche des Commonwealth zu schulden.
Merken Sie egtl. dass sie sich laufen selber widersprechen und winden?

@monrol Blindheit und Sarkasmus.

Also ich das las kam mir auch der Gedanke das es blanker Sarkasmus ist. Leider allerdings stimmt das, aus amerikanischer Sicht. Aber man muss Amerika kennen, um so etwas einzusehen. Ein Auslaender kann das nicht. Warum? Weil erstens keine andere Nation es so leicht hat militaerisch zu handeln. Fuer die BRD, z.B., waeren die Iraq und Afghanistan Kriege nicht finanzierbar, militaerisch unmoeglich. Schon alleine die Truppen fuer eine Woche zu verpflegen, muesste der Verteidigungsetat auf 100% fuer mehrere Jahre erhoeht werden. Fuer die Amerikaner sind die beiden Kriege nebenbuchlich fuehrbar. Was Amerikaner fuer Kinderspiel halten und so neben bei machen, gibt allen anderen Laender einen Hebebruch. Deswegen ist es moeglich sich fuer gute Zwecke in der Welt einzusetzen; wie den Saddam Hussein zu beseitigen. Deutsche koenen einfach nicht auf dem Niveau denken, weil es erst nicht moeglich waere, und zweitens das Volk sehr bescheiden lebt.

Exterminans

Sie haben doch eine sehr abstruse Selbstwahrnehmung, wenn Sie ernsthaft von sich behaupten, Sie wären kein Verschwörungstheoretiker. Faktisch war die Intevention eine Befreiung des alten Kontinents und diese Intervention wäre ohne das Drängen der Eliten und den Rückhalt der Bevölkerung nicht möglich gewesen. Wenn Sie diese Befreiung leugnen, zeigen Sie doch welches Geistes Kind Sie sind.

Exterminans und die Kausalitäten

Damit auch Sie es verstehen, sehr vereinfacht:

Wohlstand->Sozial-/Bildungssystem->Erhalt der Demokratie

19. Jahrhundert:
IR/Niedergang CommonW.-> Aufstieg Amerikas
20. Jahrhundert:
Zentralbanken/New Deal/Bretton Woods->
Starke Position Amerikas/Weltweiter Wohlstand

Ihre Kretschen von dem privaten Bildungs- und/oder Sozialsystem zeigt ja wohin der Wind weht. Wenn ich gläubig wäre, würde ich Gott danken, dass Sie in keinem Land der Erde mehrheitsfähig wären.

Ich empfehle Ihnen DRINGEND, zu LESEN, was Ihr Gegenüber

schreibt und nicht nur zu "lesen" - sprich, sie sollen auch versuchen zu verstehen.

Wo habe ich in meiner Aussage irgendwas von wegen und "Leugnung der Befreiung" oder ähnliches?

Es ist nicht einmal besonders impliziert. Und selbst wenn doch zu einem kleinen Teil, dann scheinen Sie mir noch immer nicht in der Lage zu sein zwischen Teil-Kausalitäten und einer einzelnen Kausalität für eine Reaktion zu unterscheiden. Wenn Sie sich mit der Geschichtswissenschaft etwas eingehender beschäftigt hätten, dann wüssten Sie, dass es nahezu immer mehrere Kausalitäten gibt, die eine Handlung hervorrufen.

Soll heißen, ich habe auch nicht einmal implizit ein Befreiungsmotiv ausgeschlossen.

Überhaupt... wo wir uns gerade bei der Geschichtswissenschaft befinden. Wenn ich jetzt behaupte, der Euro wäre der Preis für die deutsche Wiedervereinigung - dann würden Sie nach Ihrem bisherigen Verständnis rufen: "Verschwörungstheoretiker!"

Das Lustige daran ist, meine These lässt sich einwandfrei mittels Aussagen von direkt involvierten historischen Persönlichkeiten, Dokumenten zu den entsprechenden Unterredungen etc. belegen (Zur Hölle, es wurde gar Sekundärliteratur mit exakt diesem Thema geschrieben, die die These bestätigen).
Trotzdem ist der Preis für die Wiedervereinigung nicht alleinige Kausalität für die Einführung des Euros.
Ich hoffe, Sie verstehen meine Metapher.

Nicht alles, was nicht in den Breitenmedien alltäglich thematisiert wird und sie schlicht nicht wissen, ist automatisch VT.

@my way. or the highway. oh boy.

