Asma al-AssadDie Realität hat Syriens First Lady eingeholt

Syriens First Lady Asma al-Assad galt als Hoffnungsträgerin, die sich für Reformen starkmachte. Jetzt schweigt sie zur Gewalt und steht fest an der Seite des Diktators. von 

Asma al-Assad, die Frau des syrischen Diktators Baschar al-Assad

Asma al-Assad, die Frau des syrischen Diktators Baschar al-Assad  |  © Miguel Medina/AFP/Getty Images

Es ist kaum mehr als ein Jahr her, dass das Magazin Vogue Syriens First Lady noch als "Rose der Wüste" porträtierte. Kaum Schmuck, bis auf die Achat-Kette von Chanel , dunkel blau-grün lackierte Fingernägel, energetische Anmut – solche Dinge erfuhr die Welt damals über Asma al-Assad . Auch dass die schlanke Schönheit all ihre Energie aufbringt, die jungen Menschen im Land zu aktiver Bürgerschaft zu erziehen. Von der Stärkung der Zivilgesellschaft war die Rede, von geteilter Verantwortung, vom Geist der Offenheit.

"Wir alle haben Anteil an diesem Land; es wird das sein, was wir daraus machen", sagte sie damals. All das ohne einen Hinweis auf die Revolutionen in der arabischen Nachbarschaft und die beginnenden Proteste in Syrien selbst. Dazu idyllisch-unwirkliche Aufnahmen vom Familienalltag des Präsidentenpaares, festgehalten vom renommierten Fotojournalisten James Nachtwey .

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Wenn es sie jemals gegeben hat, ist diese "Rose der Wüste" längst verwelkt. Von der Website des Fashionmagazins ist der Text schnell verschwunden. Schon als die Geschichte im März 2011 erschien, war Asma al-Assad nicht mehr die moderne Hoffnungsträgerin, die man lange in ihr gesehen hatte. Während Sicherheitskräfte Demonstranten niederprügelten, sprach die Frau des Diktators noch von den Vorzügen der offenen Gesellschaft Syriens. Seit Monaten aber hört man nichts mehr von der 36-Jährigen, die doch ein Jahrzehnt für die moderne, sympathische Seite des Regimes stand.

Fest an der Seite des Diktators

Von den wenigen Auftritten seit dem Ausbruch der Gewalt bleibt in Erinnerung, dass diese Frau noch immer fest an der Seite ihres Mannes steht: Anfang des Jahres versicherte sie lächelnd vor Tausenden jubelnden Anhängern in Damaskus , die Regierung werde alle Verschwörungen gegen Syrien niederringen. Gut sah sie auch dabei aus, doch die Worte waren reine Propaganda. Sie soll zwar versucht haben, mit ihren Kindern und weiteren Angehörigen aus dem Land zu fliehen. Aber offenbar nicht, weil sie Baschar al-Assad den Rücken kehrte, wohl eher aus Angst.

Zuletzt waren E-Mails bekannt geworden , die vom luxuriösen Lebensstil des Paares auch im Angesicht des Krieges zeugten: Asma orderte per Internet High Heels für rund 5.000 Dollar das Paar, Kronleuchter aus Paris , ihr Mann lud Musikstücke herunter. Wenn die Dokumente echt sind, liegt die Vorstellung nahe: Auch in der privaten Kommunikation hat die Gattin kein Wort über die brutalen Attacken auf das syrische Volk fallen lassen – andere Dinge schienen wichtiger.

