PräsidentschaftswahlWladimir Putin gewinnt mit deutlicher Mehrheit

Putin ist zum dritten Mal russischer Präsident. Nach Angaben der Wahlleitung erreichte er 64 Prozent der Stimmen. Die Opposition wirft der Regierung Manipulationen vor.

Wahlsieger Wladimir Putin mit dem bisherigen Präsidenten Dmitri Medwedew (r)

Wahlsieger Wladimir Putin mit dem bisherigen Präsidenten Dmitri Medwedew (r)

Der russische Regierungschef Wladimir Putin hat die Präsidentenwahl wie erwartet deutlich gewonnen. Nach Angaben der Wahlleitung entfielen 64,24 Prozent der Stimmen auf Putin. Damit konnte sich der 59-Jährige bereits im ersten Wahlgang eine dritte Amtszeit als Präsident des größten Landes der Welt sichern.

Putin erklärte sich umgehend zum Wahlsieger. "Ich habe Euch versprochen, wir würden gewinnen – und wir haben gewonnen. Ruhm für Russland", sagte Putin vor Tausenden Anhängern im Zentrum Moskaus. Über seine Wangen liefen Tränen.

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Putins Herausforderer von der Kommunistischen Partei, Gennadi Sjuganow, kam mit rund 17 Prozent auf den zweiten Platz. Dahinter landeten der Multimilliardär Michail Prochorow mit rund 7,5 Prozent und der Ultranationalist Wladimir Schirinowski mit gut 6,2 Prozent vor dem Linkskonservativen Sergej Mironow mit 3,8 Prozent. Prozent.

Kritik am System der Video-Überwachung

Die Wahl war von Anfang an von Betrugsvorwürfen überschattet. Die Wahlbeobachterorganisation Golos registrierte am Wahltag nach eigenen Angaben 5.000 Verstöße gegen das Wahlrecht. So seien in vielen Wahllokalen registrierte Beobachter nicht zur Auszählung der Stimmen zugelassen worden, sagte ein Golos-Sprecher. Die Opposition will an diesem Montag aus Protest gegen die aus ihrer Sicht unfaire Wahl Zehntausende Menschen auf die Straße bringen.

Um die Bevölkerung von der Transparenz der Wahlen zu überzeugen, ließ Putin in allen 91.000 Wahllokalen Webcams installieren. "Das waren die saubersten Wahlen in Russlands Geschichte", sagte Putins Wahlkampfleiter Stanislaw Goworuchin. Alle Vorwürfe der Opposition seien schlicht lächerlich.

Noch während der Abstimmung sprach die Opposition von Tausenden Verstößen. Neben Mehrfach-Stimmabgaben und manipulierten Wahlzetteln monierten unabhängige Beobachter auch das nur zum Schein transparente System der Video-Überwachung in den Wahllokalen. Auch Putins Gegenkandidat Sjuganow bezeichnete die Wahl in einer ersten Reaktion im staatlichen Fernsehen als "gefälscht" und "absolut unfair".

Opposition will gegen Ergebnis demonstrieren

Putin war bereits in den Jahren 2000 bis 2008 russischer Präsident. Da er nach der damals geltenden Verfassung danach nicht sofort wieder antreten durfte, installierte er seinen Vertrauten Dmitri Medwedew in dem Amt. Medwedew soll nun Ministerpräsident werden.

Da Medwedew eine Verfassungsänderung zur Verlängerung der Präsidentenamtszeit auf sechs Jahre durchsetzte, ist Putin nun bis mindestens 2018 im Amt. Danach kann er sich um eine weitere Amtszeit bewerben.

Dieser Ämtertausch und die massiven Fälschungen bei der Parlamentswahl im Dezember hatten eine beispiellose Protestwelle gegen Putin ausgelöst. Hunderttausende Menschen gingen auf die Straßen. Auch am Montag will die Opposition im Zentrum von Moskau unter dem Motto "Russland ohne Putin" gegen das Ergebnis der Präsidentenwahl demonstrieren. Dazu werden etwa 30.000 Menschen erwartet. Einer der Anführer der Protestbewegung, Wladimir Ryschkow, sagte im staatlichen Fernsehen: "Diese Wahlen können in keinster Weise als rechtmäßig betrachtet werden."

In Russland waren knapp 110 Millionen Wähler aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu bestimmen. Wegen der Größe des Landes und der zahlreichen Zeitzonen erstreckte sich die Wahl über 21 Stunden.