Demokratie braucht gebildete und ehrliche Waehler um sich zu erhalten. Geld hat mit guter Entscheidungskraft gar nichts zu tun. Wenn man eine doofe und ungewaschene Bevoelkerung hat die nicht weiter als die Nasenlaenge sehen kann, dann ist eine representante Demokratie noetig Das soll angeblich eine sein in der die schlauen Buerger Entscheidungen fuer's Volk treffen. Tja, die sind so schlau das sie sich ewig an der Macht halten, und das Volk keine andere Wahl hat am Wahltag. Also Demokratie ist das nur in der Reklame. Eine direkt Demokratie waere nicht vorstellbar in der USA, oder BRD. Also haben wir heute, ueberall ausser der Schweiz, eine feuderale Monarchie wo der Adel nur alle paar Jahre die Stuehle wechselt. So ist's in der USA, und so ist's in der BRD.

Exterminans

Wissen Sie ich habe auch keine Lust mehr mit Ihnen zu reden. Es muss traurig und frustrierend sein, ein Menschen- und Geschichtsbild als Mischung zwischen Hobbes, Nietzsche und Goebbels zu pflegen.

Gehen Sie auf die Straße und verkünden Sie die frohe, pardon traurige Botschaft von Ron Paul. Sie kennen ja die alte Weisheit von dem toten Pferd, wo man absteigen sollte, viel Spaß noch.

@82 my way - Demokratie braucht Wohlstand

Nun, - ich möchte ihren kindlich-naiven Glauben an die noch heute gültige Machbarkeit des „American Dream“ und den ewigen Wunderpillen auf dem Weg dorthin „Big Business“, Wachstum und Konsum zerstören, aber die Probleme in den USA scheinen mittlerweile doch etwas tiefer zu liegen, als dass man da noch mit Keynes kommen könnte:

Hier mal 10 unangenehme Wahrheiten über die USA und ihren WOHLSTAND, wie Sie es nennen:

2010 hat die US-Regierung fast so viele Schulden aufgenommen wie der Rest der Welt zusammen. Washingtons Anteil liegt bei 45 Prozent, der deutsche bei fünf Prozent. (Quelle: International Monetary Fund).

Die Gesamtverbindlichkeiten der Vereinigten Staaten (inklusive Firmen- und Privatschulden) haben 360 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreicht. (Quelle: Pimco)

33 von 50 US-Bundesstaaten sind nicht mehr in der Lage, Arbeitslosenunterstützung zu zahlen. Die Fonds sind aufgebraucht. (Quelle: National Employment Law Project).

@82 my way - Demokratie braucht Wohlstand (Fortsetz.)

Die Krise im privaten Häusermarkt ist noch lange nicht nicht unter Kontrolle. Nachdem auch 2010 trotz milliardenschwerer Stützungsaktionen Millionen Zwangsvollstreckungen durchgeführt wurden, rechnen Experten in diesem Jahr erneut mit einem hohen Wert. Der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz erwartet weitere zwei Millionen Vollstreckungen.

Die Preise von Gewerbeimmobilien sind seit 2007 um mehr als 40 Prozent gefallen, fast jedes fünfte Bürohaus im Land steht leer. 1,4 Billionen Dollar an Darlehen müssen bis 2014 refinanziert werden. (Quelle: Congressional Oversight Panel)

Im Jahr 2010 gab es eine Pleitewelle unter den US-Verbrauchern. 1,53 Millionen Amerikaner beantragten Gläubigerschutz. Das war der höchste Stand seit Verschärfung der Insolvenzordnung im Jahr 2005. (Quelle: American Bankruptcy Institute)

Die Arbeitslosenrate liegt offiziell bei knapp 10 Prozent. Die Quote der erwerbsfähigen Amerikaner, die arbeitslos oder unterbeschäftigt sind, liegt jedoch deutlich höher - bei bis zu 18,4 Prozent. Also fast doppelt so hoch. (Quelle: Gallup)

@82 my way - Demokratie braucht Wohlstand (Fortsetz. II)

Knapp 40 Millionen Amerikaner sind auf Essensmarken des Landwirtschaftsministeriums angewiesen, etwa jeder achte Bürger. Experten erwarten einen Anstieg auf mehr als 43 Millionen im Jahr 2011. (Quelle: U.S. Department of Agriculture)

Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander: Zwei Drittel der Einkommenszuwächse zwischen 2002 und 2007 landeten bei einem Prozent der Bevölkerung: den Superreichen. (Quelle: Piketty/Saez-Studie, Universität Berkeley)

2010 zahlte das Sozialversicherungssystem zum ersten Mal mehr Beiträge aus, als es an Steuern einnahm. Das sollte eigentlich erst 2016 eintreten. (Quelle: US-Kongress)

Quelle:
http://www.wiwo.de/bilder...