Genau diesen Vorwurf erheben nun unter anderem die Frauen des deutschen und britischen UN-Botschafters in New York , Huberta von Voss-Wittig und Sheila Lyall Grant. "Liebe Asma" beginnt ihr offener Brief an die First Lady Syriens , der auch als Video verbreitet wird und dem sich jeder in Form einer Onlinepetition anschließen kann. "Einige Frauen haben vergessen, was sie über den Frieden gepredigt haben", heißt es darin. "Und einige Frauen können nur noch für die Toten beten." Bilder von der strahlend schönen Stilikone wechseln mit teils drastischen Aufnahmen trauernder Mütter, sterbender Söhne und Töchter, Szenen der Gewalt. "Eines Tages werden uns unsere Kinder fragen, was wir getan haben, um dieses Blutvergießen zu verhindern – was wird deine Antwort sein, Asma?"

Leserkommentare
  1. Bitte unterschreibt die Petition, einfach in der Zeit gucken oder googel, auch die Maenner bitte, Danke

  2. "Der Feind meines Feindes ist mein Freund", schreiben Sie sinngemaess.

    Meiner nicht. Speziell dann nicht, wenn er ein Massenmoerder ist.

    Antwort auf "Umdeutungen"
  3. damit anzufangen.

  4. Das mit dem Ausreisen ist so eine Sache.

    http://derstandard.at/132...

    Man will sie gar nicht ins Exil schicken. sondern

    http://www.prorado.net/sy...

    "Assad muss weg" ist damit sehr eindeutig.

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    Fakt ist, die Familie hatte mehrere Male auch die Möglichkeit ins Exil zu gehen. und man hätte zum Beispiel auch freie Wahlen (wirkliche freie Wahlen) anbieten können, man hätte auch das Erschießen von Demonstranten, das Foltern, Morden und Verhaften lassen können. Man hat aber offensichtlich kein Interesse an solchen grundlegenden Dingen

  5. 61. na ja,

    Fakt ist, die Familie hatte mehrere Male auch die Möglichkeit ins Exil zu gehen. und man hätte zum Beispiel auch freie Wahlen (wirkliche freie Wahlen) anbieten können, man hätte auch das Erschießen von Demonstranten, das Foltern, Morden und Verhaften lassen können. Man hat aber offensichtlich kein Interesse an solchen grundlegenden Dingen

  6. seine Macht behlaten um jeden Preis. komme was da wolle...

    • Eipi
    • 18. April 2012 12:28 Uhr

    aber wer sagt denn, dass ihr dass leid der menschen egal sei? woher wissen wir das? woher wissen wir, was sie tutm tun kann, wie die realität tatsächlich ist.

    eines haben wir in den letzen tagen ja bestimmten medien entnehmen können. nicht in ganz syrien herschen zustände wie in homs. im rest des landes herscht wohl ganz normaler allteag.

    die berichterstattung ist wohl sehr einseitig, bzw. sie focussiert sich sehr auf die toten in homs. darüber zu berichten ist zweifelsohne richtig und wichtig, sie spiegelt aber nicht das bild des landes wieder.

    also, alles mit vorsicht zu genissen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    idlib, hama, die türkische Grenze, Damaskus,...

    und Frau, Assad, sie könnte ihren Mann verlassen, sie könnnte dies tun, sie könnte das tun...im Prinzip hätte sie Ihn auch nicht heiraten können. Das ist doch auch eine fiese Machtclique dort in Syrien...

    richtig ist, die Menschen wehren sich wohl gegen die Brutalität der Machthaber. Die Berichterstattung mag einseitig sein, das die Menschen dort offensichtlich in der Scheiße stecken ist aber offensichtlich.

  7. idlib, hama, die türkische Grenze, Damaskus,...

    und Frau, Assad, sie könnte ihren Mann verlassen, sie könnnte dies tun, sie könnte das tun...im Prinzip hätte sie Ihn auch nicht heiraten können. Das ist doch auch eine fiese Machtclique dort in Syrien...

    richtig ist, die Menschen wehren sich wohl gegen die Brutalität der Machthaber. Die Berichterstattung mag einseitig sein, das die Menschen dort offensichtlich in der Scheiße stecken ist aber offensichtlich.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Chanel | Syrien | Gewalt | Informatik | JPMorgan Chase | Rose
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