 
Leserkommentare
  1. Der sollte für immer von allen Bildschirmen dieser Welt verschwinden! Für immer verschwinden!

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    Gibt es einen?
    Sind die Wähler in Russland nicht vertrauenswürdig oder brauchen die noch Nachhilfe in Mitspracherechten? Gibt es strikte Massstäbe wie Demokratie auszusehen hat oder nicht viel eher X beliebige Modelle wie man die Mitsprache der Bürger handhaben kann? Mal haben die ienen Interessenvertreter die Oberhand, mal wieder die anderen. Auch in Europa gibt es Varianten davon... allerdings sind die Wähleranteile oft deutlich tiefer als in Russland. Mitspracherechte werden, leider, über all Missbraucht. Lobbying, Machterhalten, Vertretung von Partikularinteressen und Korruption sind da nicht gerade förderlich...

    • monrol
    • 04.03.2012 um 22:16 Uhr

    Sogar "für immer"?

    Haben Sie vielleicht auch noch den einen oder anderen Begleiter für Putin?

    Ich wüsste da einige, angefangen mit dem Ministerpräsidenten und dem Aussenminister eines klitzekleinen, bis an die Zähne bewaffneten Landes!

    Was halten Sie davon?

    Gibt es einen?
    Sind die Wähler in Russland nicht vertrauenswürdig oder brauchen die noch Nachhilfe in Mitspracherechten? Gibt es strikte Massstäbe wie Demokratie auszusehen hat oder nicht viel eher X beliebige Modelle wie man die Mitsprache der Bürger handhaben kann? Mal haben die ienen Interessenvertreter die Oberhand, mal wieder die anderen. Auch in Europa gibt es Varianten davon... allerdings sind die Wähleranteile oft deutlich tiefer als in Russland. Mitspracherechte werden, leider, über all Missbraucht. Lobbying, Machterhalten, Vertretung von Partikularinteressen und Korruption sind da nicht gerade förderlich...

    • monrol
    • 04.03.2012 um 22:16 Uhr

    Sogar "für immer"?

    Haben Sie vielleicht auch noch den einen oder anderen Begleiter für Putin?

    Ich wüsste da einige, angefangen mit dem Ministerpräsidenten und dem Aussenminister eines klitzekleinen, bis an die Zähne bewaffneten Landes!

    Was halten Sie davon?

  2. ... bringt gerade einen Themenabend zur Präsidentschaftswahl in Russland: Star Wars Episode III - Die Rache der Sith.

    Zitat: "So this is how liberty dies... with thunderous applause."

    10 Leserempfehlungen
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    Der Freiheit für Bürger und Zivilgesellschaften oder Freiheit für Investoren und Aktionäre? Freiheit für Shareholdergesellschaften oder Freiheit für Stakeholdergesellschaften?

    Der Freiheit für Bürger und Zivilgesellschaften oder Freiheit für Investoren und Aktionäre? Freiheit für Shareholdergesellschaften oder Freiheit für Stakeholdergesellschaften?

  3. Betrug ... " wäre wohl die eher korrekte Überschrift!?

    Wann lernt unsereins mit Despoten und Diktatoren umzugehen bzw. fertig zu werden?

    Eine Leserempfehlung
  4. Gibt es einen?
    Sind die Wähler in Russland nicht vertrauenswürdig oder brauchen die noch Nachhilfe in Mitspracherechten? Gibt es strikte Massstäbe wie Demokratie auszusehen hat oder nicht viel eher X beliebige Modelle wie man die Mitsprache der Bürger handhaben kann? Mal haben die ienen Interessenvertreter die Oberhand, mal wieder die anderen. Auch in Europa gibt es Varianten davon... allerdings sind die Wähleranteile oft deutlich tiefer als in Russland. Mitspracherechte werden, leider, über all Missbraucht. Lobbying, Machterhalten, Vertretung von Partikularinteressen und Korruption sind da nicht gerade förderlich...

    10 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Das ist schlecht!"
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    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit konstruktiven Beiträgen an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/ag

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  5. Der Freiheit für Bürger und Zivilgesellschaften oder Freiheit für Investoren und Aktionäre? Freiheit für Shareholdergesellschaften oder Freiheit für Stakeholdergesellschaften?