Nun, wodurch entsteht eigentlich Wohlstand. Neben Big Money gehört da wohl noch etwas mehr dazu. Z.B. soetwas wie ein gesunder Haushalt.

Warum es diesen so nicht geben kann und niemals geben wird, ist doch im Grunde genommen jedem mit gesundem Menschenverstand begabten Erdbürger einleuchtend:

http://de.wikipedia.org/w...

Und Paul ist der einzige, der diesen primären Ursachen an die Wurzeln gehen möchte.

Alle anderen Mainstreamler machen gebetsmühlenartig weiter mit ihren peinlichen Oberflächenmaniküre-Mantras!

Noe, Geschichtsbuch lesen, bitte.

Wie koennen sie denn nur so einen Bloedsinn schreiben das die USA nur wegen Altruismus in den 2.WK eintrat? Deutschland erklaerte der USA den Krieg. Ja, so verrueckt wie es klingt, war es. Kurz davor versank Japan teil der US Flotte in Hawaii. Das war 1941. Davor arbeiteten die Deutsch-Amerikaner schwer den Eintritt der USA zu verhindern, und auch generell waren die Amerikaner der Ansicht das die US Beteiligung im 1. WK ein Fehler war. Dann kam der grosse Gefreite und schmiss all die harte Arbeit ueber den Haufen. Der Rest ist auch Geschichte.

@155 @Fab Max

Ron Paul ein christlicher Fundamentalo. Komisch, da muss mir ja bisher irgendwas entgangen sein. Dass Mitt Romney überzeugter Mormone ist und auch die Eltern seiner Frau daher nicht dem Hochzeitsritual beiwohnen durften, wusste ich zwar,

aber Ron Paul ein Fundamentalo? Woran machen Sie das fest?
Wenn es bloß daran liegt, dass Ron Paul sich hin und wieder öffentlich zu Gott bekennt (da ist er ja nun nicht der einzige Ami) und auch schon mal gesagt hat, dass er die Evolutionstheorie für unbedeutend hält, muss er noch lange kein Fundamentalo sein.

Fundamentalisten zeichnen sich nämlich dadurch aus, dass Sie intolerant anderen gegenüber sind, die einen anderen Glauben haben.

Komischerweise ist Ron Paul aber sehr einfühlsam anderen Religionen gegenüber, z.B. den Muslimen. Er bekennt sich ganz klar dazu, dass jeder Mensch einen eigenen Glauben haben darf. Und dass es da auch kein richtig oder falsch gibt. Sondern dass Religion eindeutig Privatsache ist.

Auf den Journalisten, der ihn nach seiner Meinung fragte, ob er an die Evolution glaubt, konterte er als ERSTES, das dass diese Frage seiner Meinung nach für den politschen Kontext irrevalant sei. Dass er dem Journalisten dennoch in Sachen privater Einstellung antwortete, spricht für ihn, gemäß dem Motto: ich habe nichts von meinen Überzeugungen zu verbergen, wenn ich danach gefragt werde. Ausserdem wollte er nicht Unhöflichkeit mit Unhöflichkeit kontern.

Daher - erst mal langsam mit ihrer unangemessenen Verschubladung.

Emotionalität als Flucht vor der Sachdebatte

Kommentar 2: "Die spinnen, die Amerikaner!"

Diesen US-Kulturkampf versteht man als Deutscher kaum. Ich war 10 Jahre in den USA, und selbst von da aus habe ich nicht recht verstanden, warum man "creation science" statt der Evolution an den Schulen lehren will. (Alle meine US-Freunde fanden das übrigens auch merkwürdig.)

Wenn man aber die Inhalte austauscht, haben wir die Flucht vor der Sachdebatte ins Emotionale auch hier. Während es bei der Eurofrage um Hunderte von Milliarden geht, steht Deutschland Kopf ob der Frage, ob Wulff eine Hotelrechnung von 700 Euro bezahlt hat und ob ihm 200.000 Euro im Jahr zustehen. In der Sarrazin-Debatte tobt der Sturm darum, ob Sarrazin die Erblehre der Nazis vertritt, nicht, welche von seinen Statistiken stimmen oder nicht stimmen, und man kann sich einige Beleidigungen anhören, wenn man auf der jeweils falschen Seite ist.