    23 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Sogar Pro7..."
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    • cvnde
    • 05.03.2012 um 7:31 Uhr

    Sie haben da was nicht verstanden.
    Es gibt in Russland, für keine der von Ihnen aufgeführten Grupen, Freiheit oder Rechtssicherheit.

    In Russland hat seit Silvester 1999, Rücktritt Jelzins, die Phase der "Konsolidierung" begonnen.
    Die "Macht-Elite" schottet sich nach unten ab.
    Die Fründe sind verteilt, Neuregelungen gehen nur noch mit Putin, der einer der reichsten Russen ist.

    Nach Berichten soll ihm ein nicht unerheblicher Teil von Gazprom gehören.

    Der "Deal" 1999 war doch, die "Familie Jelzin" erhält Absolution und Sicherung des Vermögens, alles andere liegt in den Händen Putins und seiner "Kumpane".

    Interessant dürfte es werden, sollte Putin, unabsehbar, amtsunfähig werden.

    Ich bezweifle, dass er bereits eine "Nachfolge festghelegt" hat.

    • cvnde
    • 05.03.2012 um 7:31 Uhr

    Sie haben da was nicht verstanden.
    Es gibt in Russland, für keine der von Ihnen aufgeführten Grupen, Freiheit oder Rechtssicherheit.

    In Russland hat seit Silvester 1999, Rücktritt Jelzins, die Phase der "Konsolidierung" begonnen.
    Die "Macht-Elite" schottet sich nach unten ab.
    Die Fründe sind verteilt, Neuregelungen gehen nur noch mit Putin, der einer der reichsten Russen ist.

    Nach Berichten soll ihm ein nicht unerheblicher Teil von Gazprom gehören.

    Der "Deal" 1999 war doch, die "Familie Jelzin" erhält Absolution und Sicherung des Vermögens, alles andere liegt in den Händen Putins und seiner "Kumpane".

    Interessant dürfte es werden, sollte Putin, unabsehbar, amtsunfähig werden.

    Ich bezweifle, dass er bereits eine "Nachfolge festghelegt" hat.

  6. 6. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit konstruktiven Beiträgen an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/ag

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Grund ?"
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  7. Manipulationen überschatten die Wahl.

    Ich glaube nicht, dass Putin geschummelt hat. Warum? Weil seine Mehrheiten schon seit Monaten feststehen. Dutzende Umfragen snd alle zum gleichen Ergebnis gekommen. Putin holt 60+%. Wenn hier einer manipuliert hat, dann sind das eher andere Parteinen und Kandidaten.

    Putin wäre zumindest selten dämlich die Wahlen zu manipulieren, wenn er auch ohne Schummeln sicher siegen wird.

    Und klar, die Verlierer schreien dann immer am Lautesten Wahlfälschung. Und ihr Geschreie hören wir auch wie immer am Liebsten.

    31 Leserempfehlungen
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    Wieso wird von unseren Medien immer wieder unterschwellig unterstellt, dass die Wahlfälschungen, so denn es sie denn gegeben hat, zugunsten Putins unternommen wurden? Der hat das doch überhaupt nicht nötig. Die Wahlfälschungen können doch genausogut auf das Konto der Anhänger der Kommunisten oder sonstiger Oppositionsparteien begangen worden sein, das wäre sogar viel wahrscheinlicher.

    für Putin ein schwerer Vorwurf. Für die Opposition eine Steilvorlage.
    Der Vorwurf reicht aus. Man hat es schon vorher gewusst. Es ist genial, wenn es sich bestätigt.
    Demonstrationen sind weiter wahrscheinlich. Verbreitet im Internet, zu lesen in der Presse demokratischer Länder, diesem Putin ist alles zuzutrauen, nur nichts Gutes.
    Direkt durch eine Wahl ist er nicht zu stürzen.
    Aber er steht im Verdacht, ein Verbrecher zu sein, wird man ihm immer auf die Finger sehen. Und bestimmt hat er nicht immer ein Alibi. Und die Opposition ist nicht greifbar. Sie hat nur einen gemeinsamen Nenner: „PUTIN MUSS WEG!“
    Viele Russen, die ihm noch vertrauen, werden zu zweifeln beginnen. Korruption irgendwo?
    Hm, Putin!
    Putin hat nur geringe Chancen, erfolgreich zu regieren.
    Hoffentlich erscheint rechtzeitig ein geeigneter Politiker, der ihn ablösen kann.
    (Haut den Lukas kann jeder.)

    die echte Opposition gar nicht zu den Wahlen zulässt sondern nur verkappte Kommunisten und Nationalisten bräuchte man wahrlich nicht betrügen bei der Wahl.

    • Yria
    • 05.03.2012 um 10:07 Uhr

    Wenn jemand Wahlen manipuliert, dann macht er das natürlich auch schon vorher mit den Umfragen, was einfach wäre, da Putins Partei ja auch die meisten Medien kontrolliert.

    Selbst in Deuschland sind die meisten Umfragen und Statistiken falsch oder falsch wiedergegeben, das gehört schon lange zur gängigen Praxis.

    Dass Putin selbst nichts gemacht hat, ist klar. Ob er zusammen mit seinem gesamten Umfeld und allen Kontakten betrogen hat, wäre die Frage.

    Wieso wird von unseren Medien immer wieder unterschwellig unterstellt, dass die Wahlfälschungen, so denn es sie denn gegeben hat, zugunsten Putins unternommen wurden? Der hat das doch überhaupt nicht nötig. Die Wahlfälschungen können doch genausogut auf das Konto der Anhänger der Kommunisten oder sonstiger Oppositionsparteien begangen worden sein, das wäre sogar viel wahrscheinlicher.

    für Putin ein schwerer Vorwurf. Für die Opposition eine Steilvorlage.
    Der Vorwurf reicht aus. Man hat es schon vorher gewusst. Es ist genial, wenn es sich bestätigt.
    Demonstrationen sind weiter wahrscheinlich. Verbreitet im Internet, zu lesen in der Presse demokratischer Länder, diesem Putin ist alles zuzutrauen, nur nichts Gutes.
    Direkt durch eine Wahl ist er nicht zu stürzen.
    Aber er steht im Verdacht, ein Verbrecher zu sein, wird man ihm immer auf die Finger sehen. Und bestimmt hat er nicht immer ein Alibi. Und die Opposition ist nicht greifbar. Sie hat nur einen gemeinsamen Nenner: „PUTIN MUSS WEG!“
    Viele Russen, die ihm noch vertrauen, werden zu zweifeln beginnen. Korruption irgendwo?
    Hm, Putin!
    Putin hat nur geringe Chancen, erfolgreich zu regieren.
    Hoffentlich erscheint rechtzeitig ein geeigneter Politiker, der ihn ablösen kann.
    (Haut den Lukas kann jeder.)

    die echte Opposition gar nicht zu den Wahlen zulässt sondern nur verkappte Kommunisten und Nationalisten bräuchte man wahrlich nicht betrügen bei der Wahl.

    • Yria
    • 05.03.2012 um 10:07 Uhr

    Wenn jemand Wahlen manipuliert, dann macht er das natürlich auch schon vorher mit den Umfragen, was einfach wäre, da Putins Partei ja auch die meisten Medien kontrolliert.

    Selbst in Deuschland sind die meisten Umfragen und Statistiken falsch oder falsch wiedergegeben, das gehört schon lange zur gängigen Praxis.

    Dass Putin selbst nichts gemacht hat, ist klar. Ob er zusammen mit seinem gesamten Umfeld und allen Kontakten betrogen hat, wäre die Frage.

    • sdeisa
    • 04.03.2012 um 21:03 Uhr
    8. gut so

    Die Russen sind weder dumm,noch verwirrt,deshalb haben die auch richtig entschieden.Denjenigen denn es nicht gefählt,ihr könnt die Fahne auf halbmast setzen und trauern.Mit Russen unter Putin ist weiterhin zu rechnen.Mein Glückwunsch dazu!

    27 Leserempfehlungen
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    • leon1
    • 05.03.2012 um 0:43 Uhr

    Das Wichtigste: genuegend Russen wissen das er nicht auf der Gehaltsliste des CIA steht und daher eher geneigt ist russische Interessen zu vertreten.
    ps. Bei Wahlmanipulationen sind die USA sowieso Weltspitze, da kann Russland nicht mithalten ( Bush schon vergessen?)

    • leon1
    • 05.03.2012 um 0:43 Uhr

    Das Wichtigste: genuegend Russen wissen das er nicht auf der Gehaltsliste des CIA steht und daher eher geneigt ist russische Interessen zu vertreten.
    ps. Bei Wahlmanipulationen sind die USA sowieso Weltspitze, da kann Russland nicht mithalten ( Bush schon vergessen?)

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