Die Sachfragen sind eben zu komplex, zu zahlenhaft-trocken und kaum eindeutig zu entscheiden. Lieber debattieren wir Sachen, für die wir stark empfinden und wo wir uns emotional sicher sind. Für die Amis sind das Fragen der Familie, der Religion und der Sexualität. Für Deutsche sind es Fragen der Nazi-Vergangenheit und von Status/Hierarchie/Einkommensgerechtigkeit. Die Angst vor Abstieg ist in beiden Fällen ein Motivator.

Ja, sie spinnen, die Amis. Sie sind nicht die Einzigen.

in Vielem kann ich Ihnen zustimmen, ...

... nicht jedoch in Ihrer Ansicht, dass die 700 € Hotelkosten von Wulff belanglos wären.
Nur weil es in der Eurofrage um Hunderte von Milliarden geht, heißt das nicht, dass das Verhalten von Politikern dadurch unerheblich wird, weil die inkriminierten Beträge im Vergleich dazu lächerlich sind. Ganz im Gegenteil! Eben weil es um riesige Summen geht, ist es mehr denn je erforderlich, dass die verantwortlich handelnden Personen extrem integer und über jeden, auch nur allerkleinsten Zweifel erhaben sind.

Der Zündler Sarrazin ist in diesem Zusammenhang zu vernachlässigen. Jeder halbwegs vernunftbegabte Mensch kann sich über seine verqueren Thesen selbst ein Bild machen.
Spinner und unkritisches Publikum ist auch durch Sachargumente nicht zu überzeugen, und seien Statistiken noch so gefälscht.

Die Form der Debatte ist entscheidend

Kommentar 159: "...... nicht [zustimmen kann ich] jedoch in Ihrer Ansicht, dass die 700 € Hotelkosten von Wulff belanglos wären.
Nur weil es in der Eurofrage um Hunderte von Milliarden geht, heißt das nicht, dass das Verhalten von Politikern dadurch unerheblich wird, weil die inkriminierten Beträge im Vergleich dazu lächerlich sind."

Kommentar 159 hat Recht in dem, *was* er hier sagt. Wenn man sich aber das *Wie* der Debatte anschaut: die Wulff-Debatte wurde mit eine solchen Emotionalität geführt, dass der Tiefenpsychologe in mir sich sicher ist, dass hier viel mehr verhandelt wurde, als die Funktionalität von Politik. Hier ging es (vermute ich) um Identitäts-, Hierarchie- und Statusfragen, um das Gefühl von Ausbeutung und des Ausgeliefertsein.

Diese Fragen sind alle wichtig, aber die hochemotionale Form der Debatte verhindert ihre Klärung. Es war den Menschen wichtiger, hier ihre Empörung zu äußern und jemanden zu bestrafen, als diese Fragen zu konkretisieren und dann vielleicht noch anzugehen. Dann hätte sich wohl auch herausgestellt, dass es neben Schwarz und Weiß viel Grau gibt. Grau ist aber generell emotional wenig befriedigend.

Nur nebenbei

4." Allein die Headline...
...ist schon so großartig, dass ich mich sogar zu einem Kommentar VOR dem Lesen verleiten lasse :D"

Die headline ist Sexismus pur,dass sie hier übernommen wird,zeigt,nun steckt wohl immer noch in so einigen männlichen Wesen ein "kleiner Sexist".
Im übrigen wenn die Ägypter Islamisten und Salafisten wählen,(was ja hier durchgeht unter"gemäßigter Islamismus")
dann können die Amerikaner ja wohl auch wählen was sie wollen.

Bezug

144. "Wann werden die Republikaner endlich mit ihren Vagina-Monologen aufhören", stöhnte Dana Milbank in der Washington Post.
Die headline ist ein Zitat von einer Frau!"

mein Kommentar bezog sich auf die Übernahme der headline,
also auf den Artikel in der Zeit und die Kommentare in der Zeit dazu.

Ps:m übrigen hat gewiß keiner angezweifelt,dass es auch unintellegente Frauen gibt,die sexistische Kommentare uä machen.(auf dieses Niveau greifen leider viele zurück,wenn sachliche Argumente fehlen)